Matthäus 13

4. Natur und Wirksamkeit des messianischen Reiches. (Kap. 13) Gleichnis vom Sämann. (V. 9) Warum Christus in Gleichnissen redet. (V. 17) Erklärung des Gleichnisses vom Sämann. (V. 23) Gleichnis vom Unkraut. (V. 30) Gleichnisse von der Wirksamkeit des Reiches Christi. (V. 35) Vom Senfkörnlein. (V. 32) Vom Sauerteige. (V. 33) Erklärung des Gleichnisses vom Unkraute. (V. 43) Gleichnisse von den Segnungen des messianischen Reiches. (V. 46) Vom verborgenen Schatze. (V. 44) Von der Perle. (V. 46) Gleichnis vom Netze. (V. 52) Die Seinen nehmen den Heiland nicht auf.

An jenem Tage ging Jesus aus dem Hause Es ist wohl das Haus des heil. Petrus in Kapharnaum. Das Ufer erhob sich amphitheatralisch. - und setzte sich am Meere nieder. Und es versammelte sich viel Volk um ihn, so dass er in ein Schiff stieg und sich setzte; und alles Volk stand am Ufer. Und er redete viel zu ihnen in Gleichnissen, Ein Gleichnis ist die Erzählung einer erdichteten Geschichte in der Absicht aus dem, was im gewöhnlichen Leben geschieht, etwas Höheres zu erklären und zu beweisen. Diese Lehrweise war bei den Orientalen sehr beliebt. - und sprach: Siehe, Die Aufmerksamkeit wird erweckt, damit dem Folgenden besondere Beachtung geschenkt werde. – der Sämann ging aus, zu säen. Und während er säete, fiel einiges an den Weg hin, und es kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf felsigen Grund, wo es nicht viel Erdreich hatte, und es ging alsbald auf, weil es keinen tiefen Grund hatte. Als aber die Sonne aufgegangen war, ward es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Wieder anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, einiges hundertfältig, einiges sechzigfältig, einiges dreißigfältig. Wie drei Teile des Samens umsonst ausgestreut werden, so wird auch eine dreifache Frucht unterschieden. - Wer Ohren hat zu hören, der höre! In diesem Gleichnisse sind wichtige Wahrheiten enthalten, daher die Mahnung. - Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen? Christus erklärt dem Volke die Gleichnisse nicht. Ein solches Vorgehen war ungewöhnlich, daher die Frage der Jünger. - Er antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse Lehren, welche der Mensch durch die natürliche Vernunft nicht zu erwerben vermag, die Gott offenbart und die ohne seinen Beistand nicht geglaubt werden können. - des Himmelreiches zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben. Zwei Klassen von Menschen, die einen für den Himmel geeignet, die anderen ungeeignet, weil die letzteren Christus nicht als den Gesandten Gottes anerkennen. - Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen werden. Das widerfuhr den Juden. Da sie nicht glaubten, verloren sie auch das Verständnis des Gesetzes und der Propheten. Wer Gottes Gnaden gut anwendet, erlangt größere; wer sie verachtet, dem werden sie entzogen. - Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, und nicht verstehen. Die Führer des Volkes sehen die Wunder, welche in der Zeit des Messias geschehen sollten, und bekennen Christus nicht als den verheißenen Erlöser. Sie haben das Zeugnis des Johannes gehört und Christi Zeugnis von sich selbst vernommen, aber widerstehen der inneren Gnade. Das Volk kommt lediglich bis zu unfruchtbarer Verwunderung, aber weigert sich gleichfalls, Christus zu folgen. - Und es erfüllt sich an ihnen die Weissagung des Isaias, der da spricht: Mit den Ohren werdet ihr hören, und nicht verstehen; ihr werdet mit den Augen schauen, und nicht sehen. Wieder geschieht, was Isaias von seinen Zeitgenossen durch die Offenbarung Gottes gesagt. Vergl. [Apg 28,25] - Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und sie hörten schwer mit den Ohren, und schlossen ihre Augen, damit sie nicht etwa sehen mit den Augen, und hören mit den Ohren, und mit dem Herzen es verstehen, und sich bekehren, und ich sie heile. Aus der Septuag. entweder von Matthäus selbst entnommen, da diese Übersetzung in Palästina bekannt war, oder von seinem Übersetzer an die Stelle des hebr. Textes gesetzt. Der Prophet soll zu dem Volke reden, auch wenn es durch seine Mahnungen erbittert, sich noch mehr verhärtet. Die Gleichnisse sollten das Volk zu weiterem Forschen anregen und enthalten manche leicht verständliche Mahnung, das Gute zu tun und das Böse zu fliehen. - Selig aber eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören! Propheten und Heilige haben diese Zeit ersehnt. [Joh 8,56, 1Petr 1,10-12]. Die Jünger sind also glücklicher als die Propheten und Heiligen, die von ihnen mit großer Andacht verehrt warden! Und dies sagt der ihnen, der ebenso wahrhaft wie mächtig ist! Wie muss ihr Herz von neuer Liebe zum Heilande erglühen! Vergl. [Hebr 11,13.40] - Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und sahen es nicht, und zu hören, was ihr höret, und hörten es nicht! So höret ihr nun das Gleichnis vom Sämanne. Der Same ist die Predigt vom Reiche. Durch die Predigt wird das Reich Gottes begründet und ausgebreitet. - Wenn jemand das Wort von dem Reiche hört, und es nicht versteht, Oberflächlich hört und sich nicht bemüht, zu verstehen. - so kommt der Böse, Der Teufel. - und raubt Wie die Vögel die Samenkörner: Er sorgt, dass die, wenn auch nur auf die Oberfläche der Seele gefallenen, religiösen Wahrheiten bald verfliegen. - das, was in seinem Herzen gesäet worden ist; dies ist der an den Weg hingesäete. Der aber auf den felsigen Grund gesäet ist, ist der, welcher das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt. Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern dauert nur eine Zeitlang; und wenn um des Wortes willen Trübsal und Verfolgung entsteht, so nimmt er alsbald Anstoß. Das Reich Christi wird von Stürmen der Anfeindung heimgesucht, ist also keine Weltherrschaft, wie sie die Juden erhofften. - Der aber unter die Dornen gesäet ist, ist derjenige, welcher das Wort hört; aber die Sorge dieser Welt, und der Trug des Reichtums Der Heiland sagt nicht: Welt und Reichtum, sondern Sorge dieser Welt und Trug des Reichtums. Sorge: Was ein Herz allzu sehr außer dem Reiche Gottes sucht. Herzen, welche die Beute dieser Feinde werden, sterben für das Himmlische ab. - ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. Der endlich auf ein gutes Erdreich Gut nicht nur von Natur, sondern auch durch Pflege. Bild und bezeichnete Sache werden hier schön zusammengestellt. Wer ist der Sämann? V. 37 antwortet hierauf. Der Heiland zeigt seinen Jüngern gleichzeitig, dass sie den Mut nicht verlieren sollen, wenn ihre Predigt nicht mehr Wirkung hat als die des Meisters. - gesäet ist, ist der, welcher das Wort hört, und versteht, und Frucht bringt, und hundertfältig, oder sechzigfältig, oder aber dreißigfältig Wie die schlechten Hörer der Predigt vom Reiche drei Klassen bilden, so auch diejenigen, bei denen das Wort Frucht trägt. - trägt. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor, und sprach: Das Gleichnis vom Acker stellte die Stiftung des Reiches Gottes, seine Ausbreitung durch die Predigt und seine Frucht dar. Indes auch die dem Gottesreich angehören, sind nicht außer aller Gefahr, da in der Kirche Gute mit Bösen gemischt sind und der Feind Gottes durch seine List die Menschen in's Verderben zu stürzen sucht. Darüber dürfen die Gläubigen sich nicht verwundern, wohl aber hat jeder zu wachen, dass der böse Feind ihm keinen Schaden tue. - Das Himmelreich ist gleich geworden einem Manne, der guten Samen auf seinen Acker säete. Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säte Unkraut mitten unter den Weizen, Der Feind sucht das zu verderben, was gut begonnen. Der Zusatz „Während die Leute schliefen“ bezeichnet einfach die Zeit. - und ging davon. Als aber der Halm ausschoss, und Frucht ansetzte, da erschien auch das Unkraut. Lollium tremul., das vom Getreide nicht zu unterscheiden ist, solange es noch keine Ähren angesetzt hat. - Da traten die Knechte Die Diener werden nur der Antwort ihres Herrn halber genannt. - des Hausvaters herzu, und sprachen zu ihm: Herr! hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er also das Unkraut? Und er sprach zu ihnen: Ein feindlicher Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es einsammeln? Und er sprach: Nein! damit ihr nicht etwa, indem ihr das Unkraut sammelt, zugleich mit demselben auch den Weizen ausreißet. Christus kommt in seiner Antwort nicht darauf zurück, indes enthält dies Wort eine wichtige Mahnung: Die Bösen sind zu dulden, wenn die Guten sonst in Gefahr kämen. Im Übrigen gilt das [1Kor 5,13] Gesagte. - Lasset beides wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Leset zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Büschel zum Verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheuer. Ein anderes Gleichnis Da Christus gesagt, es gehe von den Samen manches verloren, konnte die Furcht erstehen, es möchten nur wenige Gläubige übrig bleiben. Diese Furcht wird durch das folgende Gleichnis beseitigt, das die Ausbreitung des Himmelreiches aus bescheidenen Anfängern schildert. Der Heiland erscheint in Niedrigkeit und erwählt zwölf arme Apostel, und doch gewinnt er die ganze Erde für seine Lehre. - legte er ihnen vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkörnlein, welches ein Mensch nahm, und auf seinen Acker säte. Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, Sprichwort der Hebräer. Das Senfkorn wächst bis zu drei Meter Höhe und erscheint wie ein Baum. Christus deutet auf [Ez 17,23] hin. Die Kirche ist das Abbild Christi, der in Erniedrigung begann, um zur Herrlichkeit ewiger Glorie zu gelangen. - wenn es aber herangewachsen ist, ist es größer als alle Gartengewächse, und wird zu einem Baume, so dass die Vögel des Himmels kommen, und in seinen Zweigen wohnen. Ein anderes Gleichnis Das vorhergehende Gleichnis stellte die äußere Ausdehnung des Gottesreiches dar, das gegenwärtige seine innere Kraft. - sagte er ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, den ein Weib nahm und unter drei Maß Ein Maß = ⅛ Epha, fasste 144 Eier, etwa sieben Liter. Der Heiland wählt die Zahl drei, vielleicht mit Rücksicht auf [1Mos 18,6, Rich 6,19, 1Sam 1,24]. Dies scheint das Maß bei Festmahlen gewesen zu sein. Der Sauerteig gibt dem gleichsam toten Mehl Leben, Wachstum und Geschmack. Im Übrigen zeigt uns der Augenschein, wie das Christentum die Gestalt der Erde verändert hat. - Mehl einmengte, bis das Ganze durchsäuert war. Alles dieses redete Jesus durch Gleichnisse zu dem Volke, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; Wie Christus V. 13 gesagt, warum er die Gleichnisse dem Volk nicht erkläre, so offenbart er jetzt, warum er diese Lehrweise übt. Er redete nicht: nämlich damals (vergl. V. 10). - damit erfüllet würde, Der Evangelist zeigt, wie Christus alle Vorbilder des A. T. erfüllt und somit Herr der Propheten ist. - was durch den Propheten gesagt worden, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen, und aussprechen, was verborgen war Der Psalmist erzählt Gottes wunderbare Führungen, die er dann Gleichnisse nennt, weil sie eine Lehre enthalten. Verborgen: Unter der äußeren Hülle der geschichtlichen Tatsachen verbirgt sich ein geheimer Sinn, die Beschreibung der Schicksale des Gottesreiches. Was dem Psalmisten als Propheten zukam, muss noch viel mehr Christus, dem Haupte der Propheten, zukommen. - von Gründung der Welt an. Alsdann entließ Jesus das Volk und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm, und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis von dem Unkraute des Ackers! Vergl. [Mt 24,31, 1Thes 4,15]. - Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen aussäet, ist der Menschensohn. Der Acker aber ist die Welt; der gute Same hingegen das sind die Kinder des Reiches, und das Unkraut sind die Kinder des Bösen. Der Feind aber, der es gesäet hat, ist der Teufel. Die Ernte aber ist das Ende der Welt, die Schnitter hinwieder sind die Engel. Wie nun das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein. Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse Diejenigen, welche anderen durch ihren bösen Wandel Ursache zum Falle sind. - sammeln, Und entfernen. - und Wohl erklärend: Und zwar. So hat Christus das Gericht [Mt 7,23] beschrieben. - jene, die Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Alsdann werden die Gerechten leuchten Vergl. [Weish 3,7, 1Kor 15,41]. Das Licht ist das Bild der Herrlichkeit und Seligkeit. Das Licht der Sonne ist das schönste, das die Menschen kennen. - wie die Sonne im Reiche ihres Ihres Vaters: Wie lieb hat Gott sie! Welch ein Gegensatz, dort Kinder des Satans, hier Kinder Gottes! Beide sind es in Ewigkeit und werden dem, dessen Kinder sie sind, im Lose ähnlich. Das ist es, worauf der Herr die Aufmerksamkeit lenkt. Vergl. [Mt 11,15]. - Vaters. Christus übergibt nach dem letzten Gerichte das Reich Gottes dem Vater. [1Kor 15,24] - Wer Ohren hat zu hören, der höre! Das Himmelreich Dieses Gleichnis zeigt den Wert und die Fülle der Güter, das Folgende die Schönheit des Himmelreiches und wie sehr wir uns bemühen müssen, dasselbe zu erlangen. Das Himmelreich wird irdischen Dingen verglichen, weil das Herz durch das, was es aus Erfahrung kennt, das nicht Bekannte lieben lernt. In dem ersten Gleichnis wird es gefunden, im zweiten gesucht, weil Gott es den einen von selbst anbietet, während andere es mit vieler Mühe suchen müssen, ehe sie zugelassen werden. - ist gleich einem Schatze, Einer ungeheueren Menge von Gold oder Silber. - der im Acker verborgen ist; wenn diesen ein Mensch findet, hält er ihn geheim, Er sagt niemanden davon. - und geht in der Freude darüber hin, und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. So wenig wie [Lk 16,8] die Handlungsweise des ungerechten Haushalters empfohlen wird, wird hier gesagt, ob es an sich recht sei, so zu handeln. - Abermal ist das Himmelreich gleich einem Kaufmanne, der gute Perlen sucht. Wenn er aber eine Nur eine ist die kostbare Perle. Nicht alle wissen sie zu schätzen, und doch ist für dieselbe alles daranzugeben. - kostbare Perle findet, geht er hin, verkauft alles, was er hat, und kauft sie. Abermal ist das Himmelreich gleich einem Netze, das in's Meer Die Welt. Vergl. [Mt 4,19] - geworfen wird und aller Art Fische einfängt. Wenn es angefüllt ist, Wenn allen Völkern das Evangelium gepredigt ist. Ob aber auch alle Menschen sich bekehren? Die Scheidung tritt erst ein, wenn das Gottesreich auf Erden endet. - zieht man es heraus, setzt sich an das Ufer, und sammelt die guten in Gefäße, die schlechten aber wirft man hinaus. So Wie V. 39-42 gesagt ist. Wie oft spricht Christus von der ewigen Strafe! [Mt 5,29, Mt 10,28, Mt 12,32, Mt 13,42-50] - wird es auch am Ende der Welt gehen. Die Engel werden ausgehen, und die Bösen aus der Mitte der Gerechten absondern, und sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie Die, welchen das V. 11 benannte Geschenk Gottes zuteil geworden ist. - sprachen zu ihm: Ja! Und er sprach zu ihnen: Darum Weil ihr die Geheimnisse des Himmelreiches verstanden habt. (Chrys.) Diese Geheimnisse sind neu, alt aber, was der Heiland aus dem Leben vorbringt. Da nun die Jünger die Lehre Jesu verstanden haben und auf dieselbe Weise lehren werden, sind sie und jeder vom Himmelreiche recht Unterwiesene einem solchen Familienvater ähnlich. Einen wie großen Schatz muss sich also jeder Lehrer erwerben und wie sehr bestrebt sein, ihn täglich zu mehren! - ist jeder Schriftgelehrte, der über das Himmelreich unterrichtet ist, einem Hausvater gleich, der aus seinem Schatze Ein reicher und freigebiger Familienvater bringt mancherlei aus seinem Vorrate, um dem verschiedenen Geschmacke Genüge zu tun, Altes und Neues. Vielleicht eine sprichwörtliche Redeweise, vergl. [Hohel 7,13], welche die Fülle andeutet. - Neues und Altes hervorbringt. Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, ging er von dort hinweg. Der Heiland geht wegen des Unglaubens des Volkes hinweg, zu dem er in Gleichnissen gesprochen, weil sie die unverhüllte Wahrheit nicht gefasst hätten. Diesen Unglauben zeigt der Evangelist an einem Beispiele. Zwischen dem Vorhergehenden und dem Folgenden liegt wohl das [Mk 4 - Mk 6,1] Erzählte. -
Jesus predigt in der Synagoge
Und er kam in seine Vaterstadt Nicht unmittelbar nach Vorlegung der Gleichnisse. Das [Lk 4,16] erzählte Ereignis ist zwar ähnlich, doch ein anderes, denn die Umstände sind mehrfach verschieden. Vergl. auch [Mt 4,13]. Vaterstadt Christi heißt Nazareth, weil der Herr daselbst aufgewachsen war und dort seine Mutter und seine Verwandten wohnten [Lk 4,16]. - und lehrte sie in ihren Synagogen, so dass sie sich verwunderten und sprachen: Woher kommt diesem Den wir so lange kennen. Also hatte Christus seine göttliche Natur und sein Amt vor dem dort nicht offenbart. - solche Weisheit und die Wunderkräfte? Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Brüder Jakob, Joseph, Simon und Judas? Da Joseph nicht erwähnt wird, scheint aus dieser Stelle die alte Überlieferung bestätigt, dass er bereits gestorben war. Brüder Jesu werden auch sonst, Schwestern nur hier und [Mk 6,3] erwähnt. In welchem Sinne, siehe 1. Anm. 24. Die Brüder Jesu sind die Kinder einer halbbürtigen Schwester der Mutter Christi, die Söhne der Maria, Frau des Alphäus. - Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn dieses alles? Und sie nahmen Anstoß an ihm. Seine Wunder, sein Ansehen u. a. wurden ihnen Anlass zum Neide und zur Verweigerung des Glaubens. - Jesus aber sprach zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet weniger geehrt als in seinem Vaterlande und in seinem Hause. So auch David [1Koe 16,11, 1Sam 17,28]. Niemand schätzt einen Propheten so gering wie die, welche zuvor mit ihm vertraulichen Umgang gehabt. - Und er wirkte daselbst nicht viele Wunder ihres Unglaubens wegen. Der Glaube ist die Voraussetzung, unter der Christus Wunder tut.

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