Hosea 4
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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II. Teil. (Kap. 4,1 – Kap. 9,9) 1. Erster Tadel über die Versündigungen. (Kap. 4) a. Die Sünden und deren Strafe. (V. 3) b. Betrüger und Betrogene werden zu Falle kommen. (V. 10) c. Der Götzendienst und die mit demselben verbundenen Frevel. (V. 14) d. Aufforderung, den Götzendienst zu verlassen.
1 Vernehmet das Wort des Herrn, ihr Söhne Israels! Gewöhnliche Weise, die Aufmerksamkeit zu erregen. Vergl. [5Mos 32,1; Jes 1,2; Mic 1,2; Mic 3,1; Mic 6,1]. Der Prophet redet nur, was Gott in seinen Mund legt. [5Mos 18,18] Die Anrede soll sie aneifern, dem erhabenen Beispiele des Glaubens und des Gehorsams, das ihr Stammvater gegeben, nachzueifern. - denn der Herr geht ins Gericht mit den Bewohnern des Landes; denn es ist keine Wahrhaftigkeit, Und Treue. - kein Erbarmen Wenn dieses fehlt, mangelt auch die Liebe Gottes. - und keine Erkenntnis Gottes Praktische Erkenntnis, durch die wir Gott erkennen, hochschätzen, seine Gerechtigkeit und Weisheit in Gehorsam, Furcht und Liebe verehren usw. - im Lande. 2 Denn Lästern, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben überhandgenommen und ein Blutvergießen folgt dem andern. Überall wuchert das Laster in Hülle und Fülle. - 3 Darum muss das Land trauern Die Geschöpfe müssen mit dem sündigenden Menschen leiden. Das Land trauert, wenn es unbebaut bleibt. - und dahinschmachten alle seine Bewohner, samt dem Wilde des Feldes und den Vögeln des Himmels, ja auch die Fische des Meeres werden dahingerafft werden. Vergl. [2Mos 7,20; Ps 106,33]. Das Hinsterben der Fische zeigt, wie furchtbar die Dürre sein wird. - 4 Doch keiner möge rechten und niemand weise zurecht, So nach dem heiligen Hieronymus: Er spricht wie an dem Volke verzweifelnd, auch zurechtgewiesen schämen sie sich nicht. Vielleicht auch: Niemand streite, als ob das Gericht zu hart sei. - denn dein Volk ist denen gleich, die mit dem Priester hadern. Mit dem Priester hadern, der in Gottes Namen richtet, ist Empörung und Verhärtung. Vergl. [4Mos 16]. - 5 Heute wirst du zu Falle kommen Hebr.: So wirst du denn zu Falle kommen an jenem Tage, und fallen wird auch der Prophet mit dir des Nachts, und wegtilgen will ich deine Mutter. Heute: bald wirst du in die Gefangenschaft weggeführt werden. - und der Prophet Die falschen Propheten. - wird mit dir straucheln, bei Nacht werde ich deine Mutter zum Schweigen bringen. In der Nacht des Unglücks. [Amos 8,9] Was bei Nacht geschieht, schreckt zudem mehr. – Die Mutter ist die Hauptstadt, welche an Stelle des ganzen israelitischen Reiches hier gesetzt ist. - 6 Verstummt ist mein Volk, Auf ewig, untergegangen. - weil es keine Erkenntnis Solche Erkenntnis, welche nicht nur den Verstand erleuchtet, sondern auch den Willen zur Tat anregt. - hatte; weil du die Erkenntnis verschmäht hast, Du hast sie nicht allein nicht, sondern weist sie sogar verächtlich von dir. - will auch ich dich verschmähen, dass du mir nicht mehr als Priester dienest; Das ganze Volk soll seiner theokratischen Würde, vermöge deren es Gott nahen darf und seinen Schutz genießt [Jes 43,2; Jer 30,21] beraubt werden. Dies wird durch die Wegführung und das Aufhören der Opfer zum Ausdruck gebracht. - weil du das Gesetz deines Gottes Nachdrücklich wegen des Bundes und des feierlichen Versprechens. [2Mos 19,8] - vergessen hast, will auch ich deiner Söhne vergessen. Gott erinnert sich des Elenden, wenn er ihm hilft. Er vergisst, wen er in Unglück dahinschmachten lässt. Wie weit die Strafe gehen soll, hat der erste Teil gezeigt. Auch ich: so gibt er seinen Schmerz zu erkennen und den Zwang, dem er unterliegt. - 7 Je mehr ihrer wurden, Je mächtiger das Volk wurde. Unter Jeroboam II. blühte das Reich. Je mehr ich sie mit zeitlichem Glücke überhäufte, desto unsinniger missbrauchte sie meine Güte. - desto mehr versündigten sie sich wider mich; ich werde ihre Herrlichkeit in Schmach verwandeln. 8 Die Sünden meines Volkes verzehren sie Entweder: die Sündopfer, von denen das Fleisch den Priestern zufiel. ([3Mos 6,16ff] Cyrill., Theoph.), oder: Sie machten sich zu Mitschuldigen der Sünden. - und nach dessen Verschuldung steht ihr Begehren. Aus dem abergläubischen Kulte und den Sündopfern ziehen sie ihre Einkünfte. Wie verschieden sind sie von den rechten Priestern! [Mal 2,7] - 9 Darum soll es, wie dem Volke, so den Priestern ergehen Die Genossen und Helfer der Frevel waren, sollen auch an den Strafen teilhaben. - und ich will an ihnen ihren Wandel heimsuchen und ihr Sinnen ihnen vergelten. 10 Wenn sie essen, sollen sie nicht satt werden; sie buhlten Hebr.: Treiben sie Unzucht, so werden sie sich nicht ausbreiten. Alles Glück weicht von ihnen, Gottes Fluch ruht auf ihnen. Dies ist eine der Strafen. Die Unfruchtbarkeit war bereits [5Mos 7,14] als Strafe für die Sünden angedroht und Osee wünscht sie an [Hos 9,14]. Der Prophet nennt ihre Ehen Unzucht, weil sie von Götzendienern geschlossen sind. Vergl. [Hos 2,2]. - ohne Aufhören, denn sie haben den Herrn verlassen und ihn missachtet. Die Beobachtung seiner Gebote vernachlässigend. - 11 Unzucht, Wein und Trunkenheit rauben den Verstand. Zuerst zeigt er allgemein den Weg, wie man zum Götzendienst kommt und in solcher Torheit verfällt. Wie Wein und Berauschung des Gebrauches des Verstandes berauben, so verkehren Unsittlichkeit und sinnliche Lust das Herz und machen aus dem vernünftigen Menschen ein Tier. Vergleiche über Salomon [1Koe 11]. - 12 Mein Volk Das von mir erwählte, belehrte, durch Wunder unterwiesene, von den Propheten gemahnte und durch Unglück gewarnte Volk. - befragt sein Holz Sein Holz, das Holz, das es sich gemacht hat, seine hölzernen Götzenbilder. Nach anderen handelt es sich um eine Wünschelrute. - und sein Stab soll ihm Kunde geben, denn der Geist der Buhlerei Des Götzendienstes und der Unsittlichkeit. - hat sie betört und sie haben sich buhlend von ihrem Gott abgewendet. 13 Auf den Gipfeln der Berge opferten sie Die Israeliten hätten bei ihrem Einzuge in das gelobte Land die Götzen und ihren Dienst beseitigen sollen. [5Mos 12,2] Doch selbst die Könige beseitigen die Höhen nicht. - und auf den Hügeln zündeten sie Räucherwerk an, unter Eichen, Pappeln und Terebinthen, weil deren Schatten angenehm; Dies war das einzige Gut: Ironisch. Im Symbol des Schattens verehrten sie die Gottheit. - darum Durch das Beispiel ihrer Väter und Gatten angestachelt, gaben sich Tochter und Bräute der Prostitution preis, welche zu Ehren dieser Götter statthatte. - buhlen eure Töchter und eure Bräute brechen die Ehe. 14 Nicht werde ich an euren Töchtern heimsuchen, dass sie gebuhlt haben, noch an euren Bräuten, dass sie die Ehe gebrochen; denn jene selber gehen mit Buhlerinnen um und opfern mit Schandbuben und das unverständige Volk wird gestraft. Eine Redeweise, durch welche die Schuld der Töchter und Bräute nicht geleugnet, aber die der Väter und Gatten in schlimmerem Lichte gezeigt wird. Im zweiten Teile richtet sich die Rede gleichsam an dritte Personen, da jene einer Anrede nicht würdig sind. – Hebr.: Denn sie selbst gehen mit den Buhldirnen abseits und mit den geweihten Dirnen opfern sie, und das unverständige Volk (vergl. 11 Anfang) wird zu Falle kommen. - 15 Treibst du Buhlerei, Israel! so verschulde sich doch Juda Der Mittelpunkt des von Gott gestifteten Reiches und der Verehrung des Herrn. - nicht; gehet nicht nach Galgala, Auf der Ostseite von Jericho: dort wich vom Volke einst die Schande Ägyptens [Jos 5,9], dort empfing Josue das Wahrzeichen des Sieges und des Besitzes von Palästina [Jos 5,13] usw. Dort weilte durch mehrere Jahre die Bundeslade. Diese Umstände empfahlen die Stadt als Sitz der Frömmigkeit wie dem Aberglauben. - ziehet nicht hinauf nach Bethaven Bethel, einst dem Patriarchen heilig. [1Mos 28,10; 1Mos 35,14] Dort war die Bundeslade durch einige Zeit aufgestellt [Rich 20,18], von Jeroboam als Hauptsitz des Götzendienstes erwählt [1Koe 12,28], weshalb es der Seher nicht das Haus Gottes, sondern der Eitelkeit, der Götzen, nennt. - und schwöret nicht: So wahr der Herr lebt! Sie geben den Kälbern den erhabenen Namen Jahve. Vergl. [2Mos 32,5]. - 16 Denn gleich einer störrischen Kuh Das Bild liegt nahe, da sie nach ägyptischer Weise die Gottheit unter der Gestalt eines Rindes (Kalbes) verehren. - folgt Israel nicht, nun wird sie der Herr weiden wie ein Lamm auf weiter Trift. Der Sinn wie [Hos 2,14]: Wüste. - 17 Verbunden mit Götzen ist Ephraim, Eng verbunden, versippt. Ephraim hatte dem Reiche von Samaria nach dem Abfall vom davidischen Königshause die ersten Könige gegeben. - lass diesen! Lass Juda tun, was er tut. (Hier.) - 18 Ihr Mahl ist abgesondert, Kein Verkehr und keine Festlichkeit ist mit ihnen gemein. Vergl. [Joh 4,9]. Der hebr. Text ist unklar. - sie treiben arge Buhlerei, Schande zuzufügen ist die Lust ihrer Beschützer. Hebr.: ihrer Schilde, der Fürsten, die ihre Beschützer sein sollten. - 19 Der Wind hat sie mit seinen Fittichen erfasst und sie werden zuschanden ob ihrer Opfer. Ihr Kult wird sich als eitel und Ursache aller Übel erweisen. Hebr.: der Wind packt sie an ihren Säumen. Die Erwähnung der Opfer bahnt ihm den Weg zur Vorhaltung an die Priester, die Begünstiger und Urheber des Verderbens.
Zitiert in 14
- V. 1 Compendium of the Social Doctrine of the Church(323)Acerbo Nimis(§1)Editae Saepe(§23)
- V. 2 CCC(¶2056)Compendium of the Social Doctrine of the Church(323)Acerbo Nimis(§1)
- V. 3 Acerbo Nimis(§1)
- V. 6 Summa (EN)(II-II 16.2)Ad Catholici Sacerdotii(§40
§44) - V. 8 Summa (EN)(III 15.1)
- V. 10 Summa (EN)(III 40.2)
- V. 11 Summa (EN)(II-II 153.5)
- V. 16 Summa (EN)(I-II 102.5)