Judit 5
Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B. Auf die Nachricht von dem Widerstande der Juden befrägt Holofernes die benachbarten Fürsten, wer jene seien. (V. 4) Einer derselben, Achior, ein Ammonit, schildert ihm Gottes besondere Vorsehung gegen das Volk Israel (V. 23) und mahnt ihn, nichts gegen dasselbe zu unternehmen, wenn er nicht etwa von seinem Gotte sollte abgefallen sein. (V. 25) C. Holofernes gerät hierüber in Zorn.
1 Es ward aber Holofernes, dem Heerführer der Assyrier, berichtet, dass die Söhne Israels sich zum Widerstande rüsteten und die Gebirgspässe gesperrt hätten. 2 Da entbrannte er von heftiger Wut und großem Grimme und berief alle Fürsten Moabs und die Heerführer Ammons, Moab und Ammon waren Israel feindlich gesinnt [2Koe 24,2], was Holofernes wohl bekannt sein mochte. - 3 und sprach zu ihnen: Saget mir, was ist das für ein Volk, das die Gebirge besetzt hält, was hat es für Städte und wie sind sie beschaffen, wie viele sind es? Welches ist ihre Heeresmacht und wie viele sind ihrer? Oder wer ist der Führer ihres Heeres? Griech.: Wer ist über sie als König, als Führer ihres Heeres gesetzt? - 4 Und warum haben diese uns mehr als alle, die im Morgenlande Griech. und syr. lesen richtiger: gegen Abend. - wohnen, missachtet und sind uns nicht entgegengezogen, um uns in Frieden aufzunehmen? 5 Da antwortete Achior, Bruder des Lichtes. - der Führer aller Söhne Ammons, und sprach: Wenn du, mein Gebieter! geruhst, auf mich zu hören, werde ich vor dir von diesem Volke, das auf dem Gebirge wohnt, die Wahrheit sagen und es soll kein falsches Wort aus meinem Munde kommen. Er fürchtet mit Recht, seine Worte werden keine gute Aufnahme finden. - 6 Dieses Volk ist aus dem Stamme der Chaldäer. Abraham stammte aus Ur in Chaldäa. [1Mos 11,28] - 7 Es wohnte zuerst in Mesopotamien, In Charan. - und weil sie den Göttern ihrer Väter, die im Lande der Chaldäer waren, nicht dienen wollten, 8 verließen Griech. wurden sie vertrieben vom Angesichte der Götter (der Chaldäer) und flohen nach Mesopotamien und blieben daselbst viele Tage. Und ihr Gott hieß sie aus ihrem Aufenthalte fortziehen und in das Land Chanaan wandern. – (Auch Flav. Josephus erzählt von dieser religiösen Verfolgung.) - sie die Gebräuche ihrer Väter, welche in der Vielgötterei bestanden, 9 und verehrten den einen Gott des Himmels, welcher ihnen auch befahl, von dort wegzuziehen und sich in Charan niederzulassen. Als aber eine Hungersnot über das ganze Land kam, zogen sie nach Ägypten hinab und vermehrten sich daselbst in vierhundert Jahren so, dass man ihre Menge nicht zählen konnte. 10 Und da sie der König von Ägypten bedrückte und bei dem Baue seiner Städte zum Frondienst in Lehm und Ziegelwerk nötigte, riefen sie zu ihrem Herrn und dieser schlug das ganze Land Ägypten mit verschiedenen Plagen. 11 Als nun die Ägypter sie von sich getrieben und die Plage von ihnen abgelassen hatte, wollten jene sie wieder gefangen nehmen und in ihre Dienstbarkeit zurückbringen. 12 Doch sie flohen und der Gott des Himmels öffnete ihnen auf der Flucht das Meer, so dass das Wasser auf beiden Seiten wie eine Mauer feststand und sie trockenen Fußes auf dem Boden des Meeres gehend, hindurchzogen. V. 12 – 19 enthält rhetorische Ausschmückungen, 14 – 19 fehlt in der Septuag. - 13 Als nun an dieser Stelle ein unzählbares Heer der Ägypter ihnen nachsetzte, ward es so von dem Wasser bedeckt, dass auch nicht einer übrigblieb, welcher das Geschehene den Nachkommen hätte verkünden können. 14 Nachdem sie aber aus dem roten Meere herausgekommen waren, lagerten sie sich in der Wüste des Berges Sinai, in welcher niemals ein Mensch hat wohnen können, noch ein Menschenkind sesshaft gewesen ist. 15 Daselbst wurden die bittern Quellen für sie versüßt, dass sie trinken konnten, und vierzig Jahre lang erhielten sie Speise vom Himmel. 16 Überallhin zogen sie ohne Bogen und Pfeil, ohne Schild und Schwert, doch ihr Gott kämpfte für sie und siegte. 17 Und es war niemand, der diesem Volke Trotz bieten konnte, außer wenn es von dem Dienste des Herrn, seines Gottes, abwich. Beispiele hierfür bietet das Buch der Richter. - 18 Denn sooft sie neben ihrem Gott einen andern verehrten, wurden sie der Gefangenschaft, dem Schwerte und der Schmach hingegeben. 19 Sooft es sie jedoch reute, vom Dienste ihres Gottes abgewichen zu sein, verlieh ihnen der Gott des Himmels Kraft zum Widerstande. 20 Endlich schlugen sie den König der Chananiter und die Könige der Jebusiter, Phereziter, Hethiter, Heviter und Amorrhiter und alle Machthaber in Hesebon Die im Jordantal und an den Küsten des toten Meeres wohnenden Völkerschaften. [4Mos 13,30, Jos 5,1] - und nahmen ihre Länder und Städte in Besitz. Griech.: Und sie zogen über den Jordan und nahmen das ganze Gebirge in Besitz und vertrieben vor sich her den Chananiter, der Pheresiter, den Jebusiter, den Sichemiter (?) und alle Gergesiter und wohnten lange darin. - 21 Und solange sie nicht vor dem Angesichte ihres Gottes sündigten, war das Glück auf ihrer Seite; denn ihr Gott hasst die Ungerechtigkeit. 22 So wurden sie denn auch vor Jahren, als sie von dem Wege, den Gott sie gewiesen, abgewichen waren, in Kämpfen von vielen Völkern Besser mit der Itala: in vielen Kämpfen von den Völkern. - aufgerieben und die meisten von ihnen in ein fremdes Land gefangen weggeführt. Anspielung auf die Besiegung der Juden zur Strafe für ihre Untreue durch die Ägypter, Syrer, Assyrier und die Gefangenschaft. [2Koe 17,6] - 23 Neuerdings aber sind sie zu dem Herrn, ihrem Gott, zurückgekehrt und wurden aus der Zerstreuung, welche sie voneinander getrennt hatte, wieder vereint und zogen auf alle diese Gebirge Griech.: die unbewohnt waren. - und besitzen Jerusalem wieder, wo ihr Heiligtum ist. 24 Nun also, mein Gebieter! forsche nach: Ist irgendein Unrecht an ihnen vor dem Angesichte ihres Gottes, so lass uns gegen sie hinaufziehen; denn ihr Gott wird sie dir sicherlich überliefern und sie werden unter das Joch deiner Macht gebeugt werden. 25 Wenn aber diesem Volke keine Missetat vor seinem Gott anhaftet, so werden wir ihnen nicht widerstehen können, denn ihr Gott wird sie beschirmen und wir werden zum Gespötte der ganzen Erde werden. 26 Und es begab sich, als Achior so gesprochen hatte, wurden alle Großen des Holofernes Nach dem Griech. auch die Bewohner des Küstenlandes und Moabs. - zornig und gedachten ihn zu töten, indem sie zueinander sprachen: 27 Wer ist dieser, der sagen darf, die Söhne Israels könnten dem König Nabuchodonosor und seinen Heeren widerstehen, wehrlose Leute ohne Tapferkeit und ohne Erfahrung in der Kriegskunst? Die folgenden beiden Verse stehen nicht im Griechischen. 28 Damit also Achior erkenne, dass er uns täuscht, wollen wir gegen das Gebirge hinziehen, und wenn dann ihre Machthaber gefangen sind, ihn samt denselben mit dem Schwerte durchbohren, 29 damit jedes Volke erkenne, dass Nabuchodonosor der König der Erde ist und außer ihm kein anderer.