Sprüche 28
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
f. Verschiedene Weisheitssprüche.
1 Der Böse flieht, wenn ihn auch niemand verfolgt, Das böse Gewissen macht verzagt und ruhelos. Der Fluch [3Mos 26,36ff] ist von dem sündigen Volke auf die einzelnen Frevler übertragen. - der Gerechte aber ist unverzagt und unerschrocken wie ein Löwe. Vergl. [1Mos 49,9]. - 2 Wenn ein Land sündigt, werden seiner Herrscher viele; Folgen sich viele Fürsten aufeinander, ein Unglück für ein Land. Wo Gottes Gesetz nicht mehr Richtschnur des Handelns ist, hat auch menschliche Autorität keinen Bestand. - aber wenn die Menschen weise sind und das verstehen, was man ihnen sagt, Hebr.: Durch umsichtige Menschen bleibt er (der Fürst) lange. - wird des Fürsten Leben verlängert. 3 Ein armer Mann, der die Armen bedrückt, ist einem heftigen Regen gleich, der Hungersnot bringt. Reißt ein Geringerer die Herrschaft an sich, so beraubt er die Untertanen und gleicht einem Platzregen, der alles Erdreich wegspült und die Äcker unfruchtbar macht. Sept.: Durch einen gewalttätigen Menschen werden Streitigkeiten entzündet, aber ein verständiger Mann löscht sie aus. - 4 Die, welche das Gesetz übertreten, loben den Bösen; Seines Glückes wegen. - die es halten, ereifern sich wider ihn. 5 Böse Menschen denken nicht an das Gericht; Hebr.: verstehen nicht das, was Recht ist. - die aber den Herrn suchen, merken Hebr.: haben Einsicht. - auf alles. 6 Besser ist ein Armer, der in seiner Unschuld wandelt, als ein Reicher auf verkehrten Hebr.: krummen. - Wegen. 7 Wer das Gesetz beobachtet, ist ein weiser Sohn; Er erfreut den Vater [Spr 10,1, Spr 29,3] und gereicht ihm zur Ehre. - wer aber Schlemmer nährt, Mit ihnen umgeht. - macht seinem Vater Schande. 8 Wer durch Wucher und Zins Richtiger: durch Zins für geliehenes Geld und Aufschlag für geliehene Lebensmittel. Verbot [3Mos 26,36ff]. - Reichtum anhäuft, sammelt ihn für einen, der gegen die Armen freigebig ist. Und ihn so im Sinne Gottes verwaltet. - 9 Wer sein Ohr abwendet, um das Gesetz nicht zu hören, dessen Gebet wird ein Greuel. Vergl. [Spr 15,8]. Ein solches Herz will nichts wissen von Gott. Vergl. [Ps 49,16ff]. - 10 Wer Gerechte irre führt auf bösem Wege, wird in sein eigenes Verderben stürzen; die Schuldlosen aber werden sein Gut in Besitz nehmen. Hebr.: Heil (Gutes) erwerben. Der Frevler gibt schlechte Ratschläge und stellt sich auf die Lauer, um sich zu freuen, wenn es dann anderen schlecht geht. - 11 Der Reiche dünkt sich weise, Weil er den Erwerb seines Reichtums seiner Klugheit zuschreibt, weil viele ihm schmeicheln und er manches vermag, was der Arme nicht kann. - aber der Arme, der einsichtsvoll ist, forscht ihn aus. 12 Wenn die Gerechten frohlocken, Beim Siege der guten Sache. - so ist der Ruhm groß; wenn die Gottlosen herrschen, gehen die Menschen zugrunde. Der jetzige hebräische Text ist nicht verständlich. - 13 Wer seine Vergehungen verheimlicht, Anstatt Buße zu tun vor der Gemeinde. - wird kein Gelingen haben; wer sie aber bekennt und aufgibt, wird Barmherzigkeit erlangen. Von Gott. - 14 Glückselig der Mensch, der allezeit furchtsam ist; In der Furcht Gottes lebt. - wer aber harten Gemütes ist, Jene heilige Furcht nicht hat. - wird in Unglück stürzen. 15 Wie ein brüllender Löwe und ein hungriger Bär ist ein gottloser Herrscher über ein armes Volk. 16 Ein Fürst, dem es an Einsicht fehlt, wird viele mit Gewalt unterdrücken; Hebr.: Ein Fürst arm an Einsicht und reich an Bedrückung. - wer aber die Habsucht hasst, wird lange leben. 17 Einen Menschen, der mit Menschenblut belastet ist, Auch wer den Armen beraubt, wird so genannt [JSir 31,25]. - stützt Hebr.: Befehlsform: stütze niemand (in der Hoffnung, ihn dennoch zu retten). - niemand, bis seine Flucht im Grabe endet. Vergl. [1Mos 4,12]. - 18 Wer in Unschuld wandelt, dem wird Heil widerfahren; wer auf verkehrten Hebr.: krummen. - Wegen geht, wird auf einmal stürzen. 19 Wer seinen Acker bebaut, wird Brot genug haben; wer aber dem Müßiggange ergeben ist, Hebr.: wer aber Eitlem nachjagt. - wird Armut in Fülle haben. 20 Ein verlässlicher Mann wird viel gerühmt; Hebr.: wird viel gesegnet. - wer aber hastig reich werden will, bleibt nicht ohne Schuld. Vergl. [1Tim 6,9]. - 21 Wer im Gerichte parteiisch ist, tut nicht gut; ein solcher Hebr.: mancher. Schon die Erinnerung an eine Freundlichkeit oder die Erwartung eines kleinen Vorteils beeinflussen bisweilen das Urteil. - wird auch für einen Bissen Brot die Wahrheit verlassen. 22 Ein Mann, der mit Hast reich werden will und andere beneidet, weiß nicht, dass Mangel ihn überfallen wird. 23 Wer einen Menschen tadelt, wird hernach mehr Dank bei ihm finden, als der, welcher ihn durch Schmeichelreden betrügt. 24 Wer seinem Vater oder seiner Mutter etwas entzieht und sagt, dies sei keine Sünde, Weil ihm das Erbe der Eltern später doch zufallen werde oder weil er bereits Herr im Haus ist. - macht sich zum Genossen der Mörder. Eines Übeltäters (allgemein). - 25 Wer großtut und sich breit macht, Hebr. kürzer: der Habgierige. - richtet Streit an; wer aber auf den Herrn hofft, wird genesen. Hebr.: wird reichlich genährt (gelabt). - 26 Wer auf seine eigene Einsicht vertraut, ist ein Tor; Weil ihm eine feste, außer ihm liegende Richtschnur abgeht. - wer aber in Weisheit wandelt, wird Heil erlangen. 27 Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln; wer aber von einem Bittenden wegsieht, wird Mangel leiden. Hebr.: wird viel verflucht. Vergl. [Spr 11,24ff]. - 28 Wenn die Gottlosen emporkommen, verbergen sich die Menschen; wenn jene aber zugrunde gehen, mehren sich Oder: werden mächtig. die Gerechten.
Zitiert in 11
- V. 1 Summa (EN)(II-II 126.1
III 15.7 Suppl 47.2) - V. 9 Summa (EN)(II-II 83.16
II-II 178.2 III 82.6) - V. 13 Summa (EN)(III 68.6
III 84.6 III 84.7) - V. 25 Summa (EN)(II-II 41.2
II-II 112.2)