Sprüche 3
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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b. (Drittes Lehrgedicht – V. 20) Wahre Weisheit, die in der vollen Unterwerfung unter Gottes Hand besteht, bringt alle Güter (V. 12) und ist so kostbarer als alles, was man sonst hochschätzt. (V. 20) c. (Viertes Lehrgedicht – V. 35) Der Weise genießt den Schutz Gottes (V. 26), denn Gott verabscheut die Sünder und liebt die Gerechten.
1 Mein Sohn! Die Mahnreden [Spr 2] werden wieder aufgenommen, daher die dreimal wiederkehrende Anrede: Mein Sohn. - vergiss meine Weisung nicht und dein Herz bewahre meine Gebote, 2 denn lange Lebensdauer und Jahre des Lebens Vergl. [2Mos 20,12, 5Mos 5,16]. - und Frieden werden sie dir bringen. 3 Barmherzigkeit und Wahrheit Nach einigen: Allervollkommenste Übereinstimmung mit den Geboten (Wahrheit) in Gesinnung, Wort und Tat. - mögen dich nicht verlassen. Übe sie nicht einmal, zweimal… sondern allezeit. (Chrys.) - Lege sie dir um den Hals Wie einen Schmuckgegenstand. [1Mos 38,18] Bildlich. - und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, Dieser Teil des Verses fehlt in der Septuag. und ist wohl aus [Spr 7,3] hierher versetzt. - 4 so wirst du Gnade und gute Lehren finden bei Gott und den Menschen. Ob Paulus diese Stelle nach der Septuag vor Augen hatte [2Kor 8,21]? - 5 Vertraue auf den Herrn Der einst lohnen wird und lass dich durch das scheinbare Glück der Sünder nicht verblenden. - von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deine Klugheit. Schlauheit, die nach Art der Bösen auf selbstgewählten Wegen das Glück sucht. - 6 Auf allen deinen Wegen gedenke Hebr.: Erkenne. - an ihn, so wird er deine Schritte recht leiten. 7 Sei nicht weise in deinen eigenen Augen, fürchte Gott Vergl. [Roem 11,20]. Die Furcht Gottes wird verhüten, dass du wähnst, von Gottesfurcht frei heißt klüger sein. - und halte dich vom Bösen fern. 8 Denn das wird deinem Leibe Heilung sein und deinen Gebeinen Erquickung. 9 Ehre den Herrn von deiner Habe Mit Gaben, insbesondere den Zehnten. [1Mos 28,22, 3Mos 27,30ff] u.a. (Hier., Cyrill) - und gib ihm von den Erstlingen aller deiner Früchte, 10 so werden deine Speicher sich mit Überfluss füllen und deine Keltern von Wein überströmen. 11 Die Zucht des Herrn, mein Sohn! Forderte V. 9,10 zur Dankbarkeit im Glücke auf, so mahnt V. 11, nicht zu murren im Unglück. - weise nicht von dir und lass den Mut nicht sinken, wenn du von ihm gezüchtigt wirst; 12 denn wen der Herr liebt, züchtigt er und hat sein Wohlgefallen an ihm, wie ein Vater an dem Sohne. Hebr.: und schlägt den Sohn, den er gern hat. Einen Sohn lässt man die Rute fühlen, soll er anders erzogen werden. Vergl. [Spr 19,18, Spr 23,13] und [5Mos 8,5, -Ps 118] u.a. So zieht Gott, die er liebt, von bösen Wegen ab, die Gottlosen aber lässt er dahingehen, bis das Maß ihrer Sünden voll ist, dann über sie Gericht haltend. – Vergl. [Job 5,17]. - 13 Glückselig der Mensch, der die Weisheit findet und Klugheit in Fülle besitzt! Erwirbt sie doch das Wohlgefallen Gottes und ewiges Heil. Vergl. [Job 28,15]. - 14 Denn wertvoller ist es, sie zu gewinnen als Silber zu erwerben, und ihre Früchte sind besser als das beste und feinste Gold. Hebr.: und wertvoller als Gold ihr Gewinn. - 15 Kostbarer ist sie als alle Reichtümer, und alles, was man wünschen kann, vermag mit ihr nicht verglichen zu werden. Hebr.: kostbarer ist sie als Perlen, vergl. [Mt 13,45] und alle deine Kleinode kommen ihr nicht gleich. – Die Septuag. gibt V. 14, V. 15 umschreibend wieder. - 16 Langes Leben ist in ihrer Rechten und in ihrer Linken In ihrer Rechten, Linken: in ihrer Macht. Vergl. [1Koe 3,11ff]. Die Weisheit ist hier als Person gefasst. - Reichtum und Ehre. 17 Ihre Wege sind Wege der Wonne und alle ihre Pfade sind Frieden. 18 Sie ist ein Baum des Lebens Anspielung auf [1Mos 2,9, 1Mos 3,22]. Der Baum, dem Adam nicht mehr nahen durfte nach dem Falle, ist den Kindern der Weisheit zugänglich und kein Cherub wehrt den Zutritt. Die Weisheit ist gleichsam das Tor zur Gottähnlichkeit, Unsterblichkeit und Seligkeit. (Aug., Hier., vergl. [Offenb 2,7]) - für die, welche sie erfassen; und wer sie festhält, ist glückselig. 19 Der Herr hat die Erde in Weisheit Nicht nur unter Betätigung von Weisheit, sondern mittels der wesenhaften, persönlichen Weisheit. - gegründet und die Himmel in Klugheit festgestellt. Höchster Lobpreis der Weisheit: sie war schon vor der Welt. Vergl. [Spr 8]. - 20 Durch seine Weisheit brachen die Abgründe hervor [1Mos 1,6ff]. - und die Wolken rinnen aus Tau zusammen. Hebr.: die Wolkenhöhen lassen Tau herabträufeln. Der Tau kam nach alter Vorstellung vom Himmel. - 21 Mein Sohn! lass dies Diese Lehren. - nicht aus deinen Augen weichen, bewahre Gesetz und guten Rat, Nach dem Hebr. sind diese auch Subjekte der ersten Hälfte des Verses, also: bewahre vielmehr. Die Übersetzung der Septuag. stand dem heiligen Paulus wohl [Hebr 2,1] vor Augen. - 22 so werden sie deiner Seele das Leben sein und Anmut Ein anmutiger Schmuck. - deinem Halse. 23 Dann wirst du auf deinem Wege sicher wandeln und dein Fuß wird nicht anstoßen. Das Leben ist ein Weg, das Unglück gleichsam ein Stein des Anstoßes auf demselben. - 24 Wenn du dich niederlegst, hast du nicht zu bangen, Wie der Frevler. [Job 7,13ff] - und ruhst du, so wird dein Schlaf sanft sein. 25 nicht musst du beben vor plötzlichem Schrecknis noch vor dem Überfalle der Gewalt der Gottlosen, Hebr.: noch vor dem über die Gottlosen verhängten Unwetter, wenn es hereinbricht. - 26 Denn der Herr wird dir zur Seite sein und deinen Fuß behüten, dass du nicht gefangen werdest. 27 Hindere niemand, Gutes zu tun, der es kann, und kannst du es, so tue selbst Gutes. Hebr.: Weigere dich nicht, dem Bedürftigen (so auch Septuag.) Gutes zu tun, wenn es in deiner Hände Macht steht, es zu tun. - 28 Sage nicht zu deinem Nächsten: Gehe fort und komm wieder, Hebr.: und: Morgen will ich dir geben. Die Septuag. hat hier einen Zusatz, der aus [Spr 27,1] hierher geraten ist. - morgen will ich dir geben! wenn du sogleich geben kannst. 29 Sinne nicht auf Böses wider deinen Nächsten, während er sein Vertrauen auf dich setzt. Hebr.: während er arglos bei dir wohnt. - 30 Zanke mit keinem Menschen ohne Ursache, Durch solche Anklage, Prozess usw. - wenn er dir kein Leid getan hat. 31 Sei nicht neidisch auf einen ungerechten Menschen und folge seinen Wegen nicht, Weitere Ausführung der Mahnung [Spr 2,12-15]. - 32 denn jeder Spötter Hebr.: verkehrte (falsche). Es handelt sich um dieselben wie [Spr 2,12] und [Spr 1,10ff]. Also ist es Gott nicht eins, ob jemand gegen ihn frevelt oder fromm ist. Vergl. [JSir 8,11]. - ist dem Herrn ein Greuel, Würde Gott schon in diesem Leben alle Gottlosen sichtbar strafen, so würde niemand auf das künftige Leben hoffen, weil die Vergeltung hier stattfindet. (Chrys.) - aber mit den Rechtschaffenen verkehrt er vertraulich. 33 Die Armut kommt durch den Herrn auf das Haus des Gottlosen, Der Fluch Jahves auf dem Hause der Gottlosen. - aber die Wohnungen der Gerechten werden gesegnet. 34 Er spottet der Spötter, Hebr.: Handelt es sich um Spötter (hochmütige Freigeister), so spottet er. - aber den Sanftmütigen Hebr.: Demütigen, denen, die sich nicht auf ihre Einsicht verlassen, sondern sich Gott unterordnen. - gibt er Gnade. 35 Die Weisen werden Ehren erlangen, aber die Erhebung der Toren endet Hebr.: hebt weg. (?) - in Schande. Auch bei den Menschen.
Zitiert in 18
- V. 2 Ecclesia In Medio Oriente(§10)
- V. 3 Summa (EN)(I 24.1
I-II 100.7) - V. 4 Presbyterorum Ordinis(§3)
- V. 5 Summa (EN)(II-II 49.3
II-II 56.1) - V. 6 Summa (EN)(II-II 81.1)
- V. 9 Summa (EN)(II-II 86.3)
- V. 11 Amoris Laetitia(§17)
- V. 12 Summa (EN)(III 59.1)Amoris Laetitia(§17)
- V. 13 Summa (EN)(I-II 69.3)
- V. 15 Summa (EN)(II-II 100.1)
- V. 16 Summa (EN)(I-II 102.4)
- V. 18 Summa (EN)(I 102.1)
- V. 19 Laudato si’(§69)
- V. 28 Summa (EN)(III 1.5)
- V. 34 Summa (EN)(II-II 75.2)