Sprüche 24

4. Nochmalige Mahnung zur Weisheit. (V. 1-22) a. Meide die Gemeinschaft der Gottlosen. (V. 2) b. Die Weisheit gewährt alle Güter und macht den Menschen so stark, dass er seinen Nächsten aus Gefahren zu retten vermag. (V. 12) c. So trachte also der Weisheit nach und füge niemanden Unrecht zu, denn Gott wird alle richten. (V. 22) 5. Anhang. Verschiedene Weisheitssätze (V. 22-34): Sei gerecht gegen den Nächsten (V. 29), verabscheue die Trägheit.

Eifere schlechten Leuten nicht nach Hebr.: Ereifere dich nicht um (jene, die mit allen Mitteln reich zu werden trachten). - und wünsche nicht mit ihnen umzugehen; denn ihr Herz sinnt auf Raub und ihre Lippen reden Trug. Hebr.: Ungemach. Die Vulg. übersetzt mit Erklärung. - Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Klugheit fest gegründet. Vergl. [Spr 14,1]. Nicht durch die genannten Mittel wird sicherer Reichtum erworben. Wer sein Haus mit ungerecht errafften Gütern baut, schafft Steine für die Steinhaufen, welche die Menschen über Verfluchte anhäufen. - Durch Einsicht füllen sich die Kammern mit jeder kostbaren und schönen Habe. Ein weiser Mann ist stark und ein einsichtiger Mann kräftig und vermögend. Denn mit kluger Vorbereitung fängt man den Krieg an und wohl wird es da stehen, wo reifliche Überlegung Hebr.: Fülle der Berater. - ist. Allzuhoch liegt für den Toren die Weisheit, er tut seinen Mund in der Torhalle nicht auf. Er vermag nicht, etwas in der Versammlung der Weisen und Ältesten vorzubringen. - Wer darauf sinnt, Böses zu tun, wird ein Tor Hebr.: Ränkeschmied. – So zu heißen ist eine Schande. - genannt werden. Was der Tor sinnt, ist Sünde; Hebr.: Er tut nur Böses. - und der Verleumder Hebr.: Spötter. - ist den Menschen ein Greuel. Wenn du am Tage der Bedrängnis mutlos verzweifelst, so mindert sich deine Kraft. Also bete, dass deine Kraft wachse. (Aug.) Vielleicht kann das Hebräische, das sonst in beiden teilen fast dasselbe sagt, mit einer leichten Änderung heißen: Bist du lässig gewesen, so wird am Tage der Not dein Vorrat gering sein. - Rette die, welche man zum Tode führt, und unterlass nicht, die zu befreien, welche man zum Untergange schleppt! Die Armen und Bedrängten, die von den Gottlosen oder im Gericht vergewaltigt werden. Gehe nicht vorüber wie der jüdische Priester und Levit. [Lk 10,30ff]. - Wenn du sagst: Ich vermag es nicht, So Vulg. besser als der jetzige hebr. Text. Auch die Unterlassung des Guten kann Sünde sein. [Jak 4,17] - so weiß es der, welcher die Herzen erforscht, und dem, der dein Leben erhält, entgeht nichts; er vergilt jedem nach dessen Werken. Iss Honig, mein Sohn! denn er ist gut, und Honigseim, er ist süß für deinen Gaumen. Der Vergleichspunkt zwischen dem Honig und der Weisheit ist die Lieblichkeit. - So ist auch die Lehre der Weisheit für deine Seele; erlangst du sie, so wirst du am Ende Hoffnung haben und deine Hoffnung wird nicht zunichte werden. Vergl. [Spr 23,18]. - Stelle dem Hause des Gerechten nicht nach Hebr.: stelle nicht, Frevler, dem Gerechten gleich. - und strebe nach keinem Unrecht in demselben Doppelübersetzung. - und störe seine Ruhe nicht; denn Denn es ist umsonst. - siebenmal fällt der Gerechte und steht wieder auf, Nicht von einer Sünde der gerechten ist hier die Rede, sondern von der Trübsal derselben und dem Schutze Gottes: Wenn er auch sieben Mal (symbolische Zahl: vergl. [Job 5,19]) von dir Schaden erleidet, so steht er doch immer wieder auf. Dasselbe gilt freilich auch im moralischen Sinne: Sich verfehlen ist menschlich und so fällt auch der gerechte öfter, aber er bleibt nicht in der Sünde, sondern erhebt sich alsbald von dem Falle und die Sünde, die in sein Herz eindringt, ist kein Insasse, sondern ein vorübergehender Fremdling. (Chrys., Aug. Greg. d. Gr.) Es sind ferner nur geringe Übertretungen, deren sich der Gerechte aus menschlicher Schwäche schuldig macht, die ihm das Leben der Seele, Glaube, Hoffnung, Liebe und Gnade nicht rauben. (Beda) - die Gottlosen aber stürzen in das Verderben. Wenn dein Feind fällt, so freue dich nicht und über seinen Sturz frohlocke dein Herz nicht, dass es Deine Schadenfreude, deine boshafte Gesinnung, die dir das göttliche Strafgericht zuziehen muss. - der Herr nicht etwa sehe und Missfallen daran habe und seinen Zorn von ihm hinwegwende. Vor dem Feinde den Zorn auf dich übertragend. - Hadere nicht mit den Ruchlosen Hebr.: erhitze dich nicht ob der Übeltäter. - Sei nicht eifersüchtig auf das unverdiente Glück der Weltkinder. - und ereifere dich nicht über die Gottlosen. Denn die Bösen haben keine Hoffnung für die Zukunft und die Leuchte der Gottlosen erlischt. Fürchte den Herrn, mein Sohn! und den König und verbinde dich nicht mit den Verleumdern. Hebr.: Aufwieglern. - Denn plötzlich bricht ihr Verderben herein und der Untergang, der über beide Sowohl über die, welche Jahve nicht fürchten, wie über die, welche dem Könige nicht gehorchen. - kommt, wer kennt ihn? Auch dieses für Weise: Das Folgende richtet sich besonders gegen die Richter. Hebr.: Von den Weisen. - Parteilichkeit im Gericht ist nicht gut. Ist sehr schlecht. - Die zum Bösen sagen: Du bist gerecht! solche werden von den Völkern verflucht und verabscheut von den Stämmen. Die ihn strafen, werden gepriesen und auf sie kommt Segen herab. Von Gott. - Wer gerade Worte erwidert, küsst gleichsam die Lippen. Wahrheitsgemäße Worte, zumal vor Gericht, sind so wohltuend wie die angenehmste Liebkosung. - Besorge draußen dein Geschäft und bestelle fleißig deinen Acker, nachher magst du auch dein Haus bauen. Zuerst schaffe dir eine Grundlage deiner Existenz, alsdann gründe dir einen eigenen Herd. Vergl. [Lk 14,28]. - Sei nicht ohne Ursache Ohne rechte Ursache. - Zeuge wider deinen Nächsten und betöre niemand mit deinen Lippen. Sprich nicht: Wie er mir getan, so will ich ihm wieder tun, ich will jedem nach seinem Tun vergelten. Warte vielmehr Gottes Eingreifen ab. Willst du dich an deinem Feinde rächen, so wende dich gegen deinen Zorn, er ist dein Feind, denn er tötet deine Seele. (Aug.) - An dem Acker eines faulen Menschen bin ich vorübergegangen und an dem Weinberge eines törichten Mannes Des Faulen. - und siehe, er war ganz voll von Nesseln, Dornen bedeckten seine Oberfläche und die Steinmauer war eingestürzt. Vergl. [Jes 5,1ff, Job 5,3ff]. - Als ich das sah, nahm ich es zu Herzen und nahm aus dem Beispiele die Warnung: Das Leben des trägen Menschen ist voll Nesseln und Dornen, irdischer Wünsche und Laster, welche die Seele stechen. Die Mauer, die um diese gebaut war, ist eingerissen. Sieht der Kluge diesen Greuel der Verwüstung, so ist er auf seiner Hut. (Greg. d. Gr.) - Du schläfst ein wenig, sprach ich, du schlummerst ein wenig, du legst die Hände ein wenig zusammen, um zu ruhen, so kommt die Armut über dich wie ein Läufer und die Dürftigkeit wie ein gewappneter Mann. Vergl. [Spr 6,11].

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