Isaias 44

e. Gottes Bild der Herrlichkeit. (V. 8) f. Drohungen gegen die Götzendiener. (V. 23) 5) Fünfte Rede. (Kap. 44,24 – Kap. 45,26) a. Der Beruf des Cyrus.

Und jetzt Trotz dieser Sündhaftigkeit, die Israel über und über bedeckt, in seiner Wurzel gründet und seine Spitze vergiftet, bewahrt ihm der Herr die Treue und tröstet es. - höre, Jakob, mein Knecht, und Israel, den ich erkoren! So spricht der Herr, der dich erschaffen und gebildet, Die Titel Gottes zeigen, dass der Herr die erste Ursache der Rettung ist. - dein Hort vom Mutterleibe Der Mutterschoß ist der Anfang der Bildung des Volkes in der außergewöhnlichen Empfängnis Saras. - an: Fürchte dich nicht, mein Knecht, Jakob, du Bevorzugter, Jeschurun. Dieser Name findet sich auch [5Mos 32,15; 5Mos 33,5.26]: Trautes Volk. - den ich erkoren! Denn ich werde Wasser ausgießen auf das Durstige und Ströme auf das Trockene, Wohl vom Natursegen zu verstehen, der im Alten Testamente ein Beweis der Liebe Gottes und eine Belohnung der Tugendübung war. - ich werde meinen Geist auf deine Nachkommenschaft ausgießen und meinen Segen auf deinen Stamm Der reichlichen Geistesausgießung folgt der Segen: Gottes Auge weilt mit Liebe auf den Begnadigten, ihnen stets neue Huld, neues Wohlwollen, neue Segnungen und Gnadenspenden mitteilend. Folge Davon ist V. 4 das segensreiche Gedeihen des Volkes. - und sie werden sprossen inmitten des Grünen, wie Weiden an fließendem Wasser. Der wird sprechen: Ich bin des Herrn, jener den Namen Jakobs rufen, Hebr.: Mit dem Namen Jakobs rufen, ihn preisend ausrufen und so bekunden, welchem Volke man angehören wolle. - dieser mit seiner Hand schreiben: Schriftlich erklären, kräftiger Weise als das bloße Sprechen. Man wird sich mit Eifer herandrängen. - Dem Herrn! und Israels Namen einverleibt werden. Lebt Gottes Geist im Volke, so zieht es zum wirksamen Anschlusse an sich und zur Kenntnis Gottes die Heidenvölker an, seinen Beruf erfüllend, Gott zur Ehre und zum Lobpreis, den Nationen zum Segen zu sein. Im Hebr. lautet das letzte Glied: Und ehrend den Namen Israels nennen. - So spricht der Herr, der König Israels und dessen Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste und ich der Letzte und außer mir ist kein Gott. Wer ist mir ähnlich? Er rufe und zeige es mir an; er lege mir das Verfahren vor, seitdem ich dies Volk von alters her gegründet habe; das Kommende und das Zukünftige mögen sie ihnen verkündigen. Der Beweis ist ein zweifacher: Gott hat, seitdem er das alte Volk gegründet, sich als lebendigen Gott durch Geschichte und Prophetie erwiesen, die Götter vermögen weder diesem Ähnliches aus ihrer Vergangenheit an die Seite zu setzen noch auch von jetzt an für die Zukunft etwas vorauszusagen; beides aber vollbringt der Herr. Hebr.: Wer verkündigt gleich mir, und er zeige es an und lege mir dar, seit ich gegründet das ewige Volk (das Menschengeschlecht). - Fürchtet euch nicht und werdet nicht verwirrt! Auf diesen Gott gestützt, kann Israel sich einer vollen Zuversicht hingeben. - Vorlängst habe ich es dir zu wissen getan und angekündigt, ihr seid meine Zeugen! Die vertrauensvolle Zuversicht ruht auf der Wahrheit, dass der Herr der einzige Gott und außer ihm keine Macht ist, die nicht ganz in seiner Gewalt wäre. In demselben Sinne das Hebr.: Es ist kein Fels, ich weiß keinen. – Fels ist Gott als sicherer Hort seines Volkes. - Ist denn ein Gott außer mir, ein Bildner, den ich nicht kännte? Die Götzenbilder sind alle nichtig und ihre Lieblinge nützen ihnen nichts; sie selbst sind Zeugen gegen jene, dass sie nicht sehen und nicht verstehen, Die Götzenanbeter müssen selbst eingestehen, dass ihre Götter leblose Klötze sind. - auf dass sie zuschanden werden. Die Götzenanbeter. - Wer hat den Gott gebildet und das zu nichts nütze Bild gegossen? Hebr.: Wer hat das Bild gegossen, damit es nichts nütze? - Sehet, alle seine Anhänger werden zuschanden, denn die Werkmeister sind aus den Menschen. Sie versammeln sich alle, stehen da, erbeben und werden allzumal beschämt. Der Schmied arbeitet mit der Feile, er formt sein Werk in der Kohlenglut und unter Hämmern und arbeitet mit kräftigem Arme; er hungert und ermattet; trinkt er nicht Wasser, so ermüdet er. Es kostet Mühe, ehe ein solcher unnützer Götze fertig wird. Der Künstler muss sich mit Nahrung stärken, sonst verschmachtet er über der langwierigen Arbeit. - Der Holzschnitzer spannt die Schnur, gestaltet sein Werk mit dem Hobel, fertigt es nach dem Winkelmaß, rundet es ab mit dem Zirkel und macht es zum Bildnis eines Mannes, wie einen schönen Menschen, der in einem Hause wohnt. Er fällt Zedern, nimmt Steineiche und Eiche, die unter den Bäumen des Waldes gestanden, er hat eine Fichte gepflanzt, die der Regen nährte und die den Menschen zur Feuerung dient; er nimmt davon und wärmt sich, er heizt ein und bäckt Brot; von dem Reste aber macht er einen Gott und betet an, macht ein Bild und fällt vor ihm nieder. Die Hälfte davon hat er im Feuer verbrannt Zuerst misst der Zimmermann mit er Schnur die Länge und Breite des Götzenbildes ab, dass er sich aus einem Baume haut. Dann hobelt er das Stück zu und bildet es nach dem Winkelmaß und Zirkel – ein Götzenbild, in einem Hause aufgestellt zu werden. Hebr.: Er spannt die Schnur, zeichnet ihn ab mit dem Rötel, führt ihn aus mit hobeln und mit dem Zirkel zeichnet er ihn. - und durch diese Hälfte isst er Fleisch, Die eine Hälfte ist Brennholz und Holz zum Kochen. - kocht sich ein Gericht, wird satt, wärmt sich und spricht: Ei, es wird mir warm, ich fühle das Feuer! Entweder am Feuer oder die am Feuer gekochten Stücke. - Den Rest aber macht er sich zu einem Gotte und zu einem Götzenbilde; er fällt davor nieder, betet es an und fleht, indem er spricht: Errette mich, denn du bist mein Gott! Sie wissen es nicht und verstehen es nicht; denn verklebt sind ihre Augen, dass sie nicht sehen Wie unentschuldbar ist Torheit und Sünde des Götzendienstes! - und damit sie nicht begreifen in ihrem Herzen. Sie bedenken es nicht in ihrem Sinne und haben nicht so viel Gefühl und Verstand, dass sie sagten: Eine Hälfte davon habe ich im Feuer verbrannt, Sie haben sich freiwillig der besseren Einsicht verschlossen und der geistige Stumpfsinn ist Folge jener Vernachlässigung V. 19, 20. - habe Brot über seinen Kohlen gebacken, Fleisch gekocht und gegessen und von dem Überreste sollte ich einen Götzen machen? vor einem Stück Holz niederfallen? Ein Teil von ihm ist Asche, Ein Teil des Götzen ist Asche, weil ein Teil desselben Holzstückes, aus dem jener geformt ward, zu Asche verbrannt wurde. Asche ist zugleich ein Bild des Inhaltsleeren, Zerstiebenden. - ein törichtes Herz betet es an und keiner rettet seine Seele und sagt: Vielleicht ist Lüge in meiner Rechten? Wer so handelt, stürzt seine Seele ins Verderben, da er nicht bedenkt, dass ein von Menschenhand geformter Götze in sich ein Unding und der Glaube an ihn Lüge und plumpe Selbsttäuschung ist. - Gedenke daran, Jakob und Israel, denn du bist mein Knecht; ich habe dich gebildet, mein Knecht bist du, Israel, Israel soll sich, dessen eingedenk, vor dem Götzenbilde hüten, treu und fest an Gott halten, da er das Volk erschaffen und erwählt hat. - vergiss meiner nicht! Hebr.: Du bleibst mir unvergessen. - Ich tilgte deine Vergehen wie eine Wolke, wie Nebel deine Sünden; Der Vergleichungspunkt ist das gänzliche Verschwinden, die völlige Wegtilgung. - kehre zurück zu mir, denn ich erlöse dich! Lobpreiset, ihr Himmel! denn der Herr wirkt Barmherzigkeit; jubelt, ihr Enden Hebr.: Tiefen der Erde, die Unterwelt. So streift der Ausblick auf die Erlösung bis an die äußerste Grenze, die Auferstehung der Toten. - der Erde, erschallet von Lob, ihr Berge, du Wald und jeder Baum darin! denn der Herr erlöst Jakob und Israel wird herrlich. Da das Geschöpf selbst an der Erlösung teilhaben soll, wird es auch zum Danke für dieselbe aufgefordert. Wie Grund, so Gegenstand des Preises ist Gottes erbarmende Gnade, die Erlösung und Gott wie er sich an Israel verherrlicht. Vergl. [Jes 12,6]. - So spricht der Herr, dein Erlöser und dein Bildner vom Mutterleibe her: Ich bin der Herr, der alles vollbringt, Der allgemeinen Aussage folgt die spezielle Durchführung in der physischen Welt, dem Himmel und der Erde, sodann in der intellektuellen Welt. In dieser werden diejenigen namhaft gemacht, die sich einer besonderen göttlichen oder sonstigen menschlichen Weisheit rühmen; deren Weisheit, mag sie welcher Quelle immer entstammen, vereitelt der Herr. - der allein die Himmel ausspannt und die Erde festigt, und niemand hilft mir; der die Zeichen der Wahrsager vereitelt und die Lügenpropheten verwirrt; der die Weisen rückwärts drängt und ihre Weisheit zur Torheit macht; der das Wort seines Dieners Das an seinen Knecht, an Israel ergangene Wort. - bestätigt und den Bescheid seiner Boten erfüllt; der zu Jerusalem spricht: Werde bewohnt! und zu den Städten Judas: Werdet erbaut! und der ihre Trümmer wieder herstellt; Der ich zur Tiefe spreche: Versiege! und deine Ströme trockne ich aus; Hier ist unverkennbar eine Beziehung auf Babylon und dessen Eroberung durch Cyrus gegeben. Die Eroberung Babylons bahnte den Weggefährten den Weg in die Heimat. - der ich zu Cyrus Der erste Befreier wird hier mit seinem Namen eingeführt. Nach Flav. Josephus (Antiqu. 11,1.2) bewog diese Stelle den Cyrus, den Weggeführten die Heimkehr zu gestatten. Vergl. [Esr 1,2; 2Chr 36,23]. - spreche: Du bist mein Hirt! Cyrus soll Hirte des Volkes Gottes sein, d.h. das seiner eigenen Weide entrissene und im fremden Lande wie in der Wüste schmachtende Volk in seine Heimatgefilde zurückführen. Das Bild des Hirten ist in der heiligen Schrift ein sehr häufiges. - und du wirst all mein Wohlgefallen vollbringen; Von Gott zum Hirten bestellt, wird Cyrus den Willen Gottes erfüllen, d.h.: Gottes Plan betreffs seines Volkes ausführen. - der ich zu Jerusalem sage: Werde erbaut! und zu dem Tempel: Werde gegründet! Dies wird der Herr durch Cyrus tun lassen.

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