Lukas 16

Gleichnis vom ungerechten Verwalter. (V. 13) Das Verbot der Ehetrennung. (V. 18) Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus.

Er sprach aber Das Ziel des Gleichnisses zeigt V. 9. - auch zu seinen Jüngern: Die an ihn glaubten, aber nicht wie die Apostel alles verlassen hatten. - Es war ein reicher Mann, welcher einen Verwalter hatte; und dieser wurde bei ihm angegeben, Wohl mit Recht. (V. 3) - als hätte er seine Güter verschleudert. Er rief ihn also, und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du wirst nicht ferner Verwalter sein können! Der Verwalter aber sprach bei sich: Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung abnimmt? Zu graben habe ich nicht die Kraft, zu betteln schäme ich mich. Bisher in Amt und Würden. - Ich weiß, was ich tue, damit, wenn ich von der Verwaltung entfernt bin, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. Er rief also alle Schuldner seines Herrn einen um den anderen Zwei werden des Beispiels halber angeführt. - zu sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Dieser aber sprach: Hundert Krüge Hebr. Bath = 432 Eier, nach einigen 39,5 Liter, nach anderen nur 20,12. - Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setze dich geschwind, und schreibe Einen anderen Schuldschein. - fünfzig! Dann sprach er zu dem andern: Wie viel aber bist du schuldig? Er sprach: Hundert Maß Kor, von denen jeder 10 Bath hält. - Weizen. Und er sagte zu ihm: Nimm deine Verschreibung, und schreibe achtzig! Diesem erlässt er weniger. Ähnlich verfährt er wohl mit den übrigen Schuldnern. - Und es lobte der Herr den ungerechten Verwalter, dass er klug gehandelt habe; Indem er das Ansehen, das er bald verlieren soll, dazu benutzt, für seine Zukunft Sorge zu tragen. – denn die Kinder dieser Welt sind in ihrem Geschlechte klüger als die Kinder des Lichtes. Wenn sie unter sich sind. Sie wissen besser für das jetzige Leben Fürsorge zu treffen, als die Kinder des Lichtes für das zukünftige (Bon., Euth., Theoph.). – Auch ich sage euch: Machet euch Freunde mittels des ungerechten Reichtumes, Der Reichtum enthält die Gefahr der Ungerechtigkeit. – damit, wenn ihr abscheidet, sie euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen. Vergl. V. 4. Diese Stelle zeigt, dass wir Verdienste sammeln können und sollen, und dass die Heiligen für uns bitten. Viele Lehren für das geistige Leben lassen sich aus dem Gleichnisse ziehen. - Wer im Geringsten treu ist, Wer zeitliche Güter schlecht anwendet, beraubt sich vieler Gnaden Gottes, welche er sonst erhalten würde. - ist auch im Größern Würdig, mehr zu erhalten. - getreu; und wer im Geringen ungerecht ist, ist auch im Größern ungerecht. Wenn ihr also mit dem ungerechten Reichtume nicht getreu gewesen seid, Ihr habt ihn nicht nach Gottes Willen gebraucht. - wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr in dem Fremden Die zeitlichen Güter werden nicht mit uns geboren und bleiben nicht bei uns im Tode (Cyr., Ambr., Bon., Theoph.); wir sind nicht ihre Herren, sondern ihre Verwalter. - nicht treu gewesen seid, wer wird euch das geben, was euer ist? Die geistlichen Güter, welche Gott euch bietet. - Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder dem einen anhängen, und den andern vernachlässigen; ihr könnet nicht Gott dienen und dem Reichtume. Es hörten aber alles dieses die Pharisäer, welche geldgierig waren; und sie verhöhnten ihn. Mit Geschrei hinderten sie die Wirkung der Belehrung bei dem Volke. - Und er sprach zu ihnen: Ihr macht euch wohl vor den Menschen selbst gerecht, aber Gott kennt eure Herzen; Mit ihrer Bosheit. - denn was hoch ist vor den Menschen, Bewundert und geschätzt ist. - ist ein Greuel vor Gott. Das Gesetz und die Propheten reichen bis auf Johannes; von da an wird die frohe Botschaft vom Reiche Gottes verkündiget, und jeder wendet Gewalt an, es zu erlangen. Ihr Pharisäer verachtet zwar die Verkündigung, andere aber benutzen sie und bemühen sich aus allen Kräften, in das Reich einzugehen. Nach anderen: Alle von denen und gegen die der Herr hier redet, greifen es feindselig an. - Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, Wären sie Hüter des Gesetzes, sie ständen auf Seiten Christi, der dem Gesetze sein Ansehen und seine Dauer sichert, da er zur wahren Vollkommenheit fortführt. - als dass ein einziges Pünktlein vom Gesetze wegfalle. Keine Erfüllung finden. Dieser Grundsatz gilt in dem Reiche, das Jesus verkündet, und jene angeblichen Liebhaber des Gesetzes sind seine schlimmsten Feinde. Vergl. auch [Mt 5,18]. - Ein jeder, der sein Weib entlässt, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine vom Manne Entlassene heiratet, bricht die Ehe. So zeigt der Heiland, dass er wahre Heiligkeit fordert, und tadelt die Sinnlichkeit vieler Pharisäer, welche häufig ihre Ehe lösten. - Es war ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand, und hielt alle Tage herrliche Gelage. Beweis, dass niemand dem Mammon und Gott zugleich dienen kann. Das Gleichnis wendet sich auch gegen die Pharisäer. Hingegen: Selig die Armen. Purpur war die Kleidung der Könige und Fürsten, feine Leinwand der Stoff der reichesten Kleider. Der Reiche führt ein ganz sinnliches Leben (wie V. 20 zeigt), verbunden mit unmenschlicher Grausamkeit. -
Lazarus vor dem Haus des Reichen
Es war auch ein Armer, mit Namen Lazarus, Dasselbe wie Eleazar, Gott ist Hilfe. Die Wunden sind gleichsam sein Kleid. - der lag vor dessen Türe voller Geschwüre, und er hätte sich gerne von den Brosamen gesättigt, die von des Reichen Tische fielen, und niemand gab sie ihm; allein auch die Hunde kamen, und leckten seine Geschwüre. Eine neue Belästigung (Theoph., Euth.). Andere anders. - Es geschah aber, dass der Arme starb, und von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen wurde. Siehe da den Lohn der geduldig ertragenen Armut. - Und es starb auch der Reiche, und wurde in die Hölle begraben. Als er nun in den Qualen war, und seine Augen erhob, sah er Abraham von ferne, und Lazarus in seinem Schoße. Und er rief, und sprach: Vater Abraham! So muss dein Herz sich erbarmen. - erbarme dich meiner, und sende den Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers in's Wasser tauche, und meine Zunge abkühle; Wie anders als einst im Leben! Nur um einen Tropfen Wasser wagt er zu bitten. - denn ich leide große Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach zu ihm: Gedenke, Sohn! Außer der Anrede verrät nichts Mitleid. - dass du Gutes empfangen hast in deinem Leben, Griech.: Deine Güter. In ihnen suchtest du dein Glück, Gott vergessend. - und Lazarus hingegen Übles; jetzt aber wird dieser getröstet, du hingegen wirst gepeiniget. Erster Grund, weshalb aller Trost verweigert werden muss. Der zweite liegt in der Unmöglichkeit, solchen zu gewähren. - Und über dies alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft gesetzet, Nach unwiderruflicher Bestimmung. - dass die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, und die, welche von dort hierher herüberkommen wollen, auch nicht können. Unveränderlich, ewig bleibt die Scheidung zwischen Seligen und Verdammten. - Und er sprach: So bitte ich dich, Vater! dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest; Da er für sich nichts erlangt, bittet er für andere. - denn ich habe fünf Brüder, dass er ihnen Zeugnis gebe, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Aus welcher Absicht der Reiche so redet, sagt der Heiland nicht. Was Jesus selbst uns durch das Gespräch lehrt, zeigt V. 31. - Abraham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten, diese sollen sie hören! Diese belehren sie über Gottes Gerechtigkeit und die Notwendigkeit der Buße. - Er aber sprach: Nein, Vater Abraham! aber wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, so werden sie Buße tun. Griech.: Sie werden sich überreden lassen, nämlich Buße zu tun. - Aber er sagte zu ihm: Wenn sie Moses und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufersteht. Ein Beispiel hierfür sind die Pharisäer, denen der Heiland den von den Toten auferweckten Lazarus in der Tat sandte (daher wohl im Gleichnisse die Wahl des Namens), und die Jesus mit ihm töten wollten (Theoph., Euth.). Im Gleichnisse ist das, was eine Lehre enthält, von dem, was nur zur Einkleidung dient, wohl zu unterscheiden.

Zitiert in 373