Hosea 12
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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3. Dritte Verkündigung. (12,1 – 13,15) a. Sie sind abgewichen von Jakobs Vorbild. (V. 6) b. Sie rühmen sich ihrer Bosheit. (V. 9) c. Wohltaten vergelten sie mit Sünden.
1 Von allen Seiten hat Ephraim mich mit Verleugnung umgeben und das Haus Israel mit Trug, Juda aber wandelte einher als Zeuge mit Gott und mit den Heiligen als Getreuer. Sept.: In Lüge hat mich Ephraim umgeben und in Gottlosigkeit das Haus Israel und Juda; jetzt kennt der Herr sie und es wird ein heiliges Volk Gottes genannt werden. – Lüge ist der Abfall von Gott, Götzendienst, weil Verleugnung des Bündnisses. Mit diesen Verbrechen haben sie den Herrn gleichsam bedeckt und befleckt. So war der frühere Zustand des Volkes. Doch was ist diesem gefolgt? Gott hat sein Volk nicht verworfen, sondern erkennt es als das seine an und schmückt es mit seinen Gaben und seiner Liebe (Gegensatz zu [Hos 1,6, Hos 4,6; Hos 5,6; Hos 8,4; Hos 9,15.17]), so dass es sein auserwähltes Volk ist und von allen als solches anerkannt wird, heilig, wie es dem Volke Gottes ziemt, in dessen Mitte der Heilige ist. – Die Sept. bietet wohl den richtigen Text. Derselbe schließt sich passend an das Vorhergehende an, während der hebräische Text nach dem Bekenntnis der Rabbiner, ebenso derjenige der Vulgata: unverständlich ist. Hebr.: Rings umgeben mit Verleugnungen hat mich Ephraim, und Judas ist noch herabgestiegen (in sein Land; andere: herrscht) und mit den Heiligen treu. 2 Ephraim weidet Sturmwind und jagt dem Glutwinde nach, Der Prophet legt drei Dinge vor: die Beschäftigung mit unnützen Dingen (in einem Bild), die Erklärung des Bildes und das Gericht. – Sturmwind weiden sprichwörtlich für: Unnützes tun, wie wenn jemand den Wind wie ein Schaf weiden wollte. Der Glutwind ist Menschen, Tieren und Pflanzen sehr schädlich, ja tödlich. - den ganzen Tag Durch die ganze Zeit, in der das Reich bestand. - häuft es Lüge Götzendienst. - und Verheerung, Es führt alles Unglück, welches das Reich verheert, herbei. - mit den Assyriern schließt es ein Bündnis und nach Ägypten führt es Öl. Palästina ist reicher an Öl als Ägypten. Das Öl steht statt Geschenke im Allgemeinen, durch die sie sich Hilfe verschaffen wollen. - 3 Darum geht der Herr ins Gericht mit Juda, sucht Jakob heim, Weil Juda an den Verfehlungen teilgenommen. Jakob ist im Gegensatz zu Juda das Reich Israel. Der Name erinnert an den Gegensatz zwischen dem Patriarchen und seinen Nachkommen. - nach seinem Wandel Hebr.: will er mit Jakob abrechnen. - und nach seinem Tun wird er ihm vergelten. 4 Im Mutterleibe überlistete Jakob seinen Bruder Hebr.: hielt er seines Bruders Ferse. So nämlich stritt er um die Erstgeburt, die Gott ihm verleihen wollte. [1Mos 25,23] Jakob wollte mit Gottes Erwählung mitwirken. Doch vor allem soll Gottes Erbarmen gegen Jakob erscheinen, der diese symbolische Handlung wirkte. - und in seiner Stärke rang Rang er glücklich. Hebr.: In seiner Manneskraft rang er mit Gott. Dieser Kampf bedeutete, dass das Reich Gottes Gewalt und Anstrengung erheischt. - er mit dem Engel. 5 Ja, er obsiegte Hebr.: Er rang mit dem Engel. - über den Engel und war überlegen, Wie? sagen die folgenden Worte. - er weinte und flehte zu ihm, Wie gegen seinen Willen gab dieser ihm seinen Segen. - in Bethel [1Mos 35,7] - fand er ihn und daselbst sprach er mit uns. Bestätigte er Jakob als Patriarchen und gab ihm jenen messianischen Segen, den er Abraham und Isaak verliehen, versprach seinen Nachkommen die königliche theokratische Würde und verhieß feierlich den Besitz des Landes als Unterpfand seiner Gunst. Jakob verdiente sich also gleichsam durch seine Frömmigkeit die Würde, zu der er von Gott voraus erwählt war. Auch die Bestätigung der Verheißung ward Jakob in Bethel zuteil. [1Mos 28,12-19] Doch diese galten nicht nur ihm, sondern seinem ganzen Geschlechte und verbanden also auch dieses zu Treue und Dankbarkeit. - 6 Der Herr, der Gott der Heerscharen, der Herr ist sein Ruhmesname. Das Unterpfand der Verheißungen ist im Namen Gottes Jahve enthalten: der, der ist; diesen hat er als ihm eigen zu ewigem Gedächtnis und zur Offenbarung seiner Wahrhaftigkeit und Bürgschaft seiner Treue feierlich offenbart. Gott der Heerscharen: Gott, dem alle himmlischen und irdischen Kräfte zu Diensten sind. - 7 So wende dich auch zu deinem Gott, Zu einem solchen Gott. - bewahre Erneuere in dir die frühere Liebe und bringe an dir die Richtschnur des Wahren und Rechten, das Gesetz, zum Ausdruck. - Barmherzigkeit und Recht und Alsdann darfst du auf Gott hoffen. Hebr.: Und harre auf deinen Gott beständig. Denn unser ist es nicht, ihm Zeit und Augenblick zu bestimmen; deshalb harre in jeder Lebenslage. Vergl. [Hos 11; Hos 13]. - hoffe auf deinen Gott allezeit! 8 Kanaan, Doch das Volk hat diese Vorbilder verlassen, es ist vielmehr eine Nachkommenschaft Kanaans. Sie sind den Völkern ähnlich geworden, welche sie ihrer Laster wegen aus dem Lande vertreiben sollten. Nicht Israel: der über Gott obsiegt hat, sind sie, sondern Feinde der Barmherzigkeit und des Rechtes. - in seiner Hand ist betrügerische Waage, er liebt Bedrückung. 9 Und Ephraim sprach: Beweis, wie sehr sie verhärtet sind. Ohne Scham entgegnen sie auf den Tadel: Was haben unsere Verbrechen und geschadet? Was die Drohungen? Vergl. [Jer 44,17]. Die [3Mos 25; 5Mos 28] der Frömmigkeit gegebenen Verheißungen hat der Götzendienst mir erfüllt. - Bin ich doch reich geworden, habe einen Götzen für mich gefunden, Unter seinem Schutze fürchte ich nichts. Gegensatz zu Vers 4. Jakob hat Gott gefunden. - in allem, was ich mir erworben, kann man mir kein Unrecht nachweisen, das ich begangen. Solche reden sind Zeichen von Verstockung. - 10 Ich aber bin der Herr, dein Gott, Doch Gott verwirft das auserwählte Volk nicht ganz. - vom Lande Ägypten her; Durch seine große Taten. Dort hat er das Volk erworben; diese erste Befreiung soll das Unterpfand einer anderen sein. - ich will dich auch ferner in Hütten wohnen lassen, wie zur Festzeit. Nach der Gefangenschaft. Dass du, wie [3Mos 23,43], wieder ein Laubhüttenfest feierst für die Rückkehr aus der Gefangenschaft, wie einst nach der Befreiung aus Ägypten. - 11 Ich habe zu den Propheten gesprochen, Und so war ihr Wort mein Wort. - ich habe ihnen zahlreiche Gesichte gegeben und habe durch die Propheten in Gleichnissen Der in Symbolen gezeigt, wer ich bin und was ich von dir fordere. - geredet. 12 War zu Galaad ein Götze, so opferten jene in Galgal umsonst dem Kalbe; Wenn Galaad Gottlosigkeit (ganz der Gottlosigkeit ergeben) so sind sie haltlos, werden untergehen, und Galaad wird ihnen nichts anderes bringen. – Wie sehr sie dies Los verdienen, wird im Hebr. beigegeben: sie bringen in Galgal den Kälbern Opfer. - denn auch ihre Altäre sind gleich Steinhaufen an den Ackerfurchen. Hebr.: Auch ihre Altäre wie Steinhaufen auf den Furchen des Gefildes. - 13 Geflohen ist Jakob in Syriens Land und Israel diente um ein Weib, Hebr.: Geflohen ist Jakob nach der Trift Arams und hat Herden gehütet. – Der Prophet beschreibt des Erzvaters Jakob Frömmigkeit, harte Arbeit und Geduld. Er floh, um nicht durch die Weiber Chanaans zu solchen Altären geführt zu werden; jene aber eilten von Galaad nach Galgal, von Galgal nach Galaad, Götzenbilder zu suchen. Der Patriarch wird Israel genannt, um daran zu erinnern, wie er so mächtig bei Gott, dennoch nicht von Arbeit und niedrigem Dienste frei war. Und doch mehrte Gott seine Nachkommen so sehr und machte sie reich, wie hat seine Vorsehung für dieselben Sorge getragen! - um ein Weib hütete er. 14 Doch durch einen Propheten hat der Herr Israel aus Ägypten geführt und durch einen Propheten ward es behütet. Der Stammvater floh, das Volk wird durch Moses, den Gott ihm gesendet, unter Wunderzeichen fortgeführt; jener diente, dies wird herrlich befreit, jener hütete die Herden, das Volk wird von Gott durch den Propheten behütet. Damals zwar hörte Israel auf Gottes Stimme, doch jetzt! - 15 Ephraim hat mich zum Zorne gereizt durch seine bitteren Kränkungen; darum wird seine Blutschuld über ihn kommen Er selbst ist sich Ursache. Hebr.: Es wird ihm seine Blutschulden aufdrängen. - und seine Schande wird ihm sein Herr vergelten. Den dem Herrn angetanen Schimpf lässt er auf das Volk zurückfallen. Die Sünde erzeugt notwendig Strafe; Gott wird zulassen, dass sie die ihr gebührende Folge erlange.
Zitiert in 2
- V. 11 Summa (EN)(I 1.9
II-II 173.2)