Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
II. Judith befreit durch ihre Klugheit und Tapferkeit Bethulia und ganz Palästina von dem Anführer der Feinde. (Kap. 8,1 – Kap. 15,8) 1. Judith erbietet sich, ihre Vaterstadt zu befreien, und bereitet sich auf ihr Unternehmen vor. (8,1 – 9,19) A. Judith, eine fromme Frau, ruft, da sie den Rat des Ozias nicht billigt, die Ältesten der Stadt zu sich (V. 8), tadelt sie, dass sie Gottes Erbarmen Grenzen setzen wollen (V. 20), und muntert sie durch den Hinweis auf das Vorbild der Väter zur Geduld auf. (V. 27) B. Die Ältesten sehen ihren Fehler ein und bitten sie, Gottes Barmherzigkeit für die Stadt anzuflehen. Judith wünscht frei aus der Stadt gehen zu dürfen, ohne dass man nach der Ursache frage.
Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
1Und es geschah, dass Judith,Jüdin. Vergl. [1Mos 26,34]. - eine Witwe, diese Worte hörte, die eine Tochter Meraris, des Sohnes Idox, des Sohnes Josephs, des Sohnes Ozias', des Sohnes Elais, des Sohnes Jamnors, des Sohnes Gedeons, des Sohnes Raphaims, des Sohnes Achitobs, des Sohnes Melchias, des Sohnes Enans, des Sohnes Nathanias, des Sohnes Salathiels, des Sohnes Simeons, des Sohnes Rubens,Die Septuag hat andere Zwischenglieder. Statt Ruben muss es heißen Israel. (Sept. Fulgent) Jedenfalls ist Ruben hier nicht der Sohn Jakobs. Bethulia wurde wohl von Simeonitern bewohnt und verteidigt, da Judith, Manasses, Ozias [Ju 6,11] aus dem Stamme Simeon sind. - war;2 und ihr Mann war Manasses gewesen, der in den Tagen der Gerstenernte gestorben war.3 Denn als er auf dem Felde die, welche die Garben banden, beaufsichtigte, brannte die HitzeDer versengende Ostwind. Manasses starb am Sonnenstich. - auf sein Haupt und er starb in seiner Stadt Bethulia und ward daselbst bei seinen Vätern begraben.4 Judith aber war als seine Witwe zurückgeblieben, schon drei Jahre und sechsSeptuag: vier Monate. - Monate.5 Diese hatte sich im oberen Teile ihres Hauses ein abgesondertes Gemach eingerichtet, in dem sie mit ihren Mägden abgeschlossen wohnte;6 sie trug ein härenes Gewand über ihren Lenden und fastete alle Tage ihres Lebens,Sie nahm erst nach Sonnenuntergang Nahrung zu sich. [2Sam 1,12, 2Sam 3,35] - ausgenommen die Sabbate, die Neumonde und die Festtage des Hauses Israel.7 Sie war aber sehr schön von Gestalt und ihr Mann hatte ihr große Reichtümer hinterlassen und ein zahlreiches Gesinde und Besitztümer, reich an Herden von Rindern und Schafen.8 Bei jedermann hatte sie den besten Ruf, denn sie fürchtete den Herrn sehr und es war niemand, der ein übles Wort von ihr redete.Die hl. Väter sehen in Judith ein Vorbild der hl. Jungfrau wegen ihrer Frömmigkeit und Reinheit. -9 Als diese nun vernahm, dass Ozias versprochen habe, die Stadt nach Ablauf von fünf Tagen zu übergeben, sandte sie zu den Ältesten Chabri und Charmi.Nach Septuag auch an Ozias, was mit V. 28 übereinstimmt. -10 Als diese zu ihr kamen, sprach sie zu ihnen: Was ist dies, dass Ozias eingewilligt hat, die Stadt den Assyriern zu übergeben, wenn ihr innerhalb fünf Tagen keine Hilfe erhaltet?11 Und wer seid ihr, dass ihr den Herrn versucht?12 Das ist keine Sprache, die zur Barmherzigkeit bewegt, sondern vielmehr eine solche, die den Zorn erregt und den Grimm entzündet.13 Ihr habt dem Herrn eine Zeit bestimmt zur Erbarmung und ihm nach eurer Willkür einen Tag festgesetzt.Als ob Gott nach fünf Tagen nicht mehr helfen könnte. Die Septuag fährt fort: und euch an Gottes Stelle gesetzt habt unter den Menschenkindern? So stellt ihr nun den allmächtigen Herrn auf die Probe und werdet doch nichts erkennen in Ewigkeit. Denn die Tiefe eines Menschenherzens ergründet ihr nicht und seine Gedanken und Sinne fasst ihr nicht. Wie wollt ihr Gott, der dieses alles erschaffen hat, erforschen und seinen Sinn erkennen und seine Gedanken erstehen? Nimmer, ihr Brüder, erzürnet den Herrn, unsern Gott! denn wenn er uns in den fünf Tagen nicht helfen will, so hat er die Macht, uns zu beschützen, an welchem Tage er will, oder auch uns vor unseren Feinden zu verderben. Ihr aber, erzwingt nicht die Ratschläge des Herrn, unseres Gottes; denn Gott lässt sich nicht bedrohen wie ein Mensch, noch wird er wie ein Sterblicher schwankend in seinem Vorsatze! usw. -14 Aber weil der Herr geduldig ist, lasset uns dafür Buße tun und mit Tränen seine Vergebung erflehen.15 Denn nicht so wie ein Mensch droht Gott und wird nicht wie ein Menschenkind zum Zorne entflammt.16 Darum wollen wir vor ihm unsere Seelen demütigen und mit gedemütigtem Geiste ihm dienen17 und weinend dem Herrn sagen, er möchte nach seinem Wohlgefallen seine Barmherzigkeit an uns üben, damit, wie unser Herz wegen ihres Übermutes bestürzt ward, wir auch so uns unserer Verdemütigung rühmen mögen;18 denn wir haben nicht gesündigt wie unsere Väter, die ihren Gott verlassen und fremde Götter angebetet haben,19 ein Frevel, für den sie dem Schwerte und der Plünderung und der Schmach vor ihren Feinden überliefert wurden; wir aber wissen von keinem andern Gott außer ihm.20 Lasset uns in Demut Trost von ihm erwarten, so wird der Herr, unser Gott, unser Blut an unsern Feinden rächen und alle Völker niederwerfen, die sich wider uns erheben, und wird sie aller Ehre berauben.21 Und nun, Brüder! weil ihr die Ältesten seid im Volk Gottes und ihr Leben von euch abhängt,Bethulia ist der Schlüssel zum ganzen Lande, wie in der Sept. weiter ausgeführt wird. - so richtet ihre Herzen mit euerm Zuspruche auf, dass sie eingedenk sein mögen, wie unsere Väter versucht worden sind, dass sie erprobt würden, ob sie ihren Gott wahrhaft verehrten.Sept.: Und nun, Brüder, zeigen wir unsern Brüdern, dass von uns ihr Leben abhängt und dass das Heiligtum und der Tempel und der Altar auf uns gestützt ist. -22 Sie mögen eingedenk sein, wie unser Vater Abraham versucht worden und, durch viele Trübsale bewährt, Gottes Freund geworden ist.23 So sind Isaak, so Jakob, so Moses, so alle, welche Gott wohlgefällig waren, durch viele Trübsale hindurchgegangen und treu geblieben.Vergl. [1Mos 22,1ff, Jakob 1Mos 28-32]. Isaak ward erprobt, als sein Vater ihn opfern wollte, Moses bei seiner Flucht nach median. -24 Jene dagegen, welche die Anfechtungen nicht in der Furcht des Herrn aufnahmen, sondern ihre Ungeduld und ihr Murren in Schmähungen wider den Herrn kundgegeben haben,25 wurden von dem Verderber dahingerafft und von den Schlangen getötet.26 Auch wir wollen uns also nicht rächenDurch Ungeduld und Murren. - für das, was wir leiden,27 sondern wollen denken und glauben, dass ebendiese Strafen geringer sind als unsere Sünden und die Geißeln des Herrn, mit denen wir Knechten gleich gezüchtigt werden, uns zur Besserung und nicht zu unserem Verderben widerfahren sind.28 Da sprachen Ozias und die Ältesten zu ihr: Alles, was du gesagt hast, ist wahr und nichts ist zu tadeln an deinen Worten.Nach der Sept. erklären sie weiter, dass das Volk sie gezwungen hat, einen Eid abzulegen die Stadt nach Ablauf jener Zeit zu übergeben und dass sie denselben halten müssen. -29 So bitte denn für uns, denn du bist eine heilige und gottesfürchtige Frau.30 Judith sprach zu ihnen: Wie ihr erkennt, dass es von Gott ist, was ich habe reden können,31 so prüfet nun, ob auch das aus Gott ist, was ich zu tun beschlossen habe, und betet, dass Gott mein Vorhaben festigen wolle.Zur Ausführung kommen lassen wolle. -32 Stellet euch diese Nacht ans Tor, dass ich mit meiner Magd hinausgehen kann, und betet, dass, wie ihr gesagt habt, der Herr in fünf Tagen sein Volk Israel ansehen möge.Dass Gott innerhalb der fünf Tage helfen wolle. -33 Ich will aber nicht, dass ihr nachforschet, was ich tun werde, sondern bis ich euch Nachricht bringe, soll nichts anders geschehen, als dass man für mich zu dem Herrn, unserm Gott, bete.34 Ozias, der Fürst von Juda, sprach zu ihr: Gehe hin in FriedenDie Formel bedeutet das Anwünschen eines glücklichen Erfolges. und der Herr sei mit dir zur Rache an unsern Feinden! Und sie wandten sich und gingen fort.