Sprüche 13
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
d. Verschiedene Lebensregeln. (Kap. 13)
1 Ein weiser Sohn ist die Lehre seines Vaters, Hebr.: Zucht seines Vaters. Er zeigt sie in seinen Handlungen. - aber ein Spötter hört nicht, wenn er gewarnt wird. 2 Von der Frucht seines Mundes sättigt sich der Mensch an Gutem, die Seele der Frevler aber ist ungerecht. Hebr.: Die Gier der Frevler ist Gewalttat (ungerechter Erwerb). Nach anderen: Sie wollen andere schädigen, kommen aber selber zu Schaden. Vergl. [Spr 12,14]. - 3 Wer seinen Mund hütet, bewahrt sein Leben; wer aber unbedachtsam im Reden ist, dem ergeht es übel. 4 Der Faule will und will doch nicht, Hebr.: Gelüsten trägt, doch ohne Sättigung, des Faulen Seele. - aber die Seele der Arbeitsamen wird reichlich gesättigt. 5 Der Gerechte verabscheut lügenhafte Reden, doch der Gottlose macht andere zuschanden und wird selbst zuschanden. Hebr.: doch der Frevler treibt es schmählich und nichtswürdig. Sept.: Doch der Gottlose wird beschämt und wird nicht frei reden dürfen. - 6 Die Gerechtigkeit behütet den Weg des Unschuldigen, aber die Gottlosigkeit bringt den Sünder zum Falle. Hebr.: Der Gerechte behütet seine Unschuld, die Bosheit ist für den Gottlosen ein Strick unter seine Füße (bringt ich zu Falle). Dieser Vers fehlt in der Sept. - 7 Mancher scheint Hebr.: stellt sich. - reich Um geachtet zu werden und Kredit zu haben. - und hat doch nichts, ein anderer scheint Hebr.: stellt sich (wohl aus Geiz). - arm und hat doch großen Reichtum. 8 Mancher kauft mit seinem Reichtum sein Leben los; Im geistigen Sinne: mit Almosen. - wer aber arm ist, hat keine Drohung zu erleiden. Vielleicht bezieht sich die erste Hälfte des Verses auf das Erscheinen vor Gericht oder den Überfall von Räubern, von deren Seite der Arme nichts zu befürchten hat. - 9 Das Licht der Gerechten erfreut, Hebr.: brennt lustig. Das Licht ist das Bild des Glückes. - aber die Leuchte der Gottlosen erlischt. 10 Unter den Hoffärtigen ist immer Hader; Hebr.: Nichts verursacht man bei Übermut als Zank. - die sich aber raten lassen, werden von der Weisheit geleitet. Hebr.: ist Weisheit. - 11 In Eile zusammengeraffter Reichtum nimmt ab, der aber nach und nach mit Fleiß erworbene mehrt sich. 12 Hoffnung, die hingehalten wird, macht der Seele Pein, ein Baum des Lebens ist erfüllter Wunsch. 13 Wer eine Sache schmäht, bindet sich für die Zukunft; wer aber das Gebot fürchtet, wird im Frieden wandeln. Hebr.: Wer das (göttliche) Wort geringschätzend behandelt, wird ihm (ihm fehlt in Sept.) verpfändet: verschuldet sich ihm gegenüber und fällt der Strafe anheim. – Er macht sich zum Schuldner des künftigen göttlichen Gerichtes; wer aber das Gebot fürchtet, wird hier und dort Frieden haben. (Beda) - Ränkevolle Seelen irren in Sünden Und Unglück. - umher, Gerechte aber sind barmherzig und haben Mitleid. Der zweite Teil des Verses „Ränkevollen usw.“ fehlt in unserem hebr. Texte. - 14 Die Unterweisung des Weisen ist eine Quelle des Lebens, um dem Verderben des Todes zu entgehen. 15 Gute Lehre Hebr.: Einsicht. - verschafft Gunst, der Weg der Verächter führt in den Abgrund. 16 Ein kluger Mann tut alles mit Überlegung; wer aber ein Tor ist, gibt seine Torheit kund. Der Kluge handelt, der Tor redet; der Kluge handelt stets besonnen, der Tor redet beständig Törichtes. - 17 Der Bote des Gottlosen fällt ins Unglück, aber ein treuer Bote bringt Heilung. Ist heilsam, für den Sendenden, da dieser sicher sein darf, dass seine Botschaft ausgerichtet wird. - 18 Armut und Schmach treffen den, der sich der Zucht entzieht; wer aber Zurechtweisung annimmt, kommt zu Ehren. 19 Wird ein Begehren erfüllt, so freut sich die Seele; Toren verabscheuen jene, welche das Böse fliehen. Hebr.: vom Bösen zu lassen, ist dem Toren ein Greuel. Vers 19b ist ein besonderer Fall zu Vers 19a. Jeder Wunsch gewährt Befriedigung, wenn er erfüllt wird, darum suchen die Toren stets diese Befriedigung im Gegenstande ihrer Wünsche, dem Bösen. Doch Glück und Nutzen bleiben nicht dauernd, sind sie nicht auf die Tugend gegründet. - 20 Wer mit Weisen umgeht, wird weise; der Freund der Toren wird ihnen gleich. Hebr.: dem ergeht es schlecht. - 21 Die Sünder verfolgt Unglück, aber den Gerechten wird mit Gutem vergolten. Hebr.: lohnt er (Gott). - 22 Der Gute hinterlässt als Erben seine Söhne und Enkel, und für den Gerechten wird die Habe des Sünders aufbewahrt. 23 Speise in Fülle bringt das neue Ackerland der Väter, Hebr.: Neubruch der Armen. - aber für andere wird sie ohne Recht gesammelt. Hebr.: Doch mancher wird hinweggerafft durch Unglück. – Die Stelle ist schwerlich unversehrt. Wie er lautet, kann der Text bedeuten: Guter, urbar gemachter Boden ist im Besitz der Wohlhabenden, der Arme kann es höchstens auf ein Stück unbebaut liegenden Ackers bringen. Auf dies muss er viel Arbeit verwenden, aber er erntet auch reich, da Gott jenes segnet. - 24 Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, hält ihn beständig in der Zucht. 25 Der Gerechte isst, bis er satt ist; der Gottlosen Bauch aber kennt kein Genügen. Hebr.: Der Gerechte hat zu essen, dass seine Seele satt wird, aber der Gottlosen Leib hat Mangel.
Zitiert in 12
- V. 1 CCC(¶2216)Amoris Laetitia(§17)
- V. 10 Summa (EN)(I 109.2
I-II 27.3 II-II 188.5) - V. 12 Summa (EN)(I-II 32.3
I-II 40.8 II-II 136.5 III 52.2) - V. 16 Summa (EN)(II-II 55.3)
- V. 24 Summa (EN)(II-II 65.2
II-II 108.2)