Numeri 14
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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Das Volk will nach Ägypten zurückkehren, Josues und Kalebs Worten, welche den anderen Kundschaftern widersprechen, keinen Glauben schenkend. (V. 10) c. Gott beschließt, darüber erzürnt, trotz der Fürbitte Moses (V. 25), dass alle 20 Jahre und darüber alten Israeliten, Josue und Kaleb ausgenommen, in der Wüste sterben sollen. (V. 38) d. Da das Volk dies hört, erklärt es sich bereit, das Land anzugreifen, wird aber, als es dies gegen Gottes Willen unternimmt, von den Amalekitern geschlagen.
1 Da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte in jener Nacht. 2 Und alle Söhne Israels murrten wider Moses und Aaron und sprachen. 3 O wären wir doch in Ägypten gestorben, und kämen wir in dieser weiten Wüste um, und führte uns der Herr nicht in dies Land, Die Strafe, welche sie sich wünschen, wird ihnen zu Teil. (V. 28) - damit wir nicht durch das Schwert fallen und unsere Frauen und Kinder gefangen weggeführt werden! Ist es nicht besser, nach Ägypten zurückzukehren? 4 Und sie sprachen einer zu dem andern: Sie warten nicht einmal auf die Antwort Moses. - Lasset uns einen Anführer aufstellen und nach Ägypten zurückkehren. 5 Als Moses und Aaron dies hörten, warfen sie sich angesichts der ganzen Menge der Söhne Israels zur Erde auf ihr Angesicht nieder. Vor dem Heiligtume. - 6 Josue aber, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephones, welche das Land mit ausgekundschaftet hatten, zerrissen ihre Kleider 7 und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israels: Das Land, das wir durchzogen haben, ist ein sehr Hebr.: ein gutes, ein ganz außerordentlich gutes. Die Fruchtbarkeit, Gottes Hilfe (V. 8), die Warnung vor Empörung gegen Gott und die Verheißung des Sieges bilden schöne Gegensätze gegen die Übertreibungen der Kundschafter. [4Mos 13,32ff] - gutes. 8 Wenn der Herr uns gnädig ist, wird er uns in dasselbe führen und uns das Land geben, welches von Milch und Honig fließt. 9 Empöret euch nicht gegen den Herrn; und fürchtet euch nicht vor dem Volke dieses Landes, denn wie Brot, so können wir sie aufessen; Hebr.: sie sind unsere Speise: Anspielung auf [4Mos 13,33]. - all ihr Schutz ist von ihnen gewichen; der Herr ist mit uns, fürchtet euch nicht! 10 Als aber die ganze Menge schrie und sie steinigen wollte, erschien die Herrlichkeit des Herrn über dem Zelte des Bundes vor allen Söhnen Israels. 11 Und der Herr sprach zu Moses: Wie lange soll mich dieses Volk lästern? Wie lange wollen sie mir nicht glauben, trotz aller Wunderzeichen, die ich vor ihnen getan habe? 12 Darum will ich sie mit der Pest schlagen und vertilgen; dich aber will ich zum Fürsten über ein großes Volk machen, welches stärker ist als dieses. Vergl. [2Mos 32,10]. - 13 Und Moses sprach zu dem Herrn: Moses tritt für das Volk ein. Sein Beweggrund ist der gleiche, wie [4Mos 13,33, 4Mos 32,12]. - Wenn die Ägypter, aus deren Mitte du dieses Volk herausgeführt hast, es vernehmen, 14 und die Bewohner dieses Landes, die es gehört haben, dass du, Herr, inmitten dieses Volkes bist, und dich von Angesicht zu Angesicht sehen lässest, sie mit deiner Wolke schützest, und des Tages in der Wolkensäule vor ihnen hergehest, und des Nachts in der Feuersäule; 15 dass du eine solche Menge wie einen Dass Gott dies tun wolle, schließt Moses aus dem Anerbieten Gottes V. 12. - Mann getötet hast, so werden sie sprechen: 16 Er konnte das Volk nicht in das Land führen, welches er ihnen zugeschworen hatte, darum hat er sie in der Wüste getötet. Die Wunder in Ägypten waren geschehen, damit die Völker wüssten, dass Jahve Gott ist. Sollten seine Wunder umsonst geschehen, sein Eidschwur vereitelt sein? Umgekehrt, werden die Heidenvölker aus dem Erreichen des Zieles durch Israel auf die Wirklichkeit der Macht seines Gottes schließen. Moses bezeichnet als den wahren Beweis der großen Kraft des Allmächtigen dessen sündenvergebende Gnade, eine Gnade, die Moses bereits bei der früheren Gelegenheit kennen gelernt. - 17 Möge also die Kraft des Herrn sich groß erweisen, wie du geschworen und gesagt hast: 18 Der Herr ist langmütig und reich an Erbarmung, der da Sünde und Missetat hinwegnimmt, aber niemand ganz ungestraft lässt, der du Im Hebr. ist dies noch nicht Anrede. Gottes Gerichte sind stets gerecht. [Weish 12,15] Gottes Ratschlüsse überragen unsere Klugheit. [Job 39,35] Dass die Menschen überhaupt sterben, ist das allen Menschen bestimmte Los, da das Leben ein freies Geschenk Gottes ist; doch den Augenblick des Todes wählt Gott für jeden nach seiner Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit. Oft lässt Gott die Sünde der Väter geschehen, ohne sichtbar einzugreifen, und wartet bei den Kindern, ob sie sich bekehren von den bösen Wegen ihrer Väter. Doch wenn auch die Kinder hartnäckig sind, sucht er die Söhne oder Enkel heim für die Frevel, in denen sie ihren Vätern ähnlich geworden sind. Lange erträgt seine Barmherzigkeit, doch offenbart sich endlich seine Gerechtigkeit. (Theodoret) - die Sünden der Väter an den Kindern heimsuchst bis in's dritte und vierte Geschlecht. 19 Vergib, ich bitte dich, die Sünde dieses Volkes nach deiner großen Barmherzigkeit, wie du ihnen gnädig gewesen bist, seit dem Auszuge aus Ägypten bis an diesen Ort. 20 Und der Herr sprach: Ich vergebe, wie du gebeten hast. Hinweis auf V. 15: Töte nicht alle auf einmal, vernichte das Volk nicht als solches! - 21 So wahr ich lebe, soll die ganze Erde von der Herrlichkeit des Herrn erfüllt werden. Hebr.: So wahr ich lebe und so gewiss usw. - 22 Aber alle die Männer, welche meine Herrlichkeit und die Wunder, die ich in Ägypten und in der Wüste getan habe, geschaut, und mich dennoch schon zehnmal Runde bestimmte Zahl für eine unbestimmte, wie [3Mos 26,26]. - versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, Jetzt und früher. - 23 sollen das Land nicht sehen, welches ich ihren Vätern zugeschworen habe; und nicht einer von jenen, der mich gelästert hat, soll es schauen! 24 Meinen Diener Kaleb, der von einem andern Geiste erfüllt mir gefolgt ist, Vollkommen. Das Gegenteil [1Koe 11,6]. Eine zweifache Gunst wird Kaleb verheißen: Er soll überlebend bleiben und seine Nachkommen sollen den Teil des Landes besitzen, den er erkundet hat. Die Kundschafter haben also wohl jeder einen bestimmten Teil besonders erforscht. - werde ich in dies Land führen, das er durchzogen hat; und seine Nachkommen sollen es besitzen. 25 Da Indes. Vergl. [Rich 1,19]. - die Amalekiter und Chananiter im Tale wohnen, so brechet morgen auf und kehret in die Wüste zurück auf dem Wege nach dem roten Meere. Die Hebräer hatten bisher die Richtung gegen das Gebirge der Amorrhiter verfolgt [5Mos 1,19], jetzt schlagen sie den Weg gegen das Meer Suph ein. - 26 Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: 27 Wie lange murrt dieses böse Volk wider mich? Ich habe die Klagen der Söhne Israels gehört. 28 Darum sage ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, so wie ihr geredet, dass ich es hörte, so will ich an euch tun! 29 In dieser Wüste sollen eure Leichen liegen bleiben. Diese Strafe soll nicht nur für dieses, sondern auch für früheres Murren verhängt werden. - Alle, die ihr von zwanzig Jahren an und darüber gezählt seid und wider mich gemurrt habt, 30 werdet nicht in das Land kommen, über das ich meine Hand erhoben habe, Geschworen habe. - euch darin wohnen zu lassen, außer Kaleb, dem Sohne Jephones, und Josue, dem Sohne Nuns. Niemand also von jenen wird über 60 Jahre alt werden. - 31 Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet, sie würden eine Beute der Feinde werden, werde ich hineinführen, damit sie das Land schauen, das euch missfallen hat. 32 Eure Leichen werden in der Wüste liegen bleiben. 33 Eure Söhne sollen vierzig Jahre in der Wüste unstät Herumwandernde Hirten sein. - sein und euren Treubruch Hebr.: Mehrzahl. - tragen, bis die Leichen der Väter in der Wüste verwest sind, 34 entsprechend der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land ausgekundschaftet habt; ein Jahr soll auf je einen Tag gerechnet werden. Vierzig Jahre sollt ihr eure Missetaten büßen, und ihr sollt meine Rache erfahren. 35 Denn wie ich geredet habe, so werde ich mit diesem ganzen bösen Volke verfahren, das sich wider mich erhoben hat; in dieser Wüste soll es umkommen und sterben. Die folgende Erzählung zeigt, wie die Strafe am ganzen Volke vollstreckt ward. - 36 Und alle die Männer, welche Moses ausgesandt hatte, das Land auszukundschaften, und die nach ihrer Rückkehr die ganze Gemeinde zum Murren wider ihn gebracht hatten, indem sie das Land als böse verschrieen, 37 starben und wurden vor dem Angesichte des Herrn Mit plötzlichem Tode. - geschlagen. 38 Josue aber, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephones, blieben von allen, die ausgezogen waren, das Land auszukundschaften, am Leben. 39 Als nun Moses alle diese Worte zu allen Söhnen Israels redete, ward das Volk Die Strafe sollen die Gemusterten unterworfen sein, also nicht die Leviten. Mithin sind das Volk die übrigen Stämme außer Levi. - sehr traurig. 40 Und siehe, am frühen Morgen machten sie sich auf, und zogen die Höhe des Gebirges hinauf, und sprachen: Wir sind bereit, an den Ort hinaufzuziehen, von dem der Herr geredet hat; denn wir haben gesündigt. Das Volk bereut sein Murren und seinen Kleinmut. Es will, um sein Unrecht wieder gut zu machen, den Zug nach Chanaan, vor dessen Bewohnern es noch eben die größte Furcht gezeigt, sofort antreten. Doch es beachtet nicht, dass, nachdem es sich durch Verzagtheit versündigt, Gott ihm einen anderen Weg, die entgegengesetzte Richtung, einzuschlagen befohlen hat. So kommt zur ersten Sünde die zweite, der Ungehorsam. - 41 Und Moses sprach zu ihnen: Nachholung der V. 40 vorangehenden Tatsachen. - Warum übertretet ihr das Wort des Herrn? Es wird nicht zu eurem Glücke dienen. 42 Ziehet nicht hinauf; denn der Herr ist nicht mit euch; dass ihr nicht vor euren Feinden zu Falle kommt. 43 Die Amalekiter und Chananiter sind vor euch, ihr werdet durch ihr Schwert fallen, weil ihr dem Herrn nicht gehorchen wolltet, und der Herr wird nicht mit euch sein. 44 Jene aber waren verblendet Hebr.: sie handelten vermessen. - und zogen der Höhe des Gebirges Vergl. [5Mos 1,41.43]. Es war der Gebirgszug des Landes Juda, wo Hebron und andere Städte lagen. - zu; doch die Lade des Bundes des Herrn und Moses gingen nicht aus dem Lager. 45 Da kamen die Amalekiter und Chananiter, die auf dem Gebirge wohnten, Es sind nicht dieselben, die V. 25 oder [4Mos 13,30] erwähnt werden. Die Amalekiter hatten die Chananiter zu Hilfe gerufen. - herab, und schlugen sie, und hieben sie nieder, und verfolgten sie bis Horma. Horma – so ward die Stadt erst später genannt [4Mos 21,3]; zuvor hieß sie Sephaath [Rich 1,17] – lag etwa 5 Meilen nordöstlich von Kades, dem Ausgangsorte der Kundschafter, also auch dem Ausgangspunkte des versuchten Vordringens der Israeliten. Bei Kades war Moses und das Bundeszelt.