Sprüche 20

m. Warnung vor Trunkenheit, Empörung gegen die Obrigkeit, Ungerechtigkeit, Müßiggang.

Der Wein macht unkeusch und die Trunkenheit lärmend; wer immer an ihnen Lust findet, wird nicht weise werden. Hebr.: Ein Spötter (sich gegen Gott Auflehnender) ist der Wein, ein Lärmmacher der Met, wer immer davon taumelt, ist unweise. – Dem Weine wird beigelegt, was seine Wirkung ist und dem Trunkenen zukommt. Der Rauschtrank [Lk 1,15], Met, war ein Ersatz für den Wein. - Wie des Löwen Gebrüll, so ist der Schrecken des Königs; wer ihn reizt, sündigt wider sein Leben. Vergl. [Spr 19,12]. - Eine Ehre ist es für den Menschen, sich vom Streite fernzuhalten; alle Toren hingegen mischen sich in Händel. Um der Kälte willen Hebr.: Im Herbst. Der Faule entschuldigt sich nach der Vulgata mit der Unbill der Jahreszeit. Der Herbst war in Palästina im Anschluss an die Obsternte die Saat- und Pflügezeit vom Oktober bis Dezember und kalte Nordwinde wehten zur Zeit desselben. - wollte der Faule nicht pflügen, deshalb muss er im Sommer betteln, aber man wird ihm nichts geben. Hebr.: Er sucht in der Ernte und nichts ist da. - Wie tiefes Wasser, so ist das Vorhaben im Herzen des Mannes, Das Herz mit seinen geheimen Plänen ist tiefem Wasser vergleichbar, auf dessen Grunde ein Schatz ruht. - aber der Weise schöpft es herauf. Viele Menschen werden barmherzig genannt, Hebr.: rühmen ein jeder seine Barmherzigkeit. - allein wer findet einen treuen Mann? Gegensatz zwischen Sagen und Tun, Versprechen und Halten. Treue Menschen sind selten. Vergl. [Spr 31,10]. - Ein Gerechter, der in seiner Unschuld wandelt, hinterlässt glückselige Kinder. Hebr.: Heil seinen Kindern nach ihm. - Ein König, der auf dem Richterstuhle Hebr.: auf dem Stuhle des Rechtes, auf dem die Gerechtigkeit waltet. - sitzt, verscheucht Hebr.: zerstreut. – Vergl. [Spr 16,10] und [Jes 11,4]. - mit seinem Blicke alles Böse. Wer kann sagen: Mein Herz ist rein, ich bin frei von Sünden? Hebr.: Ich habe mein Herz geläutert (bin außer Gefahr, für immer geschützt vor der Sünde), bin rein geworden von Sünden? - Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß, beides ist Gott ein Greuel. In der Septuag. findet sich V. 10-13 zwischen V. 22, 23 eingeschoben. - Den Knaben Schon den Knaben; wie er ist, wird der Mann sein. - kennt man aus seinen Bestrebungen, ob sein Tun rein und recht ist. Das Ohr, welches hört, und das Auge, welches sieht, beide hat der Herr geschaffen. Gott ist allgegenwärtig und für all unser Tun sind wir ihm Rechenschaft schuldig. - Liebe den Schlaf nicht, dass dich die Armut nicht überwältige; halte deine Augen offen, Schlaf: Trägheit; offenes Auge: rüstiges Schaffen. - so wirst du Brot haben, dich zu sättigen. Schlecht ist's, schlecht ist's, sagt jeder Käufer; ist er aber weggegangen, alsdann rühmt er sich. Der Spruch ist eine indirekte Abmahnung von solchen Geschäftslügen. - Sind auch Gold und Edelsteine in Menge da, so ist doch der kostbarste Schmuck weise Lippen. Nimm das Kleid dem, der für einen Fremden Bürge geworden ist, und statt der Fremden pfände ihn aus! Damit du nicht zu Schaden kommest, wenn jener leichtsinnig für Fernstehende Bürgschaft übernommen hat. Vergl. [Spr 27,13] und [Spr 6,1-5, Spr 11,15, Spr 17,18]. - Süß ist dem Menschen das Brot der Lüge, doch hernach wird ihm der Mund mit Sand gefüllt. Man findet es angenehm, sein Brot durch Betrug, ohne Anstrengung, zu erlangen, aber ruhiger Genuss wird nicht erreicht, sondern Verderben; es ist am Schluss, als müsste man statt Brot Kies kauen. - Gedanken erlangen durch guten Rat Kraft und Kriege muss man mit guter Leitung führen. Mit dem, der Geheimnisse offenbart und mit Betrug umgeht und dessen Lippen offen stehen, gib dich nicht ab! Hebr.: Geheimnis verrät, wer klatschen geht, und mit dem Schwatzmaul verbinde dich nicht. - Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, Der also in schlimmster Weise gegen das vierte Gebot handelt. - dessen Leuchte erlischt in dichter Finsternis. Er wird nicht der Verheißung langen Lebens teilhaftig, im Gegenteil erlischt seine Leuchte, wenn er ihrer am meisten bedarf. Es wird ihm genommen, was das Leben erhellt und beglückt. (Vergl. [Spr 13,9].) Vergl. [Spr 19,26]. - Ein Erbe, Erwerb. - nach dem man anfänglich hascht, wird zuletzt ohne Segen sein. Sprich nicht: Ich will Böses vergelten; Die Strafe war Sache des Richters, die Privatrache gegen Gottes Gesetz: Suche keine verbotene Rache. - harre auf den Herrn, so wird er dich retten. Ein Greuel ist bei dem Herrn zweierlei Gewicht, eine betrügerische Waage ist nicht gut. Vergl. V. 10 und [Spr 11,1]. - Vom Herrn werden die Schritte des Menschen geleitet, aber welcher Mensch kann seinen Weg verstehen? Der Mensch ist allzu beschränkt, seinen Lebensgang zu überschauen, und die Folgen stehen nicht in seiner Hand. - Verderben ist es für den Menschen, Heilige zu verschlingen und gemachte Gelübde zu widerrufen. Hebr.: Ein Fallstrick für den Menschen ist es, jählings zu rufen: heilig! D.i. es sei Gott geweiht und gelobt! (vergl. [Mk 7,11]), und nachher Gelübde zu prüfen. – Gelübde sind ein besonderer Ausdruck der Frömmigkeit, die Juden sprachen solche überaus leicht aus: Überlege, ehe du gelobst, nicht nachher. - Ein weiser König scheidet Hebr.: zerstreut. - die Bösen aus und lässt das Rad über sie hingehen. Der zweite Teil ist ein Bild, das durch den ersten veranlasst ist. Freilich enthält er eine Strafe (für die aber [2Sam 12,31] und [1Chr 20,3] nicht in Betracht kommen). Vergl. [Mt 3,12]. - Eine Leuchte des Herrn ist des Menschen Lebenshauch, die das ganze Innere des Leibes durchforscht. Die Seele des Menschen ist ein Licht, das Gott entzündet hat und welches das innerste Herz durchdringt. - Barmherzigkeit und Treue Eigenschaften des Königs. - schützen den König und durch Milde wird sein Thron gefestigt. Der Jünglinge Freude Hebr.: Zier, Ruhm. - ist ihre Kraft und die Würde der Greise ihr graues Haar. Wundmale nehmen das Böse hinweg Hebr.: Striemen einer Wunde reiben Böses ab. – Wie die Haut, so nehmen die Striemen, welche die Rute des Erziehers schlug, das Böse von der Seele weg. Aber nicht nur äußere Striemen, auch innere Züchtigungen läutern den Menschen. und Schläge, die bis ins Innerste des Leibes eindringen.

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