Maleachi 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Über die Verächter wird Strafe kommen. (V. 4) D. Die Priester ein Zerrbild ihres Berufes. (V. 9) II. Strafrede über das Volk. (2,10 – 6,4) A. Die Ehen mit Fremden. (V. 12) B. Die Ehescheidungen. C. Der Messias als Richter. [Mal 3,6]
1 An euch ergeht demnach dies Gebot, ihr Priester! 2 Wenn ihr nicht hören und es nicht zu Herzen nehmen wollt, meinem Namen die Ehre zu geben, So will ich zeitliche Übel über euch verhängen und noch Schlimmeres über euch kommen lassen. - spricht der Herr der Heerscharen, so will ich unter euch Mangel senden und euren Segnungen fluchen; Das Amt der Priester ist: zu segnen, doch ihre Segnungen will Gott in Flüche verkehren; vergeblich werden sie für das Volk eintreten. Sie versäumen es, Gott zu ehren, so beraubt sie auch Gott ihrer Ehre. - ja, fluchen will ich ihnen, Hebr.: Ja, ich habe sie auch verflucht. Der Fluch ist schon geschehen. - denn ihr habt es nicht zu Herzen genommen. 3 Sehet, ich werfe euch das Schulterstück weg Dies gehört von manchen Opfern dem Priester. [3Mos 7,31; 5Mos 18,3] - und schleudere euch den Unrat eurer Feste Nicht meiner. - in euer Angesicht Dass sie mit Schimpf belastet vor allen dastehen. - und er wird euch mit sich fortschleppen. Hebr.: man wird euch mit ihnen hinausschaffen – nämlich an den Ort der Unreinheit. Vergl. [Lk 14,35]. - 4 Dann werdet ihr erkennen, dass ich dies Gebot Die durch den Propheten gebrachte Botschaft. (V. 2) - an euch ergehen ließ, auf dass Oder: weil? Levi ist von Gott auserwählt zu beten, für das Volk einzutreten und zu versöhnen. Die Erinnerung daran bietet dem Propheten Gelegenheit, das Bild eines wahren Priesters zu zeichnen. - mein Bund mit Levi bestehe, spricht der Herr der Heerscharen. 5 Mein Bund mit ihm war ein Bund des Lebens und des Friedens, Das Beispiel der früheren Priester soll sie mit der Sehnsucht nach den verheißenen Gütern erfüllen. Leben: Güter des Lebens. Frieden: ungestörtes Glück. - ich gab ihm Furcht Ich habe ihnen Güter versprochen, aber unter bestimmten Bedingungen. Werden diese nicht erfüllt, so ist auch Gott nicht gehalten, jene zu gewähren. Vergl. [4Mos 25,12; 5Mos 33,8-11]. Die Furcht Gottes besteht in seiner Verehrung und seinem Dienste. - und er fürchtete mich und er zitterte vor meinem Namen. 6 Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde und Unrecht ward auf seinen Lippen nicht erfunden, Hebr.: Wahrhaftige Weisung war in seinem Munde. Unsträflich in der Lehre und im Leben führten sie viele vom Wege der Gottlosigkeit und der Laster zurück zu Frömmigkeit und Tugend. Dass sie mit Gott wandelten, wird von Enoch gesagt [1Mos 5,21.24] und von Noe [1Mos 6,9]. Das gleiche Lob wird den früheren Priestern zuteil. Dem Amte der Priester fehlte auch der Erfolg nicht, doch veränderte Sitten rauben ihnen diesen. - in Friede und in Gerechtigkeit wandelte er mit mir und viele brachte er vom Bösen ab. 7 Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren und das Gesetz soll man von seinem Munde suchen, denn ein Bote des Herrn der Heerscharen ist er. Vergl. [3Mos 10,11; 5Mos 17,10.11]. Wie ein Bote des Herrn an das Volk, so ist er der Vertreter des Volkes bei Gott. Der priesterliche Beruf besteht hiernach in vier Dingen: In der Lehre (dass er die wahre Lehre verkünde und nichts Falsches beimische), im Leben (im friedlichen Leben voll Gerechtigkeit und Tugend), im Segen, den er stiftet (indem er durch Predigt und Mahnung viele vom Bösen abwendet), endlich in der Pflichterfüllung (dass er die Erkenntnis bewahrt und andere lehrt). - 8 Ihr aber seid von dem rechten Wege abgewichen und seid sehr vielen Anlass zum Falle und zur Verletzung des Gesetzes gewesen, Nicht zum Heile, sondern zum Untergange seid ihr Führer geworden. - ihr habt den Bund mit Levi zunichte gemacht, Ihr habt bewirkt, dass ich euch nicht gewähre, was ich der Familie Levi verheißen, weil ihr nicht tut, was jene taten. Hebr.: Ihr habt den Bund mit Levi zerstört. - spricht der Herr der Heerscharen. 9 Darum habe auch ich euch vor allen Völkern verächtlich und niedrig gemacht, Gegensatz zu [JSir 45,7.8.19.25]. Vergl. auch [1Sam 2,30]. - so wie ihr meine Wege nicht gewahrt und Menschenrücksichten im Gesetze gehuldigt habt. Den Priestern lag es besonders ob, die allgemeinen Gesetzesvorschriften auf einzelne Fälle anzuwenden. V. 2, 3, 9 zeigen, dass, je höher jemand steht, eine desto größere Strafe und Verachtung ihn bei Gott und Menschen treffen wird, wenn er seinem Amte untreu ist. - 10 Haben wir denn nicht alle einen Vater? Wer der eine Vater ist, steht bei den Erklärern nicht fest. Am einfachsten ist es wohl, an Abraham zu denken. (Hier., Cyr.) - Hat uns nicht ein Gott erschaffen? Schon Esdras [Esr 9; Esr 10] war gegen die Ehen mit fremden Frauen eingeschritten. Auch Nehemias forderte die Entlassung der fremden Weiber. [Neh 10,30] Doch das Übel schlug immer von neuem Wurzel. Die Gemeinschaft der Herkunft und die Gemeinschaft und Würde der Religion hebt der Prophet hervor. Gott ist der besondere Vater Israels [5Mos 32,6.18; 2Mos 4,22.23] u.a., wie also dürfen sie sich an die Heiden wegwerfen, indem sie die Töchter ihrer Brüder, die sie heimgeführt, verstoßen und so ihr Volk beschimpfen? Sodann verunehren sie den Bund Gottes mit ihren Vätern. - Warum verachtet also unter uns einer den andern und entweiht den Bund unserer Väter? Hebr.: Warum handeln wir denn treulos gegeneinander, so dass wir usw. Eheliche Verbindungen mit Amorrhäern, Kananäern, Hethäern, Pherezäern und Jebusäern waren wegen der Gefahr des Götzendienstes verboten. [2Mos 34,16; 5Mos 7,3.4; Neh 13,25]. - 11 Juda hat Treubruch begangen, Greuel ist in Israel und in Jerusalem verübt; denn Juda hat das Heiligtum des Herrn, Israel wird so genannt, um es desto wirksamer zu beschämen und ihm Gottes Treue und Erbarmen vorzuhalten. - das er liebt, entweiht und Töchter fremder Götter Solche, welche einen fremden Gott mit kindlicher Ergebenheit anhängen. Vergl. [Jer 2,27]. - gefreit. 12 Aber der Herr wird Hebr.: Möge. - jeden, der solches tut, Lehrer wie Schüler, Vornehme wie Niedrige, gelehrte und Unbeachtete, Greise und Jünglinge. - aus den Hütten Jakobs vertilgen und den, welcher dem Herrn der Heerscharen Opfergabe darbringt. Sei es den Priester, der sie darbringt, sei es den Laien, der sie herbeibringt. Für solche lässt Gott keine Minchah zu. Das unblutige Opfer wird erwähnt, entweder weil ein solches für jede Befleckung vorgeschrieben war [3Mos 5,2.3.11], oder damit es sich klar zeige, dass Gott das Opfer nicht wegen eines Mangels des Opfertieres, sondern wegen der Unwürdigkeit des Darbringenden verwirft. Das Hebräische für: Lehrer wie Schüler, nämlich: den Wachenden und den Antwortenden ist nicht befriedigend zu erklären. - 13 Auch dies noch habt ihr getan: Ihr bedecktet den Altar des Herrn mit Tränen, Weinen und Wehklagen, Die Ehen mit den fremden Frauen waren Ursache, die eigenen Frauen ungerecht fortzuweisen. Viele Frauen kamen in den Tempel, Gott das ihnen angetane Unrecht zu klagen. - so dass ich nicht mehr auf das Opfer blicken noch etwas zur Versöhnung annehmen mag von eurer Hand. 14 Ihr sprechet noch: Wie die Priester [Mal 1,6.7]. - Warum das? Darum, weil der Herr Zeuge ist zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, Der Herr, der die Ehe so eingesetzt hat, dass sie unverletzlich und dauernd sein soll [1Mos 2,24], ist auch Zeuge und Rächer der Schließung des geheiligten Ehebundes. Vergl. [1Mos 31,49.50; Tob 7,15]. - das du verschmäht hast, Hebr.: dem du nun die Treue gebrochen hast. - während sie doch deine Gefährtin Und doch war sie deine treue Genossin durch so viele Jahre in Freud und Leid. - und deine vermählte Gattin Dir durch einen heiligen Bund vereinigte Gattin, einen Bund, den du ohne Gottlosigkeit nicht brechen kannst. - ist. 15 Hat nicht einer sie erschaffen und ist nicht auch sie ein Ausfluss seines Geistes? Oder hebräisch: So handelt niemand, der noch nicht ganz den Geist (Gottes und die Besinnung) verloren hat. In der Ehe ist ja nicht Befriedigung der Lust zu suchen, sondern Söhne, die Diener Gottes sind. – Vulgata: Beide Gatten sind von Gott geschaffen, beide erfüllt derselbe Geist Gottes, denn aus Adam hat er zwar Eva gebildet, aber beiden eine gleiche Seele gegeben, Eva gleichsam das Übrige von seinem Hauche spendend. - Und was will der eine anders als Nachkommenschaft Gottes? Gott will, dass ein Volk erzeugt werde, das sein Geist erfüllt. Werden aber solche Söhne von den Götzendienerinnen herstammen? - Darum wahret euren Geist und verschmähe das Weib deiner Jugend nicht! Hebr.: So nehmet denn in Obacht euren Geist, und dem Weibe deiner Jugend werde nie die Treue gebrochen. – Hütet euch, dass Gottes Geist nicht gänzlich sich von euch zurückziehe, indem ihr euch von der sinnlichen Lust gänzlich überwältigen lasset. - 16 Wenn du ihr abgeneigt bist, so entlasse sie, spricht der Herr, der Gott Israels. Hebr.: Denn ich hasse die Scheidung, spricht der Herr, der Gott Israels, und wer solches tut, bedeckt mit Freveltat sein Gewand – erscheint offen als mit Frevel belastet. Dies widerspricht nicht [5Mos 24,1]. Da an dieser Stelle die Scheidung nicht völlig freigestellt, sondern nur aus gewichtigster Ursache, die das sechste Gebot betrifft, gestattet wird. Zudem ist auch diese Gestattung den Juden nur wegen ihrer Herzenshärte zuteil geworden. Der Text der Vulgata ist schwieriger. Welcher Art muss die Abneigung sein? Gerechte Abneigung wegen Ehebruchs? (Cyr., Theod. Gr.) Oder: Eher als dass du sie misshandelst und quälst, entlasse sie? Oder ironisch? In jedem Falle aber wird die Bosheit vor aller Augen liegen und dich ganz und gar umgeben wie ein Kleid. - Aber die Unbill wird sein Gewand bedecken, spricht der Herr der Heerscharen. Wahret euren Geist und verschmähet nicht! 17 Ihr kränkt den Herrn durch eure Reden und ihr sprecht: Worin haben wir ihn gekränkt? Dadurch dass ihr sprecht: Jeder, der Böses tut, ist gut vor dem Herrn, und solche gefallen Gottes Auge wohl; oder doch: Wo ist denn der Gott des Gerichtes? Die Juden empfinden es bitter, dass die herrlichen Voraussagungen der Propheten über die Wiederherstellung der Stadt noch nicht erfüllt sind und sie von ihren Feinden bedrängt werden, über welche doch das Gericht kommen sollte. Der Prophet antwortet ihnen: Der Richter wird kommen, aber sehet wohl zu, ob ihr denn auf seine Ankunft recht vorbereitet seid, dass er nicht auch euch strafe! Der Messias wird kommen als Richter.
Zitiert in 30
- V. 2 Summa (EN)(III 82.5)Litteras A Vobis(§2)
- V. 5 Compendium of the Social Doctrine of the Church(489)
- V. 6 CCC(¶217)Litteras A Vobis(§2)
- V. 7 CCC(¶1540)Summa (EN)(II-II 16.2
III 22.1 Acerbo Nimis(§9)Ad Catholici Sacerdotii(§40)Presbyterorum Ordinis(§4)Spiritus Paraclitus(§46)Suppl 36.2) - V. 8 CCC(¶1540)
- V. 9 CCC(¶1540)Litteras A Vobis(§2)
- V. 10 CCC(¶238)
- V. 11 Summa (EN)(Suppl 59.1)
- V. 13 CCC(¶1611)
- V. 14 CCC(¶1611)Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Amoris Laetitia(§123)
- V. 15 CCC(¶1611)Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Amoris Laetitia(§123)
- V. 16 CCC(¶1611)Summa (EN)(Suppl 67.3
Suppl 67.6) Amoris Laetitia(§123) - V. 17 CCC(¶1611)