Numeri 12
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
c. Selbst Aaron und Maria, welche sich gegen ihren Bruder durch Neid und Murren versündigen, ziehen Gottes Zorn und Strafe auf sich. (Kap. 12)
1 Und Maria und Aaron redeten gegen Moses, Der äußere Anlass wird nicht erwähnt. Die innere Ursache ist, dass Maria, die Prophetin [2Mos 15,20] und Aaron, der Hohepriester, sich bewusst waren, gleichfalls den Geist Gottes empfangen zu haben, und als die älteren Geschwister Moses [2Mos 2,2, 2Mos 6,20] durch sein Ansehen nicht das ihre dauernd in den Schatten gestellt sehen wollten. Maria ist hier die Hauptperson wie sich aus ihrer Voranstellung hier und aus der Strafe ergibt, die sie allein trifft. - seines äthiopischen Weibes wegen, Nicht eine Schwarze. Die Kuschiten Asiens hatten dieselbe Hautfarbe wie die Ägypter. Es ist die Rede von Sephora. Die Madianiter waren ein Mischvolk aus Nachkommen Abrahams und Kuschiten. Die Hebräer, welche nur die leibliche Abstammung von Abraham schätzten, nahmen an der teilweisen Herkunft jener Anstoß. Dass Sephora Jahve von Herzen verehrte, tat den fleischlich Gesinnten nichts: Moses hatte keine Israelitin genommen, dies reichte ihnen hin. Warum hatte er sie nicht verstoßen, als sie ihn verließ? Doch Moses ist ein wahrer Israelit. Deshalb hatte er Fremde willig in die Gottesgemeinde aufgenommen [2Mos 12,48]; er begnügt sich mit einer Gattin und will nicht, indem er etwa eine Hebräerin nimmt, dieser Anlass geben, sich über die anderen Stämme zu erheben. Freilich hatte er Sephora, ohne den Herrn zu befragen, nach Ägypten mitgenommen [2Mos 4,20] und Hobab, ohne den Herrn zu befragen, mit den Madianitern in das Volk aufgenommen, für diese Anhänglichkeit an seine Verwandten muss er an seinem Weibe büßen. - 2 und sprachen: Hat der Herr denn nur durch Moses geredet, hat er nicht auch zu uns in gleicher Weise geredet? Maria heißt [2Mos 15,20] Prophetin, Aaron führte Urim und Thummim [2Mos 28,30] und erhielt bisweilen von Gott unmittelbare Weisungen. [3Mos 10,8] Vielleicht ist er auch nicht mit der Verleihung des Geistes an die 70 zufrieden. - Da der Herr dies vernahm, Gott wacht über das Ansehen derer, die seine Stelle vertreten. - 3 (Moses aber war ein überaus sanftmütiger Mann, Hebr. nach einigen: war sehr bedrückt. - mehr als alle Menschen, die auf Erden lebten,) 4 sprach er alsbald zu ihm und zu Aaron und Maria: Begebet ihr drei euch allein Fehlt im Hebr. - zum Zelte des Bundes hinaus! Und da sie hinausgegangen waren, 5 kam der Herr in der Wolkensäule herab, und stand am Eingange des Zeltes, und rief Aaron und Maria. Als diese nun kamen, 6 sprach er zu ihnen: Höret meine Worte! Ist jemand unter euch ein Prophet des Herrn, so werde ich ihm im Gesichte erscheinen, oder durch Träume zu ihm reden; 7 doch nicht also mein Diener Moses, der in meinem ganzen Hause der treueste ist; Die sich über die Propheten erheben wollten, weist Gott an ihre Stelle zurück. Alle Propheten erhalten von Gott Aufträge, die einzelnes betreffen; Moses Auftrag umfasst das ganze Haus. Gesichte und Träume sind, ob auch von Gott gesandt, oft ohne Erklärung nicht verständlich. Doch so vollkommen und so unmittelbar wie Moses zeigt sich Gott keinem Propheten. (Auch Moses Schauen war unvollkommen. [2Mos 33,18-23]) Moses vernimmt Gottes Ausspruch mit seinem Ohr, jene ihn im Traume, Maria und Aaron sehen Gott, wie in Bildern, Moses in menschlicher Gestalt. - 8 denn mit ihm rede ich von Mund zu Mund; und offenbar und nicht in Rätseln und Bildern schaut er den Herrn. Warum also habt ihr euch nicht gescheut, meinen Diener Moses herabzusetzen? 9 Und er zürnte über sie Der Zorn wird erwähnt, wo dessen Folgen sich zeigen. - und ging hinweg; 10 zugleich verschwand auch die Wolke, die über dem Zelte war. Und siehe, Maria erschien aussätzig weiß wie Schnee. Und da Aaron sie anschaute Aaron wir nicht gestraft, weil er weniger schuldig und damit in ihm nicht das ganze Priestertum beschämt werde. (Theodoret) Da Aaron den Aussatz sieht, über den er urteilen muss, erkennt er, dass er auch selbst gesündigt. - und sie von Aussatz bedeckt sah, 11 sprach er zu Moses: Ich bitte dich, mein Gebieter, lass diese Sünde Strafe für die Sünde. - nicht auf uns bleiben, die wir töricht begangen haben, 12 damit diese nicht einer Toten gleich werde, Hebr.: Lass sie nicht werden wie ein totes Kind, dessen Fleisch, wenn es aus dem Mutterleibe kommt, zur Hälfte verfault ist. - und wie eine Fehlgeburt, die kaum aus dem Leibe ihrer Mutter hervorgegangen, weggeworfen wird; siehe schon ist die Hälfte ihres Fleisches vom Aussatze zerfressen. 13 Da rief Moses zum Herrn und sprach: O Gott, ich bitte dich, heile sie! 14 Der Herr antwortete ihm: Wenn ihr Vater ihr in's Angesicht gespieen hätte, müsste sie dann nicht wenigstens sieben Tage schamrot bleiben? Und seinen Anblick meiden? So soll sie, da sie mich und meinen Diener Moses beleidigt, sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben. - Sieben Tage bleibe sie außerhalb des Lagers abgesondert, und dann werde sie wieder zurückgerufen. Gott erhört das Gebet Moses, um zu zeigen, wie viel seine Fürbitte vermag und dass der Herr Maria als Vater, nicht als Richter gestraft hat. Vergl. die siebentägige Frist [3Mos 14,8]. 15 Maria ward also sieben Tage vom Lager ausgeschlossen; und das Volk zog von diesem Orte nicht fort, bis Maria zurückgerufen war. 16 Darnach brach das Volk auf von Haseroth und lagerte sich in der Wüste Pharan. Vergl. [5Mos 1,19-23]. -
Zitiert in 11
- V. 3 CCC(¶2576)
- V. 6 Summa (EN)(I-II 113.3
II-II 95.6 II-II 173.3 III 7.8) - V. 7 CCC(¶2576)
- V. 8 CCC(¶2576)Summa (EN)(I 12.11
II-II 174.4) - V. 13 CCC(¶2577)
- V. 14 CCC(¶2577)