Sprüche 16
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
g. Gottes Vorsehung und weise Herrschaft. (V. 15) h. Ruhm der Weisheit.
1 Der Mensch mag wohl im Herzen planen, aber des Herrn ist es, die Zunge zu lenken. Hebr.: Der Zunge Antwort (rechte Antwort). Wie die Flöte ohne Hauch keinen Ton gibt, so bringt das Herz nichts Gutes hervor ohne göttliche Eingebung. (Beda) - 2 Alle Wege des Menschen liegen vor seinen Augen offen da, Hebr.: Sind rein in seinen Augen. - aber der Herr wägt die Geister. Gegensatz: Wege (äußere Taten) – Geister (innere Gesinnung). Das Werk ist nur gut, wenn die äußere Reinheit nicht durch das Innere, das Gott sieht, verleugnet wird. Der heutige Text der Septuag ist teils Übersetzung, teils Glosse. - 3 Offenbare Hebr.: Wälze auf, befiehl. Vergl. [Phil 4]. Wer sein Vorhaben selbst vollbringen will, scheitert damit; wer es auf Gottes Schultern legt, dem gelingt es. - dem Herrn dein Tun, so wird dein Vorhaben gelingen. 4 Alles hat der Herr um seinetwillen Hebr.: Zu seinem Zwecke. Das letzte Ziel aller Geschöpfe gibt die Vulg. an. - gemacht, so auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks. Der Tag der Vergeltung, sei es in diesem, sei es in jenem Leben. Gott ist gerecht. - 5 Ein Greuel ist für den Herrn jeder Hochmütige, Der Gott die Ehre raubt. - liegt auch Hand an Hand, er bleibt nicht ungestraft. Wenn er auch viele Genossen hat, vermag er sich doch Gottes Hand nicht zu entziehen. – Das Folgende fehlt im Hebr. - Der Anfang eines guten Wandels ist Gerechtigkeit üben, Die Gebote Gottes halten. Vergl. [Lk 10,28]. - sie ist bei Gott angenehmer als Schlachtopfer darbringen. 6 Durch Barmherzigkeit und Treue Gegen Menschen, insofern sie Zeichen der Herzensgesinnung sind. - wird Schuld gesühnt und durch die Furcht des Herrn meidet man das Böse. Steigerung: fällt man überhaupt nicht in schwere Sünde. - 7 Wenn der Wandel eines Menschen dem Herrn wohlgefällt, so wird er auch seine Feinde zum Frieden mit ihm bringen. 8 Besser ist weniges mit Recht als viel Einkünfte mit Unrecht. Vergl. [Spr 13,23]. - 9 Des Menschen Herz denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte. 10 Weisheitsspruch Hebr.: Gottesurteil. - ist auf den Lippen des Königs, sein Mund wird im Gerichte nicht irren. 11 Gewicht und Waage unterliegen dem Gerichte des Herrn, Hebr.: gehören dem Herrn (dasselbe vom Ackerbau [JSir 7,16]) - und alle Gewichtsteine im Beutel sind sein Werk. Von Gott hat alles, was zur Ordnung des menschlichen Lebens gehört, seinen ersten Ursprung. Die als Gewicht dienenden Steine trug der Kaufmann im Beutel. - 12 Ein Greuel sind dem Könige alle, die gottlos handeln, denn durch Gerechtigkeit hat der Thron Festigkeit. 13 Der Könige Wohlgefallen sind gerechte Aufrichtige. - Lippen; wer redet, was recht ist, wird geliebt. 14 Der Zorn des Königs gleicht den Todesboten, Hebr.: der Zorn des Königs – Todesboten. Vergl. [Spr 19,12]. Wenn ein König zürnt, hat er die Macht, entsprechend zu handeln. - doch ein weiser Mann besänftigt ihn. 15 Im freundlichen Blicke des Königs ist Leben und sein Wohlwollen gleicht dem Spätregen. Dieser war in Palästina besonders notwendig. [Job 29,23] Wen der König freundlich anblickt, dem gibt er auch Beweise seiner Huld. - 16 Erwirb dir Weisheit, denn sie ist besser als Gold; und verschaffe dir Klugheit, denn sie ist kostbarer als Silber. Hebr.: Wie viel besser ist Erwerben von Weisheit als von Gold! Und das Erwerben von Einsicht ist vorzuziehen dem von Silber. - 17 Der Weg Der gebahnte Weg. (Hebr.) - der Gerechten meidet Hebr.: ist: meiden. - das Böse; wer seine Seele hütet, hat acht auf seinen Wandel. Im Hebr. umgekehrt: Seine Seele behütet, wer auf seinen Weg acht hat. - 18 Stolz geht dem Sturze vorher und Hochmut dem Falle. 19 Besser ist es, mit den Sanftmütigen gedemütigt zu werden Hebr.: besser ist es, demütig zu sein mit den Geringen. - als mit den Stolzen Beute zu teilen. Wer sich ihnen zugesellt, wird ihr endliches Schicksal teilen. - 20 Wer geschickt ist in einer Sache, Hebr.: Wer auf das (göttliche) Wort merkt. - wird Glück finden; und wer auf den Herrn hofft, ist glückselig. 21 Wer ein weises Herz hat, wird ein Verständiger genannt, Und deshalb wollen viele von ihm lernen. - und wer annehmlich reden kann, gewinnt noch mehr. Hebr.: fördert die Lehre, schafft ihr leicht Eingang. - 22 Ein Quell des Lebens Vergl. [Spr 11,30] den Baum des Lebens. - ist die Klugheit für den, der sie besitzt; des Toren Lehre ist Torheit. Hebr.: Die Züchtigung der Toren ist Torheit. Hiernach Vulg.: die Torheit wir des Toren Erziehung und Lehrschule, indem sie ihn durch ihre bitteren Folgen bisweilen für das Gute umstimmt. - 23 Das Herz des Weisen macht seinen Mund einsichtig und mehrt die Anmut seiner Lippen. Vergl. V. 21. - 24 Honigseim Der Honig ist wohlschmeckend und stärkend. - sind wohlgeordnete Worte, süß für die Seele, Heilung dem Gebeine. Erquicklich für Seele und Leib. - 25 Mancher Weg dünkt dem Menschen der rechte, aber das Ende davon führt zum Tode. 26 Das Verlangen des Arbeiters lässt es ihm sauer werden, denn sein Mund drängt ihn. Wir schreiben dieses. Drängen dem Magen, der Hebräer dem Munde zu. - 27 Ein böser Mensch gräbt Unheil Schaufelt es gleichsam für sich aus der Grube, die er anderen bereitet, sie zu verderben. - und auf seinen Lippen brennt Feuer. Glühend und verderbend. - 28 Ein falscher Mensch richtet Hader an und ein Ohrenbläser entzweit Fürsten. Hebr.: trennt den Freund ab (trennt vertraute Freunde). - 29 Ein ungerechter Mensch Hebr.: der Mann der Gewalttat. - lockt seinen Nächsten Mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Vergl. [Spr 1,11ff]. - und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist. 30 Wer starren Auges Arges denkt, beißt seine Lippen zusammen und führt das Böse aus. Hebr.: Wer die Augen zudrückt, tut es, um Verkehrtheit zu ersinnen, wer die Lippen höhnisch verzieht, hat das Böse schon vollbracht. - 31 Eine Krone der Ehre ist das Greisenalter, Langes Leben ist Lohn für die Erfüllung der Gebote. - die auf dem Wege der Gerechtigkeit erlangt wird. 32 Besser ist ein Langmütiger als ein Starker, und wer sein Herz beherrscht besser als ein Städte-Eroberer. 33 Die Lose werden in den Schoß geworfen, aber der Herr lenkt sie. In Fällen, in denen sonst kein Ausweg zu finden. Vergl. [Jos 7,18, Apg 1,26].
Zitiert in 14
- V. 1 Summa (EN)(I-II 109.6
I-II 112.2) - V. 2 Summa (EN)(I 14.11
I 20.4 I 114.2) - V. 4 Summa (EN)(I 44.4
I 65.2 I 103.2) - V. 8 Compendium of the Social Doctrine of the Church(257)
- V. 9 Fides Et Ratio(§16
§17) - V. 12 Compendium of the Social Doctrine of the Church(378)
- V. 16 Summa (EN)(I-II 68.7)
- V. 33 Summa (EN)(II-II 95.8)