Hosea 14

4. Vierte Verkündigung. (13,15 – 14,10) a. Im Unglücke muss man zu Gott flehen. (13,15 -14,4) b. Das zukünftige Heil.

Samaria wird zugrunde gehen, Dem Bilde der Verwüstung folgt diese selbst. Hebr.: Samaria muss es büßen, dass es gegen seinen Gott widerspenstig war. Vulg.: Samaria möge zugrunde gehen. Es ist insofern gestattet, die Strafe der Sünder zu wünschen, als diese dadurch zur Besinnung kommen oder als durch ihre Bestrafung andere gebessert werden oder sofern wenigstens Gottes Gerechtigkeit und Macht offenbart wird. (Thom.) - weil es seinen Gott zum Zorne gereizt; durch das Schwert werden sie umkommen, ihre Kinder sollen zerschmettert, ihre Schwangern aufgeschlitzt werden. So sollen gleichsam die Quellen des Lebens versiegen. [Hos 13,15] - Bekehre dich, Israel! zu dem Herrn, deinem Gott, denn du bist zum Fall gekommen durch deine Verschuldung. Du bist zu Falle gekommen durch den Götzendienst, erhebe dich durch die Rückkehr zur Verehrung Gottes. Hebr.: Kehre um, Israel. - Nehmet reuige Worte mit euch Eure Sünden bekennend, nahet dem Herrn. (Hier.) Wie leicht also ist die Umkehr zum Herrn! - und bekehret euch zu dem Herrn und sprechet zu ihm: Nimm hinweg alle Verschuldung, nimm das Gute an, Was dies ist, wird alsbald gesagt. - so wollen wir die Farren unserer Lippen Lob und Danksagung. Diese Redeweise findet sich sonst nicht und weder Septuag. noch Syr. geben dieselbe wieder, sondern lesen Frucht unserer Lippen, vergl. [Hebr 13,15], was vorzuziehen. Der chaldäische Text hat: Es mögen die Worte unserer Lippen vor dir angenehm sein wie die Rinder zum Wohlgefallen auf dem Altare. Die chald. Paraphrase weckt den Verdacht, dass die Juden im Text absichtlich durch Beifügung eines Buchstabens im Hebräischen (m: Farren statt Frucht) sich einen göttlichen Ausspruch schaffen wollten, der ihnen das Recht und die Vorschrift gibt statt der Opfer Worte der Lippen darzubringen. - darbringen. Assur kann nicht unsere Hilfe sein, Das Zweite, was eine aufrichtige Bekehrung zum Herrn leisten muss, ist, alle Hoffnung auf Menschen zu lassen und solche einzig auf Gott zu setzen. Zuvor nahmen sie stets zu Assur und zu Ägypten ihre Zuflucht. - wir wollen nicht auf Rosse steigen noch ferner sagen: Die Werke unserer Hände seien unsere Götter; Der Freundschaft mit heidnischen Völkern war meist Götzendienst beigestellt. - denn du erbarmst dich der Waise, die auf dich vertraut. Hebr.: denn bei dir finden die Verwaisten Erbarmen. Die Waise ist das Volk Israel, das von Gott, seinem Vater, verlassen, aus dem glücklichen Lose des Sohnes in das einer Waise kam. - Ich will ihre Wunden heilen, Hebr.: Ich will ihren Abfall wieder gutmachen. Der Abfall war die Ursache all ihres Unglücks; diese Quelle soll verstopft werden: mächtige, innere Gnaden soll ihnen zuteil werden, damit sie treu seien. - sie aus freiem Antriebe lieben, Und deshalb innig. - denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewendet. Bis dahin hat der Prophet die Erbarmung Gottes im Affekt geschildert, jetzt V. 6 in der Wirkung. - Ich will wie der Tau sein, Hebr.: für Israel. Der Tau lässt die dürstenden Pflanzen aufblühen. Gott selbst will in das Herz der Bekehrten kommen, er selbst das Leben ihres Lebens sein. - Israel soll gleich einer Lilie Sehr schnell und prächtig. Vergl. [Mt 6,28]. - blühen und seine Wurzeln ausbreiten wie der Libanon. Zur Schönheit und Fruchtbarkeit soll die Festigkeit kommen. - Seine Zweige sollen sich ausbreiten, Das Gottesreich soll alle Völker in sich sammeln. - seine Pracht dem Ölbaume Die Olive ist eine der vorzüglichsten Bäume Palästinas, die den Reichtum und die Fruchtbarkeit des Landes ausmachen. - gleichen und sein Duft dem des Libanon. Dem eines mit mannigfaltigen und duftenden Bäumen bestandenen Berges. Die Tugenden strömen ihren süßen Geruch aus. - Wieder werden sie unter seinem Schatten wohnen, Vom Sinnbilde geht der Seher zur bezeichneten Sache über. Die im Schatten dieser Pflanzung oder Baumes sitzen, freuen sich seines Schutzes und essen seine Frucht, fern von ihrem alten Wandel und zu Gott bekehrt. - vom Weizen leben und wie der Weinstock Bild der Fülle aller Güter. - blühen, sein Ruhm soll dem Wein des Libanon gleichen. Sie sind jetzt der wahre Weinstock des Herrn geworden, daher ist ihr Name und Ruhm wie der Wein des Libanon, der mit Thymian gemischt süßen Duft gibt. - O Ephraim! was sollen mir fortan die Götzen? Da Gott uns einst solches Heil schenken will, so werfet aus eueren Herzen die Götzen. Wie solltet ihr es nach solchen Verheißungen noch wagen, diesen zu dienen? Mir: die Sache liegt mir am Herzen. - Ich werde ihn erhören, ich werde ihn ziehen wie eine grünende Tanne, Das Unglück des Volkes selbst ist gleichsam eine Bitte an Gott, dem auserwählten Volke Heil und Gnade zurückzugeben: Ich will das Volk dem Elende entreißen und es hegen, dass es gleichsam eine stetig lebende Zypresse sei. Zuvor war es ein trockener Baum, ähnlich den Bäumen im Winter, die erstorben scheinen; aber bei dem Wehen der Gnade erwacht neues Leben und die Pracht des Frühlings. - aus mir Ohne mich vermögt ihr nichts zu tun. Schon ist der Weinberg nicht mehr vom Weinstocke Sodomas [5Mos 32,32], sondern ein Weinstock Gottes, der süße Früchte trägt. - soll an dir deine Frucht erfunden werden. Wer ist weise, dass er dieses versteht? wer einsichtsvoll, dass er dies erkennt? Welches ist der Erfolg der prophetischen Mahnung? Viele sind berufen, aber wenige auserwählt, und Gottes Gerichte sind in sich gerechtfertigt. Der Prophet klagt, dass so wenige in Israel seine Worte erwägen. - Ja, gerade sind die Wege des Herrn und Gerechte wandeln auf ihnen aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Falle. Die Wege des Herrn sind die Drohungen und Verheißungen, welche der Prophet verkündet hat. Wer Gottes Willen kennt und ihn nicht tut, wird härter gestraft werden; so werden eben diese Verkündigungen den Hartnäckigen zu größerer Strafe gereichen, den gehorchenden zum Heile. Durch die Doppelfrage und die vierfache Erklärung, was Weisheit, was Einsicht ist, hat er die Wichtigkeit der Sache vor Augen gestellt und gezeigt, wie sehr er wünscht, dass alle derselben ihr Herz zuwenden.

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