Lukas 21

Vorhersagung von Heimsuchungen (V. 19), der Zerstörung Jerusalems und der Wiederkunft Christi

Als er aber aufblickte, sah er Reiche, die ihre Gaben in den Schatzkasten warfen. Da sah er auch eine arme Witwe, die zwei Heller hineinwarf. Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle! Denn diese alle haben von ihrem Überflusse zu den Gaben Gottes hineingeworfen; sie aber hat von ihrer Armut Da die meisten Christen arm waren, musste ihnen dieses Zeugnis großen Trost gewähren. - alles, was sie zu ihrem Lebensunterhalte hatte, hineingeworfen. Und als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach er: Außerhalb des Tempels. Die Veranlassung bietet vielleicht das Wort Christi [Mt 23,38] V. 5 – 7. Einleitung und Veranlassung der Rede. V. 8 – 19. Allgemeine Vorhersagung. V. 20 – 24 Strafgericht über Jerusalem. V. 25 – 36 Zweite Ankunft Christi. - Das, was ihr da sehet, - es werden Tage kommen, in welchen kein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht herabgebrochen wird. Sie fragten ihn aber, und sprachen: Meister! wann wird dies geschehen, und welches ist das Zeichen, wann es anfangen wird zu geschehen? Die Jünger glauben, Christi Wiederkehr und die Zerstörung des Tempels werden zusammenfallen, und fragen also nach dem Zeichen der Wiederkunft (Cyr., Ambr.). - Und er sprach: Sehet zu, dass ihr nicht irregeführt werdet; denn viele werden unter meinem Namen kommen, und sagen: Ich bin es, die Zeit ist gekommen; gehet ihnen also nicht nach! Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen höret, so erschrecket nicht; dies alles muss zuvor geschehen, aber das Ende ist noch nicht sogleich da. Alsdann sagte er zu ihnen: Es wird Volk wider Volk, und Reich wider Reich aufstehen; und es werden große Erdbeben sein von Ort zu Ort, Seuchen und Hungersnot, und Schrecknisse vom Himmel und große Zeichen werden sein. Aber vor diesem allem werden sie an euch Hand anlegen, und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, und vor Könige und Statthalter schleppen um meines Namens willen. Es wird sich aber euch zu einem Zeugnisse gestalten. So nehmet es euch also Es handelt sich um meine Sache. (V. 12). - zu Herzen, nicht vorher darauf zu denken, wie ihr antworten möget. Denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, welcher alle eure Widersacher nicht werden widerstehen und widersprechen können. Ihr werdet aber von Eltern und Brüdern, Verwandten und Freunden überliefert werden, und sie werden einige aus euch um's Leben bringen, und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen; aber nicht ein Haar von euerm Haupte wird verloren gehen. Ein Sprichwort. Sinn: Ohne meine Zulassung wird euch nicht das Geringste geschehen; entweder wie es den drei Jünglingen im Feuerofen geschah [Dan 3,49], oder wie es [Weish 3,4.5] und [2Mak 7,11] beschrieben wird. - Durch eure Geduld werdet ihr eure Seelen gewinnen. Wenn ihr standhaft im Guten ausharrt, werdet ihr eure Seele retten. - Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heere umlagert wird, dann wisset, dass seine Verwüstung nahe ist. So [Dan 9,27]. Jerusalem galt bei den Juden als Hauptstadt des zukünftigen Gottesreiches. So lernen die Jünger: Das Reich Gottes wird fortbestehen, auch wenn Jerusalem untergeht. - Dann fliehe, Wenn die Feindesscharen heranziehen. - wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, entweiche; und wer im Innern des Landes ist, gehe nicht hinein in dieselbe. Denn dies sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen! denn es wird große Drangsal im Lande sein, und ein Zorngericht über dieses Volk. Und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen, und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird von den Völkern zertreten werden, bis dass die Zeiten der Völker erfüllt sind. Am Ende der Welt. - Und es werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen sein, und auf Erden große Angst unter den Völkern wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten; und die Menschen werden vergehen vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Dann werden sie den Menschensohn in der Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. Wenn nun dieses anfängt zu geschehen, dann schauet auf, Erhebet eure Augen. Wer hofft, blickt auf; wer verzagt, senkt den Blick. – und erhebet eure Häupter; denn es nahet eure Erlösung. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum, und alle Bäume. Wenn sie bereits Frucht aus sich bringen, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso wisset auch, dass, wenn ihr dies geschehen sehet, das Reich Gottes nahe ist. Das Reich der Herrlichkeit. Die Kirche lässt die Worte Christi V. 25 – 33 am ersten Adventssonntage vorlesen, damit die Gläubigen sich bemühen, den Segen der gnadenreichen Ankunft des Herrn in der Zeitlichkeit zu erlangen, um dem künftigen Richter einst als wahre Nachfolger entgegenzutreten. – Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht! Vergl. [Mt 24,Anm.63]. – Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Achtet aber auf euch selbst, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit, und Sorgen dieses Lebens, und jener Tag euch unversehens überrasche; denn wie ein Fallstrick Plötzlich. wird er kommen über alle, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. Darum wachet, allezeit betend, damit ihr wert erfunden werdet, allem dem zu entgehen, was da kommen wird, und vor den Menschensohn gestellt zu werden. Er lehrte aber bei Tage im Tempel, und des Nachts ging er hinaus, und weilte auf dem Berge, welcher Ölberg genannt wird. Und alles Volk kam des Morgens früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.

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