Sprüche 23
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
c. Mit Fürsten verkehre vorsichtig und suche keine Reichtümer. (V. 5) d. Meide den verkehr mit Neidischen und Toren. (V. 9) e. Trage für Waise und deine Söhne Sorge. (V. 14) 3. Meide die Trunkenheit. (V. 15 – 35) a. Wohin führt die Weisheit und wohin die Trunkenheit? (V. 21) b. Lob der Weisheit. (V. 28) c. Mahnung, die Trunkenheit zu fliehen.
1 Wenn du dich niedersetzest, mit einem Herrscher zu speisen, Man speiste gern mit anderen zusammen, daher war es eine hohe Ehre, Tischgenosse von Vornehmen zu sein. - so gib sorgsam acht, was vor dir aufgesetzt ist, Iss nicht zu viel. - 2 und setze das Messer an deine Kehle, Hebr.: Du wirst setzen. Sinn: du bringst dich durch deine Gier in Lebensgefahr. - wenn du anders deine Seele in deiner Gewalt hast, Hebr.: Wenn du ein Gieriger bist. Die Vulg. trifft den Sinn nicht ganz, besser: Wenn du Besitzer einer Begierlichkeit, ihr unterworfen bist. - 3 damit dich nicht nach dessen Speise Hebr.: Leckerbissen. - gelüste, denn es ist trügerische Speise. Die Enttäuschung folgt. Nicht nur dich zu sättigen, sondern dich auch für andere Zwecke zu benutzen, wird dir die Speise geboten. - 4 Mühe dich nicht ab, reich zu werden, sondern setze deiner Klugheit Grenzen. Hebr.: Lass ab von deiner Klugheit (zu diesem Zwecke Gebrauch zu machen). - 5 Erhebe deine Augen nicht zu Reichtümern, die du nicht haben kannst; Hebr.: Sollen deine Augen darauf hinfliegen – und es ist nicht mehr da? Solcher Reichtum hat kurzen Bestand. - denn sie machen sich Flügel wie die Adler und fliegen himmelwärts. 6 Iss nicht mit einem neidischen Menschen und sei nicht lüstern nach seinen Speisen; Leckerbissen. - 7 denn wie ein Zeichendeuter und Wahrsager beurteilt er das, wovon er nichts weiß. Hebr.: Denn wie er bei sich berechnet – nicht so wie er dir erscheint, uneigennützig. Die Vulgata bietet eine Erklärung, nicht Übersetzung. Wie ein Wahrsager, der etwas ihm Unbekanntes ermitteln soll, nachdenkt, so überlegt der Geizhals ängstlich, wie viel wohl an der Tafel aufgeht. - Iss und trink! wird er dir sagen: aber sein Herz ist nicht bei dir. 8 Die Speisen, welche du gegessen, musst du wieder von dir geben Unter dem Eindrucke, den der Neid und das falsche Herz deines Gastgebers auf dich machen. - und deine schönen Reden Die dankenden Worte, mit denen du dich als Gast verabschiedest. - werden verloren sein. 9 Rede nicht zu den Ohren der Unverständigen, Nicht: der Einfältigen, sondern derer, die der Wahrheit widerstreben. - denn sie verachten den klugen Sinn deiner Worte. 10 Rühre nicht an die Marksteine der Kleinen Der Armen. Hebr.: Verrücke nicht die alten Grenzen. - und brich nicht in den Acker der Waisen ein, Die Grenzen verrückend oder gewalttätig. - 11 denn ihr Verwandter Der nächste Verwandte musste im Falle eines Mordes die Blutrache üben. [4Mos 35,19] Allgemeiner: Erlöser, Rächer. Vergl. [Job 19,Anm.26]. - ist mächtig, Jahve. - er wird ihre Sache wider dich führen. 12 Wende dein Herz zur Zucht und deine Ohren zu den Worten der Erkenntnis. 13 Enthalte einem Knaben die Züchtigung nicht vor; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Verderben, denn die Strafe hält ihn vom Bösen fern. (V. 14) - 14 Schlägst du ihn mit der Rute, so wirst du seine Seele von der Hölle retten. 15 Mein Sohn! wenn dein Sinn weise ist, Infolge heilsamer Zucht weise wird. - wird sich mein Herz mit dir freuen 16 und mein Inneres wird frohlocken, wenn deine Lippen reden, was recht ist. 17 Dein Herz eifere nicht den Sündern nach, Hebr.: Nicht ereifere sich dein Herz um die Sünder. - sondern allezeit lebe in der Furcht des Herrn; Hebr.: Sondern um die Furcht Jahves allezeit. - 18 denn so wirst du am Ende Hoffnung haben Hebr.: Denn fürwahr, es gibt eine Zukunft. - und deine Erwartung wird nicht getäuscht werden. Zum mindesten im anderen Leben. - 19 Höre, mein Sohn! und sei weise und lass deine Seele den rechten Weg Der Weg des Herrn, der Tugend. - wandeln. 20 Sei nicht bei den Gelagen der Trinker noch bei den Gastmählern derer, die Fleisch zum Schmausen zusammentragen; Hebr.: Sei nicht unter denen, die im Fleischverprassen sich gütlich tun. Vergl. [Mt 11,19]. Es ist von Menschen die Rede, welche gemeinsame Gastereien mitmachten, zu denen jeder seinen Anteil beisteuerte. - 21 denn die sich dem Trinken ergeben und die Gastereien halten, werden arm, und Schlaftrunkenheit Wie sie nach dem Trinken eintritt und zur Arbeit unlustig macht. - bringt Lumpen als Kleidung. 22 Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden. Vergl. [JSir 3,1ff]. - 23 Erwirb Wahrheit und verkaufe nicht Gib sie um keinen Preis wieder, als wäre sie etwas Geringes, vergl. [Mt 13,45], ab. Dieser Vers fehlt in der Septuag. - Weisheit und Belehrung und Einsicht. 24 In Freuden frohlockt der Vater des Gerechten; wer einen Weisen gezeugt hat, darf sich seiner freuen. 25 Es möge sich dein Vater und deine Mutter freuen und frohlocken, die dich gebar! 26 Gib mir, Die personifizierte Weisheit redet hier wie [Spr 8,4.5]. - mein Sohn! dein Herz Schenke mir aufmerksames Gehör. - und lass deine Augen meine Wege bewahren. 27 Eine tiefe Grube ist ja Also ist die Aufmerksamkeit sehr notwendig. - die Buhldirne und ein enger Brunnen das fremde Weib. Vergl. [Spr 22,14]. Die Zisternen des Orients, in denen man das Regenwasser aufbewahrt, sind tiefe weite Gruben, die oben in eine so enge Mündung zusammenlaufen, dass man sie mit einem Steine zudecken kann. [1Mos 29,10, 2Mos 21,33] Wer in eine solche fiel, konnte nicht leicht ohne fremde Hilfe herauskommen. So ist der so gut wie verloren, der sich mit einer Ehebrecherin einlässt. - 28 Sie lauert am Wege auf wie ein Räuber und tötet die, welche sie als unbehutsam erkennt. Hebr.: Und die Treulosen unter den Menschen mehrt sie. – Wenigstens Gott sind jene untreu. - 29 Wer hat Weh? Wessen Vater hat Weh? Wer hat Händel? Wer fällt in Fallgruben? Wer hat Wunden um nichts? Hebr.: Bei wem ist Wehe? Bei wem ist Ach? Wer hat Gezänk, wer Jammer von Wunden um nichts? - Wer trübe Augen? 30 Nicht die, welche beim Weine sitzen und fleißig die Becher leeren? Hebr.: die kommen, den Würzwein zu ergründen. - 31 Siehe den Wein nicht an, wenn er so gelblich funkelt, wenn seine Farbe im Glase glänzt; er geht angenehm hinein, 32 aber zuletzt beißt er wie eine Schlange Giftschlange. - und spritzt Gift aus wie ein Basilisk. 33 Deine Augen werden nach fremden Frauen sehen Das Hebr. besser. Werden fremdartige Dinge schauen. - und dein Herz wird Verkehrtes reden. Der Mund redet nur, was aus dem Herzen kommt, der Wein aber erzeugt verkehrte Gedanken und sündhafte Begierden. - 34 Und du wirst sein wie einer, der mitten auf dem Meere schläft, und wie ein Steuermann, der eingeschlafen und dem das Steuerruder entfallen ist, Das Laster der Trunkenheit ist der Schiffbruch der Gesundheit, des Lebens, der Keuschheit und aller Tugend. – Das Hebr. wird verschiedenartig erklärt. - 35 und wirst sagen: Der Trunkenbold wird redend eingeführt. - Sie haben mich geschlagen, aber es Oder er? Der Wein? - hat mir nicht weh getan; sie haben mich umhergeschleift, aber ich habe es nicht empfunden! Infolge der Trunkenheit hatte er kein Bewusstsein von den Schmerzen, anderseits erscheint das Trinken samt dem folgenden Rausch als etwas Angenehmes. - Wann werde ich aufwachen? Werde ich auch wieder Wein finden? Hebr.: Wenn ich aufwache, will ich ihn wieder aufsuchen. – Unverbesserlichkeit des Trinkers.
Zitiert in 7
- V. 4 Summa (EN)(II-II 47.4)
- V. 13 Summa (EN)(II-II 65.2
II-II 142.2) Amoris Laetitia(§17) - V. 14 Summa (EN)(II-II 142.2)Amoris Laetitia(§17)
- V. 22 Christus Vivit(§189)