Isaias 45
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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b. Die Verherrlichung Gottes durch Cyrus. (V. 10) c. Gottes Absicht bei der Befreiung des Volkes. (V. 47) d. Vor der Erfüllung ergangene Weissagungen sind der Erweis göttlicher Macht und Herrlichkeit.
1 So spricht der Herr zu meinem Gesalbten, Cyrus ist der einzige Heidenkönig, der den theokratischen Namen Christus, Gesalbter, trägt. Er heißt so, weil sein Beruf und seine Aufgabe theokratischen Charakter hat: er ist berufen und von Gottes wegen eingesetzt zum König, um Gottes Willen an den Heiden und an Israel zu vollbringen, Israel zu befreien. Wie also in der Befreiung aus Babylon Vorspiel und Vorbild des Messiaswerkes ist, so wird auch im Namen selbst die typische Bedeutung und die gottgewollte Stellung des Cyrus zu Israel kundgegeben. - Cyrus, dessen Rechte ich erfasse, Die Hand erfassen ist stärken, wirksam befähigen. - um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Rücken der Könige zu beugen Sie ohnmächtig und wehrlos zu machen. - und Pforten vor ihm zu öffnen, und die Tore sollen nicht geschlossen werden. Türen und Tore der Festungen öffnet der Herr vor ihm, und was er öffnet, soll und kann niemand schließen: Cyrus wird unwiderstehlich sein. - 2 Ich werde vor dir hergehen Wie einst vor den Israeliten in der Wüste. - und die Ruhmreichen der Erde demütigen, eherne Pforten werde ich sprengen und eiserne Riegel brechen. Der Herr wird selbst die Schwierigkeiten entfernen, welche die Natur und die Kunst oder List der Menschen ihm entgegenstellt. Die ehernen Tore und eisernen Riegel erinnern an Babylon mit seinen hundert Toren aus Erz. - 3 Ich werde dir verborgene Schätze geben und die Geheimnisse der Verstecke, Schätze, die im Dunkel unterirdischer Gewölbe du in ganz geheimen Verstecken aufbewahrt werden. - auf dass du wissest, dass ich der Herr bin, der dich beim Namen gerufen, der Gott Israels. 4 Um meines Dieners Jakob und Israels, meines Auserwählten, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; ich gab dir einen vorbedeutungsvollen Namen, Den Namen des Messias und das Amt des Befreiers. Diese Züge der Ähnlichkeit mit dem Erlöser hat der Herr ihm von vornherein aufgeprägt. Hebr.: Ich benenne dich, d.i. ich habe deinen Namen vorherverkündet. - ehe du mich noch kanntest. Die Wahl Gottes war ein reiner Gnadenakt. - 5 Ich bin der Herr Ein erneuter und kräftiger Hinweis auf Gottes Walten in der Weltgeschichte, das gerade durch die Prophetie über Cyrus und Israels Geschicke so klar aufgezeigt wird. - und es ist kein anderer, außer mir ist kein Gott. Ich habe dich ausgerüstet, ehe du mich noch kanntest, 6 damit die vom Sonnenaufgang und die vom Niedergang erkennen, dass außer mir keiner ist. Die Erkenntnis Gottes soll eine allgemeine werden, die Anbahnung derselben gehört mit zu den Zwecken der durch Cyrus zu vollbringenden Taten. Dem bunten Gewirre des Heidentumes und dem Dualismus der zoroastrischen Lehre tritt hier der Herr als der eine entgegen, der in der natürlichen Ordnung Licht und Finsternis, den Wechsel der Zeit, Entstehen und Vergehen, Leben und Tod beherrscht, und in der moralischen Ordnung, Belohnung und Strafe, Segen und Fluch, Glück und Unglück mit gleicher Weisheit und Gerechtigkeit austeilt, der somit in Wahrheit als der ausschließlich eine Herrscher über Natur- und Menschenwelt thront. Es gibt also, das lehrt der Absichtssatz V. 6, Momente in der Weltgeschichte, in denen die Erkenntnis des allwaltenden Gottes sichtbarer und mächtiger als sonst sich den Völkern aufdrängt; eine solche Stunde der Gnade schlug mit dem Auftreten des Cyrus als Befreier Israels. - Ich bin der Herr und es ist kein anderer; 7 der Licht bildet und Finsternis schafft, Frieden bringt und Übles wirkt; ich bin der Herr, der all dies vollbringt! 8 Tauet hernieder, ihr Himmel, und die Wolken mögen den Gerechten Hebr. abstrakt: Gerechtigkeit, Heil. Der Prophet fleht um die Verwirklichung des göttlichen Planes, nach welchem Gerechtigkeit, Heil, d.i. der von Gott gewollte, segenbringende Zustand, allen zuteil werden soll. Die Innigkeit der Bitte spricht sich ebenso tief als ergreifend aus in der flehentlichen Hinwendung zum Himmel und zu den Wolken, die, wie sie sonst erquickenden Tau und befruchtenden Regen spenden, nun endlich auch den Tau und Segen für die geistige Natur und möchten zukommen lassen, und an die Bitte an die Erde, neben anderen Früchten diese kostbarste Frucht des Heils uns zu tragen. Möchte der Himmel bald seine Gabe spenden und die Erde sie bereitwillig aufnehmen und zu reichen Früchten zeitigen! Obgleich also dem Zusammenhange und dem hebr. Wortlaute nach die Stelle nicht direkt und geradezu die Person des Messias erfleht, ist sie doch der unmittelbare Ausdruck der Sehnsucht nach dem Werke und dem Heile des Messias, und zwar der vollgültige. Denn obgleich der Wunsch durch die Schilderung der Bedeutung und ideellen Tragweite des Werkes des Cyrus angeregt wird, so ist es doch ebenso klar, dass nicht das Werk der Cyrus an sich, sondern der durch dasselbe anzubahnende Zweck (V. 4, 6) nicht in seinen Anfängen, sondern in seiner großartigen Vollendung, Inhalt und Gegenstand der Bitte ausmacht. In seiner Vollendung: denn Tau und Regen des Himmels, Öffnen und Sprossen der Erde, also das Zusammenwirken der reichlichen Tätigkeit von Himmel und Erde besagen die Fülle des Heiles, die Fülle der Gerechtigkeit. Diese Bitte um das Messiasheil, die auch das Auftreten des Cyrus insofern miterfleht, als die Bitte um die Vollendung naturnotwendig die Anfänge und allmähliche Anbahnung miteinbegreift, zeigt, wie oben der Name Maschiach, dass dem Seher das Werk des Cyrus als Typus und Symbol vorschwebt, dass in seiner Anschauung ein ideeller Grund beide eint, dass ihm beide als auf ein Ziel gerichtet erscheinen. So ist auch klar, dass die Vulgata mit ihrer konkreten Fassung von dem Sinne des Originals tatsächlich nicht abweicht. - regnen; es öffne sich die Erde und sprosse Hebr.: mögen sprossen lassen nämlich die Himmel, die Erde befruchtend. - den Heiland hervor und Gerechtigkeit erstehe zumal! Ich, der Herr, schaffe ihn! Antwort Gottes auf den Sehnsuchtsruf des Sehers. Diese Antwort wird im Folgenden fortgeführt: Wer könnte denn Gott hindern? Wehe dem, der solches versuchte! - 9 Wehe dem, der seinem Bildner widerspricht, eine Scherbe von den Scherben der Erde! Bild der Winzigkeit und Bedeutungslosigkeit und Machtlosigkeit des einzelnen, der seinem Schöpfer gegenüber nur ist wie ein Scherbe vor den Tausenden und Millionen von Scherben oder Erdgefäßen. - Spricht etwa der Ton zu seinem Bildner: Was tust du? Und dein Die Rede wird durch den Übergang in die zweite Person belebter: Dein Werk, o Mensch. - Werk: Er hat keine Hände? Ähnlich wäre es, wollte jemand glauben, es stehe Gott keine Macht zu Gebote, sein herrliches Versprechen einzulösen. - 10 Wehe dem, der zu seinem Vater spricht: Was zeugst du? Und zum Weibe: Was gebärest du? Der Sohn kann und darf die ehelichen Rechte der Eltern nicht einschränken wollen, ebenso wenig kann und darf der schwache Mensch den Plänen und der Erbarmung eine nach menschlichem Gutdünken gezogene Grenze setzen. Jene, welche in einseitigem Nationalismus befangen, die Ausdehnung der erbarmenden und erhebenden Liebe Gottes auf die Heiden hemmen wollen, werden getadelt. Gottes Macht soll, wie seine freie, an keine Nationalität gebundene Güte anerkannt werden. Es ist also in V. 10 einschlussweise die Verdammung jener Juden als Gottes Widersacher grundgelegt, die zwar eine Erlösung wollen, aber nur eine nach jüdischen nationalen Gesichtspunkten, Vorurteilen und Voreingenommenheiten beschränkte oder eingerichtete. - 11 So spricht der Herr, der Heilige Israels, sein Bildner: Fraget mich um das Zukünftige, wegen meiner Söhne und des Werkes meiner Hände lasset es mir befohlen sein! Die Titel, welche der Herr sich gibt, und die, mit denen er sein Volk nennt, enthalten zugleich die vollgültige Begründung, warum er helfend eingreifen werde, die Seinen ihm also alles im Vertrauen anheimstellen sollen. Israel soll und wird das vorgesteckte Ziel erreichen. So lautete die Mahnung und der Trost für die Stunde der Bedrängnis, und der so spricht, hat auch die Macht, mithin also alles Recht, Vertrauen und Hingabe zu fordern. Beweis dafür V. 12. - 12 Ich habe die Erde gebildet und den Menschen auf ihr geschaffen, meine Hände haben die Himmel ausgedehnt und all ihr Heer habe ich entboten. Die Erde und ihre Bewohner, die Himmel und alle Sternheere kann Gott als Beweise und Zeugen seiner Macht anführen. Dieser Gott ruft und leitet den Cyrus, daher mg Israel auch bei der Heimsuchung anderer Völker voll Zuversicht bleiben. - 13 Ich habe ihn zur Gerechtigkeit erweckt Zum Diener der Gerechtigkeit, jenes Zustandes, der Gottes Gnadenabsichten und Verheißungen und der Bestimmung des Volkes entspricht. – Derselbe Gedanke [Jes 44,28] und [Jes 45,1]. - und alle seine Wege lenke ich; er wird meine Stadt erbauen und meine Gefangenen freigeben, nicht um Geld und nicht um Geschenke, In der Unentgeltlichkeit der Loslassung liegt ein steigerndes Moment für die Erkennbarkeit des göttlichen Waltens. - spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. 14 So spricht der Herr: An die grundlegende Tatsache reiht sich, wie oben, das große herrliche Ziel, zu dem jene Tatsache ideell hinstrebt, für die sie ein erster Schritt, eine erste Stufe ist. Die Völker erkennen und bekennen den in Israel waltenden Gott und schließen sich in demütiger Unterwerfung an das Gottesvolk an. - Der Erwerb Ägyptens, der Handelsgewinn Äthiopiens und die Sabäer, Männer hohen Wuchses, werden zu dir Angeredet ist die Gemeinde Israel. Saba ist nach Josephus der alte Name für das berühmte Maroė, das von alters her der Stapelplatz des afrikanischen Karawanenhandels war. Die hier genannten drei Länder werden auch sonst genannt zur Bezeichnung des Messianischen Weltreiches. - übergehen und dir gehören. Hinter dir werden sie einhergehen, in Fesseln daherschreiten, vor dir sich beugen und dich anflehen: Die Häufung der Ausdrücke besagt die Innigkeit des Anschlusses. Die Fesseln symbolisieren das Dienstverhältnis, dem sie sich voll und ganz hingeben: in den an Israel kundgewordenen Wirkungen und Großtaten erkennen sie den Herrn und ersehen aus denselben erstlich, dass er sich als Sphäre seiner Betätigung Israel erwählt, zweitens, dass außer Israel eine derartige Gottesoffenbarung nicht stattfindet (Hebr.: dass der Gott Israels der einzige ist). - Nur in dir ist Gott und außer dir ist kein Gott! 15 Wahrlich, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, Heiland! Still, unscheinbar, dem Blicke des Menschen verborgen sind Gottes Wege, aber erscheinen dann umso wunderbarer, wenn man ihr stilles Walten und ihre allmähliche Anbahnung von fernher betrachtet. Weil in den Völkern diese Überzeugung Leben gewonnen, hängen sie mit der V. 14 geschilderten Verehrung am Volke Gottes. - 16 Beschämt werden alle und stehen schamrot da; mit Schanden weichen die Schmiede der Irrtümer allzumal zurück. 17 Israel ist gerettet in dem Herrn durch ewiges Heil; ihr werdet nicht zuschanden noch schamrot werden in alle Ewigkeit. V. 16, 17 zeigen zusammenfassend den durch Gottes Taten erreichten Erfolg: die Vernichtung der Götzen und Götzendiener und die Herrlichkeit Israels. Ewiges Heil ist im Herrn, weil er allein der allmächtige Gott ist. - 18 Denn also spricht der Herr, der die Himmel schuf, der Gott, der die Erde bildete und formte, ihr Bildner; nicht zur Einöde schuf er sie, sondern damit sie bewohnt würde, bildete er sie: In der Schöpfertätigkeit Gottes ist die Zusage gegeben, dass Gott die Dinge zu der ihrem Wesen entsprechenden Bestimmung führen will. Dieser allgemeine Satz wird hier speziell auf das Land, Palästina, angewendet. Es war nicht zur Wüste vom Herrn gebildet, es hatte seine besondere Bedeutung für die gedeihliche Entwicklung des israelitischen Volkes, und diese soll ihm wieder zurückgestellt werden. – Dies ist in neuer Weise die Zusage der Rückkehr aus Babylon und des Wiederaufbaues der Theokratie als der Vorbereitung für Israels Weltaufgabe. - Ich bin der Herr und es ist keiner sonst! Hat sich Gottes Absicht schon im Schöpferwillen kundgegeben und ist dieser in sich schon eine Bürgschaft für die Verwirklichung, weil dessen Herrn Wille Allmacht ist, so kommt noch eine fernere, glänzendere Bestätigung aus der ausdrücklichen und klaren Zusage, die von Gott an Israel erging. - 19 Nicht im Verborgenen habe ich geredet, an dunkler Stätte der Erde; Anspielung auf das Unwesen heidnischer Mantik, besonders der Nekromantie. - nicht sprach ich zur Nachkommenschaft Jakobs: Ohne Erfolg suchet mich! Ich bin der Herr, der Gerechtigkeit redet und verkündet, was recht ist. Suchet man den Herrn aufrichtigen Herzens, so sind große Verheißungen daran geknüpft, denn sein Wesen ist Gerechtigkeit und Recht, und seine Offenbarung und sein Wille zielt auf deren Verwirklichung. - 20 Versammelt euch und kommet und tretet herzu insgesamt, die ihr gerettet seid aus den Heiden! töricht sind, die das Holz ihres Schnitzbildes schleppen und einen Gott anflehen, der nicht helfen kann. Die Götzendiener, weit entfernt von den toten Götzen Hilfe zu erlangen, müssen sich selbst mit diesen, mit dem Fortbringen und Schützen ihrer Bilder, müde schleppen. - 21 Verkündiget und kommet und beratet euch zumal! Wer hat dies von Anbeginn an kundgetan, vorlängst es vorhergesagt? Nicht ich, der Herr, und ist etwa ein Gott außer mir? Ein gerechter und ein helfender Gott ist nicht außer mir! Die Tatsache der Prophetie, die längst bekannt war und sich jetzt erfüllt, ist wiederum der siegreiche Gottesbeweis. Durch diesen ist zugleich erhärtet, was V. 17 besagte, dass allein in Gott Heil ist. - 22 Bekehret euch zu mir, so werdet ihr gerettet werden, alle Enden der Erde! denn ich bin Gott und es ist sonst keiner. Gnadenruf, der die Gerichtsszenen [Jes 41,1] begleitet und in neuer Weise das Ziel des Völkergerichtes und der bisher geschilderten Veranstaltungen Gottes ausspricht. - 23 Ich habe bei mir selbst geschworen, das Wort der Gerechtigkeit geht aus meinem Munde aus und wird nicht rückgängig: dass sich mir jedes Knie beugen soll und jede Zunge mir schwören! Hierin besteht diese Gerechtigkeitssatzung, dieses unfehlbar wirksame Wort: äußere Huldigung der Anbetung, mit der sich das Bekenntnis der Zunge als das Zeugnis der innersten Herzensgesinnung verbindet. - 24 Also bei dem Herrn, wird man sprechen, ist Gerechtigkeit für mich und Macht; zu ihm kommt man und beschämt werden alle, die sich ihm widersetzen. 25 Im Herrn wird gerechtfertigt und verherrlicht werden alle Nachkommenschaft Israels. Der Herr ist lebendig anerkannt als Quelle und Born der „Gerechtigkeiten“, die dem einzelnen nur durch ihn zukommen, als Hort und Inbegriff aller Macht und Stärke, bei dem also ewiges, unverlierbares Heil zu finden ist. Wem diese Erkenntnis aufgeht, der kommt zum Herrn, schließt sich ihm an; die Widerstrebenden ereilt Beschämung und Untergang. Gott ist wie die Quelle des Heiles, so allein der wahre und einzige Ruhm Israels.
Zitiert in 21
- Dieses Kapitel Dives In Misericordia(§4)
- V. 2 Summa (EN)(III 52.4)
- V. 5 CCC(¶304)Summa (EN)(I 49.2)
- V. 6 CCC(¶304)
- V. 7 CCC(¶304)Summa (EN)(I 49.2
I-II 79.1) - V. 8 CCC(¶2795)Compendium of the Social Doctrine of the Church(122
123) - V. 15 CCC(¶206)Summa (EN)(III 36.1
Suppl 88.3) Dominum Et Vivificantem(§54) - V. 21 Summa (EN)(III 46.1)Dives In Misericordia(§4)
- V. 22 CCC(¶201)Kompendium(37)
- V. 23 CCC(¶201)
- V. 24 CCC(¶201)