Hosea 13

d. Die Niedergeworfenen verwirft der Herr indes nicht ganz. (V. 5) e. Die Verlassenen wird der Herr nicht verlassen. (V. 15a) 4. Vierte Verkündigung (13,15 – 13,10) a. Im Unglück muss man Gott anflehen. (13,15 – 14,4)

Wenn Ephraim nur redete, fiel Schrecken auf Israel, Hebr.: Wie Ephraim nur redete, so zitterte man; hoch ragte er in Israel. Der Prophet hat die Zeit der Richter vor Augen, besonders [Hos 8,1]. - doch es verschuldete sich durch Baal und ward des Todes! Doch bald befleckte es sich mit Götzendienst, daher legte es den Grund zu seinem Untergange. Die Gerechtigkeit ist die Grundlage der Reiche, die Sünde aber macht die Völker elend. (Vergl. [1Sam 4] durch welches Ereignis Ephraim die Anführung verlor.) - Und jetzt fahren sie fort zu sündigen, Durch Götzendienst. - sie haben sich ein Gussbild aus ihrem Silber gemacht, ein Götzenbild, ein Gebilde von Künstlern ist das Ganze, Ein Nichts, höchstens ein von Menschen gearbeitetes Bild. Götzenbild: In diesen schrecklichen Tierbildern erkannten sie die Ähnlichkeit der Götzen, sagt der Prophet spottend. Hebr.: Nach ihrer Geschicklichkeit Bildsäulen. Das ganze Wesen des Bildes ist des Menschen Sinn und Geschicklichkeit; wären diese nicht, gäbe es auch keine Götzenbilder. - und von diesen sagen sie: Opfert Menschen, ihr Kälberanbeter. Menschenopfer wurden dem Moloch dargebracht. [2Koe 17,17; Ez 23,37] - Deswegen werden sie dem Morgengewölk gleich werden und dem Frühtau, der verschwindet wie Staub, welchen der Sturmwind von der Tenne wegrafft, und wie Rauch, der durch den Rauchfang abzieht. Vier vergleiche, um die Größe der Strafe feierlicher darzustellen und ihre Gewissheit auszudrücken. Alle diese Dinge erscheinen und verschwinden alsbald: Das Morgengewölk wird von der aufgehenden Sonne zerstreut, den Tau trocknet sie alsbald auf, den Staub von den Halmen des gedroschenen Getreides weht der Wind fort, der Rauch zerstreut sich alsbald. - Ich aber bin der Herr, dein Gott, vom Lande Ägypten her; Die Wunder, welche Gott einst für das Volk getan, sind Pfänder, mit denen Gott seine Treue eingesetzt, dass er das aufrührerische Volk nicht gänzlich vernichten wolle. - einen Gott außer mir kennst du nicht, wie auch kein Retter ist außer mir. Ich war es, der dich in der Wüste kannte, Mit Kenntnis der Liebe, der Auserwählung, des Wohltuns. - im Lande der Öde. Der Trockenheit. (Hebr.) - Da sie weideten, füllten sie sich an und wurden satt, es erhob sich ihr Herz und sie vergaßen mein. Vergl. [Hos 10,1]. Das Volk ist Gottes Herde, der er das fruchtbarste Land gegeben und vielfaches Glück. Doch die Fülle der Güter machte sie stolz, als ob sie Gottes Hilfe nicht brauchten. Hebr.: Wie sie ihre Weide hatten, wurden sie satt, sie wurden satt und ihr Herz überhebt sich. - Da ward ich Öfter schon. (Hebr.) Vergl. [Hos 5,14]. Die Bilder zeigen die Härte der Strafe und dass Gott diese sendet. - gegen sie wie eine Löwin, wie ein Panther Bild der Behendigkeit und Grausamkeit. - auf dem Wege nach Assyrien. Während sie Fremde um Hilfe und Bündnis anflehten, ereilte sie Unglück. Beschreiten sie einen anderen Weg als den von Gott gewollten, so begegnet ihnen ein Panther. - Ich will sie überfallen Wie in der Vergangenheit, so wird Gott auch in der Zukunft strafen. - wie eine Bärin, der die Jungen geraubt sind, Eine Bärin, der ihre Jungen geraubt, galt für das schrecklichste wilde Tier. - ihre Eingeweide Hebr.: Verschluss ihres Herzens. - zerreißen und sie daselbst verzehren wie ein Löwe, Die Menge der Tiere soll den Schrecken mehren und zeigen, dass niemand entfliehen kann. - das Wild des Feldes Vergl. [3Mos 26,22; 5Mos 32,25]. - soll sie zerfleischen. Ihr Land mit Schrecken erfüllen. - Dein eigen Verderben bist du, Israel! nur bei mir ist Hilfe für dich. Was das Volk Übles zu leiden oder zu befürchten hat, hat es seinen Sünden zuzuschreiben. Es hat deshalb keinen Grund, Gott anzuschuldigen, der, wie allein er Hilfe bringen kann, so auch durch seine Güte gleichsam gezwungen ist, immer hilfsbereit zu sein. - Wo ist denn nun dein König? Du hast dir einen König erbeten, während doch Gott dein König war. Zweimal haben sie so nun einen König erwählt an Statt Gottes, einmal unter Samuels Richtertum [1Sam 8,4], dann als sie vom Hause David abfielen. - Besonders jetzt schaffe er dir Rettung in allen deinen Städten! Wo sind deine Richter? Königlichen Beamten. - von denen du gesagt: Gib mir einen König und Fürsten! Ich will dir einen König in meinem Grimm geben Vergl. [1Sam 8,12-20]. - und wieder hinwegnehmen in meinem Zorne. Warum? sagt der folgende Vers. - Wohl aufbewahrt ist Ephraims Missetat, geborgen seine Sünde. Bei dem Herrn, den Tag der Rache erwartend. - Wehen einer Gebärenden Diese sind die heftigsten und kommen plötzlich. Das Bild passt umso mehr, als die Neugestaltung in der Tat wie eine Neugeburt aus dem Unglück hervorgehen soll. Israel ist selbst unfähig, diese Neugestaltung zu vollbringen. - werden ihn erfassen, er gleicht einem unverständigen Kinde, Da die Strafgerichte ihn nicht bekehren. - nicht wird er nun bei dem Untergange seiner Kinder bestehen. Bei dem allgemeinen Untergang wir Ephraim nicht bestehen bleiben. Ist eine Hoffnung da, so nur in Gott. Hebr.: Denn wenn es Zeit ist, stellt er sich nicht dar am Durchbruchsort der Kinder. - Aus der Hand des Todes will ich sie befreien, vom Tode sie loskaufen; Die Neugeburt, die Rückkehr aus dem Todesreiche zum Leben der Gnade und Freundschaft mit Gott soll vom Allmächtigen vollendet werden. - ich will dein Tod sein, o Tod! ich will dein Biss sein, Totenreich! Hebr.: Aus der Hand der Unterwelt will ich sie erlösen, aus dem Tode sie loskaufen. – Wo sind deine Seuchen, Tod? Wo ist dein Stachel, Unterwelt? – Die Worte lauten so, dass sie die vollste Heilung aller Übel, die Abstellung des Todes aussprechen. Ihre volle Erfüllung hat also erst statt, wenn das geschieht, was Paulus [1Kor 15,55] beschreibt, wenn dem Tode seine gesamte Beute entrissen wird durch die Auferstehung der Leiber. Doch auch in dem Herausreißen des Volkes aus dem Rachen des Todes ist eine Erfüllung der Verheißung zu sehen. Tod und Unterwelt haben hier gleiche Bedeutung. Wenn der Tod seine Richtschnur des Handelns Gott vorgestellt, ohne dass gesagt wird, durch welche Stufen und wieviel Befreiungen er die Seinigen endlich zum glückseligen Ziele führt. Demnach ist das, was durch die Rückkehr der Juden typisch geschehen, vollkommen und im letzten Ziele zukünftig nach der Auferstehung des Heilandes. Auch Ezechiel hat die Auferstehung des Volkes zu neuem Leben und zur Gnade unter dem Symbol der Auferstehung der Toten gezeigt. – Die Seuchen sind Waffen und Schrecken, gleichsam Streiter des Todes. Vulgata: Gott wird den Tod aufheben, wenn der von ihm verursachte Schaden gebessert wird. - Tröstung ist vor meinen Augen verborgen. Reue soll sich verbergen vor meinen Augen: ich werde meine Verheißung nie zurücknehmen. Das Gleiche wird im folgenden Verse aus dem Namen Ephraim versichert. Vulg.: Der Prophet klagt, weil er weiß, dass sein Volk die Niederlage und der Verbannung geweiht ist. Die Ursache der Trauer folgt in V. 15. - Weil Ephraim die Brüder entzweit, Gott wird Israel zerstreuen und die Stämme voneinander trennen, weil Ephraim sich getrennt hat und das Reich spaltet. Diese Erklärung entspricht am meisten der Versabteilung und Interpunktion. - wird der Herr einen Glutwind Der Wind wird von Gott gesendet, insofern er als dessen Diener und Vollstrecker der göttlichen Gerechtigkeit Land und Bewohner Verderben bringt. - aus der Wüste Aus schrecklicher Gegend, Tod und Verderben bringend. Der Ostwind brachte viel heißen Sand mit sich. - daherkommen lassen, der seine Adern austrocknen und seinen Born versiegen machen wird, So dass alle Fruchtbarkeit verschwindet. - und jener wird die Schätze aller Kostbarkeiten rauben. Was nur wertvoll ist, wir der Verwüster rauben. Die Wohltaten Gottes, welche sie gemissbraucht, werden ihnen genommen werden. Wer unter dem Bilde des Glutwindes dargestellt ist, zeigt [Hos 14,1].

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