Hosea 1

I. Teil (Kap. 1 – Kap. 3) A. Ehe des Propheten und seine drei Kinder. (V. 9) B. Verheißung der Wiederherstellung. (1,10 – 2,1)

Wort des Herrn, Die Redeformeln: Wort des Herrn, Gesicht, der Herr sprach, geben Zeugnis davon, wie sehr die Propheten überzeugt waren, dass sie das, was sie verkündeten, von Gott empfangen hatten und einzig unter seinem Einfluss handelten. Vergl. [Jer 1,1; Joe 1,1; Mic 1,1; Zeph 1,1] Ebenso [Jes 1,1; Amos 1,1; Obadja 1; Nah 1,1]. - welches an Osee, den Sohn Beeris erging in den Tagen des Ozias, Joathan, Achaz, Ezechias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jeroboams, des Sohnes Joas', des Königs von Israel. Die Überschrift wie die gedrängte Redeweise im Folgenden zeigen, dass das Buch nur den Hauptinhalt der Reden Osees kurz zusammenfasst als einen Beweis der Güte und Vorsehung Gottes über sein Volk. Die Könige aus dem Hause David werden an erster Stelle genannt in Erinnerung an die Verheißung [2Sam 7,14]. Der König von Israel wird zum Zeugnis genannt, dass die Prophezeiung auch gegen ihn gerichtet ist und sein Götzendienst so unentschuldbar wird. Jeroboam nennt er als König, nicht allein, weil derselbe tatsächlich einundvierzig Jahre herrschte, sondern auch weil Jehu der Thron Israels bis zum vierten Geschlechte von Gott zugesagt war. [2Koe 10,30] Jeroboam starb um das siebenundzwanzigste Jahre es Ozias. Nach ihm trat wohl ein Zwischenreich von elf Jahren ein. Im achtunddreißigsten Jahre des Ozias gelangte Zacharias für sechs Monate auf den Thron; die folgenden Könige waren Aufrührer, weshalb der Prophet keinen von ihnen mit dem ehrenvollen Namen eines Königs anführt. - Anfang der Rede des Herrn in Osee. Der folgende Befehl war die erste Offenbarung Gottes an Osee. (Theod., Hier.), in Osees Seele. (Cyr.) - Der Herr sprach zu Osee: Gehe hin, nimm dir Zur Ehe. - ein Buhlweib Die als solche bekannt ist. Es ist unter den Erklärern viel gestritten worden, ob das, was folgt, eine bloße Allegorie ist oder Wirklichkeit. Die meisten unter den älteren und neueren erklären das Folgende als wirklich geschehen. (Iren., Ephr., August., Cyr., Theod.) Die Worte schließen in der Tat auch alle Allegorie aus. Auch dass der Prophet ein vorher der Buhlerei ergebenes Weib zum Ehegemahl machen soll, ist vielleicht hart für denselben, aber nichts Böses (Gier.); Schweres aber fordert Gott oft von den Propheten zur Belehrung anderer. Der Prophet soll durch diese Ehe den stumpfen Sinn seiner Volksgenossen wirksam auf Gottes Absichten hinlenken; würde dazu das Wort des Propheten ausreichen, er habe solches im Gesichte geschaut? Nein, die Verwunderung, welche die Handlungsweise erregt, soll das Volk aus dem Schlafe wecken. Schon im Pentateuch wird die Auserwählung des Volkes und der Bund Gottes mit demselben im Bilde der Ehe dargestellt. Wie großes Erbarmen Gott ihm bewiesen, indem er es unter allen Völkern auserwählte, soll die Ehe des Propheten ihm vor Augen führen und diesem die Größe seines Undankes zeigen. - und zeuge dir Buhlkinder, Nicht weil sie selbst Buhlereien treiben, sondern weil ihr Name zum Zeichen und zur Warnung sein soll für die wahren Söhne der Buhlerinnen, das Volk. Daher der Zusatz, der den Schluss des Verses bildet. - denn das Land hat den Herrn verlassen und buhlt. Da ging er hin und nahm Gomer, die Tochter Debelaims, Namen und Herkunft werden beigefügt zum Zeichen der Geschichtlichkeit. (Theod. Gr.) - diese empfing und gebar einen Sohn. Damit wird aller Verdacht der Untreue ausgeschlossen. - Da sprach der Herr zu ihm: Nenne seinen Namen Jezrahel, Dieser Name ist gewählt mit Beziehung auf die Stadt, wo Jehu sich durch ein Blutbad den Weg zum Throne bahnte. [2Koe 9,7] - denn noch kurze Zeit, so werde ich die Blutschuld Jezrahels Der Tod Naboths. Ähnlicher Übeltaten machten sich die Könige aus dem Stamme Jehus schuldig: Jehu selbst [2Koe 10,29.31], sein Sohn Joachaz [2Koe 13,2], Joaz [2Koe 13,11], Jeroboam [2Koe 14,24], Zacharias [2Koe 15,9]. - am Hause Jehu heimsuchen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen. Zwei Dinge droht der Seher an: die Vernichtung des Hauses Jehu, siehe [2Koe 15,10], und den Untergang des Reiches Israel. Jezrahel: Gott, der sät, der den Lauf der Ereignisse vorbereitet und lenkt. - An jenem Tage werde ich auch den Bogen Israels Die Kriegsmacht. - im Tale Jezrahel Die Namen Israel und Jezrahel sind durch den Klang schon einander verwandt; wie dieser in Erinnerung an die Versündigungen gegen Gott und dessen Strafe wachruft, soll die Beifügung bedeuten, dass beides nun in Israel da ist. - zerbrechen. Und sie empfing abermals Das erste Zeichen hatte keine Wirkung. - und gebar eine Tochter. Alle, Männer und Weiber, sollen in das Unheil verstrickt werden. - Da sprach Er zu ihm: Nenne ihren Namen Ohne-Erbarmen, denn fortan will ich mich des Hauses Israel nicht mehr erbarmen, sondern werde ihrer ganz und gar vergessen. Das in Vers 4, 5 angedrohte Gericht soll ohne Erbarmen sein. - Doch des Hauses Juda werde ich mich erbarmen Als Beispiel, wie sie noch Barmherzigkeit erlangen können (Theophan.), und als Beweis, dass alles nach seinem Willen geschieht (Theod. Gr.), stellt Gott Juda vor Augen. - und sie durch den Herrn, ihren Gott, Die Stärke des Reiches ist nach Gottes Willen seine Hilfe, nicht die Kriegsmacht, deren Teile des Nachdrucks halber einzeln aufgezählt werden. - retten, aber nicht durch Bogen und Schwert und Kampf noch durch Rosse und Reiter will ich sie retten. Diese Verheißung ging in Erfüllung [2Koe 19,34; Jes 36; Jes 37], doch enthält der Satz auch eine allgemeine Richtschnur für das Handeln Gottes. Dazu wird nur der der Rettung teilhaftig, der zum Hause Juda, der heiligen Stadt, dem Tempel und dem rechtmäßigen Priestertum steht. - Und sie entwöhnte die Ohne-Erbarmen Wie der Prophet stufenweise dem Volke die symbolische Handlung erklärt, so zeigt auch die Erzählung, dass das Gericht in stufenweiser Folge kommen wird. - und darauf empfing sie und gebar einen Sohn. Da sprach er: Nenne seinen Namen Nicht-mein-Volk, denn ihr seid nicht mein Volk und ich will nicht euer sein. Gott will nicht ferner ihr Vater und Schützer sein und überlässt sie seinen Feinden zur Zertretung. -

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