Sprüche 17
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
i. Verschiedene einander entgegengesetzte Wirkungen der Weisheit und der Torheit, der Frömmigkeit und der Gottlosigkeit.
1 Besser ist ein trockener Bissen Ohne Getränk und Zukost (Öl, Essig, Wasser). - und dabei Freude als ein Haus voll Schlachtopfer Voll Mahlzeiten nach Opfern. Vom Friedopfer wurde nur weniges geopfert, das meiste bei festlichem Mahle verzehrt. - und dazu Zank. 2 Ein weiser Knecht herrscht über törichte Söhne Hebr.: über den ungeratenen Sohn. – Welche Stellung Sklaven im Hause des Herrn einnehmen konnten, zeigt Eliezer [1Mos 15,2, 1Mos 24,2], Joseph [1Mos 39], Siba [2Sam 9]. - und verteilt das Erbe unter den Brüdern. Bisweilen wurden treue Sklaven freigelassen und mit einem Erdteil bedacht oder selbst in die Familie aufgenommen. [1Chr 2,34ff] - 3 Wie das Silber im Feuer und das Gold im Schmelzofen geprüft wird, so prüft der Herr die Herzen. Sie von Sündenschlacken befreiend. - 4 Der Übeltäter gehorcht der argen Zunge und der Betrüger folgt lügenhaften Lippen. Ein böses Herz merkt auf die trügerischen Worte des Verführers und ein Herz voll Trug findet Gefallen an ruchlosen Reden, dies einen eigenen Gedanken Worte leihen. - 5 Wer den Armen verachtet, Mit dem er doch Mitleid haben sollte. - beschimpft dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Fall freut, bleibt nicht ungestraft. 6 Die Krone der Greise sind Kindeskinder und der Ruhm der Söhne sind ihre Väter. 7 Es ziemt einem Toren nicht erhabene Rede Solche Rede ziemt sich zwar für niemanden, aber am meisten bedarf der Warnung davor der Tor. - noch dem Fürsten lügenhafte Lippen. 8 Wie ein kostbarer Edelstein ist das, was jemand mit Sehnsucht erwartet; wohin er sich immer wendet, handelt er weise. Hebr.: Ein Edelstein ist das Geschenk (um eines Großen oder eines Richters Gunst zu erlangen) in des Besitzers Augen; wohin er sich wendet, ist er glücklich. - 9 Wer über einen Fehltritt hinwegsieht, erwirbt Freundschaft; wer ihn aber immer und immer rügt, entzweit Verbundene. 10 Ein Verweis hilft mehr Dringt tiefer ein. - bei dem Weisen als hundert Schläge bei dem Toren. 11 Der Bösewicht sucht immer Händel, Hebr.: Nur auf Abfall ist aus der Böse, darum wird usw. Er erstrebt nur Böses und erreicht nur solches (für sich). - aber ein erbarmungsloser Bote Ein Racheengel wird von Gott gegen ihn entsendet. (Sept.) - wird wider ihn entsendet werden. 12 Es ist besser, einer Bärin Der braune Bär Syriens galt als Sinnbild der Wildheit und Grausamkeit. [2Sam 17,8, 2Koe 2,24, Hos 13,8] - zu begegnen, welcher die Jungen geraubt sind, als einem Toren, der sich auf seine Torheit verlässt. Hebr.: Als einem Toren in seiner Narrheit – wenn seine Torheit sich in Taten kundgibt. - 13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Hause wird das Unglück nicht weichen. 14 Wer Wasser auslässt, ist Ursache zum Streit; ehe er aber Schmach leidet, gibt er den Streit auf. Hebr.: Wie wenn einer Wasser entfesselt, ist des Zankes Anfang, (darum), ehe es zum Losbrechen kommt, lass fahren den Streit. – Losgelassenes Wasser kann in seinem verheerenden Laufe nicht aufgehalten werden. Das Bild ist von den großen Wasserbehältern hergenommen, die in der Nähe von Städten vielfach angelegt waren. - 15 Wer den Bösen freispricht und wer den Gerechten verurteilt, beide sind ein Greuel vor Gott. 16 Was nützt es dem Toren, Reichtümer zu haben, da er die Weisheit nicht kaufen kann? Hebr.: Wozu das Geld in der Hand des Toren, um Weisheit zu erwerben, da er doch keinen Verstand hat? – Der Tor kann Weisheit nicht erwerben, da sein Herz derselben entgegen ist. - Wer sein Haus hoch baut, sucht den Einsturz, und wer Belehrung scheut, fällt in Unglück. Die zweite Hälfte des Verses fehlt im Hebräischen. - 17 Unwandelbar liebt, wer ein Freund ist, und ein Bruder wird in der Not bewährt. Hebr.: von der Not geboren. - 18 Ein Tor klatscht mit den Händen, wenn er sich für seinen Nächsten verbürgt. Hebr.: Ein Unvernünftiger ist, wer (leichtfertig) Handschlag gibt, wer sich verbürgt usw. - 19 Wer auf Uneinigkeit sinnt, liebt Streit; Hebr.: Sünde (Sündenstrafe) liebt, wer Streit liebt. - und wer seine Tür Die Tür seines Mundes: wer stolze Reden führt. - zu hoch macht, sucht Einsturz. 20 Wer verkehrten Herzens ist, findet kein Glück; und wer seine Worte dreht, Hebr.: wer sich windet mit seiner Zunge. - stürzt ins Unglück. 21 Der Tor ist zu seiner eigenen Schande geboren und auch der Vater kann an einem Toren keine Freude haben. Hebr.: Wer einen Toren zeugt (tut es) sich zum Kummer, und nicht darf sich freuen eines Unverständigen Vater. – Die zu befürchtende schmerzliche Erfahrung der späteren Tage, die einer schlechten Erziehung folgt, soll zur Wachsamkeit mahnen in der Zeit. - 22 Ein fröhliches Herz schafft ein blühendes Alter, ein trauriger Geist trocknet die Gebeine aus. 23 Der Gottlose Der ungerechte Richter. - nimmt Geschenke aus dem Busen Im bauschigen Busen konnten Geschenke bis zum rechten Augenblicke bewahrt werden. - an, um die Bahnen des Rechtes zu verkehren. 24 Auf dem Antlitze Hebr.: Vor dem Angesichte. Seine Augen sind auf Weisheit gerichtet. - des Weisen leuchtet die Weisheit, die Augen der Toren schweifen bis an das Ende der Erde. Schweifen in die Ferne und übersehen die naheliegenden Pflichten. - 25 Ein törichter Sohn ist der Verdruss des Vaters und der Kummer der Mutter, die ihn geboren hat. 26 Es ist nicht gut, dem Gerechten Schaden zuzufügen noch einen Fürsten zu schlagen, der gerecht richtet. Hebr.: Auch Buße (Geldbuße) aufzulegen dem gerechten, ist nicht gut (oder gar) zu züchtigen Edle um Rechtlichkeit willen (oder: Edle auf Grund des Rechtes). Das geschah dem Heilande und dem hl. Paulus. [2Kor 11,23ff] Der Gute wird oft gehasst, weil der Böse fühlt, dass jenem der Vorzug gebührt. - 27 Wer sich im Reden beherrscht, ist weise und klug; und schätzbaren Geistes So die Leseweise des Hebr., besser die Schreibweise: der Kaltblütige. - ist ein einsichtsvoller Mann. 28 Auch der Tor wird, wenn er schweigt, für weise gehalten, und wenn er Hebr.: wer. seine Lippen geschlossen hält, für verständig.