Hosea 5

Die Ausgaben hier ziehen die Grenze zwischen einigen Versen dieses Kapitels an verschiedenen Satzteilen, sodass ein Zitat neben dem falschen Satz landen kann.

2. Zweiter Tadel, besonders an die Führer gerichtet. (Kap. 5,1 – Kap. 6,3) a. Frevel der Führer. (V. 6) b. Unglück und Untergang wird von Gott verhängt werden. (V. 14) c. Aus dem Unglück Heil. [Hos 6,3]

Vernehmet Die dreimalige Wiederholung dieser Aufforderung lässt etwas Furchtbares erwarten. - dies, ihr Priester! und merke auf, Haus Israel! Betrüger und Betrogene redet er an, weil beide schuldig und weil das böse Volk die böse Hinterlist und Verdorbenheit der oberen Stände kennen lernen soll. Priester: nicht die aus der Familie Aarons, sondern alle, die so vom Volke genannt werden, unter denen auch ein wahrer sein kann. - Haus des Königs, Fürsten und Große. - habet acht! denn euch gilt das Gericht, weil ihr ein Fallstrick gewesen seid für die Warte und ein ausgespanntes Netz auf Thabor. Das Gericht Gottes kommt über euch. Es ist dem Volke nützlich und notwendig zu wissen, warum dasselbe Führer, Hirten und Beschützer trifft: Sie sind Ursache (Fallstrick) und Gelegenheit (Netz) geworden, dass das Volk in Sünden verstrickt wurde und zuletzt seine Freiheit verloren ging. Die Warte sind die, welche Fürsten und Priester zu wachen hatten: das Volk. Besser nach dem Hebräischen ohne etymologische Übersetzung als Gegenstück zum Thabor Mizpa in Galaad. [Rich 10,17] Der Thabor erhob sich in der Ebene Esdrelon, 1350 Fuß über dieselbe. Der Prophet hat wohl die zwei Berge diesseits und jenseits des Jordans gewählt, um die ganze Gegend als Ort der Nachstellungen zu bezeichnen. - Schlachtopfer stürztet ihr in die Tiefe, Könige und Priester werden getadelt, dass sie die Opfer und die Anbetung durch dieselbe verkehrt haben, indem sie dieselben den Götzen darbrachten. - ich aber will sie alle züchtigen! Ich kenne Ephraim und Israel ist nicht verborgen vor mir, denn nunmehr hat Ephraim Buhlerei getrieben, Israel ist befleckt. Mit großem Nachdrucke wiederholt der Prophet denselben Gedanken mehrfach, derselbe wird verschärft durch die Affirmation des einen und die Verneinung des Gegenteiles, durch die Teilung des Volkes in zwei Teile durch Erwähnung der Buhlerei (Götzendienst) und der Befleckung, die vom Heiligtum ausschließt. - Nicht richten sie ihre Gedanken darauf, zu ihrem Gott zurückzukehren, Hebr.: Nicht wollen sie ihr Treiben hingeben, um zu Gott zurückzukehren. Ihre Frevel verblenden sie und machen sie stumpf. - denn der Geist der Buhlerei wohnt unter ihnen und den Herrn kennen sie nicht. Vergl. [Roem 1,18]. Ihre Anmaßung erscheint offen und legt gegen sie Zeugnis ab, sie suchen ihre Sünden so wenig zu verbergen, dass sie sich derselben eher rühmen. - Und die Hoffart Israels zeugt ihm ins Angesicht, Israel und Ephraim werden ob ihrer Verschuldung zu Falle kommen, es stürzt auch Juda mit ihnen. Auch Juda treibt ja Götzendienst, schon von der Zeit Salomons an. [1Koe 11,7] - Wenn sie dann Wenn das Verderben droht. - mit ihren Schafen und ihren Rindern hingehen, Übertreibung, um zu zeigen, dass der Herr alsdann für sie unerbittlich sein wird, während er sie jetzt antreibt zurückzukehren. (Hier.) Mit diesen Drohungen ist der Prophet bis an die äußerste Grenze des Unglücks gelangt, er wendet sich nun wieder dessen Ursachen zu. - den Herrn zu suchen, werden sie ihn nicht finden, er hat sich von ihnen entfernt. Gegen den Herrn sind sie treulos geworden, Zuerst schickt er, kurz zusammenfassend, wie [Hos 4,1-3], den Gegenstand seiner Mahnung voraus: Sünde und Strafe. - denn fremde Kinder haben sie gezeugt; Ihre Treulosigkeit haben sie auf ihre Kinder vererbt: Die Kinder sind fremd, weil sie nicht Gott gezeugt und geweiht sind, sondern den Götzen, also nicht unter die wahren Kinder Gottes gerechnet werden können. Der Name sagt dasselbe was [Hos 1,9] nicht „mein“ Volk und [Hos 1,2] Buhlkinder. - nunmehr wird sie ein Monat Ein Neumond. Ein Fest steht für alle; wegen der Feste, die sie den Götzen gefeiert, werden sie untergehen. - samt ihren Anteilen Die sie bei der Verteilung des Landes erhalten haben oder allgemeiner: mit all ihrem Gut. Oder es sind die Kälber in Bethaven damit bezeichnet, die zugleich mit ihren Verehrern untergehen sollen. - aufzehren. Stoßet in die Posaune zu Gabaa, Gabaa und Rama sind Nachbarstädte in dem Stamme Benjamin; beide auf Hügeln gelegen, die einen weiten Ausblick gewähren. - in die Trompete zu Rama, schreiet auf zu Bethaven, Bethaven liegt auf dem Gebirge Ephraim, nicht weit von Silo, auf dem Wege nach Sichem. Der Kriegslärm dringt von Süden nach Norden: der Herr selbst schreitet gleichsam aus dem Tempel hervor und führt mit seinem Volke Krieg und schlägt es in die Flucht. (V. 15) Das gleiche Verderben, das über Bethaven kommt, dringt auch nach Benjamin vor: Wie Israel, so wird Juda zu Falle kommen. - hinter dir ist es, Benjamin! Wahrscheinlich eine sprichwörtliche Redensart von dem Verfolger hergenommen, der einen Fliehenden zu Falle zu bringen sucht. - Ephraim wird zur Wüste Wird weggeführt. - am Tage der Züchtigung, an den Stämmen Israels werde ich meine Wahrhaftigkeit zeigen. In der Erfüllung der Prophezeiungen [5Mos 28,64; 5Mos 29,28] und durch die Propheten. - Die Fürsten Judas sind solchen gleich geworden, welche die Marksteine verrücken; Da sie Liebe und Anbetung, die Gott gebühren, anderen zuwenden. (Cyr.) - meinen Zorn will ich über sie ausschütten wie eine Wasserflut. Bedrückt ist Ephraim, War der Prophet V. 10 zuerst die Sünde, dann die Strafe genannt, so stellt er hier zuerst die Strafe vor Augen und fügt alsdann die Ursache, die Sünde bei. - gebrochen durch Strafgericht, denn es hat begonnen, Hebr.: Denn es hat ihm beliebt. - dem Unflate Götzen und den Schmutz, der ihren Dienst umgibt. - nachzuwandeln. Ich aber bin für Ephraim wie eine Motte und wie Fäulnis für das Haus Juda. Langsam und allmählich geht das Reich dem Untergange entgegen, die Kräfte nehmen ab, bis ein leiser Anstoß es in Trümmer legt. Motte und Fäulnis brauchen lange Zeit, doch sie zerstören das Innere. - Als Ephraim seine Schwäche sah und Juda seine Fessel, Wunde. Anstatt auf Gott zu vertrauen, hofften sie törichterweise auf Hilfe von Assur und erkauften für große Geschenke doch nur die Knechtschaft. So Menahem [2Koe 15,19] und Achaz ebd. [2Koe 16,7.8; 2Chr 28,20] Ephraims Krankheit sind seine inneren Unruhen und fortwährenden Umwälzungen. Siehe [2Koe 15,10.14.15.18.25]. Die Wunde Judas begann aufzubrechen unter Joatham [2Koe 15,37] und noch mehr unter Achaz. [2Koe 16,7] - ging Ephraim zu Assur und sandte zum Könige, dem Rächer; Dies ist Assurs innerste Natur. - doch er wird euch nicht zu heilen vermögen noch eure Fesseln lösen können. Denn ich bin für Ephraim wie eine Löwin und wie ein junger Löwe für das Haus Juda. Meinem Zorne und meiner Macht kann niemand widerstehen. Das Volk ist ein Löwe, wenn es Gott anhängt, fällt es von ihm ab, hat es an ihm einen reißenden Löwen. - Ich, ich Triumphierend. Hebr.: Ich, ich will zerreißen und davongehen – wie ein Löwe, der, ohne jemandes Rache zu fürchten, ruhig davongeht. - werde ergreifen und abziehen; wegnehmen, Ehemals hat Gott sie auf seinen Schultern getragen [5Mos 1,31; 5Mos 32,11; 2Mos 19,4; 4Mos 11,12] jetzt will er Juda tragen, es von der Erde wegzuschaffen; einst als liebender Vater, jetzt als grimmiger Leu. - ohne dass jemand rettet. Ich werde Doch die Vernichtung der alten Theokratie ist nur der Weg und die Vorbereitung zu einer herrlicheren Erneuerung. - zu meiner Stätte zurückkehren, Gott, der wie ein Krieger ausgezogen ist zum Kampfe und zur Vernichtung, vergl. [Jes 42,13], kehrt in den Himmel zurück. (Hier.) - bis ihr ermattet Gott will sie in ihrem Unglücke dahinschmachten lassen, ohne sich ihrer anzunehmen. Vom Himmel war Gott gleichsam herabgestiegen, den Bund mit dem Volke zu schließen, und hatte in der Hütte und Bundeslade gewohnt, jetzt hat er das Volk verlassen und ist in den Himmel zurückgekehrt. Hebr.: Bis ihr die Strafe gelitten. - und mein Angesicht sucht. In Buße und Gebet.

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