Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
2. Judith sagt Gott in einem Lobgesang Dank. (V. 1 – 21) A. Judith fordert alle auf, mit ihr Gott zu danken, der die übermütigen und allen den Untergang drohenden Assyrier in die Hand eines Weibes dahingegeben hat. (V. 7) B. Beschreibung der Herrlichkeit des Sieges und des Schreckens der Feinde. (V. 14) C. Preis der Größe Gottes und Verkündigung, dass alle Feinde des Volkes Gottes in ähnlicher Weise ihren Untergang finden werden. (V. 21) 3. Festlichkeiten in Jerusalem. (V. 22 – 31) a. Das ganze Volk geht nach Jerusalem hinauf, dort dem Herrn Dankesopfer darzubringen, Judith weiht Gott alles, was sie von der Beute empfangen. (V. 23) b. Drei Monate hindurch feiert das Volk das Siegesfest mit Judith in Jerusalem, welche ihr ganzes Leben hindurch geehrt, nach ihrem Tode von allen beweint wird. (V. 29) c. Zur steten Erinnerung an Gottes Erbarmen wird ein jährlich zu feiernder Erinnerungs- und Festtag eingesetzt.
Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
1Alsdann sang Judith dem Herrn dieses Lied:2 Stimmet dem Herrn an mit Pauken, spielet dem Herrn mit Zimbeln, singet ihm ein neues Lied, erhebet ihn und rufet seinen Namen an!3 Der Herr vernichtet die Kriegsmacht, Herr ist sein Name.4 Er hat sein Heerlager aufgeschlagen inmitten seines Volkes, um uns aus der Hand aller unserer Feinde zu retten.5 Assur kam aus den Gebirgen von Norden her mit der Fülle seiner Macht, seine Menge dämmte die Ströme und seine Rosse bedeckten die Täler.Vergl. [Ju 2,11] und [2Koe 19,24]. -6 Er sagte, er werde mein Land niederbrennen, meine Jünglinge mit dem Schwerte töten, meine Kinder zur Beute machen und meine Jungfrauen in die Gefangenschaft überliefern.7 Doch der Herr, der Allmächtige, hat über ihn Schaden gebrachtGriech.: der Herr, der Allmächtige, hat sie vernichtet durch eines Weibes Hand. - und ihn in die Hände einer Frau gegeben, und sie hat ihn durchbohrt.8 Denn ihr Gewaltiger fiel nicht durch Jünglinge noch schlugen ihn die Söhne TitansIm Grundtexte stand wohl: Bene Rapha. (vergl. [2Sam 21,16.18] und [Ju 5,18] wo Tal der Raphaim von der Septuag mit Tal der Titanen wiedergegeben wird.) - noch setzten sich ihm hohe Riesen zur Wehr, sondern Judith, Meraris Tochter, vernichtete ihn durch ihres Angesichtes Schönheit.9 Denn sie zog ihre Witwenkleider aus und zog Festeskleider an, zum Jubel der Söhne Israels.10 Sie salbte ihr Antlitz mit Salbe und band ihre Locken mit einer Kopfbinde zusammen und legte ein neues Gewand an, ihn zu berücken.11 Ihre Sandalen rissen seine Augen hin, ihre Schönheit nahm seine Seele gefangen, mit dem Schwerte zerhieb sie seinen Nacken.12 Es schauderten die Perser vor ihrem Mute und die Meder vor ihrer Kühnheit.Perser und Meder waren Hilfstruppen der Assyrier. Sie galten als die mutigsten und grausamsten von allen. -13 Da schrie das Heerlager der Assyrier laut auf,Voll Verachtung [Ju 14,12], nachher voll Schrecken [Ju 14,18]. - als meine Niedergebeugten erschienen, schmachtend vor Durst.14 Söhne junger Frauen durchbohrten sie und töteten sie, da sie wie Kinder flohen; sie kamen um im Kampfe vor dem Angesichte des Herrn, meines Gottes.15 Lasset uns dem Herrn ein Lied singen, ein neues Loblied lasset uns unserm Gott singen!16 Adonai,Höchster Herr. - Herr! du bist groß und herrlich in deiner Kraft und niemand kann dich übertreffen.17 Dir sollen alle deine Geschöpfe dienen! denn du sprachst und es ward;Vergl. [1Mos 1,3.7.9] u.a. - du sandtest deinen Geist und es ward erschaffen, und niemand vermag deiner Stimme zu widerstehen.18 Die Berge wanken in ihren Gründen mit den Wassern, die Felsen zerschmelzen wie Wachs vor deinem Antlitz.Vergl. [Ps 96,5]. -19 Aber die, welche dich fürchten, werden bei dir in allem groß sein.20 Wehe dem Volke, das sich über mein Volk erhebt; denn der Herr, der Allmächtige, wird sich an ihnen rächen, wird sie heimsuchen am Tage des Gerichtes!21 Denn er wird ihr Fleisch dem Feuer und den Würmern preisgeben, dass sie brennen und es fühlen in Ewigkeit!Also gibt es eine Hölle mit unauslöschlichem Feuer, eine Qual, in der der Wurm nie stirbt. (Hier., Chrys., Aug.) -22 Und es geschah hiernach, dass das ganze Volk nach dem Siege nach Jerusalem kam, den Herrn anzubeten; und alle brachten, sobald sie rein waren,Vom Blutvergießen, Berührung der Leichen und den heidnischen Speisen. - Brandopfer und was sie gelobt und verheißen hatten, dar.23 Judith aber brachte die gesamte Waffenrüstung des Holofernes, welche ihr das Volk gegeben hatte, und das Mückennetz, das sie selbst aus seiner Kammer genommen hatte, als Weihegeschenk der VergessenheitAls Geschenk des Gebannten, als Weihegeschenk. - dar.24 Und das Volk war fröhlich vor dem Heiligtume und drei Monate lang feierte man mit Judith das Freudenfest dieses Sieges.25 Nach diesen Tagen aber kehrte ein jeder in sein Haus zurück und Judith ward hochgeachtet in Bethulia und sehr berühmt im ganzen Lande Israel.Griech.: Judith aber kehrte nach Bethulia zurück und blieb bei ihrem Besitztum. Und sie war während ihrer ferneren Lebenszeit berühmt im ganzen Lande. -26 Denn mit der Tapferkeit vereinigte sich die Keuschheit, so dass sie keinen Mann erkannte alle Tage ihres Lebens, seitdem Manasses, ihr Mann, gestorben war.27 An den Festtagen aber erschien sie in großer Pracht.Dieser Vers fehlt im Griech. -28 Und sie blieb im Hause ihres Mannes hundertfünf Jahre und ließ ihre Magd frei und starb und ward bei ihrem Manne in Bethulia begraben.29 Und das ganze Volk trauerte um sie sieben Tage lang.Zeichen besonderer Ehre. Vergl. [1Mos 50,10]; [1Sam 25,1]. Im Griech. folgt: Bevor sie aber starb, verteilte sie ihre Habe an alle nächsten Anverwandten ihres Gatten Manasse und an die nächsten Angehörigen ihres Geschlechts. (Hierauf als Schluss V. 30.) -30 Die ganze Zeit ihres Lebens hindurch und viele Jahre nach ihrem Tode war niemand, der Israel beunruhigt hätte.Der erste Feind, der später Juda heimsuchte, war Ägypten, dessen König Nechao den König Josias 608 besiegte. [2Koe 23,29] -31 Der Tag dieser SiegesfeierDer 25. Tag des 9. Monats Kasleu. - aber ward von den Hebräern in die Zahl der heiligen Tage aufgenommen und von den Juden von jener Zeit an bis auf den heutigen Tag gefeiert.Wohl nur bis zur Zeit der Abfassung dieses Buches. Nach der babylonischen Gefangenschaft wäre eine solche Feier wohl den Persern, den Gebietern der Juden, als Herausforderung erschienen. Deshalb haben auch die griechische, syrische und die ältere lateinische Übersetzung diesen Vers nicht.