Numeri 6

e. Vorschriften über die Nazaräer. (V. 1 -21) Vorschriften über die Verpflichtungen der Nazaräer. (V. 13) Vorschriften über die Vollendung des Nazaräats. (V. 21) Anhang: Formel des priesterlichen Segens.

Und der Herr redete zu Moses und sprach: Rede zu den Söhnen Israels und sage ihnen: Ein Mann oder ein Weib, welche das Gelübde ablegen, sich zu weihen, Hebr.: Wenn ein Mann oder ein Weib das Gelübde eines Nazaräers ablegen will. Nazaräer (Nasiräer) von der hebr. Wurzel ausscheiden, daher weihen. Wie [2Mos 26] hat die Vulgata, indem sie diese Wurzel verschiedenartig übersetzte, die Sache etwas verdunkelt: weihen (sanctificare) V. 2, 12, 21 aufopfern (consecrare) V. 2, 4, 5, 6, 7, 9, 12, 13, 21 Ausscheiden 5, 8 Gelübde 4 Nazaräer 21. Ebenso übersetzt sie berauschendes Getränk (sicera) V. 3 mit: jeder andere Trank. Die Verpflichtungen der Nazaräer werden in V. 2 – 8 angegeben. In diesem Kapitel ist nur von einem zeitweiligen Nasiräat die Rede. Samuel, Samson, Johannes der Täufer waren lebenslängliche Nasiräer. Das in Kap. 6 gegebene Gesetz ist aus der Vereinigung zweier entstanden, wie die Schlussformel V. 13 zeigt, die V. 21 wiederholt wird. Moses spricht von dem Nasiräat als einer bekannten Sache, so dass das in V. 2 – 8 enthaltene Gesetz wohl älter ist als die Bestätigung desselben seitens Gottes durch Moses. Die verschiedenen Vorschriften weisen auf verschiedene vorgekommene Fälle hin; die Enthaltung vom Wein weist auf Noes Berauschung zurück. - und sich dem Herrn aufopfern wollen, sollen sich des Weines und alles dessen, was berauschen kann, enthalten. Essig von Wein oder irgend einem andern Getränke, Essig als erfrischendes Getränk zur Zeit der Erntehitze. - oder irgend etwas, was aus Trauben gepresst wird, sollen sie nicht trinken; und frische oder getrocknete Trauben nicht essen, so lange die Zeit währt, für welche sie durch ihr Gelübde dem Herrn geweiht sind; nichts, was vom Weinberge herkommen kann, von der trockenen Beere bis zum Kerne, sollen sie essen. Die ganze Zeit seiner Absonderung hindurch soll kein Schermesser über das Haupt eines solchen kommen, bis die Zeit erfüllt ist, für die er sich dem Herrn geweiht hat. Er soll geheiligt sein und das Haupthaar wachsen lassen. Auch [3Mos 21,5] wird die Bewahrung des Haupthaares mit der Heiligkeit verbunden. - Die ganze Zeit hindurch, wo er geweiht ist, soll er keinem Toten nahen, Wer einem Begräbnis beiwohnte, musste sich scheeren. - nicht einmal durch die Leiche seines Vaters und seiner Mutter, und seines Bruders, und seiner Schwester darf er sich verunreinigen; denn die Weihe für seinen Gott ist auf seinem Haupte, Dasselbe Verbot gilt für den Hohenpriester. [3Mos 21,11] - Alle Tage seiner Absonderung soll er dem Herrn geweiht sein. Wenn aber jemand unversehens in seiner Gegenwart stirbt, so wird sein geweihtes Haupt befleckt; und er soll es alsogleich Dies Wort ist durch Irrtum eingedrungen, damit entfällt auch „wiederum“ im weiteren Texte des Verses. Wer durch einen Toten verunreinigt war, konnte sein Haupt erst am siebenten Tage scheeren; dies zu tun, wird hier nach dem Hebr. vorgeschrieben. - am Tage, an dem er rein wird, und wiederum am siebenten scheeren. Am achten Tage aber soll er zwei Turteltauben, oder zwei junge Tauben, Wie die, welche mit einem Ausflusse behaftet gewesen. [3Mos 15,14ff.29ff] Dasselbe Opfer sollten auch arme Kindbetterinnen bei ihrer Reinerklärung [3Mos 12,8] und arme Aussätzige [3Mos 14,30ff] darbringen. - zu dem Priester an den Eingang des Zeltes des Bundes bringen, und der Priester soll die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer darbringen, und soll für ihn beten, weil er sich an einem Toten versündigt hat, Die Verunreinigung, wenn auch unbeabsichtigt, war doch eine Verfehlung gegen das Gelübde. - und soll sein Haupt an diesem Tage heiligen Wieder einweisen zum Nasiräate. - und dem Herrn die Tage jener Absonderung weihen, Auf's neue. Er darf sich nicht frei glauben von seinem Gelübde. Das sichtbare Zeichen des Nasiräats, das Tragen des vollen Haares, wird Weihe des Hauptes genannt; doch kamen zu dieser noch zwei andere Verpflichtungen. - indem er ein einjähriges Lamm als Sündopfer Hebr.: Als Schuldopfer, weshalb es auch ein männliches Tier sein muss. - darbringt; so zwar, dass die vorhergehenden Tage nicht gerechnet werden, weil seine Heiligung verunreinigt ward. Das sind die Bestimmungen über die Weihe. Für die Opferfeier am Ende des Nasiräates. - Wenn die Tage, welche er im Gelübde bestimmt hatte, erfüllt sind, soll ihn der Priester an den Eingang des Zeltes des Bundes führen Wie der geheilte Aussätzige zum Zwecke der Reinigungszeremonien vor den Priester gebracht werden soll. [3Mos 14,2] - und dem Herrn als seine Opfergabe ein einjähriges, fehlerloses Lamm als Brandopfer, und ein einjähriges, fehlerloses Schaf Ein weibliches Schaf. - als Sündopfer, und einen fehlerlosen Widder als Friedopfer darbringen, sowie einen Korb mit ungesäuerten Broten, die mit Öl angemacht sind, und ungesäuerte mit Öl bestrichene Fladen, und die zu jedem gehörigen Trankopfer. Hebr.: Speiseopfer und Trankopfer. - Diese soll der Priester vor dem Herrn opfern und das Sündopfer und Brandopfer zurichten. Den Widder aber soll er dem Herrn zum Friedopfer schlachten und auch den Korb mit dem Ungesäuerten samt den Trankopfern darbringen, welche nach der Gewohnheit dazu gehören. Alsdann soll dem Nazaräer vor der Türe des Zeltes des Bundes das Haar seiner Weihe abgeschoren werden, und der Priester nehme sein Haupthaar und werfe es in das Feuer, das unter dem Friedopfer angezündet ist. Da sie geweiht waren, mussten sie verbrannt werden. - Dann nehme er die gekochte Schulter von dem Widder, Schon bei dem Opfer des Widders hatte der Priester das rechte Schulterstück und das rechte Bruststück erhalten; jetzt wird auch die linke gegeben zum Zeichen einer innigeren Gemeinschaft mit Gott, denn was dem Priester gegeben wird, wird Gott gegeben. - und ein ungesäuertes Brot aus dem Korbe, und einen ungesäuerten Fladen, und lege dies alles in die Hände des Nazaräers, Als dessen Gabe an Gott. - nachdem diesem das Haupt geschoren ist. Alsdann soll er wieder alles von ihm zurücknehmen und es vor den Augen des Herrn erheben; und das Auf diese Weise. - Geweihte soll dem Priester gehören, wie das Bruststück, welches abgesondert werden soll, Die Hebebrust. - und die Hüfte. Die Hebeschulter, die rechte, nach [3Mos 7,32]. - Hierauf kann der Nazaräer wieder Wein trinken. Das sind die Bestimmungen für einen Nazaräer, der dem Herrn sein Opfer gelobt hat zur Zeit seiner Weihe, Hebr.: Das sind die Bestimmungen in Betreff des Gottgeweihten, der sich zu weihen gelobt, was er zufolge seiner Weihe Gott darzubringen hat, außer dem usw. – Was das Gesetz fordert, soll er vor allem gewissenhaft ohne Möglichkeit eines Ersatzes (selbst oder durch andere [Apg 21,24]) leisten, dann mag er freiwillige oder inzwischen gelobte Gaben hinzufügen. - außer dem, was er sonst zu leisten vermag. Wie er in seinem Herzen gelobt hatte, so soll er auch tun, um seine Heiligung zu vollenden. Hebr.: Nach den für seine Weihe geltenden Bestimmungen. - Und der Herr redete zu Moses und sprach: Rede zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Söhne Israels segnen und zu ihnen sagen: Vielleicht wurde dieser Segen nach jedem Opfer erteilt. Vergl. [3Mos 9,22]. Seitdem Gott die ersten Eltern gesegnet [1Mos 1,28], schrieb man dem Segen der Eltern eine besondere Kraft zu, zumal Gott selbst die Segnung der großen Patriarchen bestätigt [1Mos 27] und ihrer Nachkommenschaft seinen Segen verheißen hatte. [1Mos 22,17ff, 1Mos 28,14] Jetzt überträgt Gott dem Aaron und den Priestern, selbst den sündhaften, das Amt zu segnen. Welche Ehrfurcht musste das Volk fortan vor diesen haben! - Der Herr segne dich und behüte dich; Die dreifache Segensformel ist nur die Wiederholung eines Segens. - der Herr zeige dir Hebr.: Lasse über dich leuchten. Das Licht ist Bild des Glückes und Lebens, der Reinheit, aber auch der Freundlichkeit. Das Angesicht über Jemanden leuchten lassen, bedeutet also gnädig sein. Gegensatz dazu: [5Mos 32,20]. - sein Angesicht und sei dir gnädig! Als Gnädigen (sich Herabneigenden) hat sich Gott selbst [2Mos 34,6] bezeichnet. - Der Herr wende dir sein Angesicht zu Dich gnädig schirmend und fördernd. - und gebe dir Frieden! Auch die fünf Namen des Messias [Jes 9,5] enden mit dem Frieden. - Und Hebr.: So. - sie sollen meinen Namen Mein sich offenbarendes Wesen. Drei Mal ist dieser Name in der Formel angerufen. - über die Söhne Israels anrufen, Hebr.: legen: Ihnen die gnadenreiche Nähe des lebendigen Gottes verkünden. - und ich will sie segnen. Von Gott selbst geht der Segen aus, nicht von denen, die in seinem Auftrage die Segensformel sprechen.

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