Sprüche 21

n. Die Vorsehung Gottes. (V. 7) o. Verschiedene Lehren. (Kap. 21,16)

Das Herz des Königs ist in der Hand des Herrn wie Wasserleitungen; wohin er irgend will, lenkt er es hin. Nicht nur die Folgen des Willensentschlusses beherrscht Gott, sondern auch den Entschluss selbst. - Jedem scheint sein Weg der rechte, der Herr aber wägt die Herzen ab. Gott sieht allein untrüglich, darum darf man ohne ihn nichts unternehmen. - Barmherzig sein und recht tun gefällt dem Herrn mehr als Schlachtopfer. Vergl. [Mt 23,23]. Nicht der äußere Akt wird verworfen, sondern dieser, sofern ihm die innere Gesinnung abgeht. Äußeres Opfer und innere Gesinnung gehören zusammen wie Leib und Seele. Vergl. [Mic 6,6-8, Hos 6,6]. - Stolz der Augen ist Aufblähung des Herzens, die Leuchte Das Glück. - der Gottlosen ist die Sünde. Die Gedanken des Starken gehen stets auf Überfluss, jeder Faule Hebr.: Doch jeder, der überhastet. Der wahre Fleißige übt Umsicht und Sorgfalt. - aber bleibt immerdar in Armut: Wer Schätze sammelt mit lügenhafter Zunge, ist eitel und unsinnig und fällt in die Fallstricke des Todes. Septuag.: eilt Nichtigem nach über Schlingen des Verderbens. - Der Gottlosen Raub Gewalttätigkeit. - rafft sie hinweg, Von ihrem Wohlstand ins Verderben. - weil sie nicht tun wollen, was recht ist. Verkehrt ist der Wandel eines Mannes, ist er der unrechte; Hebr.: eines Mannes der Schuld. - wer aber rein ist, dessen Tun ist recht. Besser ist es, auf der Zinne eines Daches zu sitzen An der Ecke des Daches in einem notdürftig aus Lehm oder Brettern errichteten Zimmer, wie solche dazu dienten, geringen Besuch aufzunehmen. [2Koe 4,10ff, 1Koe 17,19]. Nach anderen: auf dem Dache, den Unbilden der Witterung preisgegeben. - als bei einem zänkischen Weibe zu sein und im gemeinsamen Hause. Die Seele des Gottlosen begehrt Böses, Dem Nächsten zu schaden. - er kennt kein Erbarmen mit seinem Nächsten. Hebr.: Nicht findet Erbarmen ins einen Augen der Nächste. - Wird der Spötter bestraft, so wird der Einfältige weiser; und wenn er dem Weisen folgt, erhält er Einsicht. Hebr.: Aber belehrt man einen Weisen, so nimmt er Einsicht an. - Der Gerechte Gott, der Gerechte im höchsten Maße. - achtet auf das Haus des Gottlosen, um die Gottlosen abzuwenden vom Bösen. Hebr.: Und stürzt Gottlose ins Unheil (nämlich wenn die Zeit des Gerichtes gekommen ist); vergl. [Spr 22,12]. - Wer sein Ohr vor dem Geschrei des Armen verstopft, Während er helfen kann. - wird auch selbst rufen, Nachdem er zur Strafe für seine Hartherzigkeit selbst ins Unglück geraten. - aber nicht erhört werden. Ein Geschenk im Geheimen löscht den Zorn aus und eine Gabe im Busen den heftigsten Grimm. Rechttun ist den Gerechten eine Freude, aber ein Schrecken für die Übeltäter. Ein Mensch, der vom Wege der Einsicht abirrt, wird in der Versammlung der Gewaltigen Hebr.: In der Schatten-Versammlung ist seine Ruhestatt. Die Schatten (Vulg.: die Mächtigen – vergl. [Job 26,5]) sind die Verdammten, die Ruhe der Hölle wird ihm zuteil. Vergl. [Spr 15,24]. - wohnen. Wer Wohlleben lieb hat, wird arm; wer Wein und Fettes Hebr.: Öl. Wein und Öl gehörten zu den notwendigen Stücken eines lauteren Mahles. - liebt, wird nicht reich. Zur Auslösung des Gerechten wird der Gottlose hingegeben und der Sünder anstatt der Rechtschaffenen. Vergl. [Jes 43,3]. - Besser ist es, in einem Wüstenlande zu wohnen als bei einem zänkischen und zornmütigen Weibe. Ein begehrenswerter Schatz und Öl sind in der Wohnung des Gerechten, aber der unkluge Mensch verschwendet solches. Wer nach Gerechtigkeit und Barmherzigkeit strebt, erlangt Leben, Gerechtigkeit und Ehre. Leben: der gleiche Lohn wie [Spr 3,16]. Gerechtigkeit: als Zustand. Ehre: äußerer Lohn. - Die Stadt der Helden ersteigt der Weise und stürzt die Stärke, auf welche sie vertraut. Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, bewahrt sein Leben vor Bedrängnissen. Wer hoffärtig und anmaßend ist, wird ein Tor Hebr.: Ein Spötter. - genannt, der im Zorne seinen Übermut ausübt. Hebr.: der im Übermaß des Stolzes handelt. - Wünsche töten den Faulen, denn seine Hände wollen nichts schaffen. Den ganzen Tag verlangt er und hat Wünsche; wer aber gerecht ist, gibt ohne Unterlass. Hebr.: und hält nicht zurück. - Die Schlachtopfer der Gottlosen sind ein Greuel, weil Hebr.: um so mehr, wenn er sie für ein Verbrechen darbringt. Als ob Gott wie ein irdischer Richter durch eine Gabe gewonnen werden könnte, zumal wenn dieselbe gleichsam nur hingeworfen wird. - sie für Schandtat dargebracht werden. Ein lügenhafter Zeuge geht zugrunde; ein Mann, der gehorsam ist, Hebr.: der hört. Ein solcher gibt ein Zeugnis, das Bestand hat und nicht mit der Zeit Lügen gestraft wird. - wird siegreich sein in seinen Reden. Der Gottlose nimmt freche Mienen an; Er glaubt sich sicher vor dem Falle. - wer aber rechtschaffen ist, macht gerade seinen Weg. Auf beide Seiten ist Kühnheit, aber hier Vertrauen der Unschuld, dort Verhärtung der Bosheit. - Es gibt keine Weisheit, es gibt keine Klugheit, es gibt keinen Ratschluss wider den Herrn. Das Ross wird gerüstet auf den Tag des Streites, der Herr aber verleiht den Sieg. Vergl. [Ps 19,8]. Wie der Menschen Weisheit (V. 30), so ist ihre Stärke nichts ohne Gott.

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