Judit 12
Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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C. Holofernes weist ihr ein Zelt zu und gestattet ihr des Nachts mit ihrer Magd aus dem Lager zu gehen, ihren Gott anzubeten. Sie tut dies drei Nächte hindurch. (V. 9) Am vierten Tage gibt Holofernes seinen Dienern ein großes Gastmahl, zu dem er auch Judith einlädt. Judith genießt ihre gewohnten Speisen, Holofernes berauscht sich.
1 Hierauf hieß er sie dorthin gehen, wo seine Schätze aufbewahrt Septuag: sein Silbergerät aufgestellt war, also in den Speisesaal. - waren, und befahl ihr, daselbst zu bleiben, indem er bestimmte, was ihr von seinem Tische gegeben werden sollte. 2 Doch Judith antwortete ihm und sprach: Jetzt kann ich von dem, was du mir zu geben befiehlst, nicht essen, damit ich in keine Sünde falle; Die Teilnahme an einem Mahle von Götzenopfern galt als eine Art von Götzendienst. [Tob 1,12, Dan 1,8, 1Kor 10,14] - sondern von dem, was ich mir mitgebracht habe, werde ich essen. 3 Holofernes sprach zu ihr: Wenn dir das ausgeht, was du mit dir genommen hast, was sollen wir dann für dich tun? 4 Judith antwortete: So wahr deine Seele lebt, mein Herr! deine Magd wird dies alles nicht aufzehren, bis der Herr durch meine Hand tut, was ich vorhabe. Judith versteht dies in ihrem Sinne, Holofernes in einem anderen. - Darauf führten seine Diener sie in das Zelt, das er angewiesen hatte. 5 Als sie dorthin ging, bat sie, man solle ihr die Erlaubnis geben, bei Nacht und vor Tagesanbruch Also zu jeder Stunde. Sie sichert sich die Möglichkeit der Flucht nach dem Tode des Holofernes. - zum Gebete hinauszugehen, um den Herrn anzurufen. 6 Da befahl er seinen Kämmerlingen, sie, wie es ihr gefiele, drei Tage lang aus- und eingehen zu lassen, um ihren Gott anzubeten. Holofernes vermutet in keiner Weise Gefahr von ihrer Seite. - 7 So ging sie des Nachts in das Tal von Bethulia und wusch sich in der Wasserquelle. Solche Waschungen waren bei Juden und Heiden in Übung. - 8 Und wenn sie hinaufging, bat sie den Herrn, den Gott Israels, er möge zur Befreiung ihres Volkes ihren Weg ebnen; 9 dann ging sie in das Zelt und blieb daselbst rein, bis sie am Abend ihre Speise zu sich nahm. Sie setzt das Fasten fort, sich auf die große Befreiungstat vorzubereiten. (Ähnlich Esther [Est 4,16].) - 10 Und es geschah, am vierten Tage gab Holofernes seinen Dienern ein Mahl und sprach zu Vagao, seinem Kämmerlinge: Gehe hin und berede jene Hebräerin, dass sie sich freiwillig entschließe, mir beizuwohnen; 11 denn es gilt als Schande bei den Assyriern, wenn ein Weib eines Mannes spottet, indem sie bewirkt, dass sie unversehrt von ihm fortgeht. 12 Da ging Vagao Bagoi (Bagous) hießen bei den Persern alle Kämmerer. (Ovid.) Holofernes hatte also einen persischen Kämmerer. Bei den Assyrern war eine solche Stellung eine hochangesehene. - zu Judith und sprach: Es scheue sich das gute Mädchen nicht, zu meinem Herrn zu kommen, um vor seinem Angesichte geehrt zu werden und mit ihm zu essen und in Fröhlichkeit Wein zu trinken! 13 Judith antwortete ihm: Wer bin ich, dass ich meinem Herrn widersprechen dürfte? Die Einladung bot eine zu günstige Gelegenheit für Judith, die Ausführung der Befreiung zu versuchen, als dass sie dieselbe nicht hätte benutzen sollen, zumal sie sich durch das Gebet Kraft und Gottes Beistand gesichert. - 14 Alles, was in seinen Augen gut und das Beste scheint, will ich tun; denn alles, was ihm wohlgefällt, ist für mich das Beste alle Tage meines Lebens. Die übertriebenen Ausdrücke entsprechen der im Oriente üblichen Höflichkeit. - 15 Und sie stand auf, schmückte sich mit ihrem Kleide, ging hinein und trat vor sein Angesicht. Im Griech. folgt, wie öfter, eine längere Schilderung. - 16 Da ward das Herz des Holofernes heftig bewegt, denn er brannte von Begierde nach ihr. 17 Und Holofernes sprach zu ihr: Trinke nun und nimm Platz in Fröhlichkeit, denn Zusatz der Vulgata. du hast Gnade vor mir gefunden. 18 Judith sprach: Ich will trinken, o Herr! denn mehr als an irgend einem Tage meines Lebens bin ich heute geehrt worden. 19 Und sie nahm und aß und trank vor ihm das, was ihre Magd ihr bereitet hatte. 20 Holofernes aber ward fröhlich um ihretwillen und trank sehr viel Wein, so viel, wie er niemals in seinem Leben getrunken.