Freude im Himmel über die Bekehrung eines Sünders; Gleichnis vom verlornen Schafe (V. 6), von der verlornen Drachme (V. 10), vom verlornen Sohne.
1Es nahten sich ihm aberEin bestimmtes Mal. - die Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.2 Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten, und sprachen: Dieser nimmt sich der Sünder an, und isst mit ihnen.3 Er aber sagte zu ihnen dieses Gleichnis, und sprach:4 Wer von euch, der hundert SchafeEine runde Zahl, um das eine Schaf in desto stärkeren Gegensatz zu stellen. - hat, und eines davon verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste,Weideland. - und geht dem verlornen nach, bis er es findet?5 Und hat er es gefunden, so legt er es voll Freude auf seine Schultern;6 und wenn er nach Hause kommt, so ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, welches verloren war!Wenn ein Schaf jedem von euch solche Freude bereitet, wie könnt ihr da zürnen, wenn Gott einen Reuigen gütig aufnimmt? -7 Ich sage euch: EbensoGrößere, weil eine neue Ursache zur Freude da ist, welche bei den Gerechten fehlt. - wird auch im Himmel Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, welche der Buße nicht bedürfen.8 Oder welches Weib, die zehn Drachmen hat,Ihr ganzes Vermögen sind zehn Drachmen, sie verliert eine, den Wert eines Tagelohnes. Der Heiland wählt eine Frau, weil ein Mann nicht so eifrig suchen würde. - zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an, und kehrt das Haus aus, und sucht sorgfältig, bis sie dieselbe findet?9 Und wenn sie dieselbe gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte!10 Ebenso, sage ich euch, wird Freude bei den Engeln GottesDie Engel freuen sich, die Pharisäer murren. Im ersten Gleichnisse ist das Bild des Hirten nicht ohne Beziehung auf die Pharisäer gewählt. [Ez 34,1.4], wo das Bild des Messias V. 23. Der Heiland nennt sich selbst den guten Hirten [Joh 10,11], das ganze Menschengeschlecht ist ein verlorenes Schaf, die Schultern sind die Arme des Kreuzes (Ambr.). Die Freude der Engel zeigt uns, wie sehr sie an allem teilnehmen, was uns angeht. - sein über einen einzigen Sünder, welcher Buße tut.11 Und er sprach:Die beiden vorhergehenden Beispiele haben das göttliche Erbarmen gezeigt, dieses stellt außerdem noch die wahre Buße vor Augen. - Ein Mensch hatte zwei Söhne.12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater! gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt. Und er teilte unter sie das Vermögen.Der älteste Sohn pflegte den Grundbesitz zu übernehmen, die übrigen wurden mit Geld abgefunden. Wenn einer der Söhne sich verheiratete oder ein Geschäft begann, fand die Auszahlung statt. Hier ist es jugendliche Unbeständigkeit und Drang nach Freiheit, die den jüngeren Sohn zu seiner Bitte veranlassen. Ihm kommt der dritte Teil des Vermögens zu. Vergl. [5Mos 21,17]. -13 Nach wenigen Tagen nun nahm der jüngere Sohn alles zusammen, zog fort in ein fernes Land, und verschwendete daselbst sein Vermögen durch ein schwelgerisches Leben.14 Nachdem er aber alles aufgezehrt hatte, entstand eine große Hungersnot in jenem Lande, und er fing an Mangel zu leiden.Auf kurze Lust folgt die Not. –15 Da machte er sich auf, und verdingte sichEr drängte sich dem Bürger auf um jeden Preis. Noch denkt er nicht an die Rückkehr, noch will er sich selber helfen. – an einen Bürger desselben Landes. Dieser schickte ihn auf sein Landgut, die SchweineUnreine Tiere. Das äußerste Elend. Doch damit hat sein Unglück noch kein Ende. – zu hüten.16 Und er wünschte seinen Magen mit den HülsenJohannisbrot. Die Armen pflegten dasselbe zu essen. - zu füllen, welche die Schweine fraßen; aber niemand gab sie ihm.Herr und Diener verachten ihn so, dass sie nicht einmal seinen rasenden Hunger stillen (den Leib füllen) wollen, obwohl er doch einen so lästigen Dienst annimmt. Besser als er haben es selbst die Schweine. -17 Da ging er in sich, und sagte: Wie viele Taglöhner im Hause meines Vaters haben Überfluss an Brot, ich aber gehe durch Hunger zu Grunde!Der verlorene Sohn kehrt heim
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.18 Ich will mich aufmachen, und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater! ich habe mich versündiget wider den Himmel,Gegen Gott, der vom Himmel herabschaut, was die Menschen tun. - und vor dir;Gegen dich, deinen Willen dem meinen nachsetzend. Die Erkenntnis und das Bekenntnis der Sünden ist der erste Schritt zur Besserung und zur Verzeihung. Es gesellt sich dazu auch die Hoffnung. (V. 19) -19 ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; halte mich wie einen von deinen Taglöhnern.Der verlorene Sohn in den Armen seines Vaters
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.20 Und er machte sich auf,Er führt den guten Vorsatz aus. - und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater,Er hat also ausgeblickt (Wie Anna [Tob 11,5]). - und ward vom Mitleide gerührt, und lief ihm entgegen,Er wartet nicht, bis jener kommt, sondern eilt sogar entgegen und schließt den Sohn, noch ehe dieser etwas gesagt hat, an sein Herz. - und fiel ihm um den Hals, und küsste ihn.21 Der Sohn aber sprach zu ihm:Er bekennt seine Schuld. Warum setzt er aber nicht mehr hinzu: Halte mich wie einen deiner Tagelöhner? Die Güte des Vaters hat ihn gerührt, er überlässt sich voll Vertrauen seinem Willen (Aug., Bed.) - Vater! ich habe mich versündiget wider den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.22 Da sprach der Vater zu seinen Knechten: Geschwind bringet ihm das beste Kleid heraus, ziehet es ihm an, und gebet einen Ring an seine Hand,Der Schmuck eines freien Mannes. Ähnlich wurde Joseph aus dem Kerker entlassen. [1Mos 41,42]. - und Schuhe an seine Füße;Wie der Vater ihn als Sohn begrüßt hat, so will er ihn auch äußerlich in die alten Rechte einsetzen. -23 bringet auch das gemästete Kalb her, und schlachtet es, so wollen wir essen und fröhlich sein,24 denn dieser mein Sohn war tot, und ist wieder lebendig geworden; er war verloren, und ist gefunden worden.Der Vater redet vor den Dienern: So lange Zeit war er mir verloren. (Chrys.). Unglück oder Verbannung galten bei den Juden als eine Art Tod. Vergl [1Mos 45,27, Ps 6,3]. Andere erklären die Worte: Er war durch seine Sünden tot, seine Buße macht ihn lebendig (Euth., Bon.). - Und sie fingen an, ein Freudenmahl zu halten.25 Es war aber sein älterer Sohn auf dem Felde. Als er nun kam, und sich dem Hause nahte, hörte er Musik und Tanz.26 Da rief er einen der Knechte, und fragte ihn, was das wäre.27 Dieser aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wieder erhalten hat.So verstand der Knecht die Worte (V. 24). -28 Da ward er zornig, und wollte nicht hineingehen. Darum ging sein Vater heraus, und fing an, ihn zu bitten.29 Er aber antwortete, und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und habe niemals dein Gebot übertreten, aber nie hast du mir ein Böcklein gegeben, dass ich mit meinen Freunden ein Freudenmahl gehalten hätte;30 aber nachdem dieserEr nennt ihn nicht seinen Bruder; „dieser dein Sohn da, den du so feierst.“ - dein Sohn, der seinGriech.: Dein. Jeder einzelne Zug ist bemerkenswert. - Vermögen mit Dirnen verschwendet hat, gekommen ist, ließest du ihm das gemästete Kalb schlachten.31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn! du bist immer bei mir, und alles das Meinige ist dein;Du bist immer Lobes würdig und hast mehr als er: Alles, was mein ist. -32 aber ein Freudenmahl musste gehalten werden, weil dieser dein BruderFür dich ein Grund zur Freude, Gegensatz zu V. 30. - tot war, und wieder lebendig geworden ist, verloren war, und wieder gefunden worden ist.Der jüngere Sohn ist jeder Sünder, welcher Gottes Gnaden missbraucht und durch Heimsuchungen zur Besinnung kommt. Der Glaube zeigt ihm die Größe seiner Schuld, in Demut bekennt er seine Sünden, bereit, jede Genugtuung zu leisten, und kehrt in das Vaterhaus zurück. Der Vater ist Gott, der mit seiner Gnade dem Sünder zuvorkommt (entgegen läuft) und ihn wieder als sein Kind annimmt. Das Gastmahl ist die Erklärung zu dem Worte: Größere Freude V. 7, wie der Hirt V. 6 und die Frau V. 9 zur Teilnahme an ihrer Freude rufen. Im Übrigen sind in der Anwendung nicht alle Einzelheiten wiederzugeben, die außerhalb des Hauptzweckes des Gleichnisses liegen. Das Murren des ältesten Sohnes, zu dem zu vergleichen ist [Mt 20,11], bedeutet die Gesinnung der in V. 2 Genannten.
V. 1CCC(¶589)Dives In Misericordia(§14)Misericordiae Vultus(§9)Redemptoris Missio(§14)Tertio Millennio Adveniente(§7)
V. 2CCC(¶589)Dives In Misericordia(§14)Misericordiae Vultus(§9)Mystici Corporis Christi(§10·§22·§23)Redemptoris Missio(§14)Tertio Millennio Adveniente(§7)
V. 4Fragen(Whether God loves me)Dives In Misericordia(§3·§6·§14)Lebanon(§28)Lumen Gentium(§28)Miserentissimus Redemptor(§14)Misericordiae Vultus(§9)Reconciliatio Et Paenitentia(§29)Redemptoris Missio(§13·§14)Sacerdotalis Caelibatus(§94)Tertio Millennio Adveniente(§7)
V. 5Fragen(Whether God loves me)Dives In Misericordia(§3·§6·§14)Lebanon(§28)Lumen Gentium(§28)Misericordiae Vultus(§9)Reconciliatio Et Paenitentia(§29)Redemptoris Missio(§13·§14)Tertio Millennio Adveniente(§7)
V. 6Fragen(Whether God loves me)Dives In Misericordia(§3·§6·§14)Lebanon(§28)Lumen Gentium(§28)Misericordiae Vultus(§9)Reconciliatio Et Paenitentia(§29)Redemptoris Missio(§13·§14)Tertio Millennio Adveniente(§7)
V. 8Amoris Laetitia(§21)Dives In Misericordia(§3·§6·§14)Laborem Exercens(§26)Misericordiae Vultus(§9)Mulieris Dignitatem(§13)Redemptoris Missio(§13·§14)
V. 9Amoris Laetitia(§21)Dives In Misericordia(§3·§6·§14)Laborem Exercens(§26)Misericordiae Vultus(§9)Mulieris Dignitatem(§13)Redemptoris Missio(§13·§14)