Sprüche 15
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
f. Vorteile der Klugheit und Rechtschaffenheit. Mittel, sich vor Sünden zu hüten. (Kap. 15)
1 Eine sanfte Antwort bricht den Zorn, harte Rede erweckt Grimm. Solche Aussprüche sollen nicht nur die Tatsache feststellen, sondern auch eine Mahnung sein. - 2 Die Zunge der Weisen ziert Erkenntnis, Hebr.: macht gefällig das Wissen, stellt es in gewinnender Weise dar. - der Mund der Toren sprudelt Torheit aus. 3 An jedem Orte schauen die Augen des Herrn auf Gute und Böse. Die gottlosen Frevler wähnen sich in Dunkelheit geschützt, so dass Gott sie nicht sieht, aber von ihm in der Menge der Geschöpfe unbeachtet. - 4 Eine friedliebende Zunge ist ein Baum des Lebens, Quelle von Glück und Segen. - aber eine zügellose schlägt den Geist nieder. Hebr.: Ausschreitung mit ihr. Verwunderung am Geiste (derer, die sich der Ausschreitung schuldig machen). - 5 Ein Tor spottet Hebr.: nur verschmäht. - der Zucht seines Vaters; wer aber die Rüge Seitens der Eltern. - beachtet, wird klüger. Das Folgende ist Zusatz, vielleicht Doppelübersetzung. - In der Fülle der Gerechtigkeit ist sehr große Kraft, aber die Anschläge der Gottlosen werden zunichte. 6 Das Haus des Gerechten ist eine starke Feste, aber bei dem Erwerb des Gottlosen herrscht Zerrüttung. Hebr.: Doch der Erwerb der Frevler ist Zerstörung. Der Frevler mag noch soviel aufspeichern, an seinem Gut haftet der Keim des Verderbens, die Tränen der Witwen und Waisen, die Klagen der Betrogenen usw. - 7 Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus, aber das Herz der Toren ist nicht also. Hebr.: hat nicht die rechte Richtung. - 8 Die Opfer der Gottlosen sind dem Herrn ein Greuel, die Gelübde der Gerechten wohlgefällig. Den Donatisten, welche diesen Spruch anführten, um zu beweisen, dass die Sünder die Sakramente ungültig spenden, erwidert der hl. Augustin: Nicht auf Gott wohlgefällige Weise: ja, unwürdig: nein. Calvin führt den Text zum Beweise dafür an, dass alle Handlungen der Ungläubigen Sünde seien. Antwort: Ein Werk kann seinem ihm an sich eigenen Ziele noch gut sein, wie das Almosen, aber die Gesinnung des Handelnden schlecht. - 9 Ein Greuel ist dem Herrn der Weg des Gottlosen; wer der Gerechtigkeit nachgeht, den liebt er. 10 Schlimme Züchtigung trifft den, der den Weg des Lebens Hebr.: den rechten Pfad, den Pfad, der allein so zu heißen verdient. - verlässt; und wer die Rüge hasst, wird sterben. Des ewigen, oft auch des vorzeitigen Todes. - 11 Unterwelt und Verderben Die Unterwelt ist der Aufenthalt aller Abgeschiedenen, das Verderben der Aufenthalt der Verdammten, die Hölle. - liegen vor dem Herrn offen, Die Orte der größten Geheimnisse, von denen die Menschen keine Vorstellung haben, sind ihm bekannt und in seiner Macht. Vergl. [Job 28,14ff.21ff]. - wie viel mehr die Herzen der Menschenkinder? 12 Der Verdorbene Hebr.: der Spötter. - liebt den nicht, der ihn zurechtweist, und geht nicht mit den Weisen um. Der ihn von seiner Torheit befreien könnte. - 13 Ein fröhliches Herz erheitert das Angesicht, bei Kummer des Herzens ist der Geist niedergeschlagen. Der innere Zustand des Herzens drückt dem äußeren Menschen sein Siegel auf. - 14 Das Herz des Weisen sucht Belehrung, Hebr.: Erkenntnis. - aber der Mund der Toren nährt sich von Unverstand. 15 Alle Tage des Armen Des innerlich Betrübten. - sind schlimm, ein ruhiges Gemüt ist Auch wenn es leidet. V. 14a ist Vorbild, 14b Abmahnung. - wie ein beständiges Freudenmahl. 16 Besser ist weniges mit der Furcht des Herrn als große Schätze, die nicht sättigen. Hebr.: und Unruhe dabei. Der Text der Vulg. ist Erklärung. - 17 Besser ist es, zu Gemüse geladen zu werden, Besser ist ein Gericht Gemüse und Liebe dort. - wobei Liebe, als zu einem gemästeten Kalbe, Das Gemüse ist die geringe Kost der Armen, Fleisch Festspeise und Nahrung der reichen. Das Vorzüglichste ist ein gemästetes Kalb. Vergl. [Lk 15,23.30]. Vers 17 ist eine Parallele zu V. 16, aber mit einer Steigerung. - wobei Hass. 18 Ein zornmütiger Mann erregt Streit; wer geduldig ist, beschwichtigt den ausgebrochenen. Die Vulg. hebt erklärend den Gegensatz hervor. Im Hebr. fehlt dies Wort. - 19 Der Weg der Trägen gleicht einem Dornenzaun, Ihm stellten sich auf Schritt und Tritt Hindernisse entgegen. - der Weg der Gerechten ist ohne Hindernis. Hebr.: durch aufgeworfenen Schutt erhöht, gebahnt. - 20 Ein weiser Sohn erfreut den Vater, aber ein törichter Mensch verachtet Jenes durch Anerkennung, dieses durch Schande bei den Menschen. - seine Mutter. 21 Torheit macht dem Toren Freude, aber der verständige Mann geht den geraden Weg. Die Wege des Toren hingegen sind krumm, verkehrt. - 22 Vereitelt werden die Anschläge, wo Überlegung fehlt; wo aber viele Ratgeber sind, haben sie Bestand. Hebr.: Kommen sie zustande. - 23 Jeder freut sich an dem Ausspruche Treffendem Ausspruche. - seines Mundes und ein Wort zur rechten Zeit ist sehr gut. Erklärung und Steigerung der ersten Hälfte des Verses. - 24 Der Weg des Lebens geht aufwärts Zu immer größerer sittlicher Vollkommenheit. - für den Einsichtsvollen, damit er der Hölle Hebr.: der Hölle nach unten: der Hölle, wohin es abwärts geht. Das Endziel des Bösen ist hoffnungsloses Verweilen im Totenreich, das ist die Vergeltung für ihre Sünden. - entgehe. 25 Das Haus der Hoffärtigen zerstört der Herr, Indem er ihnen ihren Raub wieder abnimmt. - aber der Witwe Grenzen Verrückung der Grenzen: ein Beispiel der Gewalttaten der Frevler. Witwen und Waisen stehen unter Gottes besonderem Schutze. - sichert er. 26 Ein Greuel sind dem Herrn böse Anschläge, aber reine Rede besteht herrlich vor ihm. Hebr.: rein aber sind gütige Worte. - 27 Sein eigenes Haus zerstört, wer der Habsucht folgt; wer aber Geschenke hasst, wird leben. Der Vers bezieht sich wohl insbesondere auf Richter. - Durch Barmherzigkeit und Treue wird man von Sünden rein; durch die Furcht des Herrn aber hält man sich fern vom Bösen. Diese zweite Vershälfte fehlt hier im Hebräischen und findet sich dort nur [Spr 16,6]. - 28 Das Herz des Gerechten sinnt Hebr.: sinnt, um zu antworten. - auf Gehorsam, der Mund der Gottlosen fließt über vom Bösen. 29 Fern Mit seiner Gunst und seinen Gaben. - ist der Herr von den Gottlosen, aber die Gebete der Gerechten erhört er. 30 Der Lichtglanz der Augen Ein freundlicher, aufmunternder Blick. - erfreut die Seele, eine gute Nachricht labt die Gebeine. 31 Ein Ohr, Der Mensch. - das auf die Rügen des Lebens Zum Leben führende Rügen. - hört, wird inmitten der Weisen weilen. 32 Wer die Zurechtweisung verwirft, verachtet seine eigene Seele; Er liebt, ohne es zu wissen und an sich zu wollen, den Tod mehr als das Leben. - wer aber der Warnung nachgibt, erwirbt Einsicht. 33 Die Furcht des Herrn ist die Zuchtschule der Weisheit und Demut Die Hauptäußerung der Weisheit… - geht der Ehre voraus. Wie Hoffart dem Falle. (Greg. Naz.)
Zitiert in 14
- V. 1 Summa (EN)(I-II 47.4)
- V. 5 Summa (EN)(I-II 66.1
I-II 73.4) - V. 11 Summa (EN)(I 14.10)
- V. 15 Summa (EN)(II-II 75.1)
- V. 16 Compendium of the Social Doctrine of the Church(257)
- V. 18 Summa (EN)(II-II 37.2
II-II 41.2) - V. 23 Summa (EN)(II-II 73.3)
- V. 27 Summa (EN)(I-II 68.4
I-II 113.4 II-II 54.2 III 49.1 III 84.5)