Markus 11
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Jesus hält seinen feierlichen Einzug in Jerusalem. (V. 11) Christus verflucht den unfruchtbaren Feigenbaum und sagt die Zerstörung des Tempels vorher. (V. 26) Die Pharisäer fragen den Herrn nach seiner Vollmacht.
1 Und als sie sich Jerusalem und Bethanien am Ölberge näherten, Über die Zeit, siehe [Mt 21,1]. – sandte er zwei von seinen Jüngern ab, Von Bethphage aus [Mt 21,1] - 2 und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, Wohin, steht nicht fest. - und sogleich, wenn ihr in denselben hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch kein Mensch gesessen ist; bindet es los, und bringet es. 3 Und wenn euch jemand sagt: Was tut ihr? so saget: Der Herr bedarf seiner. Und sogleich wird er es hierher lassen. Der Heiland löst die Schwierigkeit, welche sich die Jünger wohl stellten. Wie viel Wunder vereinigen sich hier! (Vikt., Theoph.) - 4 Da gingen sie hin, und fanden das Füllen, angebunden an der Türe, draußen an der Wegscheide; In der das Haus umgebenden Straße. - und sie banden es los. 5 Und einige von denen, die dastanden, sagten zu ihnen: Was tut ihr, dass ihr das Füllen losbindet? 6 Sie aber sprachen, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und diese überließen es ihnen. 7 Da führten sie das Füllen zu Jesus, und sie legten ihre Oberkleider darüber, und er setzte sich auf dasselbe. 8 Viele aber breiteten ihre Oberkleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen, und streuten sie auf den Weg. Bei öffentlichen feierlichen Prozessionen pflegte man grüne Zweige zu tragen. Vergl. [1Mak 13,51, 2Mak 10,7]. - 9 Und die vorangingen, und die nachfolgten, schrien und sprachen: Hosanna! 10 Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn; hochgelobt sei das Reich unseres Vaters David, Gott segne das Reich des Messias. - das da kommt! Hosanna in der Höhe! 11 Und er zog ein in Jerusalem, und ging in den Tempel. Christus zeigt, welcher Art das messianische Reich ist. - Und nachdem er alles ringsherum angesehen hatte, Als Herr (Euth.). - ging er, als bereits der Abend gekommen war, hinaus nach Bethanien Dort hatte man ihm dauernde Gastfreundschaft gewährt. – mit den Zwölfen. 12 Des andern Tages aber, da sie von Bethanien fortgingen, hungerte ihn. 13 Und da er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hinzu, ob er wohl Griech.: also, nämlich weil der Baum schon Blätter trug; es ist der Monat April, während die Bäume gewöhnlich im Juni und August trugen. – etwas an ihm fände; als er aber zu ihm hinkam, fand er nichts als Blätter; es war nämlich nicht die Feigenzeit. 14 Und er hob an, und sprach zu ihm: Niemals mehr esse in Ewigkeit jemand eine Frucht von dir! Die Worte sind bedeutungsvoll für den Baum und für das, was er vorstellt, die Synagoge, das Volk Israel. Vergl. [Mt 21,Anm.38] – Und seine Jünger hörten es. 15 Und sie kamen nach Jerusalem. Und da er in den Tempel In die äußere Vorhalle, wie das Folgende zeigt. - gegangen war, fing er an, die Verkäufer und Käufer im Tempel auszutreiben; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenhändler warf er um. 16 Und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gefäß durch den Tempel hindurchtrug. Als ob der Tempel ein Durchgang sei. - 17 Und er lehrte, und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes heißen Wird sein und soll sein [Jes 56,7]. - für alle Völker? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Weil die Kaufleute oft ungerechten Gewinn suchten (Vikt., Theoph.) und dies am heiligen Orte, ohne dass die Priester es hinderten. Ähnlich [Jer 7,11]. Dem heil. Hieronymus scheint dies das größte aller Wunder, dass niemand dem Heilande zu widerstehen wagt. - 18 Als die Hohenpriester und Schriftgelehrten dies hörten, suchten sie, wie sie ihn verderben könnten; Siehe [Mt 21,46]. Gleichzeitig zeigt sich wie ohnmächtig sie sind. - denn sie fürchteten ihn, weil das ganze Volk von Bewunderung ergriffen war über seine Lehre. 19 Da es nun Abend geworden war, ging er zur Stadt hinaus. Die Reinigung des Tempels fand also nicht am Tage des Einzuges statt. - 20 Und als sie des Morgens am Feigenbaume vorübergingen, sahen sie, dass er von der Wurzel an verdorrt war. Christus sagt ihnen noch nichts von der Bedeutung des Wunders, da sie nicht darnach fragen. - 21 Da erinnerte sich Petrus, und sprach zu ihm: Meister! siehe, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorret. 22 Und Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Habet Glauben an Gott! 23 Wahrlich, ich sage euch, wer immer zu diesem Berge spricht: Hebe dich, und stürze dich in's Meer! und er zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, dass alles, was er sagt, geschehen werde; es wird ihm geschehen. Sprichwort, so schon [Sach 4,7]. Dieser Glaube, der alles Schwanken ausschließt, ist ein besonderes Geschenk Gottes, dessen Gewährung zugleich Unterpfand der Erhörung ist. - 24 Darum sage ich euch: Alles was ihr immer im Gebete erbittet, glaubet, dass ihr es erhalten werdet, so wird es euch werden. 25 Und wenn ihr stehet, Die Juden standen meistens beim Beten, indes warfen sie sich auch zur Erde, wie Christus [Mt 26,39]. Christus wählt unter den verschiedenen Bedingungen des Gebetes eine aus, wie er von den Bitten des Vaterunser die fünfte ausführlich erklärt [Mt 6,14.15]. - um zu beten, so vergebet, wenn ihr etwas gegen jemand habet, damit auch euer Vater, der im Himmel ist, euch eure Sünden vergebe. 26 Wenn aber ihr nicht vergebet, so wird auch euer Vater, der im Himmel ist, euch eure Sünden nicht vergeben. 27 Und sie kamen wiederum nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherwandelte, Lehrend. [Mt 21,23, Lk 20,1] - traten die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und Ältesten zu ihm, 28 und sprachen zu ihm: Kraft welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben, solches zu tun? Sie zielen besonders auf den Einzug und die Tempelreinigung. Die Antwort soll ihnen eine Waffe zu neuem Angriffe geben. - 29 Jesus aber antwortete, und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein Wort fragen; Die Frage Jesu enthält die Antwort auf ihre Frage. - antwortet mir darauf, so will ich euch sagen, kraft welcher Vollmacht ich dies tue. 30 Die Taufe des Johannes – war sie vom Himmel, oder von Menschen? Antwortet mir! 31 Sie aber dachten bei sich, Sich zurückziehend. - und sprachen: Sagen wir: Vom Himmel, so wird er sagen: Warum also habt ihr ihm nicht geglaubt? 32 Sagen wir: Von Menschen, Griech.: Aber sagen wir: Aus den Menschen? So fürchteten sie das Volk. Sie fragen nicht: Was ist wahr? Sondern widerstehen der erkannten Wahrheit, sobald diese dem Heilande günstig ist. Ebenso verächtlich macht sie ihre Furcht vor dem Volke. Urteilt dieses falsch, so ist es ihre strengste Pflicht, es zu belehren. so fürchten wir das Volk. Denn alle hielten den Johannes für einen wahren Propheten. 33 Daher antworteten sie Jesus, und sprachen: Wir wissen es nicht. Und Jesus erwiderte, und sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, kraft welcher Vollmacht ich dieses tue.