Lukas 1

Einleitung 1, V. 1-4 I. 1,5 – 4,13 1. Geschichte der Kindheit Jesu 1,5 – 2. – Verkündigung der Geburt des Vorläufers (V. 25) und der Geburt des Heilandes. (V. 38) Besuch der heil. Jungfrau bei Elisabeth. (V. 56) Geburt des heil. Johannes. (V. 66) Lobgesang des Zacharias.

Weil viele Wer gemeint ist, steht nicht fest. - schon es unternommen haben, Vielleicht ohne den gewünschten Erfolg. (Vergl. V. 3) - eine Erzählung der Tatsachen, die unter uns vollendet worden sind, Ganz offenbar vollendet worden sind. - zu verfassen, wie In der Ordnung. - sie uns diejenigen überliefert haben, Das Wort überliefern wird im Neuen Testamente stets von der mündlich übermittelten Lehre gebraucht. - welche von Anfang an D. i. von Anfang des öffentlichen Lebens an. Vergl. [Lk 3,23]. - Augenzeugen und Diener des Wortes Des Evangeliums: Die Apostel [Mt 28,20] und Jünger [Lk 10,1] vergl. [Apg 8,4]. - gewesen sind; so habe auch ich Damit wird die Inspiration nicht geleugnet. Dass der heil. Lukas von Gott geleitet wurde, folgt daraus, dass die Kirche das Buch von jeher als inspiriert ansah. - für gut befunden, nachdem ich über alles vom Anfange an genaue Kunde eingeholet, Empfehlung des Autors. Den vielen, die in V. 1 erwähnt werden, scheint dies weniger eigen gewesen zu sein. - es dir der Ordnung nach Der Zeitfolge nach. – aufzuschreiben, bester Theophilus! Theophilus ist, wie die Anrede anzeigt, entweder ein sehr vornehmer Mann oder ein Freund. Manche Erklärer denken an eine Personifikation der Heidenchristen. – damit du die Zuverlässigkeit der Worte genau einsehest, in denen du unterrichtet worden bist. Es war Lukas beginnt mit der Erfüllung dessen, womit das Alte Testament als letzte Prophezeihung schließt: [Mal 3,1, Mal 4,5]. Die Geschichte der Geburt des heil. Johannes verleiht dessen Zeugnis von Christus mehr Bedeutung und weist auf die Erhabenheit des Herrn hin. Da der Messias nicht allein König, sondern auch Priester sein sollte [Ps 109,4, Sach 6,13], ziemte es sich, dass, wie er selbst den Königsstamm, so sein Vorläufer den Priesterstand ehrte und dass Christi Priestertum, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt, von einem Priester verkündet ward. – in den Tagen Herodes, Lukas schließt sich genau an seine Gewährsmänner an, wie die Hebraismen zeigen. Wahrscheinlich liegen ihm, z. B. von den Hymnen, auch schriftliche Aufzeichnungen vor. - des Königs von Judäa, Im weiteren Sinne Palästina. - ein Priester, mit Namen Zacharias, aus der Reihe Abias; Es gab 24 Familien oder Reihen von Priestern, deren achte die oben genannte war. [1Chr 24,3-10]. Jede diente von einem Sabbat zum anderen. Nach dem Exile waren nur vier Priesterfamilien zurückgekehrt mit 4289 Gliedern, auch diese wurden mit Beibehaltung der alten Namen in 24 Klassen eingeteilt. - sein Weib war von den Töchtern Aarons, So stammte Johannes von beiden Seiten von Priestern ab. Zacharias: Jahwe ist eingedenk, Elisabeth: Gott hat geschworen. - und hieß Elisabeth. Beide waren gerecht vor Gott, Nach Gottes Willen. - und wandelten in allen Geboten und Satzungen des Herrn tadellos, Vor Gott und Menschen. - und sie hatten kein Kind, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren vorgerückt an Tagen. Dies schien im Alten Testament eine Strafe Gottes und war für sie jedenfalls eine Quelle des Schmerzes. Der Evangelist erwähnt diesen Umstand, um auf das Wunder hinzuweisen. - Es begab sich aber, als er nach der Ordnung seiner Reihe Der Wochenreihe oder der Tagesreihe. - vor Gott den Priesterdienst verrichtete, kam er nach der Sitte des Priestertums durch das Los daran, Das Los entschied, was jeder einzelne zu tun hatte. - in den Tempel des Herrn hineinzugehen und zu räuchern. Morgens und Abends. - Die ganze Volksmenge aber stand betend draußen zur Stunde des Rauchwerkes. Da erschien ihm ein Engel des Herrn, Gabriel. V. 19, derselbe der Daniel erschien [Dan 9,21]. Der heil. Johannes soll, so weit eine Ähnlichkeit nach Gottes Ratschluss möglich, dem Heilande in seiner Empfängnis ähnlich werden. - zur Rechten Die ehrenvolle Seite. - des Rauchaltars stehend. Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht überfiel ihn. Wie [Dan 10,8, Ez 2,1]. Die Furcht bereitet dem Glauben den Weg. - Der Engel aber sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! denn dein Gebet Wohl um das Erscheinen des Messias. (Aug., Bed., Euth.) - ist erhöret worden; und dein Weib, Damit beginnt die Erhörung des Gebetes und zugleich die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches des Zacharias. Mehr als er wünschen konnte, wird ihm gewährt, wie schon der Name des Sohnes: Johannes – Gott gibt Gnade – andeutet, den Gott selbst wählt. - Elisabeth, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Johannes heißen. Du wirst Freude und Wonne haben, Die Gründe V. 15 – 17. - und viele Nicht nur die Verwandten: V. 58, V. 66. - werden sich über seine Geburt freuen; denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk Berauschendes Getränk. - wird er nicht trinken, Siehe [4Mos 6,3]. - und wird mit dem heiligen Geiste erfüllet werden schon vom Mutterleibe an, Die heiligmachende Gnade wird ihm hier zuteil, um bei ihm zu bleiben durch sein Leben. - und viele von den Kindern Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Der vorhergehende Vers beschrieb seine Heiligkeit, dieser sein Amt. - Und er wird vor ihm hergehen im Geiste und in der Kraft des Elias, um die Gesinnungen der Väter auf die Kinder, [Mal 4,6]. Beider Herzen mit gleichen Gefühlen des Friedens und der Liebe erfüllend. - die Ungläubigen Diejenigen, welche die Gottesgesetze nicht beobachten. - zur Weisheit der Gerechten zu bringen, und dem Herrn ein vollkommenes Geneigt, anzunehmen, was der Messias bringt, und zu tun, was er fordert. - Volk zu bereiten. Das Ziel seiner Sendung. - Da sprach Zacharias zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? denn ich bin alt, und mein Weib ist vorgerückt an Tagen. Und der Engel antwortete, und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, Zacharias denkt nur an die Schwierigkeit der Sache, nicht an den Urheber der Botschaft, deshalb erinnert der Engel an diesen. - und bin gesandt worden zu dir zu reden, und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Und siehe, Etwas Neues und Ungewöhnliches wird angekündigt. - du wirst stumm sein, und nicht reden können Der Grund wird hinzugefügt. - bis auf den Tag, da dies geschehen wird; darum weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen werden zu ihrer Zeit. Das Volk aber wartete auf Zacharias, und sie verwunderten sich, dass er so lange im Tempel verweilte. Der Priester durfte nur ganz kurze Zeit im Tempel bleiben. - Als er nun herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden. Da erkannten sie, Aus der Haltung und dem Stummsein, vielleicht auch aus Zeichen. - dass er eine Erscheinung im Tempel gehabt hatte. Und er winkte ihnen und blieb stumm. Und es geschah, als die Tage seines Dienstes vollbracht waren, ging er hinweg in sein Haus. Nach diesen Tagen aber empfing Elisabeth, sein Weib, Er hat wohl Elisabeth die Sache schriftlich mitgeteilt, da auch sie weiß (V. 63) wie der Knabe genannt werden soll. - und sie verbarg sich fünf In heiliger Zurückgezogenheit wie Zacharias. Im sechsten Monate kommt Maria (Orig., Ambr., Bed.) - Monate lang, indem sie sprach: Also hat mir der Herr getan in diesen Tagen, da er mich angesehen, Gott schaut auf uns, wenn er uns eine Wohltat erweist. - um meine Schmach vor den Menschen von mir zu nehmen! Siehe [2Mos 23,26, 5Mos 7,14]. - Im sechsten Monate aber Fortsetzung zu V. 24 (fünf Monate) Alles ist groß: Der Herr des Himmels, der seinen Boten sendet, der Engel, den er mit der Botschaft betraut, das Ziel desselben, das Heil der Menschen. - ward der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, mit Namen Nazareth, Siehe [Mt 2, Anm.24]. Vergleiche [Jes 7,16]. - zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, Dies gehört zu: Jungfrau, da erst [Lk 2,4] von Joseph das Gleiche gesagt wird. - und der Name der Jungfrau war Maria. Und der Engel trat zu ihr hinein, Der Engel erscheint in menschlicher Gestalt. Maria war wohl in die sehnsüchtige Betrachtung der Verheißungen des Erlösers versenkt. - und sprach: Gegrüßt seist du, Friede, Freude sei mit Dir! Ein Zeichen des Wohlwollens und der Liebe. Der heil. Augustin findet in dem Ave die Umkehrung des Namens Eva. - voll der Gnaden, Wie hat Gott sie vorbereitet, eine würdige Wohnung seines Sohnes Jesus zu sein! Dies Wort vertritt ihren Namen. - der Herr ist mit dir, Durch die reichste Mitteilung seiner Gaben noch ehe du den Heiland empfangen. - du bist gebenedeiet Von Gott, der mit ihr ist. - unter den Weibern! Mehr als alle, ja du allein unter allen, besonders wegen der ihr zu verleihenden Würde. - Da sie dies hörte, erschrak sie über seine Rede, und bedachte bei sich, was dies für ein Gruß sei.
Die Verkündigung
Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Seine Worte bleiben sicher nicht wirkungslos. - Maria, denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Er will dir eine besondere Gnade erzeigen. - Siehe, du wirst empfangen im Schoße, und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Vergl. [Jes 7,14] und [Mt 1,Anm.21]. - Dieser wird groß Durch zwei Stücke. - sein, und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden; Wird sein und anerkannt werden. - Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David Was [2Sam 7,23.13] verheißen ist. Vergl. [Jes 9,7]. - geben, Vergl. [Ez 21,26.27]. - und er wird herrschen über das Haus Jakob in Ewigkeit, Vergl. [1Mos 49,10, Mic 5,2]. - und seines Reiches wird kein Ende sein. Die Beschreibung lässt ihn als den verheißenen König, den Messias, erkennen. - Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies geschehen, da ich einen Mann nicht erkenne? Maria, weiß, dass ein Himmelsbote zu ihr redet. Sie glaubt also, dass das, was er verkündet, geschehen wird (vergl. V. 45), aber sie wünscht die Weise zu erfahren, weil sie nach Gottes Willen das Gelübde der Keuschheit gemacht. (Aug., Bernh., Thom.). - Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird auf dich herabkommen, Durch eine neue Wirksamkeit. - und die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten; Maria ist gleichsam die neue Bundeslade. Vergl. [2Mos 40,32]. - darum Weil seine Empfängnis und seine Geburt eine so wunderbare sind, wird er als Sohn Gottes erkannt und anerkannt werden. Nur dem Sohne Gottes kam eine solche Geburt zu und keine andere als solche war ihm gebührend. - wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, Wie Elisabeth mit Maria verwandt war, ist nicht bekannt. - auch sie hat einen Sohn empfangen in ihrem Alter, Gegen alle Hoffnung. Ein anderer Gnadenerweis Gottes zum Beweise seiner Allmacht. - und dies ist der sechste Monat für sie, die unfruchtbar heißt, denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, Die Mutter des Erlösers demütigt sich; die Mutter dessen, dessen Speise es sein wird, Gottes Willen zu tun, unterwirft sich. - mir geschehe Sie glaubt nicht nur, sie wünscht auch, dass die Botschaft des Engels sich erfülle. - nach deinem Worte! Maria offenbart ihren Glauben und ihre jungfräuliche Eingezogenheit, indem sie alles so kurz zusammenfasst, ihre Klugheit, ihren bereitwilligen Gehorsam und ihre Demut, da sie die herrliche Verheißung des Engels nicht wiederholt. - Und der Engel schied von ihr. Warum wollte Gott Marias Zustimmung? Es wird gleichsam eine heilige Ehe zwischen dem Sohne Gottes und der menschlichen Natur geschlossen, deshalb war es geziemend, dass die, welche die Braut des heil. Geistes war und die menschliche Natur wie die Kirche darstellte, ihre Zustimmung gab. Wie einst Evas Nachgiebigkeit gegen den bösen Engel die Sünde in die Welt brachte, so soll auch die Erlösung nicht ohne die Zustimmung Marias vollbracht werden (Tert.). - Maria aber Maria erkennt, dass der Engel sie einladet, Elisabeth zu dem von Gott erhaltenen Gnadenerweise Glück zu wünschen. - machte sich in jenen Tagen Wohl nicht sofort. - auf, und ging eilends Aus Freude über das Elisabeth zuteil gewordene Glück (Ambr.). Der heil. Joseph begleitete sie nicht, wie aus [Mt 1,19] hervorgeht. - auf das Gebirge nach einer Stadt Welche Stadt, wird nicht gesagt. - des Stammes Juda. Und sie kam in das Haus des Zacharias, und grüßte Elisabeth. Und es begab sich, sobald Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind freudig in ihrem Leibe auf, Das fleischgewordene Wort spendet seine ersten Gnadenerweise durch Maria. Das Kind und Elisabeth werden mit dem heil. Geiste erfüllt. Johannes erkennt (wenigstens für den Augenblick den Gebrauch der Vernunft erlangend) den Erlöser und wird von ihm mit der heiligmachenden Gnade beschenkt, wie V. 15 verkündet. - und Elisabeth ward erfüllet von dem heiligen Geiste. Und sie rief mit lauter Stimme, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, Siehe V. 28. Die Wiederholung der Worte des Engels hat ihr der heil. Geist eingegeben. - und gebenedeiet Frei von allem Fluche des Menschengeschlechtes und mit himmlischen Gaben so reich ausgestattet, dass auch wir aus seiner Fülle empfangen. - ist die Frucht deines Leibes! Wegen der jungfräulichen Empfängnis. - Und woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Der heil. Geist ist der Geist demütiger Herzen. Wie hoch stellt Elisabeth die heilige Jungfrau! Mit Recht wird Maria Mutter Gottes genannt, wie V. 35 zeigt (Cyrill). Das unter Martin I. gehaltene Laterankonzil schließt in seinem 3. Kanon alle von der Kirche aus, welche sie nicht im eigentlichen Sinne und nach der Wahrheit Gottes als solche bekennen. - Denn siehe, sobald die Stimme deines Grußes an mein Ohr gelangte, hüpfte das Kind freudig auf in meinem Schoße. Das Kind tut gleichsam seinen ersten Dienst als Vorläufer Christi. - Und selig, die du geglaubt hast, dass in Erfüllung gehen wird, was dir von dem Herrn gesagt ward. Die wunderbare Geburt und die Erhabenheit des Sohnes Marias. - Maria sprach: Maria, in der Gott selbst gegenwärtig ist, redet von seinem Geiste erfüllt. V. 46 – 50: Gefühle über die ihr zuteil gewordene Gnade. V. 51 – 53: Verwunderung, dass Gott die Demut erhöht. V. 54, V. 55: Gott erfüllt, was er verheißen. - Hoch preiset meine Seele den Herrn, und mein Geist frohlocket in Gott, meinem Heilande! Weil er die Niedrigkeit Gleichsam ihre Natur. Welche Demut! - seiner Magd angesehen Siehe Anm. 45. - hat; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. So hatte Elisabeth die Lobpreisung Marias begonnen. Und so geschieht es, so lange es Menschen gibt, solange Christus lebt, solange Gott regiert. - Denn Großes Was Elisabeth kundgetan, V. 42 – 45. - hat an mir getan, der mächtig, und dessen Name Gott, wie er sich offenbart hat und von uns gekannt wird. - heilig ist! Und seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht Aus der Menschwerdung fließen alle Gnaden [Joh 1,16]. - bei denen, die ihn fürchten. Er hat Macht geübt mit seinem Arme, zerstreuet, die da hoffärtig sind in ihres Herzens Sinne. Nur einen Grund gibt es, weshalb Gott gerade sie auserwählt hat: Weil er das vor den Menschen niedrige zu erwählen pflegt. Dem Arme Gottes wird alle Kraft zugeschrieben. Wie diese sich offenbart, wird in den folgenden Gliedern gezeigt: An den Stolzen V. 51, an den Mächtigen V. 52, an den Reichen V.53. - Er hat Gewaltige vom Throne gestürzt, und Niedrige hat er erhöhet. Hungrige hat er mit Gütern erfüllt, und die Reichen leer ausgehen lassen. Er hat sich Israels, seines Knechtes, Ein ehrenvoller Titel, mit dem Moses, David und die Propheten bezeichnet wurden, hier das ganze Volk, das Gott sich durch ein Bündnis zu eigen erwählt. - angenommen, eingedenk Er hat sie nicht vergessen. - seiner Barmherzigkeit; wie er zu unsern Vätern gesprochen hat, zu Abraham Eingedenk seiner Barmherzigkeit zum Heile Abrahams. - und seinen Nachkommen in Ewigkeit. Und Maria blieb bei ihr ungefähr drei Monate, und kehrte dann zurück in ihr Haus. Wie die Bundeslade dem Hause des Obededom Segen brachte [2Sam 6,11], so Maria noch viel mehr dem Hause Elisabeths (Aug., Ambr.). Die heil. Jungfrau verließ dies Haus indes noch vor der Niederkunft ihres Verwandten, wie die folgende Erzählung andeutet (Theoph., Euth.). - Es kam aber die Zeit, Nur bei Gerechten wendet die heil. Schrift dies Wort an. - da Elisabeth gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten es, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan habe, und sie freuten sich mit ihr. Vergl. V. 14. - Und es geschah am achten Tage, da kamen sie den Knaben zu beschneiden, Gewöhnlich vollzog der Familienvater diese Zeremonie [1Mos 17,23] zu der jeder berechtigt war. Hier tut es ein anderer als Zacharias. - und sie nannten ihn nach seines Vaters Namen Zacharias. Sie wollen, dem Greise eine Freude machen. - Seine Mutter aber nahm das Wort, und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen! Sie sprachen zu ihr: Es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen hat. Da winkten sie seinem Vater, wie er ihn wollte nennen lassen. Vielleicht ziemte es sich nicht, dass der Vater selbst dem Kinde seinen Namen gab, wohl aber konnte er zulassen, dass andere es taten. - Er forderte ein Schreibtäfelchen, und schrieb die Worte: Johannes ist sein Name! Es gibt einen bereits von einem anderen gegebenen Namen kund. - Und sie verwunderten sich alle. Und sogleich ward sein Mund aufgetan, und seine Zunge ward gelöst, und er redete, und lobte Gott. Den Mund, den der Engel geschlossen, öffnet der verheißene Sohn, Gottes Gnade (Maxim.). - Da überfiel alle Nachbarn derselben Furcht, Die Menschen fühlen sich als Sünder und fürchten Gottes Macht. - und im ganzen Gebirge von Judäa breitete sich der Ruf aus von allen diesen Dingen. Und alle, die davon hörten, nahmen es zu Herzen, Erwogen es. - und sprachen: Was wird wohl aus diesem Kinde werden? Denn Sie wundern sich mit Recht. - die Hand des Herrn In allem Erzählten waren Zeichen besonderer Leitung Gottes offenbar. - war mit ihm. Und Zacharias, sein Vater, ward erfüllt mit dem heiligen Geiste; und er weissagte, Wer auf Veranlassung des heil. Geistes als Gottes Bote spricht, prophezeit. - und sprach: V. 68 – 75: Der Messias und die von ihm nach den Verheißungen Gottes und der Propheten zu erwartenden Güter. V. 76 – 79: Das Amt des Vorläufers. Da V. 65, V. 66 die Erzählung abschließen, folgte der Lobgesang des Zacharias auf die Namensgebung. - Gepriesen sei der Herr, Lob und Preises würdig ist der Herr, oder gepriesen sei der Herr. - der Gott Israels, denn er hat sein Volk heimgesucht, Heimsuchen: Jemandem Gutes erweisen. - und ihm Erlösung Die Erlösung aus der ägyptischen Knechtschaft und der babylonischen Gefangenschaft waren Vorbilder der Befreiung, welche Zacharias preist. - gewirkt! Ein Horn des Heiles Sinnbild der Stärke. - hat er uns aufgerichtet Er hat uns einen mächtigen Erlöser gegeben. - in dem Hause Davids, seines Knechtes; Ehrennamen Abrahams, Josues, Jobs, Davids. - wie er es verheißen hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, die von Alters her gewesen; Hier von Davids Zeit an, die Gott durch ihr Amt geweiht sind. - uns zu erlösen von unsern Feinden, Erklärung zu V. 69. Die einzelnen Worte sind einzelnen Psalmen entlehnt. - und aus der Hand aller, die uns Die Verehrer Gottes. Unter den Hassenden ist der böse Feind der erste. - hassen; Barmherzigkeit zu üben Das Ziel Gottes. Die Väter wurden in der Vorhölle auch selbst des messianischen Reiches teilhaftig (Theoph.). - an unsern Vätern, und eingedenk zu sein seines heiligen Bundes, des Eides, [1Mos 22], V. 16-18, 26 u. a. - den er unserm Vater Abraham geschworen hat, uns zu verleihen, dass wir sonder Furcht aus der Hand unserer Feinde befreit, ihm dienen, Was [2Mos 19,6] dem Volke des alten Bundes gesagt ist, gilt noch mehr dem neuen Bundesvolke [1Petr 2,9]. - in Heiligkeit Die Heiligkeit bezieht sich besonders auf den Gottesdienst. Die Gerechtigkeit bedeutet die Fülle der Tugenden (Euth.). Beide waren von den Propheten oft für die messianische Zeit verheißen. - und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage unseres Lebens. Zacharias erfasst das messianische Reich als ein geistiges im Sinne der Propheten. Die Kirche wird nie von Gott verlassen und dauert bis an das Ende der Welt. - Und du, Knabe, Auch von dir ist Großes zu verkünden. - wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; So erklärt er mit Recht das Wort des Engels. Der Vater redet aus Liebe zu seinem Sohne diesen an, will aber wohl die Anwesenden über dessen Würde belehren. - denn du wirst vor dem Angesichte des Herrn hergehen, ihm seine Wege zu bereiten; um sein Volk zur Erkenntnis des Heiles zu führen, Erklärung zu V. 76. - zur Vergebung seiner Sünden, Nach dem Griechischen: Er soll sie belehren, dass das Heil im Nachlass der Sünden besteht. - durch die innigste Barmherzigkeit unseres Gottes, Wegen der höchsten Barmherzigkeit Gottes. - in welcher uns heimgesucht hat der Aufgang aus der Höhe; Wohl aus [Jes 4,2], eine Stelle, die auch V. 79 hinweist. - um Licht zu bringen denen, die in Finsternis und im Todesschatten sitzen, Vergl. [Jes 9,2] also kommt der Messias auch für die Heiden. - und unsere Füße auf den Weg des Friedens Der Messias vermittelt den Frieden auf Erden und im Himmel. - zu leiten. Der Knabe aber wuchs, Dem Leibe nach. - und ward stark im Geiste, und war in der Wüste Wohl an verschiedenen Orten der Wüste von Judäa. Über seine Lebensweise siehe [Mt 3,4] und [Mk 1,6]. - bis zu dem Tage, da er sich zeigen sollte vor Israel. Bis zu der Zeit, wo Gott ihn berief, also bis gegen das 30. Lebensjahr, wird er, wie einst Moses und Elias, in der Einsamkeit für seine künftige Tätigkeit vorbereitet.

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