Leviticus 8

2. Weihe und Einsetzung der Priester (8,1 – 10,20): A. Weihe Aarons und seiner Söhne. (8,1 – 9,24) a. Auf Befehl Gottes bekleidet Moses Aaron und dessen Söhne mit den heiligen Gewändern und weiht sie zu Priestern (V. 13), indem er verschiedene Opfer darbringt (V. 30) und jene sieben Tage im Heiligtume weilen lässt.

Und der Herr redete zu Moses und sprach: Das in diesem Kapitel Erzählte ist Ausführung des Befehls [2Mos 29,1-37]. - Nimm Aaron nebst seinen Söhnen, ihre Gewänder, das Salböl, das junge Rind für das Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit dem Ungesäuerten, und versammle die ganze Gemeinde vor dem Eingange des Zeltes. Da tat Moses, wie der Herr geboten hatte; und als das gesamte Volk sich vor der Tür des Zeltes versammelt hatte, sprach er: Dies ist es, was der Herr zu tun befohlen hat. Alsbald ließ er Aaron und seine Söhne herbeitreten und ließ sie sich waschen; Wahrscheinlich hinter einem Vorhange. Für die Zeit des zweiten Tempels ist die Verwendung eines Vorhanges ausdrücklich bezeugt in der Mischna. Außerdem legten sie [2Mos 28,42ff] Hüftkleider an. - sodann legte er dem Hohenpriester das linnene Unterkleid an, und umgürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete ihn mit dem himmelblauen Obergewande, und legte das Schulterkleid darüber, das er mit dem Bande befestigte und mit dem Brustschmucke verband, in welchem Lehre und Wahrheit war. Hierauf setzte er ihm die hohepriesterliche Kopfbedeckung auf das Haupt, und auf dieser befestigte er über der Stirne die durch die Weihe geheiligte goldene Platte, wie der Herr ihm geboten hatte. Nun nahm er das Salböl und salbte damit das Zelt mit allen seinen Gerätschaften. Auch besprengte er den Altar, Den Brandopferaltar. - ihn damit einweihend, siebenmal und salbte ihn samt allen seinen Gerätschaften, und auch das Becken samt seinem Fußgestell weihte er mit Öl. Sodann goss er dies auf das Haupt Zum Sinnbild, dass von Aaron alle Gewalt zu weihen und zu opfern ausgeht. Nur Aaron ist im eigentlichen Sinne gesalbt worden. - Aarons, und salbte, und weihte ihn. Auch ließ er dessen Söhne herzutreten, und bekleidete sie mit den linnenen Kleidern, und umgürtete sie mit den Gürteln, und setzte ihnen die priesterliche Kopfbedeckung auf, wie der Herr geboten hatte. Alsdann brachte er den jungen Stier zum Sündopfer herbei; und nachdem Aaron und seine Söhne ihm die Hände auf den Kopf gelegt hatten, schlachtete er ihn, und fing das Blut auf, tauchte den Finger darein, und bestrich damit die Hörner des Altares ringsum. Nachdem er so den Altar entsündigt und geweiht hatte, goss er das übrige Blut an den Fuß desselben. Das Hebr. fügt hinzu: Und so weihte er ihn, indem er die Sühnehandlung an dem Altare vollzog. – Zuerst wird der Altar mit Öl zum Dienste Gottes geweiht, dann mit Blut für den besonderen Sühnegebrauch. Darum wurde auch der Hohepriester mit Öl und Blut, die Priester nur mit Blut geweiht. Der Hohepriester allein soll einmal im Jahre das Allerheiligste, welches das Bild des Himmels ist, [Hebr 9,7.24] betreten. - Das Fett aber, welches die Eingeweide bedeckte, das Netz der Leber, und beide Nieren mit ihrem Fette verbrannte er auf dem Altare; den Stier jedoch mit seinem Felle, seinem Fleisch und seinem Unrate verbrannte er außerhalb des Lagers, wie es der Herr geboten hatte. Es ging nicht an, dass die Priester etwas von dem Opfer genossen, das für ihre eigenen Sünden dargebracht war. Außerhalb des Lagers wird das nicht zum Opfer verwendete verbrannt, weil das zurückbleibende Fleisch des Sündopfers nicht auf dem Altare zu verbrennen war. - Alsdann Auf das Sündopfer folgt das Brandopfer. (V. 18 – 21) - ließ er den Widder zum Brandopfer herbeibringen; und nachdem Aaron und seine Söhne die Hände auf den Kopf desselben gelegt, schlachtete er ihn und goss sein Blut rings um den Altar. Den Widder selbst zerlegte er in Stücke und verbrannte davon den Kopf und die Glieder und das Fett mit Feuer, nachdem er zuvor die Eingeweide und die Füße gewaschen hatte; so verbrannte er den ganzen Widder auf dem Altare, weil es ein Brandopfer war, zum wohlgefälligen Geruche für den Herrn, wie er ihm geboten hatte. Hierauf ließ er den zweiten Widder zur Weihe der Priester herbeiführen; und Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf desselben. Dann schlachtete ihn Moses, nahm etwas von seinem Blute, und bestrich damit das rechte Ohrläppchen Aarons, und den Daumen seiner rechten Hand, so wie auch die rechte große Zehe. Hierauf ließ er die Söhne Aarons hinzutreten und strich etwas von dem Blute des geopferten Widders an das rechte Ohrläppchen eines jeden, an den Daumen der rechten Hand und die rechte große Zehe, das übrige goss er ringsum auf den Altar; das Fett aber, den Schwanz, und alles Fett, welches die Eingeweide bedeckt, das Netz der Leber, und die beiden Nieren mit ihrem Fette, und das rechte Schulterstück sonderte er ab. Dazu nahm er aus dem Korbe mit dem Ungesäuerten, der vor dem Herrn stand, ein ungesäuertes Brot, und einen mit Öl angemachten Kuchen, und einen Fladen, und legte sie auf das Fett, und das rechte Schulterstück. Dann gab er alles mitsammen Aaron und seinen Söhnen, die es erhoben vor dem Herrn. Hierauf nahm er es wieder aus ihren Händen und verbrannte es auf dem Brandopferaltare, Hebr.: Über dem Brandopfer. - weil es das Weiheopfer war, zum lieblichen Opfergeruche für den Herrn. Und das Bruststück erhob er vor dem Herrn und nahm es als seinen Anteil Das Schulterstück verbrannte Moses, sonst erhielt es der amtierende Priester. [3Mos 7,32.34] Moses behält, weil nicht eigentlich Priester, sondern nur ausnahmsweise als solcher wirkend, die Brust. - vom Widder der Weihe, wie der Herr es ihm geboten hatte. Nun nahm er das Salböl und das Blut, welches auf dem Altare war, und sprengte es auf Aaron und seine Kleider, und auf seine Söhne und ihre Kleider. Im Hebr. folgt nun: Und so weihte er Aaron, seine Kleider und seine Söhne und die Kleider seiner Söhne. – Sie werden in den Kleidern geweiht, um anzudeuten, dass sie nur in diesen ihren Dienst üben dürfen. - Und nachdem er sie mit ihren Kleidern geweiht, gebot er ihnen und sprach: Kochet das Fleisch vor dem Eingange des Zeltes und esset es daselbst. Ebenso esset die Brote der Weihe, welche im Korbe liegen, wie der Herr mir geboten hat, da er sprach: Aaron und seine Söhne sollen sie verzehren. Alles aber, was von dem Fleische und dem Brote übrig bleibt, soll mit Feuer verbrannt werden. Sieben Tage lang sollt ihr von dem Eingange des Zeltes nicht hinweggehen, bis zu dem Tage, an dem die Zeit eurer Weihe erfüllt ist; denn nach sieben Tagen endet die Weihe, so wie es auch jetzt geschehen ist, dass die Gebräuche des Opfers erfüllt werden. Hebr.: Wie heute geschehen, hat Jahve geboten, (ferner) zu tun, um für euch Versöhnung zu schaffen. Tag und Nacht sollt ihr bei dem Zelte bleiben, die Anordnungen Gottes befolgend, damit ihr nicht sterbet, denn so ist es mir geboten. Und Aaron und seine Söhne taten alles, was der Herr durch Moses gesagt hatte.

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