Sprüche 19
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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1. Lob der Einheit, der Redlichkeit, der Wahrhaftigkeit, der Sanftmut, der Geduld.
1 Besser ist der Arme, der in seiner Unschuld wandelt, als der Reiche, der seine Lippen verzieht Der ein hinterlistiger Lügner ist. Nach anderen: der verächtlich auf den Armen herabschaut. - und ein Tor ist. 2 Wo keine Einsicht in der Seele ist, ist nichts Gutes, und wessen Füße hastig sind, Wer ohne Ziel und Leitung dahinstürmt, wohl nur nach Besitz begehrend. - der stößt an. 3 Die Torheit des Menschen bringt seine Füße zum Falle Hebr.: Verkehrt seinen Weg. - und sein Herz ergrimmt wider Gott. Der diesem Verse entgegenstehenden Irrtums Calvins und Melanchthons hat das Tridentiner Konzil Sitz 6 verworfen. Wäre Gott Urheber des Bösen, so wäre noch eher die Sonne Ursache der Finsternis. Gott hat indes seinen Heilsplan entworfen, so dass die einzelnen Geschöpfe sich innerhalb desselben bewegen und die Möglichkeit haben, ihr Heil zu wirken. - 4 Reichtum mehrt der Freunde Zahl gar sehr; von dem Armen trennen sich auch die, welche er zuvor gehabt. 5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft und wer Lügen redet, entrinnt nicht. Vergl. V. 9. - 6 Viele ehren den Mächtigen Hebr.: des Edlen. - um seiner Stellung willen. Hebr.: und jeder ist Freund. - 7 Den Armen hassen seine Brüder Seine leiblichen Brüder. - und auch Hebr.: wie viel mehr. Wie der Verfasser über die Armut denkt, zeigt er V. 1. Dieser Spruch will also das rechte Urteil über Freundschaft lehren, wie V. 4. - seine Freunde entfernen sich von ihm. Wer nur Worten nachgeht, wird nichts erhalten; Im Hebr. ist dieser Teil unverständlich. Die Septuag. lässt ihm zwei Halbverse vorausgehen. - 8 wer aber Einsicht Höhere Einsicht, die Gott zum Mittelpunkt hat. - besitzt, liebt sein Leben, und wer die Klugheit bewahrt, findet Gutes. 9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft und wer Lügen redet, geht zugrunde. Vergl. V. 5. - 10 Dem Toren ziemt Wohlleben nicht Reichtum, Ehre und Wohlleben gehören eigentlich dem Weisen zu, dem die Weisheit sie verleiht. Werden jene also dem Toren zuteil, so ist dies gegen die rechte Ordnung, denn Glück (wie Unglück) werden ohne Weisheit zum Fallstricke. Noch ungeheuerlicher ist, was in der zweiten Hälfte des Verses verworfen wird. - noch dem Knechte, Dem, der nur widerwillig in niederem Stande verharrt. Der Knecht ist nicht eigentlich ein Sklave in unserem Sinne, sondern hatte bestimmte Rechte. Vergl. [Mt 28,23ff]. - über Fürsten zu herrschen. 11 Des Menschen Einsicht erkennt man an seiner Geduld Hebr.: Macht ihn langmütig. - und sein Ruhm ist es, über Unrecht Das ihm zugefügt wird. - hinwegzugehen. 12 Wie des Löwen Gebrüll, so ist der Zorn des Königs, Vergl. [Spr 16,15; Spr 20,2; Spr 28,15]. Die Untergebenen sollen den König nicht zum Zorne reizen und dieser soll sich hüten, wie ein Löwe zu wüten. - und wie der Tau auf dem Grase, so seine Freundlichkeit. 13 Des Vaters Schmerz Hebr.: Unheil über Unheil für seinen Vater. - ist ein törichter Sohn und ein beständig durchträufendes Dach ein zänkisches Weib. 14 Haus und Reichtum werden von den Eltern zuteil, ein kluges Weib aber kommt als besondere Gabe von dem Herrn. Ein kluges Weib wird nicht wie ein totes Gut von den Vorfahren ererbt, sondern muss von Gott erbeten werden, dessen besonderes Gnadengeschenk es ist. Die heiligen Väter führen diesen Vers mehrfach gegen Mischehen an. Das Wort „besondere“ ist ein sinngemäßer Zusatz der Vulg. - 15 Faulheit lässt in Schlafsucht fallen und eine lässige Seele muss darben. Dies gilt auch auf höherem, geistigem Gebiete. - 16 Wer das Gebot hält, bewahrt sein Leben; wer aber auf seinen Wandel nicht acht hat, Indem er das gebot nicht hält. Vergl. [Spr 13,3]. - wird des Todes sein. 17 Wer sich des Armen erbarmt, gibt dem Herrn ein Darlehen auf Wucher; er wird es ihm wieder vergelten. Vom Standpunkt des Glaubens ist der Arme der Stellvertreter Gottes. [Mt 25,40] - 18 Züchtige deinen Sohn, verliere nicht die Hoffnung; doch begehre nicht, dass er umkomme. Durch Unterlassung der gebührenden Zucht ihn physisch und moralisch verderbend. - 19 Wer keine Geduld hat, wird Schaden leiden; Strafe zahlen. Oder mit Umkehrung des Satzes: Wer eine Strafe zahlen muss, ist zornig. (Septuag.) - und nimmt er etwas mit Gewalt, so wird der Schaden doppelt. Hebr.: Denn willst du retten, so vergrößerst du nur. – Durch Vorstellungen vergrößert man nur seinen Zorn; oder: Willst du ihn retten, ungestraft entlassen, so mehrst du das Unrecht, denn er fällt wieder zurück in den Zorn. Er muss fühlen, hören ist nicht seine Sache. - 20 Höre auf Rat und nimm Zucht an, damit du in Zukunft In deinem gereiften Alter. - weise werdest. 21 Viele Gedanken sind in des Menschen Herzen, der Wille des Herrn Gegensatz: Viele Gedanken – der eine Wille des Herrn. - aber wird Bestand haben. 22 Ein armer Mensch ist barmherzig Hebr.: des Menschen Lust (Sept.: Gewinn) ist seine Barmherzigkeit. Vergl. [Apg 20,35]. Wer Barmherzigkeit zu erweisen begehrt, aber nicht die Mittel dazu hat, dem ist der Wille für die Tat zu rechnen. - und besser ist ein Armer als ein Lügner. Der Arme solcher Art ist dem Reichen vorzuziehen, der Vorwände sucht, um nicht zu geben. - 23 Die Furcht des Herrn führt zum Leben Gesundheit, Kraft. - und sie wird im Überfluss wohnen, von keinem Übel heimgesucht. Vergl. [5Mos 11,15, 3Mos 26,6]. - 24 Der Faule birgt seine Hand unter der Achsel Legt seine Hände in den Schoß. - und bringt sie nicht an seinen Mund. Hebr.: Es steckt der Faule seine Hand in die Schüssel, selbst zum Munde mag er sie nicht zurückziehen. – Bei dem orientalischen Mahle gibt es weder Löffel noch Gabel, jeder nimmt sich mit der Hand aus der in der Mitte stehenden Schüssel. Auch auf geistigem Gebiete ist der Satz wahr: Gar mancher fasst den Vorsatz sich zu bessern, doch zur Ausführung bringt er es nicht. - 25 Wenn man einen Spötter Es ist der [Spr 13,1] genannte Unverbesserliche. Der Tor ist der Einfältige, der erst Gefahr läuft, unverbesserlich zu werden. - geißelt, so wird der Tor weiser; gibst du aber dem Weisen einen Verweis, so nimmt er die Zucht an. 26 Wer seinen Vater betrübt und seine Mutter verstößt, Der Fall konnte nur eintreten, wenn der Sohn Herr über Haus und Gut geworden war, ehe der Vater starb. - ist ein schändlicher und unseliger Mensch. 27 Lass nicht ab, mein Sohn! auf Zucht zu hören und lass dir die Sprüche der Weisheit nicht unbekannt sein. Das Hebr. ist wohl zu übersetzen: Lass ab, mein Sohn, auf Zucht zu hören, (wenn es nur geschieht), um abzuirren usw. - 28 Ein ungerechter Zeuge verhöhnt das Recht Falsches Zeugnis ist Hohn auf die Wahrheit. - und der Mund der Gottlosen Besonders der falschen Zeugen. - verschlingt das Unrecht. Dies ist Gegenstand seiner heißesten Begier. - 29 Den Spöttern sind Strafgerichte Gottes. Der Spötter ist der „Freigeist,“ der das Gute böse, das Böse gut nennt und verteidigt, der Tor der gewöhnliche Sünder. bereitet und Hammerschläge dem Leibe der Toren.