Lukas 9

3. Schluss der Tätigkeit Jesu in Galiläa. (V. 50) Aussendung der Apostel. (V. 7) Herodes wünscht den Herrn zu sehen. (V. 9) Wunderbare Speisung der 5000 Menschen. (V. 17) Petrus bekennt Christi Gottheit, der Heiland sagt sein Leiden voraus. (V. 27) Verklärung des Herrn. (V. 36) Heilung eines Besessenen. (V. 42) Belehrung über das Leiden und die Demut. (V. 50) III. 9,51 – 19,27. 1. Die erste Reise des Herrn nach Jerusalem. (9,51 – 11) Die Erfordernisse eines Jüngers Christi.

Er rief aber die zwölf Apostel zusammen, Zwei Jahre sind die Apostel von dem Herrn unterwiesen. Ihre Sendung trägt die Kunde von dem messianischen Reiche überall hin, so dass selbst Herodes von demselben hört. - und gab ihnen Macht und Gewalt über alle bösen Geister, Zur Austreibung. Der Heiland teilt die ihm als Gott eigene Wundergabe mit. - und Krankheiten zu heilen. Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen, und die Kranken zu heilen. Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts mit auf den Weg, weder Stab, noch Tasche, Sie sollen nichts mit sich nehmen, was zur Bequemlichkeit dient. - noch Brot, noch Geld, Selbst Notwendiges solle sie nicht mit sich nehmen. - auch sollt ihr nicht zwei Röcke haben. Alle weltliche Sorge ist abzulegen. Die Anordnungen des Herrn: V. 1 und 2 Amt und Macht. V. 3 Weise der Reise. V. 4 Ankunft in einer Stadt. - Und wo ihr immer in ein Haus eingetreten seid, daselbst bleibet, und gehet von da nicht hinweg. Und wenn man euch nicht aufnimmt, so gehet fort aus jener Stadt, und schüttelt sogar den Staub von euern Füßen, zum Zeugnisse über sie. Die Erde scheint gleichsam von den Sünden der Einwohner befleckt zu werden. Das Abschütteln des Staubes zeigt an, dass die ganze Schuld bei jenen bleiben soll. - Da gingen sie aus, und zogen umher durch die Flecken, und predigten die frohe Botschaft, und heilten allenthalben. Es hörte aber Herodes, der Vierfürst, alles, was von ihm geschah, Die Wunder, welche Christus und in seinem Namen die Apostel taten. - und er geriet in Unruhe, weil einige sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden; und andere: Elias ist erschienen; Da der Tod ihn nicht hinweggerafft hat. Das Gewissen quält den Tyrannen, und so glaubt er bald dieses, bald jenes. - und wieder andere: Einer von den alten Propheten ist auferstanden. Und Herodes sprach: Den Johannes habe ich enthaupten lassen; wer ist aber dieser, von dem ich solche Dinge höre? Und er suchte, ihn zu sehen. Und die Apostel kehrten zurück, und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich, und ging mit ihnen abseits an einen einsamen Ort, der bei Bethsaida Am Ostufer des Meeres, wie [Mt 14,13, Mk 6,32] zeigen, also nicht Bethsaida die Heimat des Petrus und Andreas, sondern eine Stadt am Nordwestufer: Julias in der Gaulonitis. - ist. Als die Scharen dies erfuhren, folgten sie ihm; und er nahm sie auf, redete zu ihnen vom Reiche Gottes, und machte die, welche der Heilung bedürftig waren, gesund. Der Tag aber fing an, sich zu neigen. Da traten die Zwölf hinzu, und sprachen zu ihm: Nicht aus Überdruss, sondern in hirtenamtlicher Fürsorge für das Volk (Cyr.). – Entlasse das Volk, damit es in die umliegenden Flecken und Dörfer hingehe, und Herberge und Speise finde; denn hier sind wir an einem öden Orte. Er aber sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Tuet ein Wunder. Doch die Apostel verstehen ihn nicht: Wir müssen etwa hingehen. Sie sprechen aus Ehrfurcht gegen den Heiland zweifelnd. – Sie sprachen: Wir haben nichts als fünf Brote und zwei Fische; es wäre denn, dass wir gehen, und für dies ganze Volk Speise kaufen sollen. Es waren nämlich bei fünftausend Männer. Da sprach er zu seinen Jüngern: Lasset sie nach Abteilungen sich lagern, je fünfzig zusammen. Und sie taten so, und ließen alle sich lagern. Sie wissen zwar nicht, wozu, aber sie gehorchen. – Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete sie, brach sie, und gab sie seinen Jüngern, dass sie dem Volke vorlegten. Und sie aßen alle, und wurden satt; und man hob auf, was ihnen übrig blieb, zwölf Körbe voll Stücklein. Und es geschah, als er allein war, und betete, Der Heiland steht vor etwas Größerem. Die Jünger beten wohl mit ihm. - waren auch seine Jünger bei ihm; und er fragte sie, und sprach: Wer sagen die Leute, Die mich hören und meine Wunder schauen. - dass ich sei? Der heil. Lukas übergeht gerne Ereignisse, welche mit bereits erzählten Ähnlichkeit haben. - Sie aber antworteten, und sprachen: Einige Johannes, der Täufer; andere Elias; und wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sprach er zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Der Gesalbte Gottes. Er aber mahnte sie streng, und gebot ihnen, dies niemanden zu sagen; Der schwache Glaube konnte es nicht verstehen, dass der Messias von seinem eigenen Volk verleugnet werden sollte. - denn, sprach er, der Menschensohn muss vieles leiden, von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden, und am dritten Tage auferstehen. Zu allen aber Nicht nur zu den Jüngern, wie [Mk 8,34] zeigt. - sagte er: Will Gottes Gnade steht einem solchen bei. - mir jemand nachfolgen, so verleugne er sich selbst, Gottes Willen zur Richtschnur nehmen. - nehme täglich So lange wir leben. - sein Kreuz auf sich, und folge mir. Welcher Trost! Dem Heilande mit dem Kreuze folgend werden wir seiner Herrlichkeit teilhaftig. - Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; aber wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es retten. Notwendigkeit des Befehls. - Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert und an sich Schaden leidet? In Ewigkeit. - Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird der Menschensohn sich schämen, wenn er kommen wird in seiner und des Vaters und der heiligen Engel Herrlichkeit. Wahrlich, ich sage euch, es sind einige von denen, die hier stehen, welche den Tod nicht kosten werden, bis sie das Reich Gottes sehen! Diese Herrlichkeit steht indes nicht unmittelbar bevor. Das Reich Gottes sehen ist nicht dasselbe, wie den Heiland in seiner Herrlichkeit kommen sehen (V. 26) Vergl. [Mt 16,28] Markus und Lukas geben nur eines von den beiden Worten, die Matthäus anführt. - Es geschah aber ungefähr acht Tage Weil der erste und der achte Tag nicht vollständig waren. Siehe [Mt 17,1]. - nach diesen Reden, da nahm er Petrus, Jakobus und Johannes zu sich, und stieg auf den Berg, um zu beten. Das Ärgernis des Kreuzes soll den Jüngern noch mehr gehoben werden. - Und während er betete, ward das Aussehen seines Angesichtes ein anderes, und sein Gewand weiß und strahlend. Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, Dem Herrn des Gesetzes und der Propheten, von beiden vorhergesagt. - Moses nämlich und Elias, welche in Herrlichkeit erschienen; und sie sprachen von seinem Ausgange, Als letztem Ziele des Gesetzes und der Tätigkeit der Propheten. - den er zu Jerusalem vollenden sollte. Petrus aber, und die bei ihm waren, wurden vom Schlafe Während Christus betete. Der vorhergehende Vers hat etwas vorweggenommen. - beschwert; und da sie aufwachten, sahen sie seine Herrlichkeit, und die zwei Männer, die bei ihm standen. Und es geschah, Sich anschickten zu scheiden. - als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister! hier ist gut sein für uns; lass uns drei Hütten bauen, eine Dir, eine Moses, und eine Elias; und er wusste nicht, was er sagte. Indem er dies aber sagte, kam eine Wolke, und überschattete sie; und sie fürchteten sich, als jene in die Wolke hineingingen. Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn höret! Und als die Stimme erscholl, befand sich Jesus allein. Damit es klar war, wem das Wort galt. - Und sie schwiegen, und sagten in jenen Tagen Bis zur Auferstehung. - niemanden etwas von dem, was sie gesehen hatten. Es geschah aber am folgenden Tage, als sie von dem Berge herabstiegen, kam ihnen viel Volk entgegen. Genauer [Mk 9,13]. - Und siehe, ein Mann aus dem Volke rief laut, und sprach: Meister! ich bitte dich, siehe meinen Sohn an, denn er ist mein einziges Kind. Und siehe, ein Geist ergreift ihn, sofort schreit er; er wirft und reißt ihn hin und her, dass er schäumt, und weicht auch dann kaum, wenn er ihn zerschlägt. Das Subjekt wechselt öfter. - Ich habe deine Jünger gebeten, dass sie ihn austreiben möchten, aber sie konnten es nicht. Da antwortete Jesus, und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Die Jünger sind nicht ausgeschlossen, da er ihnen über alle bösen Geister Macht gegeben hat. [Lk 9,1] - Wie lange werde ich noch bei euch sein, und euch dulden? Bringe deinen Sohn hierher! Als er nun hinzutrat, warf ihn der böse Geist nieder, und schüttelte ihn. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist, heilte den Knaben, und gab ihn seinem Vater wieder. Da erstaunten alle über die Größe Gottes. Als aber alle sich wunderten über alles, was er getan, sprach er zu seinen Jüngern: Nehmet diese Reden Die Wunder, damit ihr nicht versucht werdet zu glauben, mein Leiden entspringe der Ohnmacht. - wohl zu Herzen! Die Jünger haben wiederum die Macht des Heilandes erfahren. - Der Menschensohn nämlich wird in die Hände der Menschen überliefert werden. Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verhüllt, so dass sie es nicht begriffen; Nach göttlichem Ratschluss (Euth.). - auch fürchteten sie sich, ihn über diese Rede Siehe [Mt 10,9, Mk 9,31]. - zu fragen. Es kam ihnen auch in den Sinn, Vergl. [Mt 10,9, Lk 9,28] und [Mt 16,17]. - wer der Größte von ihnen wäre. Da aber Jesus die Gedanken ihres Herzens sah, nahm er ein Kind, stellte es neben sich, Wie die Propheten, lehrt Christus häufig durch Handlungen. Er will die Vorschrift der Demut recht tief dem Gedächtnisse und Herzen der Jünger einprägen. - und sprach zu ihnen: Wer immer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer immer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste unter euch allen ist, dieser ist der Größte. Siehe [Mk 9,35.36]. Was kann ehrenvoller sein, als Jesus und den ewigen Vater aufzunehmen? - Johannes aber hob an, und sprach: Meister! wir sahen einen, der in deinem Namen böse Geister austrieb, Dieses Amt hatte Christus den Jüngern anvertraut. [Lk 9,1] Wer nicht mit den Pharisäern, die den Heiland anfeinden, war, stand wirklich auf seiner Seite. Im Übrigen vergl. [Mt 10,9, Mk 9,Anm.42] - und wir wehrten es ihm, weil er dir nicht mit uns folgt. Und Jesus sprach zu ihm: Wehret es nicht! denn wer nicht wider euch ist, der ist für euch. Es geschah aber, indes die Tage seiner Aufnahme In den Himmel. Die Zeit, von der [Mt 19,1, Mk 10,1, Joh 7] handeln. Der Evangelist erwähnt diese Zeit vielmehr als das Leiden, weil der Heiland sie besonders vor Augen hatte [Hebr 12,2] und weil sie die Majestät des Herrn mehr empfiehlt. - der Erfüllung nahten, wandte er sein Angesicht, um sich nach Jerusalem zu begeben. Und er schickte Boten vor sich her. Und sie gingen hin, und kamen in eine Stadt Ein Dorf. - der Samariter, um für seine Aufnahme alles vorzubereiten. Sie aber nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht zum Gange nach Jerusalem gerichtet war. Weil er zum Laubhüttenfest nach Jerusalem gehen wollte, während doch ihrer Meinung nach Gott auf dem Berge Garizim anzubeten war. Vergl. [Joh 4,20]. - Als dieses Dass die Boten unverrichteter Sache zurückkehrten. Vielleicht dachten die Jünger an Elias. - seine Jünger, Johannes und Jakobus, sahen, sprachen sie: Herr! willst du, so sagen wir, dass Feuer vom Himmel falle, und sie verzehre? Er aber wandte sich um, verwies es ihnen, und sprach: Ihr wisset nicht, wessen Geistes ihr seid! Der Menschensohn ist nicht gekommen, Seelen zu verderben, sondern selig zu machen. Ursache und Vorbild. Die Samaritaner waren entschuldbarer als die Pharisäer. - Und sie gingen in einen andern Flecken. Es geschah aber, als sie auf dem Wege dahingingen, sprach einer zu ihm: Ich werde dir folgen, wohin du immer gehest. Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels Nester; aber der Menschensohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlege. Zu einem andern aber sprach er: Folge mir nach! Und dieser sprach: Herr! erlaube mir, zuvor hinzugehen, und meinen Vater zu begraben. Bisweilen ist ein kleineres Gut für ein größeres hintanzusetzen (Bed., Bon.). Wer Gott in besonderer Weise geheiligt war wie der Hohepriester und die Nasiräer, durfte nicht einmal dem verstorbenen Vater nahen. [3Mos 21,11, 4Mos 6,6.7] Christus zeigt durch seine Antwort zugleich, wie große Heiligkeit das Amt eines Verkündigers des Evangeliums fordert. - Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber gehe hin, und verkündige das Reich Gottes! Es ruft dich der Aufgang (der Messias) [Sach 3,8, Lk 1,78], und du schaust auf den Niedergang (Aug.). Und ein anderer sprach: Herr! ich werde dir nachfolgen, aber erlaube mir zuvor, von dem, was zu Hause ist, Abschied zu nehmen. Jesus sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt, und zurücksieht, ist tauglich für das Reich Gottes.

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