Matthäus 24

Die Heuchelei und Ehrsucht der Pharisäer. (V. 12) Achtfaches Weh über Schriftgelehrte und Pharisäer. (V. 33) Christi Trauer über Jerusalem.

Und Jesus begab sich aus dem Tempel So seinen Unwillen über die Hüter desselben offenbarend. Vergl. [Mt 23,38]. Der Heiland begibt sich wohl auf den Ölberg. - und ging fort. Da traten seine Jünger zu ihm, um ihm die Bauwerke des Tempels Sie wollten wohl sagen: Fällt die Stadt, so fällt auch der Tempel; so nimm also dein Wort zurück. - zu zeigen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet ihr dies alles? Sehet es an; doch so großartig alles ist, es wird zu Grunde gehen. Die Erfüllung der Prophezeiung erzählt Fl. Josephus Jüd. Krieg 7,11. Die vollständige Erfüllung trat bei dem verunglückten Tempelaufbau unter Julian ein. – Wahrlich, ich sage euch, kein Stein wird hier auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen würde. Nach [Ez 11,23] sollte die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen, zum Zeichen, dass derselbe samt der Stadt zum ersten Male zu Grunde gehen werde. So verlässt auch der Heiland, in dem die Fülle der Herrlichkeit Gottes erschien und unter uns wohnte, den Tempel und verkündet vom Ölberg den erneuerten Untergang der Stadt und die Zerstörung des Heiligtumes. - Als er sich nun auf dem Ölberge niedersetzte, traten die Jünger allein Allein, ohne Zeugen. - zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird dies geschehen? Und was wird das Zeichen deiner Ankunft, Die glorreiche Wiederkehr Christi. - und des Endes der Welt Christus hat von derselben bereits [Mt 16,27, Mt 13,40.49, Mt 19,28] gesprochen. Die Jünger glaubten, dass die Zerstörung des Tempels und das Weltgericht zeitlich zusammentreffen würden. (Euth., Pasch., Thom.) Werden im Nachfolgenden die Zeichen angegeben für die bevorstehende Zerstörung Jerusalems, oder für das Weltgericht, oder für beides? Alle drei Erklärungen haben Schwierigkeiten. Am richtigsten ist es wohl zu sagen: Christus gibt hier überhaupt keine bestimmten Vorzeichen an, sondern mahnt, die Apostel und alle Christen sollen jederzeit und bei allen Trübsalen und Versuchungen der Verführung feststehen. - sein? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch niemand verführe! Der Heiland antwortet nicht sofort auf die Frage, sondern sagt zuerst das, was die Jünger zuvor wissen müssen, weil es vorher eintreffen soll. (Euth.) So wiederholt der Herr auch mit anderen Worten, was er [Mt 10,21] gesagt. - Denn Gründe, warum zu wachen ist. - viele werden unter meinem Namen kommen Indem sie sagen: Ich bin Christus. - und sagen: Ich bin Christus! Falsche Lehrer verheißen das Heil durch ihre falsche Lehre, oder leugnen zu verschiedenen Zeiten. - und sie werden viele verführen. Da der Heiland sagt: viele, meint er verschiedene zu verschiedenen Zeiten. - Ihr werdet von Kriegen In dem Kampfe mit den Verführern kommen die Nachstellungen durch äußere nahe Feinde. - und Kriegsgerüchten Kriege wüten ebenso in der Ferne. - hören; sehet zu, dass ihr euch nicht verwirren lasset; denn Griech.: aber. Es wird etwas Neues gesagt. - alles dies muss geschehen, Die Ursachen davon sind die Bosheit, die Habsucht und andere Laster der Menschen. - aber noch ist es nicht das Ende. Christus deutet an, dass er jetzt weder auf die eine, noch auf die andere Frage (V. 3) antwortet. - Denn es wird Volk wider Volk aufstehen, und Reich wider Reich, und es werden Seuchen, Hungersnöte und Erdbeben sein, Ort für Ort. Dies alles aber ist nur ein Anfang der Wehen. Dann Zur Zeit jener Heimsuchungen, welche in V. 7,8 beschrieben sind. Der Heiland schildert das Schicksal seiner Gläubigen, welche den Erdkreis erfüllen. - werden sie euch in Bedrängnisse überantworten, und werden euch töten; und ihr werdet gehasst werden von allen Völkern um meines Namens willen. Und dann werden viele Ärgernis nehmen, Sie verstehen nicht, warum Gott die Seinigen so viel leiden lässt, und beherzigen die Mahnungen und Voraussagungen Christi nicht. So verleugnen sie den Glauben, oder lassen in der Frömmigkeit nach. - und einander verraten, und einander hassen. Und viele falsche Propheten Falsche Lehrer, Häretiker. Vergl. [2Kor 11,13.15]. - werden aufstehen und viele verführen. Und weil die Bosheit Die Ursachen derselben siehe V. 6, 11. - überhandnimmt, wird die Liebe Die Liebe gegen Gott (Hier., Thom.), wie sie der Herr [Mt 22,37] beschrieben. - der meisten erkalten. Vergl. [Offenb 3,16]. - Wer aber ausharret bis an's Ende, Des Lebens. Es wird also stets solche in der Kirche geben, in welchen die Liebe nicht erkaltet, stets wird die Kirche heilig sein. - der wird das Heil erlangen. Und es wird dieses Evangelium Diese frohe Botschaft vom Himmelreich, welche Christus bringt und auch jetzt verkündet. - vom Reiche in der ganzen Welt gepredigt werden, Die Jünger Christi werden also durch alle diese Heimsuchungen nicht gebrochen. - allen Völkern zum Zeugnisse, So dass alle Völker das Zeugnis von Christus hören; denen, die es nicht annehmen, wird es gleichfalls ein Zeugnis sein, nämlich zur Anklage. - und alsdann Nicht eher als bis das Evangelium überall verkündet ist. Doch wird nicht gesagt, dass das Ende sogleich nachher kommt. (Aug.) - wird das Ende kommen. Wenn Christus hat auf die Frage nach der Zeit des Weltendes mit mancherlei Mahnungen geantwortet und geht jetzt auf die vorzüglichere Frage der Jünger nach der Zeit, zu der die Zerstörung Jerusalems zu erwarten ist, über. - ihr nun Damit gibt der Heiland zu erkennen, dass er nach der Abschweifung zur Beantwortung der gestellten Frage kommt. - den Greuel der Verwüstung, Worin sie bestehen wird, sagt der Heiland nicht, es sind wohl die von den Eiferern im Tempel verübten Greueltaten gemeint. - welcher von dem Propheten Daniel vorhergesagt worden, an heiliger Stätte Im Tempel. (Orig., Hier.) - stehen sehet, - wer es liest, verstehe es wohl! Erwäge die Prophezeiung Daniels, damit er bei dem Eintritte der Ereignisse dieselben als die vorausverkündeten erkenne. - - dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; Die Berge Palästinas sind reich an Höhlen, in denen das Volk oft seine Zuflucht gefunden. [Rich 6,2, 1Koe 13,6, 1Koe 22,1] - Und wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause zu holen; Sondern steige nur herab, um zu fliehen. Die Dächer waren flach und dienten oft als Wohnung. - und wer auf dem Felde ist, Auf dem Acker arbeitete man ohne Oberkleid, nur im Unterkleide. - kehre nicht zurück, um sein Oberkleid zu holen. Nicht einmal sein Kleid soll er aufnehmen, so schnelle Flucht ist notwendig. – Die Christen verließen vor dem Kriege, in welchem die Stadt zerstört ward, Judäa. (Euseb. 3,5). - Wehe aber den Schwangern und Säugenden in jenen Tagen! Weil dieselben nicht schnell genug fliehen können. Diese Worte zeigen gleichzeitig die Furchtbarkeit des Unglückes. - Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter oder am Sabbate geschehe. Im Winter sind die Tage kürzer und die Wege weniger gangbar. Am Sabbate zu fliehen, konnte jemand Bedenken tragen. Christus stellt das Unglück so dar, wie die Jünger es nach ihren Lebensgewohnheiten am besten verstehen können. Was der Herr in diesem Verse sagt, zeigt, dass alles übrige unfehlbar eintreffen wird, da Gott nur um eines zu bitten ist, um eine zur Flucht geeignete Zeit. - Denn es wird alsdann eine große Bedrängnis sein, wie sie vom Anfang der Welt bis jetzt nicht war, noch auch sein wird. Vergl. Flav. Joseph. (Chrys.) Die Prophezeiung des Herrn ist so schreckenvoll, dass sie nicht von der Zerstörung Jerusalems allein gelten kann; war doch die Sündflut schlimmer und werden einst die Zeiten des Antichristes noch furchtbarer sein. Indem Christus die Heimsuchung der Juden beschreibt, geht er, wie die Propheten dies gleichfalls öfter tun, von einem besonderen Gerichte Gottes auf das allgemeine über. Liegen auch die Dinge in weitem Zeitraume auseinander, so sind sie doch innerlich verwandt, wie das Bild mit dem, was es darstellt, der erste Anfang und die Vollendung einer Sache. Dass dies der Sinn ist, ergibt sich auch aus V. 22: Die Tage werden wegen der Auserwählten abgekürzt. Weder sind, soweit uns bekannt, die Tage der Belagerung Jerusalems abgekürzt worden, noch waren Gläubige in der Stadt, um deretwillen dies geschehen sollte. - Und wenn jene Tage Christus beantwortet nunmehr die zweite Frage seiner Jünger, welches die Zeichen seiner zweiten Ankunft sind. - nicht abgekürzt wären, Die Tage sind schon abgekürzt, obwohl erst in der Zukunft eintretend, weil die Abkürzung von Ewigkeit beschlossen ist. - würde kein Mensch Kein Mensch bliebe am Leben, oder: Kein Gläubiger bliebe standhaft. - gerettet werden; aber um der Auserwählten Gott will nicht, dass sie allzu viel dulden und dadurch zum Abfall gebracht werden; deshalb mindert er die Zeit der Verfolgung. So wird auch den Bösen Gutes zuteil um der Guten willen, wie [1Mos 18,32]. - willen werden jene Tage abgekürzt werden. Wenn alsdann jemand zu euch sagt: Sehet, hier ist Christus, oder dort! so glaubet es nicht. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen; und sie werden große Zeichen und Wunder tun, so dass auch die Auserwählten (wenn es möglich wäre) irre geführt würden. Über diese Zeit siehe [2Thes 2,9.10]. Der heil. Paulus nennt die falschen Propheten Diener des Satans [2Kor 11,15], weil sie mit seiner Hilfe, wenn Gott es zulässt, Dinge vollbringen, die uns wunderbar erscheinen. Wie wunderbar sagt V. 25. So sprach der Herr V. 5 nicht, mithin ist hier von einer anderen Zeit die Rede als von der der Heiland dort spricht. - Sehet, ich habe es euch vorhergesagt! Wenn sie euch also sagen: Sehet, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; sehet, er ist in den Gemächern, so glaubet es nicht! Wie V. 23. In der Wüste lebten Propheten, wie der heil. Johannes der Täufer, in den Gemächern, in Städten, in gewöhnlichen Verhältnissen die Mehrzahl der Menschen, auch der Heiland. Der Sinn ist also: Mag man sagen: Christus kommt als bußstrenger Prophet, oder: er erscheint in dieser oder jener Lebensweise, alles ist unrichtig. - Denn wie der Blitz vom Aufgange ausgehet, und hinleuchtet Der Blitz sendet keinen Boten voraus, weil sein Glanz sich allen kund gibt. (Chrys.) Der Herr wird im Glanze seiner Herrlichkeit kommen. (Hier., Pasch.) - bis zum Niedergange, so wird es auch mit der Ankunft des Menschensohnes sein. Wo immer ein Aas ist, da werden sich auch die Adler versammeln. Sprichwort, vielleicht aus [Ijob 39,30] entnommen. Bestätigung des Vorhergehenden. Wie die Adler auf weithin das Aas wittern, so warden die Gläubigen durch übernatürliche Erleuchtung sofort erkennen, dass Christus naht. (Hier.) - Sogleich Sogleich nach den Verfolgungen, welche der Antichrist erregt. V. 24. Vergl. [2Thes 2,9.10]. - aber nach der Bedrängnis jener Tage Die im Bilde im Schicksale Jerusalems V. 21ff. beschrieben sind. - wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond seinen Schein nicht mehr geben, und die Sterne Sie weichen aus ihrer früheren Lage. Wohl nur die mit der Erde zu einem System verbundenen Sterne (Pasch., Aug.) - werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Wie, sagt der Heiland nicht. Vergl. [Roem 8,19-22, 2Petr 3,12.13]. Die Propheten sagten, von besonderen Gerichten Gottes redend, mehrfach Ähnliches. Vergl. [Jes 13,9ff, Jes 34,4ff, Jer 4,28]. Die geschaffenen Dinge sind Gottes Diener bei der Verhängung von Strafen. Den Tag des Herrn beschreiben [Jes 24,1ff, Joel 2,30, Zeph 1,15 u.a.], deren Schilderung der König der Propheten hier bestätigt. - Und alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes Nach dem heil. Cyrill von Jerusalem u. a., sowie dem römischen Brevier (3. Mai) das Zeichen des heil. Kreuzes. - am Himmel erscheinen; und es werden dann alle Geschlechter der Erde Die Lebenden. Vergl. [Lk 21,26] - wehklagen, und werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels Siehe [Dan 7,13, 1Thes 4,15, 2Thes 1,7.10, Offenb 1,7]. Vergl. [Apg 1,11.9] - mit großer Macht und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel Wie [Mt 13,39.41] – mit lauttönender Posaune senden; Vergl. [2Mos 19,16.19]. Durch Posaunenblasen ward auch das Volk Gottes versammelt, der Versöhnungstag und das Jubiläumsjahr verkündet. Jetzt werden alle vor den Richterstuhl Christi gerufen, um über die Beobachtung des Gesetzes gerichtet zu werden und damit den Frommen der große Versöhnungstag und das Jubiläumsjahr verkündet werde. Der Schall der Posaunen weckt die Toten. [1Kor 15,32] - und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels Nirgends deutete Christus an, dass die bei seiner Ankunft noch Lebenden sterben werden. (Chrys., Aug.) Vergl. [1Thes 4,4-17, 1Kor 15,51.52, 2Kor 5,2-5]. - bis zum andern. Vom Feigenbaume aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich Mit Saft erfüllt, was die Rinde zeigt. – wird und die Blätter hervorkommen, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. So auch ihr, wenn ihr dies alles Was von V. 21-29 oder was von V. 14 an gesagt ist. – sehet, so wisset, dass es nahe vor der Türe ist. Das, was durch diese Zeichen vorbedeutet wird, wenn diese Worte sich auf V. 15 folg. beziehen, oder die Ankunft Christi. – Wahrlich, ich sage euch, dieses Geschlecht Das Volk der Juden, das bis zur zweiten Ankunft des Herrn fortbestehen wird (Hier.). – wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht! Ein Teil des Judenvolkes sah die Zerstörung Jerusalems, der andere (das Volk) wird bis zur zweiten Ankunft Christi leben. – Himmel und Erde werden vergehen, Eine nicht sicher bevorstehende Sache macht den Menschen nachlässig, deshalb bekräftigt der Heiland seine Vorhersagungen feierlich. – meine Worte aber werden nicht vergehen. Sie werden vorübergehen, wenn sie nur ein leerer Laut wären und nicht Erfüllung fänden. Vergl. [Jes 51,6]. – Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, Die Zeichen zeigen wohl im Allgemeinen das Bevorstehen der Ankunft an, bestimmen die Zeit derselben indes nicht genauer. – auch die Engel des Himmels Die doch alle Zeit das Angesicht Gottes schauen. [Mt 18,10]. – nicht, nur der Vater allein. Die drei göttlichen Personen haben alles gemeinsam, was der göttlichen Wesenheit zugehört, also auch das göttliche Vorherwissen: Nur Gott weiß diesen Tag. Mithin ist Sohn und heiliger Geist von der Kenntnis jenes Tages nicht ausgeschlossen. Christus weiß diesen Tag freilich auch als Mensch, aber für sich, nicht, soweit er zu den Menschen gesandt ist. – Wie es aber in den Tagen des Noe war, so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Denn wie sie in den Tagen vor der Sündflut aßen und tranken, zur Ehe nahmen und zur Ehe gaben, bis zu dem Tage, an welchem Noe in die Arche ging, und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle hinwegnahm: so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein. Dass der Tag trotz der vorausgehenden Zeichen unerwartet eintreten werde, beweist Christus durch den Vergleich mit der Sündflut. In welchem Punkte die Ähnlichkeit liegt, wird V. 38 gesagt (Chrys.): Die Menschen leben in die Dinge dieser Welt versenkt ohne Besorgnis dahin. – Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird aufgenommen, Von den Engeln unter die Auserwählten gestellt. – und einer wird zurückgelassen werden. Zwei werden mahlen in der Mühle; die eine wird aufgenommen, die andere zurückgelassen werden. In den Häusern und außerhalb denselben gehen die Menschen ihren gewohnten Geschäften nach ohne eine Ahnung von dem bevorstehenden Gerichte. Plötzlich und ehe sie noch Versöhnung mit Gott suchen können, werden die Sünder vor sein Gericht gezogen. – Wachet also, weil ihr nicht wisset, Der Herr sagt nicht: Wir wissen nicht, sondern: Ihr wisset nicht (Hier.). Vergl. [1Thes 5,2]. – zu welcher Stunde euer Herr kommen wird! Das aber sollet ihr wissen: Erwäget, was folgendes Beispiel euch lehren soll. – Wenn der Hausvater wüsste, zu welcher Stunde Griech.: In welcher Nachtwache, in welchem von den vier Teilen der Nacht. Vergl. [Mk 13,35]. – der Dieb kommt, würde er sicherlich wach bleiben und in sein Haus nicht einbrechen lassen. Griech.: Er würde wach geblieben sein und hätte nicht in sein Haus einbrechen lassen. Seiet also weiser, da ich euch gewarnt habe. – Darum seid auch ihr bereit; Hierin besteht das Wachen: Die Seele in dem Stande bewahren, dass, wenn der Herr unvorhergesehen kommt, wir von den Engeln zu den Auserwählten versammelt werden. Dieselbe Warnung gilt für jeden einzelnen betreffs seines Lebensendes (Chrys.). – denn zu einer Stunde, die ihr nicht wisset, wird der Menschensohn kommen. Wer ist wohl Die äußere Form der Frage weckt die Aufmerksamkeit: Die Jünger sollen aus dem, was der Herr gesagt, selbst den Schluss ziehen. – der getreue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Hausgesinde Zunächst die Apostel, dann die Bischöfe und Priester (Orig., Chrys.). Diese wachen und sind bereit, wenn sie ihr Amtsrecht verwalten. Dazu ist zunächst notwendig, dass sie treu sind, d. h. den Willen des Herrn als Richtschnur für ihren Willen nehmen und ihn erfüllen. Sodann wird erfordert, dass sie klug sind und die ihnen anvertrauten Güter nach Zeit und Umständen gebührend verwalten (Chrys.). – gesetzt hat, dass er ihnen die Speise gebe zu rechter Zeit? Selig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also handeln findet. Nur wer beständig wacht, ist sicher, vom Herrn wachend gefunden zu werden. – Wahrlich, ich sage euch, über alle seine Besitztümer wird er ihn setzen! Dieser Lohn im Himmel wird zunächst den Aposteln und ihren Nachfolgern, dann auch allen anderen versprochen, denn einem jeden Menschen ist Amt und Lebensstellung von Gott anvertraut, damit er sich als treuen und klugen Diener erweise, der die ihm anvertrauten Talente zu Gottes Ehre verwendet. – Wenn aber jener Knecht böse wäre und in seinem Herzen spräche: Mein Herr säumt zu kommen; und anfinge, seine Mitknechte zu schlagen, mit den Zechern aber äße und tränke, Zwei Vergehen: Tyrannei gegen diejenigen, denen er Speise mitteilen sollte, und lasterhaftes Leben. Er verabreicht den Mitknechten Schläge statt der Speisen und verschleudert die Güter seines Herrn. Wehe, wenn ein Diener Christi diesem Bilde gleicht! – so wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an welchem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, zu der er es nicht weiß, Er hoffte vielleicht noch alles in Ordnung bringen zu können. Wie gefährlich ist es, die Buße zu verschieben! – und wird ihn entzweihauen Was dies Bild bedeutet, sagt der zweite Satz: Sein Los wird das der Heuchler sein. Über Heulen und Zähneknirschen vergl. 8 Anm. 17. -Weitere Kapitel: 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 25 | 26 | 27 | 28 | und ihm seinen Teil mit den Heuchlern geben; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

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