Richter 21

Eine Ausgabe hier teilt einen Vers dieses Kapitels, den die andere ungeteilt lässt, sodass die Nummern danach um eins auseinanderliegen.

C. 600 überlebenden Benjamiten werden, damit ihr Stamm nicht untergehe, aus Jabes Galaad 400 Frauen gegeben, zu denen ihnen gestattet wird, 200 aus Silo hinzu zu rauben.

Nun hatten die Söhne Israels in Maspha geschworen und gesagt: [Rich 20,1] in Maspha war ihnen die Weigerung Benjamins zugegangen. - Keiner von uns darf den Söhnen Benjamins eine von seinen Töchtern als Frau geben. Sie kamen also alle zum Hause Gottes nach Silo Nach Silo ist falsche Erklärung der Vulgata, die Haus Gottes statt des Eigennamens Bethel gesetzt hat. - und setzten sich vor dem Angesichte Gottes bis zum Abend nieder, erhoben ihre Stimme und weinten mit lautem Schluchzen und riefen: Warum, o Herr, du Gott Israels! musste dies Unglück unter deinem Volke geschehen, dass heute ein ganzer Stamm von uns hinweggenommen ist? Haben vielleicht auch wir etwa gesündigt? Weiter beraten sie wohl, wie die Benjamiten mit Frauen zu versehen sind. - Am andern Tage standen sie früh auf, errichteten einen Altar, Altäre werden errichtet, entweder um ein Opfer darauf darzubringen, oder zur Erinnerung. - brachten auf demselben Brandopfer und Friedopfer dar und sprachen: Wer aus allen Stämmen Israels ist nicht im Heere des Herrn mitgezogen? Mit schwerem Eidschwur nämlich hatten sie sich zu Maspha verpflichtet, die zu töten, welche ausblieben. Diese hatten sich dadurch in gewisser Weise zu Mitschuldigen der Benjamiten gemacht. - Und von Herzeleid über ihren Bruder Benjamin ergriffen, fingen die Söhne Israels an zu sagen: Es ist ein Stamm hinweggenommen aus Israel! Während Gott doch um Abraham, Isaaks und Jakobs und der zwölf Patriarchen willen alle erhalten sehen wollte. - Woher sollen sie Frauen nehmen? Wir haben ja alle insgesamt geschworen, dass wir ihnen unsere Töchter nicht geben wollen. Darum sprachen sie: Wer ist von allen Stämmen Israels, der nicht zu dem Herrn nach Maspha hinaufgezogen ist? Und siehe, es fand sich, dass die Einwohner von Jabes Galaad nicht in jenem Heere gewesen waren. (Auch zur Zeit, wo man in Silo war, fand sich niemand von ihnen daselbst.) Der hl. Hieronymus gibt mehr eine Erklärung als eine Übersetzung. - Da sandten sie zehntausend Hebr.: 12000. Es ist ein uralter Schreibfehler in der Vulgata. - tapfere Männer aus mit der Weisung: Ziehet hin und schlaget die Einwohner von Jabes Galaad mit der Schärfe des Schwertes, sowohl ihre Weiber als ihre Kinder. Eine Art unvollständigen Bannes. - Doch dies müsst ihr beobachten: Alles, was männlich ist, und die Frauen, welche schon Männer erkannt haben, tötet; aber die Jungfrauen lasset am Leben!
Die Benjaminiten nehmen die Jungfrauen von Jabes Galaad
Und es fanden sich aus Jabes Galaad vierhundert Jungfrauen, welche keines Mannes Ehebett kannten; diese brachten sie in das Lager zu Silo im Lande Chanaan. Im diesseitigen Chanaan. [Rich 20,27] war die Bundeslade nach Bethel gekommen; nach der Niederlage der Benjamiten ward sie nach Silo zurückgebracht. - Und sie sandten Boten zu den Söhnen Benjamins, welche auf der Felsenhöhe von Remmon waren, und entboten ihnen, sie wollten sie in Frieden aufnehmen. Zu jener Zeit kamen die Söhne Benjamins, In ihr Gebiet zurück. Aus diesem Grunde ist ihnen die Lage von Silo so genau beschrieben. - und man gab ihnen Frauen von den Töchtern von Jabes Galaad; andere aber fanden sie keine, die man ihnen auf gleiche Weise hätte geben können. Ähnlich wie in [Rich 20] wiederholt der Verfasser 15-18, was er V. 6 bereits gesagt. - Da schmerzte es ganz Israel sehr und es bereute, einen Stamm in Israel dem Untergange geweiht zu haben, Hebr.: Es tat aber dem Volke leid betreffs Benjamin, denn Jahve hatte einen Riss in die Stämme Israels gemacht. Vergl. V. 6. - und die Ältesten sprachen: Was sollen wir mit den Übriggebliebenen tun, die noch keine Frauen erhalten haben? Denn alle Frauen in Benjamin sind gefallen! Am Anfange des nächsten Verses fehlt: Gesichert bleibe der Besitz Benjamin. - Mit großer Sorgfalt und mit allem Eifer haben wir Vorsorge zu treffen, dass nicht ein Stamm aus Israel ausgetilgt werde. Denn unsere Töchter können wir ihnen nicht geben; sind wir doch durch den Eidschwur und den Fluch gebunden, da wir sprachen: Verflucht sei, wer den Benjamitern von seinen Töchtern ein Weib gibt! Sie fassten also den Beschluss und sprachen: Sehet, es ist das Jahresfest des Herrn in Silo, welches nördlich von der Stadt Bethel und östlich von dem Wege Der Höhe [Rich 20,31]. - liegt, der von Bethel nach Sichem führt, und südlich von der Stadt Lebona. Die Beschreibung des Ortes ist wohl von einem Überarbeiter eingefügt, vielleicht bald nach dem Exil. - Und sie befahlen den Söhnen Benjamins und sprachen: Gehet hin und haltet euch in den Weinbergen verborgen! Und wenn ihr die Töchter von Silo zum Reigen, wie gebräuchlich, herausziehen seht, so brechet schnell aus den Weinbergen hervor und raubet euch aus ihnen ein jeder ein Weib und gehet in das Land Benjamin. Wenn dann ihre Väter und Brüder kommen und anfangen wider euch zu klagen und zu rechten, so wollen wir ihnen sagen: Habet Erbarmen mit ihnen; denn sie haben dieselben nicht nach Kriegsrecht Dass ihr Gewalt mit Gewalt zurückweisen könntet. - oder als Sieger geraubt, sondern ihr habt, da sie darum baten, sie nehmen zu dürfen, ihnen dieselben nicht gegeben, und die Schuld ist also auf eurer Seite. Sie sind unglücklich und ihr konntet, durch den Eid verhindert, ihnen eure Töchter nicht geben. Hebr.: Schenket sie uns, den wir haben nicht für jeden sein Weib im Kriege genommen, denn da ihr sie ihnen nicht gegeben habt, tragt ihr jetzt die Strafe. Uns Richtern schenket die Schuldigen, die ihr mit uns vor unserm Richterstuhl anklagt. Sept.: Die Töchter. So erkennen die Ältesten ihre Mitteilnahme am Raube an. Das Wort Kriegsrecht spielt auf den Kampf gegen Jabes an, durch welchen alle Benjamiten hatten Frauen erlangen sollen. - Hierauf taten die Söhne Benjamins, wie ihnen geboten war; und sie raubten sich, so viel ihrer waren, ein jeder aus den Tanzenden, Töchtern von Silo. - ein Weib und zogen fort in ihren Besitz und bauten sich Städte und wohnten darin. Auch die Söhne Israels kehrten nach ihren Stämmen und Familien in ihre Wohnungen zurück. Hebr.: Und die Söhne Israels zogen zu jener Zeit von dort, ein jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht und zogen von dort fort ein jeder in sein Erbteil. Zu jener Zeit war kein König in Israel, sondern jeder tat, was ihm recht dünkte.

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