Nehemia 5

b. Ein zweites Hindernis erwächst aus dem Geize der Reichen, durch welchen die Armen zum Aufstande gereizt werden. (V. 5) Nehemias stillt denselben durch das Verbot allen Wuchers (V. 13) und gibt den Reichen das Vorbild der Barmherzigkeit gegen die Armen.

Es erhob sich aber ein großes Geschrei seitens des Volkes und ihrer Frauen gegen ihre Brüder, die Juden. Einige sagten: Unsere Söhne und unsere Töchter sind überaus zahlreich; wir wollen Getreide für ihren Wert nehmen, Vergl. [2Mos 21,7]. - dass wir zu essen haben und am Leben bleiben. Andere sagten: Wir wollen unsere Äcker und Weinberge und unsere Häuser verpfänden, um Getreide in der Hungersnot zu bekommen. Wieder andere sprachen: Wir wollen Nach dem Hebr.: Wir haben. - Geld entlehnen zur Steuer für den König und unsere Äcker und Weinberge hingeben. Und nun, obgleich unser Fleisch wie unserer Brüder Fleisch ist und unsere Söhne wie ihre Söhne, Wir sind ihnen gleich als Menschen wie als Juden, nach dem Rechte der Natur wie nach dem der Auserwählung. - sehet, so unterwerfen wir doch unsere Söhne und unsere Töchter der Dienstbarkeit, und es sind schon einige von unsern Töchtern leibeigene Mägde, ohne dass wir die Mittel haben, sie loszukaufen, und unsere Äcker und unsere Weinberge besitzen andere. Da zürnte ich sehr, als ich ihr Geschrei und diese Reden hörte, und ich überlegte alles in meinem Herzen und schalt die Vornehmen und die Vorsteher und sprach zu ihnen: Ihr treibt Wucher, ein Bruder an dem andern? Und ich berief wider sie eine große Versammlung und sprach zu ihnen: Wir haben nach unserm Vermögen, wie ihr wisst, unsere Brüder, die Juden, losgekauft, die den Völkern verkauft waren; und ihr wollt nun eure Brüder verkaufen, dass wir sie loskaufen sollen? Hebr.: dass sie an uns verkauft werden? - Da schwiegen sie und wussten nichts zu antworten. Und ich sprach zu ihnen: Was ihr da tut, ist nicht gut. Warum wandelt ihr nicht in der Furcht unsers Gottes, damit uns nichts von den Völkern, unsern Feinden, vorgeworfen werde? Auch ich und meine Brüder und meine Knechte haben sehr vielen Geld und Getreide geliehen, lasset uns insgemein dies nicht zurückfordern, sondern die Schuld erlassen, die wir ausstehen haben. Kapital und Zinsen? - Gebet ihnen noch heute ihre Äcker, ihre Weinberge, ihre Ölgärten und ihre Häuser zurück; Die ihr als Pfand-Objekte in Beschlag genommen habt. - ja auch den Hundertsten vom Geld, Getreide, Wein und Öl, Sie forderten wohl monatliche Zinsen. Das Folgende hebr.: Wofür ihr ihre Gläubiger seid. - den ihr von ihnen zu fordern pflegt, gebet an ihrer Statt. Da sprachen sie: Wir wollen es zurückgeben und von ihnen nichts fordern und wollen tun, wie du sagst. Und ich berief die Priester und nahm ihnen einen Eid ab, dass sie dem gemäß tun würden, was ich ihnen gesagt hatte. Überdies schüttelte ich mein Kleid Am Busen. Wer das Versprechen nicht hält, den soll Gott nicht mit seinen Getreuen in seinem Busen tragen und er soll verarmen. - aus und sprach: So schüttle Gott einen jeden von seinem Hause und seinem Besitze aus, der dies Wort nicht erfüllt; so werde er ausgeschüttelt und werde leer! Da sprach die ganze Gemeinde: Amen! Und sie lobten Gott. Das Volk tat also, wie gesagt war. Von dem Tage an aber, da der König mir befohlen hatte, Statthalter im Lande Juda zu sein, vom zwanzigsten Jahre bis zum zweiunddreißigsten Jahre des Königs Artaxerxes, zwölf Jahre hindurch, verzehrte ich mit meinen Brüdern die Jahreseinkünfte nicht, welche dem Statthalter gebührten; denn die früheren Statthalter, die vor mir da waren, hatten das Volk belastet und von ihm, zu Brot und Wein, noch täglich Hebr.: Hernach. Sie nahmen vielleicht nicht Naturalien, sondern berechneten dieselben nachher mit 40 Sekeln. 40 Sekel sind etwa 100 Mark. - vierzig Sekel Silber genommen, dazu hatten ihre Diener das Volk bedrückt. Ich aber tat dies nicht aus Furcht vor Gott, vielmehr baute ich selbst an der Mauer mit und kaufte keinen Acker, Obwohl wir als Gläubiger solche leicht erwerben konnten. - und alle meine Knechte waren insgesamt bei der Arbeit. Und die Juden, sowohl die Vorsteher, hundertundfünfzig an Zahl, als auch die, welche von den Völkern um uns her zu uns kamen, aßen an meinem Tische. Wurden auf meine Kosten genährt. - Und man bereitete mir Tag für Tag einen Stier und sechs auserlesene Widder, außer dem Geflügel, und je innerhalb zehn Tagen gab ich verschiedenen Wein und vieles andere; und bei alledem forderte ich das Einkommen meiner Statthalterwürde nicht, denn das Volk war sehr verarmt. Hebr.: denn die Fronpflicht lastete schwer auf diesem Volke. Mein Gott! gedenke alles dessen, was ich diesem Volke getan, für mich zum Guten!

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