Hosea 10
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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b. Durch den Götzendienst geht alles zugrunde. (V. 10) c. Die Strafen bereiten das Insichgehen vor.
1 Ein üppiger Weinstock Reich an Schätzen und Macht. Israel ist Gottes Weinberg, den er mit aller Sorgfalt umzäunt und gepflegt hat. - war Israel und seine Frucht Das Volk hatte wirklich Überfluss an Menschen und Gütern, zeitlichen und geistigen. - war ihm gleich, aber so zahlreich seine Früchte waren, so viele Altäre baute es, so fruchtbar sein Land war, so zahlreich machte es seine Götzen. Sie schrieben alles Gute, das sie erlangten, den Götzen zu. Je größer der Überfluss, desto mehr Altäre erbauten sie mit Götzenbildern Baals oder der Kälber. - 2 Geteilt Von Gott getrennt oder verschiedenen Götzen zugewendet (Cyr., Theod.) zwischen Gott und Götzen geteilt. [1Koe 18,21] Manche Neuere übersetzen: Trügerisch: Die Bosheit ihres Herzens ist die Wurzel aller Übel. - ist ihr Herz, nunmehr werden sie zugrunde gehen; Er Der Herr durch die Diener seiner Rache. So wird er die Ohnmacht der Götzen erweisen. - wird ihre Götzen zerbrechen, ihre Altäre verheeren. 3 Dann werden sie sagen: Wir haben keinen König, Keinen König, der zugleich Hirt und Verteidiger, der im Namen Gottes herrschte. - denn den Herrn fürchteten wir nicht und ein König, was sollte er uns? Ihr Gott und ihr König sind lediglich Schatten. Alle menschliche Hilfe erweist sich als nichtig; so sollen sie dazu bewogen werden, zu Gott, dem einzigen Schützer, ihre Zuflucht zu nehmen. - 4 Redet nur Worte nichtiger Traumgesichte, schließet Bündnisse ab; Doch bevor sie, durch das Unglück belehrt, weise werden, werden sie sich nach allen Seiten wenden, um den Untergang abzuhalten. Die Vulgata lässt die Anrede an die falschen Propheten gerichtet sein. Hebr.: Sie machen große Worte, schwören täglich usw. Sie machen vergebliche Anstrengungen, brechen das gegebene Wort, scheuen keinen Eidbruch, suchen sich durch Bündnisse zu sichern. - wie Bitterkraut in den Ackerfurchen In gepflegter Erde wächst das Unkraut üppiger; mit derselben Reichlichkeit wird das Gericht, die Strafe kommen. - wird das Gericht aufschließen. 5 Die Kühe Bethavens verehren die Einwohner Samarias; ja, sein Volk und seine Priester, die frohlockten, als es noch herrlich war, werden trauern, dass die Herrlichkeit es verlassen. Welcher Art das Gericht sein wird, wird V. 5 genauer gesagt. Hebr.: Wegen des Kälbertums von Bethaven sind besorgt die Bewohner von Samaria, fürwahr, traurig ist seinethalben sein Volk und Pfaffen (Priester illegitimer Kulte) seinetwegen, wegen seiner Herrlichkeit erzittern sie, dass diese von ihm weggewandert ist – Vulg.: Bethaven, Stadt des Götzenbildes, statt Bethel. Die Herrlichkeit wird mit Anspielung auf Gottes Herrlichkeit gesagt. In dem Götzenbilde beteten sie die Herrlichkeit und Offenbarung der Gottheit an. Jetzt trauern sie, dass es niedergeworfen ist, ja selbst in die Gefangenschaft weggeschleppt wird. - 6 Wohl wird auch das Kalb nach Assur Oder: Zum Gott Assur gleichsam als Zoll für denselben. - gebracht Die Götzenbilder wurden als Siegeszeichen weggeführt, umso mehr, wenn sie mit Gold oder Silber bedeckt waren. - als Geschenk für den König Rächer, Siehe [Hos 5,13]. - Scham wird Ephraim bedecken und Israel Der mächtigste Stamm und das ganze Volk werden genannt, um anzudeuten, dass, wie die Schuld allen gemeinsam ist. So auch die Strafe alle treffen wird. - wird zuschanden ob seines Ratschlages. Des Götzendienstes, den es sich nach dem Vorgange seiner Könige erwählt. - 7 Samaria hat bewirkt, dass sein König dahinschwand wie der Schaum auf der Wasserfläche. Was ist nichtiger als Schaum? Vergl. [Weish 5,50]. Schnell wird das Kalb vernichtet, verschwinden ohne Widerstand. Hebr.: Es verschwindet Samarias König wie ein Splitter auf der Wasserfläche. Das Gold des Kalbes haben die Sieger genommen, das Holz wohl verbrannt. - 8 Zerstört werden die Götzenhöhen, Hebr.: Höhen Aven, wohl mit Beziehung auf Bethaven. - Israels Sünde; Hauptsünde, aus der alle übrigen hergeflossen. - Kletten und Disteln werden auf ihren Altären aufwuchern Als Zeichen des Fluches Gottes. Mensch und Natur stehen in innigem Verhältnis. - und sie werden zu den Bergen sprechen: Bedecket uns! und zu den Hügeln: Fallet auf uns! Die Verehrer des Kalbes wollen lieber von den Bergen bedeckt werden, als die bevorstehenden Strafen erdulden. Es ist die sprichwörtliche Redensart Verzweifelnder, die ihre schlimme Lage mit dem Tode vertauschen möchten. - 9 Seit den Tagen Gabaas Neue Begründung des Unterganges. - hat Israel gesündigt, Vergl. [Hos 9,9]. - darin In dieser Bosheit des Herzens, wie die Gabaiten in der Verteidigung der Schändung. - sind sie verblieben; nicht wird sie ein Kampf treffen, Besser als entrüstete Frage zu fassen. - wie der in Gabaa gegen die Kinder des Frevels. 10 Nach meiner Lust will ich sie züchtigen, die Völker sollen sich wider sie versammeln, Vergl. [Jes 1,24]. Die göttliche Gerechtigkeit ist so herausgesondert, dass sie nun begehrt, die gerechte Strafe zu verhängen. Diese werden die Völker vollziehen. - wenn sie ihrer doppelten Verschuldung Die doppelte Verschuldung ist die [Jer 2,13] genannte: Zwei Übel hat mein Volk getan, die Quelle des Wasser des Lebens haben sie verlassen und sich Zisternen gegraben. (Hier., Cyr., Theod.) Hebr.: Wenn ich sie anspanne an ihre beiden Verschuldungen, d.i. sie die Strafe leiden lasse. - halber Strafe erdulden. 11 Ephraim ist eine junge Kuh, gewöhnt gern zu dreschen; Von Gott durch Gesetz und Unterweisung zum Dienen erzogen. Sie drischt lieber, weil sie dabei fressen kann, als dass sie pflügt. Ephraim wird mit einer jungen Kuh verglichen, weil er ein Kalb verehrt. - doch ich will hinfahren über die Schönheit seines Halses, Ihr Joch und Zügel auflegen. (Hier.) - mich setzen auf Ephraim, Ephraim unterjochen. Der Fuhrmann saß auf dem Wagen und stachelte von dort das Rind. - ackern soll Juda, eggen soll sich Jakob. Doch Arbeit und Mühsal sollen zum Heile dienen. Hart ist die Arbeit des Ackerns, aber zum Nutzen dienend, auch die Schollen werden gebrochen, damit der Same gedeihe. Sich: zu seinem Vorteil. Jakob: die zwölf Stämme. Judas wird besonders erwähnt, weil er Mitschuldiger in der Sünde auch an der Strafe teilnehmen soll und ihm dieselbe besonders zur Erlösung und zum Heile dienen wird. - 12 Säet euch in Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße des Erbarmens, Was ist Pflügen? Und welches seine Frucht? Säet euch zur Gerechtigkeit (hebr.) fromme Werke, dann werdet ihr nach Maßgabe des geübten Erbarmens und der Freundlichkeit ernten. Die harte Arbeit soll sie weich machen, damit sie den Samen aufnehmen. - brechet euch ein neues Feld um; Ändert euer ganzes Innere um. - denn es ist Zeit, den Herrn zu suchen, Da er noch gefunden werden kann. [Jes 55,6] - der, Hebr.: Bis dass. Von dieser Hoffnung erfüllt, sollen sie schon jetzt Gott ihre Herzen öffnen: alsdann wird der Herr zu ihnen kommen, der Messias. Vergl. [Hos 2,18ff; Hos 3,5]. - wenn er kommt, euch Gerechtigkeit lehren wird. 13 Ihr habt Gottlosigkeit gepflügt, Ungerechtigkeit geerntet, die Frucht der Lüge genossen; Auf alle Weise habt ihr der Ungerechtigkeit gefrönt und gleichsam eine reiche Ernte von Vergehungen eingeheimst, doch ihr habt auch die Frucht der Sünden und Untreue gekostet, Gott hat euch durch vielfache Strafen heimgesucht. - denn du setztest dein Vertrauen auf deinen Wandel, Götzendienst. - auf die Menge deiner Helden. Ephraim war an Zahl und kriegerischer Tüchtigkeit der erste Stamm. Vergl. [1Mos 49,22-26; 4Mos 1,33; Jos 17,14] - 14 Kriegsgetümmel Der zweite Teil von V. 13 ist vielleicht besser mit V. 14 zu verbinden. Sie sollen durch das gestraft werden, was sie stolz gemacht hat. - wird sich wider dein Volk erheben und alle deine Festen werden zerstört, wie Salmana zerstört Siehe [Rich 8,10]. - ward vom Hause dessen, Gedeon. [Rich 6,25] Die Vulgata folgt in diesem Teile dem griechischen Texte. Hebr.: Wie Salmana Gewalt übte an Beth Arbel am Kampfestage. Es handelt sich hier um ein in der Heiligen Schrift nicht erwähntes, aber den Zeitgenossen des Propheten wohlbekanntes Ereignis. In den Keilinschriften ist die Rede von einem Könige von Moab Salamanu, dieser verheerte also wohl Arbela in so grausamer Weise. Es gab zwei Arbela, eines in Galiläa, das andere jenseits des Jordans. - der den Baal am Tage der Schlacht gerichtet, als die Mutter samt den Kindern zerschmettert ward. 15 Dies wird er euch, Bethel, tun, um eures großen Frevels willen. Eure Verehrung des Kalbes zeigt euch als der Verwüstung, der Grausamkeit und dem Hinschlachten durch die Feinde geweiht und überliefert. Hebr.: wegen der Schlechtigkeit euerer Schlechtigkeit; wegen eurer überaus großen Bosheit. – Das Folgende zieht die Vulgata zu [Hos 11], es gehört aber hierher.
Zitiert in 3
- V. 5 Summa (EN)(I-II 102.5)
- V. 9 CCC(¶208)
- V. 10 Summa (EN)(I-II 100.4)