Sprüche 10
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
2. Zweite Abteilung (10,1 – 22,16): Lebensvorschriften für den Weisen. a. Unterschied zwischen den Gottlosen und den Frommen. (Kap. 10)
1 Ein weiser Sohn macht seinem Vater Freude, Die Freude schließt Ehre und Nutzen ein. - aber ein törichter Sohn ist der Kummer seiner Mutter. 2 Durch Unrecht erworbene Schätze bringen keinen Nutzen, Dem Frevler, insbesondere retten sie ihn nicht aus dem Unheil, zumal dem plötzlichen, schrecklichen Tode und Gericht. (V. 25, 27) Vergl. [Spr 21,6]. - Gerechtigkeit aber befreit vom Tode. Die Gerechtigkeit als allumfassende Tugend befreit bisweilen von zeitlichen Tode (wie Noe, Lot), stets vom ewigen; auch gewährt sie langes Leben. Vergl. [Spr 11,4.19]. - 3 Der Herr lässt die Seele des Gerechten nicht von Hunger heimsuchen Septuag.: Sterben. Töricht sind, die durch Unrecht Reichtümer suchen, Gott entreißt sie ihnen und lässt sie dem Hunger anheimfallen. Übrigens besagt der Vers nur, was oft, nicht was immer geschieht. Im Alten Testamente waren den Juden zeitliche Güter verheißen; versagt Gott im Neuen Testamente den Frommen solche, um sie zu prüfen und zu heiligen, so gewährt er ihnen höhere, geistige Güter in desto reicherer Fülle. - und die Nachstellungen der Gottlosen vereitelt er. Aber die Gier (das stärkste Verlangen) der Gottlosen stößt er zurück. - 4 Eine lässige Hand schafft Armut, aber die Hand der Starken Der Fleißigen. - erwirbt Reichtümer. Dies ist in zeitlichen wie in geistigen Dingen wahr. - Wer sich auf Lügen verlässt, weidet Winde und er selber läuft fliegenden Vögeln nach. Dieser Teil des Verses ist Zusatz der Septuag. Winde weiden: sich unnütz und zum eigenen Verderben mühen. [Hos 12,1] - 5 Wer in der Ernte Im Hebr. stehen die Worte Ernte, Sommer umgekehrt. - sammelt, ist ein weiser Sohn; wer aber im Sommer schläft, ist ein Sohn der Schande. Ein nichtsnutziger Sohn. - 6 Der Segen Alle Arten von Gütern. - des Herrn kommt auf das Haupt des Gerechten, der Mund der Bösen aber birgt Unrecht. Wenn sie etwas reden, ist meist der verhüllte Zweck Vergewaltigung. Deshalb trifft sie Fluch und Verderben. Ob dieser Teil des Verses ausschließlich in 11b gehört und die ursprünglich hierher gehörenden Worte verloren gegangen sind? - 7 Das Andenken des Gerechten bleibt ruhmvoll, Hebr.: in Segen. - aber der Name der Gottlosen verwest. Wird verworfen und mit Abscheu verfolgt. - 8 Wer weisen Herzens ist, nimmt Belehrungen an, ein törichter Schwätzer schlägt sich selbst. Hebr.: Wer ein Narrenmaul hat, kommt zu Falle. Er redet nur Törichtes und hört auf nichts Weises. - 9 Wer in Unschuld wandelt, Wer in einfachem Gottvertrauen auf dem geraden Wege bleibt. - wandelt sicher; wer aber verkehrte Wege einschlägt, wird offenbar. Man entdeckt seine Hintergedanken. Oder: er wird in Gottes Gericht offenbar. - 10 Wer mit den Augen blinzelt, verursacht Schmerzen, Wer heuchlerisch, trügerisch mit den Augen blinzelt. - und der törichte Schwätzer schlägt sich selbst. Sept.: Wer aber mit Offenheit handelt, schafft Frieden. - 11 Ein Quell des Lebens ist der Mund des Gerechten, aber der Mund des Gottlosen birgt Unrecht. Hebr.: aber der Mund der Frevler deckt Ungerechtigkeit zu. - 12 Hass erregt Zänkereien, aber Liebe Die Tugend der Liebe gegen Gott und den Nächsten. - deckt alle Verfehlungen zu. 13 Auf den Lippen des Weisen findet sich Weisheit; aber die Rute ist für den Rücken dessen, dem es an Verstand fehlt. 14 Die Weisen verbergen die Erkenntnis, Er spart das Wort seiner Einsicht auf die rechte Zeit und den rechten Ort. - aber der Mund des Toren ist der Beschämung nahe. Hebr.: ist naher Einsturz. - 15 Die Habe des Reichen ist seine feste Stadt, der Schrecken der Armen ist ihre Dürftigkeit. Der Reichtum hat großen Nutzen, gebraucht man ihn recht; die (Bettel-) Armut ist an sich nichts Gutes; jener schützt vor sittlichen Gefahren, diese setzt manchen Schwierigkeiten aus. - 16 Das Wirken des Gerechten gereicht zum Leben, aber der Erwerb des Bösen zur Sünde. Der Böse verwendet den Überfluss nicht zu dankbarem Genusse und zum Wohltun, sondern zur Sünde: der Befriedigung der Lüste und der Bedrückung der Armen. Leben: Gegensatz zur Sünde, aber auch zum Verderben, das diese nach sich zieht. - 17 Den Weg des Lebens geht, wer Zucht bewahrt; wer aber Zurechtweisung hintansetzt, geht irre. 18 Lügenhafte Lippen verbergen den Hass; Hebr.: Wer Hass verbirgt, ist ein Lügenmaul. Vergl. [Spr 26,24]. - wer Schmähworte ausspricht, ist ein Tor. Die zweite Hälfte des Verses ist steigernd. - 19 Geschwätzigkeit Unnütze, ziellose Reden. (Clem. v. Alex., Bernh.) Dieses erstickt alle guten Anmutungen. (Doroth.) - geht nicht ohne Sünde ab; wer aber seine Lippen zügelt, ist weise. 20 Auserlesenes Silber ist die Zunge des Gerechten, aber das Herz der Gottlosen ist nichtig. Das Herz entspricht der Zunge. - 21 Die Lippen des Gerechten belehren viele; die aber, welche ungelehrig sind, sterben in der Verarmung des Geistes dahin. Hebr.: sterben an Unverstand. Der Gerechte lebt nicht nur sich selbst, sondern führt auch andere zum Leben. Toren können niemand Führer zum Leben werden, sie sind selbst Kinder des Todes durch ihren Unverstand. - 22 Der Segen des Herrn macht die Menschen reich und keine Trübsal wird solche treffen. Der Segen des Herrn ist die vorzügliche Ursache des Reichtums. Was uns Bitteres zustößt, was Böses ist in uns, stammt nicht aus Gott, der nur Freude ohne Bitterkeit ist, sondern aus der Sünde. - 23 Wie zum Scherze begeht der Tor eine Schandtat, aber der weise Mann ist bedächtig. Dem Toren (Gottlosen) erscheint das Törichte und Schlechte wie Selbstverständliches, der Einsichtige kann nicht anders als der Weisheit gemäß reden und handeln. - 24 Was der Böse fürchtet, Das Gericht. - das kommt über ihn; den Gerechten wird zuteil, was sie begehren. 25 Wie ein Ungewitter dahinfährt, Bild des Strafgerichtes über die Gottlosen. - so wird der Gottlose nicht mehr sein, der Gerechte aber ist wie ein fester Bau für die Ewigkeit. Die Windsbraut reißt den Frevler wie Spreu hinweg von seiner Stelle, so dass man nicht mehr weiß, wo er war, aber dem Frommen schadet sie nicht. - 26 Was Essig für die Zähne und Rauch für die Augen, das ist der Faule für die, welche ihn absenden. Er richtet den Auftrag entweder gar nicht aus oder nicht ordentlich und verursacht so Verdruss. - 27 Die Furcht des Herrn mehrt die Lebenstage und die Jahre der Gottlosen werden verkürzt. Angabe dessen, was oft, nicht was immer geschieht. - 28 Die Erwartung der Gerechten ist Freude, aber die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte. Die Erwartung des Gerechten geht nicht zugrunde. Ihm steht Heil und Freude in Aussicht im Gericht, dem Frevler Zorn. - 29 Der Weg des Herrn ist die Stärke Hebr.: Schutzwehr. Der Weg des Herrn ist der Weg, den Gott in seiner Weltregierung innehält. - des Unschuldigen, aber Schrecken für die, welche Böses tun. 30 Der Gerechte wird nimmer wanken, die Gottlosen aber werden nicht im Lande wohnen bleiben. Vergl. [3Mos 26]. - 31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit hervor, Die Worte sind die Frucht der Gesinnung. - die Zunge der Verkehrten geht zugrunde. Bringt ihnen und anderen Verderben. - 32 Die Lippen des Gerechten merken auf das, Wissen zu reden. - was wohlgefällig ist, Gott und Menschen: was recht ist. - und der Mund des Gottlosen auf das, was verkehrt ist. Hebr.: ist eitel Verkehrtheit.
Zitiert in 16
- V. 4 Compendium of the Social Doctrine of the Church(257
323) - V. 7 Editae Saepe(§1)
- V. 12 Summa (EN)(I-II 113.1
I-II 113.5 II-II 7.2 II-II 25.8 II-II 41.2 II-II 184.4 III 49.1 III 84.5 III 89.4 Suppl 14.2) - V. 23 Summa (EN)(I 1.6
II-II 47.2) - V. 24 Summa (EN)(Suppl 92.3)