Lukas 14
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat und Belehrung der Pharisäer. (V. 14) Das Gleichnis vom großen Gastmahle. (V. 24) Lehre von der Selbstverleugnung.
1 Und es geschah, als Jesus in das Haus eines Obersten Es war dies jemand, der an Ansehen höher stand und aus einer vornehmeren Familie stammte. - der Pharisäer an einem Sabbate eintrat, um da zu speisen, beobachteten sie ihn genau. 2 Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm. Der Kranke kam wohl von selbst. Er fürchtet sich vielleicht vor den Pharisäern, weil es Sabbat ist, und redet aus diesem Grunde nicht. - 3 Und Jesus nahm das Wort, So beugt der Heiland der Verleumdung vor, die das Wunder getroffen hätte, wenn er, ohne die Lehrer Israels zu befragen, den Wassersüchtigen geheilt hätte. - und sprach zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern: Ist es erlaubt, am Sabbate zu heilen? 4 Sie aber schwiegen. Sie fürchten sich, nein zu sagen, aber wollten auch nicht ja sagen, da sie andere an einem Sabbat vorgenommene Heilungen getadelt haben. Da sie Lehrer sind und auf die Frage nicht antworten, muss ihr Stillschweigen dem Volke als Zustimmung gelten. - Da fasste er ihn an, heilte ihn, und ließ ihn von dannen gehen. 5 Und er wandte sich wieder an sie, und sprach zu ihnen: Wer von euch, dessen Esel oder Ochs in eine Grube fiele, würde ihn nicht sogleich herausziehen am Tage des Sabbats? 6 Und sie konnten ihm darauf nicht antworten. 7 Er sagte aber auch zu den Geladenen ein Gleichnis, als er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze aussuchten, und sprach zu ihnen: 8 Wenn du zu einem Hochzeitsmahle Die Einladung zu einer Hochzeitsfeier galt als ehrenvoller als die zu einem Gastmahle. Zugleich geht der Tadel so nicht ohne weiteres auf die Anwesenden. - geladen wirst, so setze dich nicht auf den ersten Platz, dass nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm geladen sei, 9 und derjenige, welcher dich und ihn geladen hat, komme, und dir sage: Mache diesem Platz! und du alsdann mit Schande untenan sitzen müssest. 10 Sondern wenn du geladen bist, so gehe hin, und setze dich auf den letzten Platz, damit, wenn der, welcher dich geladen hat, kommt, er dir sage: Freund, Wie verschieden ist diese Anrede von der anderen V. 9! - rücke weiter hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit zu Tische sitzen. 11 Denn ein jeder, der sich selbst erhöhet, wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, wird erhöhet werden. Nach Gottes Ratschluss, wie viele Stellen der heil. Schrift zeigen (Bonav.). Vergl. übrigens [Mt 23,12]. - 12 Zu dem aber, der ihn geladen hatte, sprach er auch: Wenn du ein Mittag- oder Abendmahl gibst, so lade nicht deine Freunde ein, noch deine Brüder, noch Verwandte, noch reiche Nachbarn, damit sie dich nicht etwa wieder einladen, und dir wiedervergolten werde; Der Sinn ist der gleiche wie [Mt 5,46]. - 13 sondern wenn du ein Gastmahl gibst, so lade Arme, Schwache, Lahme und Blinde ein; 14 und selig wirst du sein, weil sie dir nicht vergelten können; denn es wird dir bei der Auferstehung der Gerechten vergolten werden. 15 Als dieses einer von den Tischgenossen hörte, sprach er zu ihm: Selig, wer im Reiche Gottes speisen wird! Vergl. [Mt 8,10]. - 16 Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch bereitete ein großes Abendmahl, und lud viele dazu ein. 17 Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, um den Geladenen zu sagen, sie möchten kommen, weil schon alles bereit sei. Nach morgenländischer Sitte ergeht die Einladung zweimal: einmal lange vorher, sodann unmittelbar vor dem Mahle. Der Familienvater ist Gott, das große Abendmahl sind die Güter des messianischen Reiches. Die letzte Einladung ergeht durch den Sohn Gottes. (Cyr., Theoph., Euth.). Jedenfalls sind dem Heilande die Apostel beizugesellen (Greg.), da das Gleichnis nicht in allem, z. B. V. 21, auf Christus Anwendung finden kann. – 18 Es fingen aber alle insgesamt an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe ein Landgut gekauft, und bin genötigt, es anzusehen; Was ich damit anfangen soll. – ich bitte dich, erachte mich für entschuldigt. Billige es, dass ich nicht komme. – 19 Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gehe nun hin, sie zu versuchen; ich bitte dich, erachte mich als entschuldigt. Vielleicht kann er sie zurückgeben, wenn sie sich nicht eignen. Er entschuldigt sich nicht mit der Notwendigkeit wie der erste, sondern erklärt ohne Umschweif: Ich gehe hin, aber entschuldigt sich noch. Der dritte unterlässt selbst die Bitte um Entschuldigung. Alle diese Beschäftigungen sind sittlich gestattet, dennoch sind sie den Betreffenden ein Hindernis, Gottes Rufe zu folgen. Es geht an ihnen in Erfüllung, was [Lk 8,14] gesagt ist. - 20 Und ein anderer sprach: Ich habe ein Weib genommen, und darum kann ich nicht kommen. 21 Und der Knecht kam zurück, und berichtete dies seinem Herrn. Da ward der Hausvater zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe eilends Denn das Mahl ist bereitet. - hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, Schwachen, Blinden und Lahmen hier herein! Die Armen (Cyr., Greg., Theoph., Euth.). Von diesen glaubten nach der Sendung des heil. Geistes viele. Vergl. [Roem 15,25]. - 22 Und der Knecht sprach: Herr! es ist geschehen, wie du befohlen hast; aber es ist noch Platz übrig. Für die nicht zum jüdischen Volke Gehörigen. - 23 Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe hinaus an die Wege und Zäune, Außerhalb der Stadt, außerhalb des Bundesvolkes. - und nötige sie Wie sehr wünscht der Familienvater, dass die Armen, zur himmlischen Seligkeit Eingeladenen kommen! Auch auf die heil. Eucharistie findet dieses Gleichnis Anwendung (innerhalb der Oktave des Fronleichnamsfestes). - hereinzukommen, damit mein Haus voll werde! 24 Ich sage euch aber: Keiner von jenen Männern, die geladen waren, wird mein Abendmahl verkosten! In diesen Versen geht der Heiland von dem Gleichnis zur Anwendung über (Ich sage euch), und zeigt den Anwesenden, was sie erwartet, wenn sie die Einladung verschmähen. - 25 Es ging aber viel Volk mit ihm, Aus ihrer Begleitung nimmt der Herr Gelegenheit und Bild seiner Rede. - und er wandte sich zu ihnen, und sprach: Warum wollen diese vielen nicht auch in das messianische Reich eintreten? - 26 Wenn jemand zu mir kommt, und hasset nicht seinen Vater, und Mutter, und Weib, und Kinder, und Brüder, und Schwestern, ja auch sogar sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trägt, und mir nachfolget, kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer von euch, der einen Turm Ein großes Gebäude. Das Bild wird oft auf die christliche Vollkommenheit angewendet. - bauen will, setzt sich nicht zuvor hin, und überschlägt die Kosten, die erforderlich sind, ob er auch genug habe zum Ausbau, 29 damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat, und den Bau nicht vollenden kann, alle, die es sehen, ihn zu verspotten anfangen, 30 und sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen, und konnte es nicht zu Ende bringen? Vergl [2Petr 2,21]. Eine große Entschlossenheit ist erforderlich. - 31 Oder welcher König wird gegen einen andern König ausziehen, um Krieg zu führen, ohne sich zuvor hinzusetzen, und zu überlegen, ob er mit zehntausend Mann dem entgegenrücken kann, der mit zwanzigtausend Mann gegen ihn kommt? 32 Kann er das nicht, so schickt er Gesandte, während jener noch ferne ist, und bittet um Friedensunterhandlungen. 33 So kann auch keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er besitzt, mein Jünger sein. 34 Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz schal geworden ist, womit soll es gewürzt werden? 35 Weder für den Boden noch für den Dünger ist es zu brauchen, sondern man wirft es hinaus. Die Größe der Gefahr, welche Unstätigkeit herbeiführt. Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Zitiert in 51
- V. 1 CCC(¶575
¶588) Compendium of the Social Doctrine of the Church(261) - V. 2 Compendium of the Social Doctrine of the Church(261)
- V. 3 CCC(¶582)Compendium of the Social Doctrine of the Church(261)
- V. 4 CCC(¶582)Compendium of the Social Doctrine of the Church(261)
- V. 5 Compendium of the Social Doctrine of the Church(261)Summa (EN)(III 40.4)
- V. 6 Compendium of the Social Doctrine of the Church(261)
- V. 11 Summa (EN)(II-II 161.5
III 49.6) - V. 12 Summa (EN)(I-II 69.3
II-II 31.3 Fragen(Disability)Amoris Laetitia(§183)Dilexi Te(§27)II-II 32.3 II-II 71.4) - V. 13 Summa (EN)(I-II 69.3)Fragen(Disability)Amoris Laetitia(§183)Dilexi Te(§27)Redemptionis Donum(§9)
- V. 14 Fragen(Disability)Amoris Laetitia(§183)Dilexi Te(§27)Evangelii Gaudium(§48)Redemptionis Donum(§9)
- V. 15 Amoris Laetitia(§183)
- V. 16 Amoris Laetitia(§183)Dominicae Cenae(§11)
- V. 18 Gaudete In Domino(§23)
- V. 23 Summa (EN)(II-II 10.8)Mediator Dei(§107
§120 §147) - V. 25 Pastores Dabo Vobis(§60)
- V. 26 CCC(¶1618)Summa (EN)(II-II 26.2
II-II 26.7 Apostolicam Actuositatem(§4)Pastores Dabo Vobis(§60)II-II 34.3 II-II 101.4) - V. 27 Gaudium et Spes(§22)Pastores Dabo Vobis(§60)
- V. 28 Summa (EN)(II-II 189.10)
- V. 30 Summa (EN)(III 40.2)
- V. 33 CCC(¶2544)