Numeri 15

II. Wanderung des verworfenen Geschlechtes vom Orte der Empörung bis Kades. (Kap. 15,1 – Kap. 20,13) 1. Verschiedene Gesetze, die nach der Empörung neu gegeben oder von neuem eingeprägt werden. A. Den künftigen Besitz Palästinas in's Auge fassend, bestimmt Gott, dass den blutigen Opfern zugleich ein Opfer von feinem Mehle und Wein beigegeben werde (V. 15) und dass die Erstlinge des Ackers dargebracht werden. (V. 21) B. Gott bestimmt die Opfer, durch welche eine aus Unachtsamkeit begangene Sünde gegen eine der bisher gegebenen Vorschriften zu büßen ist, und bedroht den mit der Todesstrafe, der mit Verachtung des Herrn sündigt. (V. 31) Ein Mensch, der den Sabbat verletzt, wird auf Gottes Befehl gesteinigt. (V. 36) C. Vorschrift, Quasten an den Ecken der Oberkleider zu tragen, welche an die Gebote erinnern sollen.

Und der Herr redete zu Moses und sprach: Rede zu den Söhnen Israels und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das euer Wohnsitz sein soll, welches ich euch geben werde, und ihr dem Herrn ein Opfer bringt, es sei ein Brandopfer, oder ein Schlachtopfer, Die Brand- und Friedopfer waren wohl ehemals mit einem Speiseopfer verbunden. Da nun das Volk 38 Jahre die Wüste durchwandern soll, befreit Gott von letzterem, indes so, dass nur für die 38 Jahre eine Nachsicht gewährt wird, nicht für den Aufenthalt im heiligen Lande. - um ein Gelübde zu erfüllen, oder als freiwillige Gabe, oder bei euren Festen, um dem Herrn einen lieblichen Geruch zu bereiten, von Rindern oder Schafen, so soll jeder, der ein Opfer darbringt, auch ein Speiseopfer von feinem Mehl, das Zehntel eines Epha, mit Öl angemacht, im Maße eines Viertels Hin, Siehe [2Mos 29,40]. - darbringen; auch soll er Wein als Trankopfer in gleichem Maße hinzugeben zu dem Brandopfer oder zu dem Schlachtopfer. [2Mos 29,40] wird dies nur für die täglichen Lammopfer vorgeschrieben, hier auf alle Opfer von Lämmern ausgedehnt. - Zu jedem Lamme und zu jedem Widder soll ein Speiseopfer von zwei Zehnteln feinen Mehles kommen, das mit einem Drittel Hin Öl angemacht ist; auch soll er Wein als Trankopfer, ein Drittel desselben Maßes, zum süßen Geruche für den Herrn darbringen. Wenn du aber ein Rind zum Brandopfer oder als anderes Opfer darbringst, um ein Gelübde zu erfüllen, oder als Friedopfer, Siehe [3Mos 7,16]. - so sollst du zu jedem Rinde drei Zehntel feines Mehl, das mit einem halben Hin Öl angemacht ist, darbringen; und Wein als Trankopfer in gleichem Maße zum süßen Geruche für den Herrn. So sollst du verfahren bei jedem Rinde und Widder, und Lamme, und Ziegenbocke. Hier fehlt in der Vulgata ein Vers: Entsprechend der Zahl der Stücke, die ihr herrichtet, sollt ihr Stück für Stück bei einem jeden so Verfahren. - Sowohl Einheimische wie Fremde sollen auf die gleiche Weise ihre Opfer darbringen. In der Vulgata fehlt: Das ist eine für alle Zeiten und Geschlechter geltende Satzung: bei den Opfern vor Jahve gilt für den Fremden dasselbe, wie für euch. - Einerlei Vorschrift und Recht soll für euch, wie für die Fremden, welche in euer Land kommen, gelten. Der Herr redete zu Moses und sprach: Rede zu den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und ihr vom Brote jenes Landes esset, so sollt ihr die Erstlinge dem Herrn absondern Hebr.: sollt ihr Jahve eine Hebe darbringen von Geschlecht zu Geschlecht. - von euren Speisen. Gleichwie ihr von der Tenne die Erstlinge absondert, so sollt ihr auch von den Speisen die Erstlinge dem Herrn geben. Hebr. V. 20, 21: Als Erstling eures Schrotmehles sollt ihr einen Kuchen als Hebe abgeben; ebenso wie die Hebe von der Tenne sollt ihr sie abgeben. Von den Erstlingen eures Schrotmehles sollt ihr Jahve eine Hebe geben, von Geschlecht zu Geschlecht. - Wenn ihr aus Versehen etwas von dem unterlasst, Während die vorhergehenden Gesetze erst in dem verheißenen Lande zu beobachten waren, galt das nachfolgende V. 22 – 31 auch in der Wüste. (V. 30) Bei dem Aufstande hatten sich viele durch Sünden überlegter Bosheit vergangen, insbesondere die zehn Kundschafter, welche von Gott mit dem Tode bestraft waren. So bedurfte das Gesetz [3Mos 4] einer Ergänzung, die auch für die Folge eine Strafe für Übertretungen jenes Gesetzes aufstellte. - was der Herr zu Moses geredet und euch durch ihn geboten hat, von dem Tage an, an welchem er anfing Gebote zu geben und weiterhin, oder wenn die Gemeinde es zu tun vergisst, so soll sie ein junges Rind von der Herde als Brandopfer bringen, zum süßen Geruche für den Herrn, und das dazugehörige Speiseopfer und Trankopfer, wie die heiligen Gebräuche es fordern, und einen Ziegenbock als Sündopfer. Und der Priester soll für die ganze Gemeinde der Söhne Israels beten; Hebr.: Israel Sühne schaffen. - und es wird ihnen vergeben werden, denn sie haben nicht mit Wissen und Willen gesündigt; doch sollen sie dem Herrn für sich und für die Sünde ihres Versehens ein Feueropfer darbringen, so wird dem ganzen Volke der Söhne Israels vergeben werden, und den Fremdlingen, die unter ihnen weilen; denn das Vergehen des ganzen Volkes beruht auf Versehen. Wenn aber ein einzelner aus Versehen sündigt, so soll er eine einjährige Ziege für seine Versündigung darbringen, und der Priester soll für ihn beten, weil er unbedacht vor dem Herrn gesündigt hat, und er wird ihm Vergebung erbitten, und es wird ihm verziehen werden. Für Einheimische ebenso wie für Fremde gelte eine Bestimmung, für alle, welche aus Versehen gesündigt haben. Wenn aber jemand aus Frevelmut etwas begeht, es sei ein Bürger oder ein Fremdling, so soll er ausgetilgt werden aus seinem Volke Bürgerlicher Tod. - (weil er sich wider den Herrn aufgelehnt hat); Hebr.: Jahve gelästert, für Nichts geachtet hat. - denn er hat des Herrn Wort verachtet und sein Gebot zu Schanden gemacht; darum soll er weggetilgt werden und seine Missetat tragen. Hebr.: Seine Bosheit bleibe auf ihm, soll durch kein Opfer weggenommen werden können. (Aug.) - Es begab sich aber, als die Söhne Israels in der Wüste waren, dass sie einen Mann fanden, der am Sabbatstage Holz sammelte. Diese Erzählung ist an dieser Stelle eingefügt zur Erläuterung des Frevelmuts V. 30. Jedenfalls liegt das Ereignis hinter dem Strafurteil Gottes [4Mos 14,29] und vor dem Einzuge in das gelobte Land. - Da brachten sie ihn vor Moses und Aaron und die ganze Gemeinde. Diese verschlossen ihn im Gewahrsam, weil sie nicht wussten, was sie mit ihm tun sollten. Wohl bestimmt [2Mos 31,14] die Todesstrafe, doch vielleicht wollten sie erfahren, ob Gott Verzeihung gewähre. - Und der Herr sprach zu Moses: Dieser Mensch soll des Todes sterben, die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen. Und sie führten ihn vor das Lager hinaus und steinigten ihn, und er starb, wie der Herr geboten hatte. Und der Herr sprach zu Moses: Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen, dass sie Hebr.: und ihre Nachkommen. - sich Quasten an den Ecken ihrer Oberkleider machen und himmelblaue Schnüre daran anbringen. Die himmelblaue Farbe wurde besonders für die heiligen Gewänder verwendet und war so gleichsam eine heilige, dazu verschieden von der des Kleides, so dass sie leicht die Aufmerksamkeit erregte. Wenn sie diese ansehen, sollen sie sich aller Gebote des Herrn erinnern und nicht ihren Gedanken und Augen folgen, allerlei Dingen nachbuhlend, sondern vielmehr der Gebote des Herrn eingedenk, sie tun und ihrem Gott heilig sein. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Lande Ägypten geführt hat, dass ich euer Gott sei.

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