Leviticus 18

B. Heiligkeit der Ehe (Kap. 18) a. Mahnung, nicht die Sitten der Heiden nachzuahmen, sondern Gottes Vorschriften treu zu erfüllen. (V. 5) Grade der Verwandtschaft, welche eine Ehe unzulässig machen. B. Strenges Verbot anderer Sünden der Unkeuschheit (V. 23) und erneute Mahnung, die Sitten der Heiden nicht nachzuahmen.

Der Herr redete zu Moses und sprach: Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen: Ich bin der Herr, euer Gott. Die Anfänge, Schlüsse, allgemeinen Sätze und letzten Teile haben wie ein Siegel die Formel: Ich bin der Herr, euer Gott. Damit wird gezeigt, dass es Gott an der Beobachtung dieser Gebote sehr lag, beziehen sich dieselben doch auf die Erhaltung des auserwählten Volkes wie auf die Reinheit des Priesterstandes. - Nach dem Gebrauche des Landes Ägypten, in welchem ihr gewohnet habt, sollt ihr nicht tun; und nach der Sitte des Landes Chanaan, in das ich euch führen werde, sollt ihr nicht handeln, und nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln. Ihr sollt meine Vorschriften beobachten, und meine Gebote halten und nach ihnen wandeln. Ich bin der Herr, euer Gott. Bewahret meine Satzungen und meine Vorschriften; der Mensch, welcher sie hält, wird durch sie leben. In diesem und jenem Leben. Vergl. [3Mos 25,36, Lk 10,28, Roem 10,5, Gal 3,12]. - Ich bin der Herr. Kein Mensch soll seiner Blutsverwandten nahen, ihre Scham zu entblößen. Die hier verbotenen Ehen, namentlich die mit Mutter, Tochter und Schwester galten bei einigen Völkern des Orientes für erlaubt, so bei den Medern, Persern, Indern und Äthiopiern. Die Ehe mit der Schwester war bei den alten Ägyptern ganz gewöhnlich. – Blutsverwandtschaft wird hier angenommen bei Abstammung in gerader Linie; durch gemeinsame Abstammung in der Seitenlinie (V. 12 ebenso 9, 11) und Verschwägerung (V. 17 ebenso 14 – 16) wird Verwandtschaft (propinquitas V. 12) hervorgebracht. - Ich bin der Herr. Die Scham deines Vaters und Insofern Mann und Frau ein Fleisch sind und die Entehrung der Frau zugleich Entehrung ihres Mannes ist. Blutschändung mit der Mutter ist zugleich Schändung des Blutes. - die Scham deiner Mutter sollst du nicht entblößen; es ist deine Mutter; du sollst ihre Scham nicht entblößen. Ausdruck für geschlechtlichen Umgang. - Die Scham des Weibes deines Vaters Hier ist Polygamie vorausgesetzt. Auch die Nebenweiber sind einbegriffen. Vergl. [2Sam 16,20ff] und [2Sam 12,11]. - sollst du nicht entblößen; denn es ist die Scham deines Vaters. Die Ehe mit der Tochter zu verbieten, war nicht notwendig, übrigens ist diese indirekt schon V. 7 untersagt. - Die Scham deiner Schwester, von Vater oder Mutter her, sie sei daheim An dem Orte, wo der Vater ist. - geboren oder auswärts, sollst du nicht entblößen. Die Scham der Tochter deines Sohnes, oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen; denn es ist deine Scham. Die Scham der Tochter des Weibes deines Vaters, welche sie deinem Vater geboren, die also deine Schwester ist, sollst du nicht entblößen. Septuag: Der Scham der Tochter der Gattin deines Vaters wirst du nicht entblößen, sie ist die Tochter deines Vaters, deine Schwester, du sollst ihre Scham nicht entblößen. – Auf diese Weise gefasst verhält sich V. 11 zu 9 wie 8 zu 7. Eine solche ist zwar nicht der Natur, aber dem Rechte und der Schätzung nach deine Schwester. - Die Scham der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen; denn es ist das Fleisch Hebr.: Blutsverwandte. - deines Vaters. Die Scham der Schwester deiner Mutter sollst du nicht entblößen; denn es ist das Fleisch deiner Mutter. Die Scham des Bruders deines Vaters sollst du nicht entblößen und seinem Weibe nicht nahen; denn sie ist dir durch Schwägerschaft verbunden. Die Scham deiner Schwiegertochter sollst du nicht entblößen; denn sie ist das Weib deines Sohnes, und du sollst ihre Scham nicht entblößen. Die Scham des Weibes deines Bruders sollst du nicht entblößen; denn es ist die Scham deines Bruders. Mit Ausnahme der auf uralter Sitte [1Mos 38,8] beruhenden Leviratsehe. [5Mos 25,5ff], hier und [3Mos 20,21] wird dieselbe nicht erwähnt. Aus [4Mos 27,9ff] erhellt, dass die Verwandtschaft, deren Band durch Frauen gebildet ward, als minder eng galt. - Die Scham deines Weibes und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen. Die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter sollst du nicht nehmen, ihre Scham zu entblößen; denn sie sind ihr Fleisch und ein solches Beilager ist Blutschande. Den vollen Grund siehe V. 11. - Die Schwester deines Weibes sollst du nicht als Nebenweib zu ihr hinzunehmen und sollst ihre Scham nicht aufdecken, während jene noch lebt. Nach dem Tode der Frau deren Schwester zu heiraten, war also gestattet. - Einem Weibe, das am Monatsfluss leidet, sollst du nicht nahen und Hebr.: um ihre Scham zu entblößen. - ihre Scham nicht entblößen. Mit dem Weibe deines Nächsten sollst du nicht Umgang haben und dich nicht durch Vermischung des Samens verunreinigen. Von deinen Kindern sollst du keines hergeben, um es dem Götzen Moloch Götze der Chananiter und besonders der Phönizier. - zu weihen, Opfern. Vergl. [3Mos 20,2ff]. - und sollst den Namen deines Gottes nicht beflecken. Ich bin der Herr. Du sollst nicht mit einem Manne fleischlichen Umgang haben, wie mit einem Weibe, denn dies ist ein Greuel. Du sollst mit keinem Tiere fleischlichen Umgang haben und dich nicht dadurch verunreinigen. Ein Weib soll sich keinem Tiere hingeben und nicht mit einem solchen Umgang haben; denn das ist eine Schandtat. Ihr sollt euch durch nichts derartiges verunreinigen; denn dadurch haben sich alle die Völker verunreinigt, welche ich vor eurem Angesichte vertreiben werde, Siehe [5Mos 7,1]. - durch die Hebr.: Da wurde das Land unrein. Die Chananiter sollen besonders für Sodomie und Bestialität, die durch das natürliche Gesetz verboten sind, Strafe leiden. Doch auch die anderen Gesetze waren durch die Vorschriften der Patriarchen geheiligt, da doch die Ehe schon vor der Sündflut an gewisse Gesetze gebunden war. das Land verunreinigt ward, und ich werde seine Lastertaten heimsuchen, damit es seine Einwohner ausspeie. Beobachtet meine Satzungen und Vorschriften und verübet keinen von allen diesen Greueln, weder ein Einheimischer, noch ein Fremdling, der bei euch weilt. Denn alle diese Greuel haben die Einwohner des Landes verübt, die vor euch da waren, und haben das Land verunreinigt. Hütet euch also, dass es euch nicht gleicherweise ausspeie, wenn ihr das Gleiche tut, wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch da war. Jede Seele, die irgendeinen von diesen Greueln übt, soll aus der Mitte ihres Volkes weggetilgt werden. Haltet meine Gebote! Tuet nicht, was die getan haben, welche vor euch da waren, und verunreinigt euch nicht dadurch. Ich bin der Herr, euer Gott.

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