Numeri 23

c. Vier Mal versucht Balaam die Israeliten zu verfluchen, vier Mal muss er segnen (23,1-12; 13-30 und [4Mos 24]). Erster und zweiter Segen (V. 7-12, V. 13-26).

Da sprach Balaam zu Balak: Lasse mir hier sieben Ob Balaam etwas von der Bedeutsamkeit der Siebenzahl für Israel wusste? Auch bei den Heiden (Griechen, Römern) werden nicht selten Opfer von sieben Tieren erwähnt. Jedenfalls machte Balaam hier nicht gemeinsame Sache mit Balak (er sagt: mir), dieser denkt wohl an Kamos, Balaam an den wahren Gott, der sich ihm in Pithur und auf dem Wege offenbart hat. - Altäre erbauen und ebenso viele junge Stiere und ebenso viele Widder herbeischaffen. Und da er nach dem Wunsche Balaams getan, legten beide einen jungen Stier und einen Widder auf jeden Altar. Und Balaam sprach zu Balak: Bleibe ein wenig hier bei deinem Brandopfer, während ich hingehe, ob der Herr mir etwa entgegenkommt, und was er immer befiehlt, werde ich dir sagen. Balaam glaubt wohl aus Wahrzeichen [4Mos 24,1] entnehmen zu können, was er Balak zu sagen hat, doch ist er auch auf eine neue Offenbarung nicht unvorbereitet. - Als er nun eilends Richtiger: Auf einen freiliegenden Hügel. - hinwegging, kam ihm Gott Gott selbst. - entgegen. Da redete Balaam zu ihm und sprach: Sieben Altäre habe ich errichtet und je einen jungen Stier und einen Widder darauf gelegt. Die Siebenzahl ist eine heilige, Rind und Widder sind die vornehmsten Opfertiere. Ob Balaam diesen Ritus von seinen Vorfahren als wirksam überkommen hat? Jedenfalls tadelt Gott denselben nicht, da das Opfer ihm dargebracht ist. Der Sinn der Worte ist: Ich habe getan, was ich konnte, mich auf eine Kundgebung deinerseits vorzubereiten. - Der Herr aber legte ihm ein Wort in den Mund und sprach: Kehre zurück zu Balak und sprich also. Da kehrte er zurück und fand Balak und alle Fürsten der Moabiter noch bei seinem Brandopfer stehend. Und er trug seine Gleichnisrede Auch die kürzeren Reden der israelitischen Propheten heißen Parabeln, Gleichnisreden, Sprüche. [Jes 14,4ff, Ez 17,2ff] u. a. - vor und sprach: Die Worte gehören Balaam an, nur die allgemeinen Gedanken hat Gott ihm eingegeben. V. 7 ist eine geschichtliche Erzählung. V. 9 Wiedergabe dessen, was sich dem Auge darstellt, V. 8 ist das Gleiche, was Balaam [4Mos 22,38] gesagt; V. 10b ist ein natürlicherweise aus dem Herzen Balaams hervorbrechender Wunsch. Eine eigentliche Prophezeiung enthält 9b, 10a. - Aus Aram ließ mich Balak, der König der Moabiter, holen, von den Bergen des Ostens: Vergl. [1Mos 29,1]. Das Gebirge des Ostens [1Mos 10,30] war wohl im entferntesten Arabien. Zu den Söhnen Ostens gehört [Job 1,3]. Salomon wird gerühmt als an Weisheit alle Söhne des Ostens übertreffend. [1Koe 4,30] - Komm! sprach er, und verfluche Jakob; eile und verwünsche Israel, Wie soll ich fluchen, wem Gott nicht flucht? Euphemistisch: Den Gott segnet. - Wie soll ich verwünschen, wen der Herr Jahve ist dasselbe wie der wahre Gott. - nicht verwünscht? Vom Gipfel der Felsen schaue ich ihn Israel. - und von den Anhöhen erblicke ich ihn. Er nennt nun drei Gründe, weshalb er den Israeliten nicht fluchen kann: Israel ist von anderen Völkern abgesondert, es ist sehr zahlreich, es ist ein Volk der Gerechten. - Ein Volk wohnt abgesondert und rechnet sich nicht zu den übrigen Völkern. Nicht allein physisch, sondern auch durch Religion und Lebensweise getrennt, von Gott ausgesondert. - Wer kann den Staub Jakobs zählen, Vergl. [1Mos 13,16]. Vergl. [2Sam 24]. Der äußerste Teil des Volkes [4Mos 22,41] ist nicht unzählbar. - wer das Geschlecht Israels berechnen? Möchte meine Seele den Tod der Gerechten sterben und mein Ende dem ihren gleich sein? Das erste Glied ist dem zweiten unterzuordnen. So wahr ich mir einen glückseligen Tod wünsche, das höchste Gut des Lebens, so wahr wünsche ich, mein Los möchte dem ihren gleich sein. - Da sagte Balak zu Balaam: Was ist das, was du tust? Meinen Feinden zu fluchen, habe ich dich hergerufen; und du segnest sie im Gegenteile. Er aber antwortete ihm: Kann ich denn etwas anders reden, als was der Herr mir befohlen hat? Hebr. positiv: Muss ich nicht das, was Jahve in meinen Mund legt, getreulich reden? - Da sprach Balak: Komm mit mir an einen andern Ort, von wo du einen Teil von Israel siehst und nicht das Ganze sehen kannst; von dort aus sollst du es verfluchen. Balak wünscht eine wirksame Verfluchung und so Aufhebung des früheren Segens, deshalb wählt er wieder einen Teil und zwar einen von den früheren [4Mos 22,41] verschiedenen. Abergläubisch wähnt er, dass der zu Verfluchende gegenwärtig sein muss, soll der Fluch Erfolg haben. - Hierauf führte er ihn an einen hohen Ort, Richtiger: Späherfeld, Feld Zophim. - auf den Gipfel des Berges Phasga, dort baute Balaam Nach dem Hebr. Balak, wie V. 2. - sieben Altäre, und legte je einen jungen Stier und einen Widder darauf, und sprach zu Balak: Bleibe hier Hebr.: Stelle dich hier auf. Stehend muss man Gottes Wort hören. [Rich 3,20] Da nun aber Balak schon stand, bedeutet das Wort: Höre andächtig, o König, es redet der, vor dem selbst Könige sich erheben müssen. - bei deinem Brandopfer, während ich eine Begegnung mit dem Herrn suche. Da kam der Herr ihm entgegen, und legte ihm ein Wort in den Mund, und sprach: Kehre zurück zu Balak und sprich also zu ihm. Und er kehrte zurück und fand ihn, und die Fürsten der Moabiter mit ihm, bei seinem Brandopfer stehend. Und Balak sprach zu ihm: Was hat der Herr geredet? Da hob er seine Gleichnisrede an und sprach: Ein Einleitungsdistichon, dem bis V. 24 vier Tetrastichen folgen. - Stehe, Siehe Anm. 20. - Balak, und horche, höre, Mein Zeugnis, das, was Gott mir in den Mund legt. - Sohn Sephors! Gott ist nicht wie Wie fehlt im Hebr. - ein Mensch, dass er lügen sollte, und nicht wie ein Menschenkind, dass er sich ändern sollte. In dem, was er fest bestimmt hat. - Er hat also gesprochen und sollte es nicht tun? Er hat geredet und sollte es nicht ausführen? Zu segnen bin ich hergeführt worden, und den Segen kann ich nicht zurückhalten. Wenn auch Balak mich gerufen hat, habe ich doch bezeugt, dass ich nur reden werde, was Jahve bestimmt, er also ist es eigentlich, der mich hierher geführt. Hebr.: Siehe, zu segnen habe ich empfangen, und hat er gesegnet (?), so kann ich es nicht wenden. Das bis hierher Gesagte war gleichsam Vorspiel. - Es ist kein Götze in Jakob, und man sieht kein Götzenbild in Israel. Hebr.: Nicht erblickt man Bosheit in Jakob, noch findet man Leid in Israel. Die beiden Glieder sind wie 10b kausal zu subordinieren: ich sehe keine Bosheit usw. und deshalb kein Leid. - Der Herr, sein Gott, ist mit ihm, In seiner Mitte, als Beschützer. - und der Siegesjubel Wegen des Sieges über Sehon und Og, doch ganz besonders über den Auszug aus Ägypten. (V. 22) Dieser Jubel verkündet auch künftige Siege. - seines Königs Jahve. - ertönt in ihm. Gott hat ihn aus Ägypten geführt, seine Stärke ist wie die des Nashorns. Besser: Gott, der es aus Ägypten geführt, er hat Hörner wie die des Wildochsen. Die Hörner bezeichnen göttliche und königliche Macht. Gott wird mit dem stärksten Tiere, dem Wiesent, verglichen, das der Apisstier und der Widder Ammons wohl zu fürchten haben. Kann also Balaam Israel fluchen, das solchen Führer hat? - Keine Zeichendeuterei ist in Jakob, noch Wahrsagerei in Israel. Neues Argument. Zeichendeuterei und Wahrsagerei fehlen in Israel, weil es so unsicherer Mittel nicht bedarf. Nach Errichtung der sieben Altäre muss der Seher noch erproben, ob Gott ihm entgegenkommt. Besser ist für die Israeliten gesorgt: Wenn es Zeit und Umstände fordern, werden von Propheten und Hohenpriestern sichere Voraussagungen über die Zukunft gegeben. - Zu seiner Zeit wird Jakob und Israel verkündet werden, was Gott vollbracht hat. Siehe, das Volk wird wie eine Löwin aufstehen, und wie ein Löwe sich erheben; nicht wird es sich niederlegen, bis es den Raub verzehrt und das Blut der Erschlagenen trinkt. Es wird glücklich und standhaft kämpfen. Die Bilder wie [1Mos 49,9]. Wollen also die Moabiter solche angreifen? - Da sprach Balak zu Balaam: Weder verfluche es, noch segne es. Balak fürchtet, dass das vom Blute Gesagte Moab betreffe. - Er aber sprach: Habe ich dir nicht gesagt, dass ich alles, was Gott mir befiehlt, tun werde? Und Balak sprach zu ihm: Bald lässt Balak sich wiederum von dem Wunsche, die Israeliten vom Fluche getroffen zu sehen, zu einem neuen Versuche hinreißen. - Komm, ich will dich an einen andern Ort führen, vielleicht gefällt es Gott, dass du sie von da aus verfluchst. Und er führte ihn auf die Spitze des Berges Phogor, der auf die Wüste hinabschaut. Auf beiden Seiten des Jordan. Phogor (nicht derselbe Berg wie Phasga) lag dem Nebo nahe. Und Balaam sprach zu ihm: Lass mir hier sieben Altäre errichten, und schaffe mir ebenso viele junge Stiere und ebenso viele Widder her. Balak tat, wie Balaam gesagt hatte, und legte auf jeden Altar einen jungen Stier und einen Widder.

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