Numeri 16

2. Aarons Priestertum wird von Kore, Dathan und Abiron angegriffen, aber von Gott verteidigt. (16,1 – 17,13) A. Empörung und Bestrafung Kores und seiner Anhänger. (V. 1 – 40) a. Der Levit Kore erhebt sich mit Dathan und Abiron aus dem Stamme Juda und anderen 250 vornehmen gegen Moses und Aaron, diesen Herrschaft und Priesterwürde streitig zu machen. (V. 17) b. Durch Gottes gerechtes Urteil verdammt, werden sie lebendig von der Erde verschlungen. (V. 35) c. Zur Erinnerung an diese Strafe werden ihre Rauchfässer zu Tafeln geschlagen und am Altare befestigt. B. Aarons Priestertum wird auch durch die Bestrafung des Volkes und durch ein Wunder von Gott in Schutz genommen. (16,41 – 17,13) a. Das wegen des Unterganges Kores und seiner Genossen murrende Volk wird von Gott mit harter Strafe heimgesucht, welche erst auf Moses und Aarons Fürbitte weicht.

Aber siehe, Moses hatte wohl das [4Mos 14,25] berichtete Gebot sofort auszuführen begonnen. So wurden die Israeliten von der Schwelle des verheißenen Landes, dessen herrliche Erzeugnisse sie geschaut, in die Wüste zurückversetzt. Nach fast achtzehnmonatlicher Wanderung blieben ihnen nun noch 38 Jahre härteren Umherwanderns, ja den meisten selbst der Tod. Dieses Schicksal schrieben sie Moses Schuld zu, obwohl er die Strafe doch nur verkündet (Vergl. [4Mos 16,13ff, 4Mos 17,12ff]), weil er ihrer Meinung nach dieselbe durch seine Fürbitte hätte abwenden können. So nährten sie weiter die eitle Hoffnung, wie [4Mos 14,4], unter einem andern Führer, einem andern Propheten es zu erreichen, dass ihnen alles glücklich von Statten gehe. Gleiche Erbitterung wie gegen Moses erfüllt sie gegen Aaron, der an allem [4Mos 13] Erzählten Teil genommen. So bricht zunächst der Aufstand der Rotte Kore aus, dann zwei Tage später [4Mos 16,14ff] ein anderer, endlich der allgemeine bei dem Haderwasser. - Kore, der Sohn Isaars, des Sohnes Kaaths, des Sohnes Levis, und Dathan und Abiron, die Söhne Eliabs, und Hon, der Sohn Pheleths, von den Söhnen Rubens, Kore zürnte wohl, weil Moses und Aaron sich alle Vorrechte zugeeignet und den Stamm Levi gleichsam Aaron und seinen Söhnen zu Dienern gegeben. Dathan und Abiron waren aus dem Stamme Ruben. Ob sie als Nachkommen des erstgeborenen Sohnes eine herrschende Stellung beanspruchten? Juda war ihnen vorgezogen und der Stamm Josephs hatte einen doppelten Anteil, wie er dem Erstgeborenen zukam, erhalten. Der Text muss vermutlich heißen: Die Söhne Eliabs, des Sohnes Phallu, des Sohnes Rubens. - erhoben sich gegen Moses samt andern zweihundert und fünfzig Männern aus den Söhnen Israels, angesehenen Männern aus der Gemeinde, Diese 250 gehörten zu Kore, wie V. 17, V. 35 zeigen, waren also wohl Leviten. Vielleicht glaubten sie sich von den Aaronitern nicht gerecht und brüderlich behandelt. - die zur Zeit der Beratung namentlich zusammenberufen wurden. Diese standen wider Moses und Aaron auf und sprachen: Lasset es nun genug sein, denn die ganze Gemeinde besteht aus Geheiligten Schreibet euch also keine höhere Heiligkeit zu, sondern seid zufrieden, den anderen gleich zu sein. - und der Herr ist unter ihnen! Warum erhebt ihr euch über das Volk des Herrn? Als Moses dies hörte, fiel er auf sein Angesicht nieder und sprach zu Kore und zu seiner ganzen Rotte: Morgen wird der Herr euch kundtun, wer ihm angehört, und wird die, welche heilig sind, Als Priester. Der heil. Paulus bezieht sich auf diese Stelle [2Tim 2,19]. - sich nahen lassen, und wen er erwählt hat, der wird ihm nahen dürfen. Darum tuet dieses: Ein jeder nehme sein Rauchfass, du, Kore, und deine ganze Rotte; Die Leviten, zu denen Kore gehörte, hatten keine Rauchfässer, weil nur die Priester im Heiligtume räuchern durften; aber die Rebellen hatten sich solche verschafft, um sich ihrer nach Absetzung Aarons und seiner Söhne zu bedienen. - und tuet morgen Feuer hinein, und leget Räucherwerk vor dem Herrn auf; Die Darbringung des Räucherwerkes galt als höchste priesterliche Tätigkeit. - und wen er immer erwählt, der soll heilig sein; Moses wendet ihre eigenen Worte auf sie zurück: Es genüge euch, von Gott selbst zu lernen, welches eure rechte sind. - ihr erhebt euch sehr hoch, Hebr.: Genug für euch. - ihr Söhne Levis! Und wieder sprach er zu Kore: Höret, Söhne Levis! Die Leviten hatten wohl das Wort geführt. - Ist es euch zu wenig, dass der Gott Israels euch von dem ganzen Volke ausgesondert und sich zugeeignet hat, dass ihr seinen Dienst im Zelte verrichtet, und vor das ganze Volk tretet, und ihm dienet? Gegensatz V. 3, V. 7. - Hat er deswegen dich und alle deine Brüder, die Söhne Levis, sich nahen lassen, dass ihr euch auch noch das Priestertum anmaßt und dass sich deine ganze Rotte gegen den Herrn erhebe? Denn was ist Aaron, dass ihr gegen ihn murret? Aaron ist von Jahve als Priester aufgestellt, also fällt euer Murren auf Gott zurück. - Da sandte Moses hin, um Dathan und Abiron, die Söhne Eliabs, zu rufen. Sie aber antworteten: Wir kommen nicht! Hebr.: Wir werden nicht hinaufkommen. Hinaufziehen wird in der Heiligen Schrift nicht nur von der Bewegung zu einem höher gelegenen Ort hin, sondern auch vom Gehen zu einer höher gestellten Person (hier und [1Mos 46,31]) – bezüglich zum Gerichte [5Mos 25,7] gebraucht. - Ist es dir etwa zu wenig, dass du uns aus einem Lande, das von Milch und Honig floss, herausgeführt hast, Diese in den Verheißungen Gottes übliche Bezeichnung Chanaans (vergl. [2Mos 3,8]) werden von Dathan und Abiron hier auf Ägypten angewendet (ironisch?). - um uns in der Wüste umkommen zu lassen, wenn du nicht auch noch über uns herrschest? Hebr.: Ist's nicht genug damit (vergl. V. 3) …, dass du dich auch noch zum Herrscher über uns aufwerfen willst? - Wahrlich! Du hast uns in ein Land geführt, in dem Bäche von Milch und Honig fließen, und hast uns Äcker und Weinberge zum Besitze gegeben; willst du uns auch die Augen ausreißen? Besser: Jene blind machen, nämlich dass sie den wirklichen Stand der Dinge nicht erkennen und deinen Ehrgeiz nicht sehen, wie wir ihn sehen? - Wir kommen nicht! Da ergrimmte Moses sehr und sprach zu dem Herrn: Siehe ihre Opfer nicht an! Er gibt die Hoffnung auf ihre Bekehrung auf. - du weißt, dass ich nicht einmal einen Esel je von ihnen genommen Vergl. [1Koe 12,3]. Ich habe nie meinen Vorteil gesucht, nie meine Ehre. - und keinem von ihnen etwas zu Leide getan habe. Und er sprach zu Kore: Die Rotte Kore redete sich vielleicht ein, dass das Volk zwar [4Mos 14,4] sich gegen Gott empört, sie hingegen nur mit Moses und Aaron zu tun hätten. Vor Moses waren Priester aus menschlicher Autorität da gewesen, dass jetzt nur noch aus göttlicher Anordnung solche sein sollten, haben sie noch nicht völlig erkannt. Sie vertrauen vielleicht auf das Recht, das vor Moses gegolten, ihre Zahl und Würde macht ihnen Mut: so viel hervorragende Männer wird Jahve nicht verwerfen und das Volk nicht verlassen. Moses Ansehen war in ihren Augen sehr gering geworden. - Du und deine ganze Rotte, stellet euch morgen abgesondert vor den Herrn, und Aaron auch besonders; dann nehme ein jeder von euch sein Rauchfass, und lege Räucherwerk darein, und bringe es dem Herrn dar, Vor die Türe des Zeltes. - in zweihundert und fünfzig Rauchfässern, und auch Aaron soll sein Rauchfass halten. Als sie dies nun taten, während Moses und Aaron dastanden und jene wider sie die ganze Gemeinde Die Ältesten als Vertreter derselben. - vor dem Eingange des Zeltes versammelten, erschien vor allen die Herrlichkeit des Herrn. Bereit, einzuschreiten. Vergl. [4Mos 20,6] ebenso [2Mos 16,10, 4Mos 14,10] und [2Mos 17,7]. - Und der Herr redete zu Moses und Aaron und sprach: Sondert euch ab aus der Mitte dieser Rotte, dass ich sie jählings vernichte. Diese Drohung bewegt Moses zur Fürbitte für das Volk. - Da fielen sie auf ihr Angesicht nieder und sprachen: O mächtigster Gott der Geister alles Fleisches, Als Schöpfer, Herr und Richter. Zudem übertrifft er alle erschaffenen Geister durch Heiligkeit, Gerechtigkeit usw. So kennt er auch jedes Herz. Dieselbe Bezeichnung Gottes auch [4Mos 27,16]. - soll, weil einer gesündigt hat, dein Zorn gegen alle wüten? Wegen 250 gegen 660000? - Und der Herr sprach zu Moses: Gebiete dem gesamten Volke, sich von dem Zelte Kores, Dathans und Abirons abzusondern. Hierauf stand Moses auf und ging zu Dathan und Abiron; und die Ältesten von Israel folgten ihm, und er sprach zu dem Volke: Das in der Nähe der Zelte der Rebellen seine Zelte hatte. - Entfernet euch von den Zelten dieser gottlosen Menschen und rühret nichts an, was ihnen gehört, dass ihr nicht in ihre Sünden verwickelt werdet! Als sie nun von ihren Zelten ringsum zurücktraten, kamen Dathan und Abiron heraus und standen im Eingange ihrer Zelte, mit ihren Weibern und Kindern, und der ganzen Menge. Und Moses sprach: Daran sollt ihr erkennen, dass der Herr mich gesandt hat, um alle die Taten zu verrichten, welche ihr seht, und dass ich sie nicht aus meinem Herzen Wie die falschen Propheten. Vergl. [Ez 13,2.17, Jer 14,14, Jer 23,26]. - geschöpft habe: Wenn diese eines gewöhnlichen Todes sterben, wie alle Menschen, und nur eine Heimsuchung über sie kommt, wie sie auch über die übrigen zu kommen pflegt, Der Tod als Sold der Sünde. - so hat mich der Herr nicht gesandt. Wenn aber der Herr etwas Neues Ein Wunder. - schafft, dass die Erde ihren Mund auftut und sie mit allem, was ihnen gehört, verschlingt, und sie lebendig in das Totenreich hinunterfahren, Lebendig begraben werden (Optat v. Milevi), so dass ihre Seelen zum ewigen Strafort eingehen. (Epiph. Hieron.) - so werdet ihr erkennen, dass sie den Herrn gelästert haben.
Der Tod von Kore, Dathan und Abiron
Kaum hatte er aufgehört zu reden, da spaltete sich alsbald die Erde unter ihren Füßen, und tat ihren Mund auf, und verschlang sie mit ihren Zelten Hebr.: und all den Leuten, die Kore gehörten. - und ihrer gesamten Habe. So fuhren sie lebendig hinunter in das Totenreich, und die Erde bedeckte sie, und sie wurden vertilgt aus der Mitte des Volkes. Ganz Israel aber, das ringsherum stand, floh bei dem Geschrei der Versinkenden und sprach: Dass die Erde nicht auch uns verschlinge! Es ging aber von dem Herrn auch Feuer aus und tötete die zweihundert und fünfzig Männer, welche das Räucherwerk darbrachten.

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