Nahum 1

I. Erste Rede. (Kap. 1) Aufschrift. (V. 1) 1. Des rächenden Gottes Macht und Schrecken. (V. 8) 2. Ninive wird untergehen, Sion wird frohlocken.

Last Last trauervoller und drohender Weissagung. - über Ninive: Vergl. [Jonas 1,2, Jonas 3,3]. - Buch des Gesichtes In einem Gesicht ist dem Prophet von Gott der Frevel Ninives, seine Strafe und sein Fall gezeigt. Buch heißt bei den Hebräern jede Schrift, daher selbst ein Brief. - Nahums, des Elkesiten. Aus dem Flecken Elkosch. Die Lage desselben ist nicht zu bestimmen. - Ein eifernder Gott Gott schützt seine Ehre eifrig und duldet nicht, dass der Ruhm seines Namens den Götzen gegeben werde. Darum wird er sich seines von den Assyrern bedrückten Volkes annehmen und um der Ehre seines Namens willen eingreifen. Den gottlosen Juden ein Schrecken, ist der eifernde Gott den Frommen der Fels der Hoffnung, ist doch dies der Name, mit dem er einst sein Gesetz verkündet und Lohn und Strafe verheißen für die Beobachtung oder Übertretung desselben. Vergl. [2Mos 20,5, 2Mos 34,14, 5Mos 4,24, 5Mos 5,4, Jer 24,19] u. a. Ein Teil dieses Eiferns ist die Rache. - und Rächer Dreimal wird dies Wort nachdrücklich wiederholt. - ist der Herr, ein Rächer ist der Herr und voller Grimm, Hebr.: Zornesmächtig. - ein Rächer ist der Herr an seinen Feinden und zürnt seinen Widersachern. Wenn er auch seinen Zorn nicht alsbald ausübt, ist derselbe dennoch nicht aufgehoben. - Der Herr ist langmütig und groß an Macht, Seiner Macht vermag niemand zu entfliehen, darum kann er Langmut zeigen. - aber er lässt den Schuldigen nicht rein ausgehen und straflos. Die Assyrer haben Grausamkeit und Frevel lange geübt und ihre Buße auf die Predigt des Propheten Jonas ist von kurzer Dauer gewesen. - Im Sturm und Wetter wandelt der Herr einher und Gewölk ist der Staub unter seinen Füßen. Schilderung des Gerichtes. So stieg Gott auf den Sinai herab [2Mos 19,16-18], so wird der Heiland am Ende der Welt zum Gerichte kommen. Wenn Gott zum Gerichte herabsteigt, in Wolken gehüllt, so sind diese der Staub seiner Füße, auf dem er einherschreitet, den er durch sein Schreiten aufwirbelt. - Er bedräut das Meer und legt es trocken und lässt die Ströme allzumal bis zum Grunde austrocknen. Basan und Karmel verschmachten und die Blüte des Libanon verwelkt. Gegen das Meer, die Flüsse und die fruchtbarsten Landschaften zeigt er seine Macht, so dass von seinem Hauche wie von einem Glutfeuer alles trocken wird; eine drohende Miene, ein Akt des Willens seitens Gottes genügt. Basan, Karmel, Libanon sind sprichwörtlich für die reichsten und schönsten Landstriche gesetzt. - Die Berge erbeben vor ihm und die Hügel werden wüste, Hebr.: zerschmelzen. - die Erde erzittert vor seinem Antlitze, der Weltkreis und alle seine Bewohner. Die weitläufige Aufzählung stellt Gottes Majestät, die über alles ihre Macht erstreckt, vor Augen. - Wer wird vor seinem Unwillen standhalten? und wer widerstehen vor der Glut seines Zornes? Sein Grimm ergießt sich wie Feuer Wie das Feuer, das einen trockenen Gegenstand ergreift, ihn alsbald in Asche auflöst, so vernichtet der Zorn Gottes, den er lange zurückgehalten, alles weit und breit. Was nützt dann den Assyrern ihre Macht? - und die Felsen spalten sich vor ihm. Gütig ist der Herr Gegen seine Freunde, indem er deren Feinde straft. - und kräftigt Hebr.: Ein Schutz. - am Tage der Drangsal, er kennt, Praktisch: liebt sie und nimmt sich ihrer an, indem er an ihren Feinden Rache nimmt. - die auf ihn vertrauen. Doch mit überströmender Flut macht er ihrer Stätte Ninives. Ein Sturz wird im Bilde einer Überflutung dargestellt, die alles erfasst. - ein Ende und Finsternis Jede Art Unglück. - verfolgt seine Feinde. Was sinnt ihr wider den Herrn? Damit die Assyrer, die zurzeit übermächtig sind, die Prophezeiung nicht geringschätzen und die Juden nicht an ihr zweifeln, erinnert der Prophet, dass die Menschen gegen Gottes Ratschluss nichts vermögen. Wider: im Hebr. allgemeiner von; welches ist eure Meinung und Herzensstellung dem Herrn gegenüber? Die Frage geht so an Assyrer wie Juden. Die Frage ist gegen den Stolz der Assyrer und den Kleinmut der Juden gerichtet. Eines solchen Herrn Ratschluss kann nicht unerfüllt bleiben. - Er wird ein Ende schaffen, nicht zum zweitenmal wird Drangsal hereinbrechen. Dass ein solcher gegen Babylon gefasst ist, bekräftigt er durch die Wiederholung. Nicht zum zweiten Male wird Assyrien andere Völker bedrücken. - Denn wie Dornen sich ineinander verschlingen, so ist das Gelage der Zechgenossen; Die stechenden Dornen sind für das Feuer bestimmt, das sie in ein Bündel verknüpft leicht verzehrt, so die feindliche Macht der Assyrer, deren Lasterleben und Stolz der Prophet mit einem Gelage von Zechern vergleicht. - sie werden verzehrt wie Stoppeln, die völlig verdorrt sind. Aus dir ging hervor, der Böses sinnt wider den Herrn, der sein Herz auf Frevel richtet. Grund des Unterganges für die Assyrer. Er hat Gott den Götzen gleichgeachtet und deshalb sein Volk und seine Stadt erobern und plündern wollen. Es ist wohl die unter Königen von Assyrien gleichsam erbliche Gottlosigkeit gemeint. - So spricht der Herr: Mögen sie auch voll der Kraft und ihrer noch so viele sein, so sollen sie doch hinweggemäht werden Wie die Haare unter der Schere, wenn sie auch noch so zahlreich sind. - und vergehen; und habe ich dich gezüchtigt, so will ich dich nicht mehr züchtigen! Das Gericht über die Feinde ist Heil für Israel. Ich will nicht mehr gestatten, dass Züchtigungen über dich kommen wie unter Achaz, Ezechias und Manasse. Vergl. [2Koe 16,18, 2Chr 28,3 - 2Chr 33,11]. - Denn jetzt will ich seine Rute Hebr.: sein Joch zerbrechen. - von deinem Rücken nehmen und zerbrechen und deine Fesseln werde ich zerreißen. Wider dich aber wird des Herrn Machtspruch ergehen, nicht ferner mehr wird Zeugung deinen Namen fortpflanzen; Das Assyrische Reich wird aus der Reihe der Reiche und Völker verschwinden. - aus deines Gottes Assur. - Hause will ich Schnitz- und Gussbilder austilgen, will dir ein Grab bereiten, Wo du in ewiger Vergessenheit ruhen sollst. - denn du bist der Ehre bar. Hebr.: Zu leicht wardst du erfunden. -

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