Sprüche 31

B. Worte König Lamuels: (V. 1-2) Was haben Könige zu tun, was zu meiden? C. Alphabetisches Lehrgedicht über das starkmütige Weib. (V. 10-31) Ein seinem Manne treues Weib (V. 12), besorgt für ihr Haus und sich der Armen erbarmend (V. 23), ist würdig, von Fremden, von ihren Söhnen, von ihrem Gatten gepriesen zu werden.

Worte des Königs Lamuel. Ein Gesicht, Richtiger ist (gegen die Masorethen) zu verbinden: Worte Lamuels, Königs von Massa (Siehe [Spr 30,2]), mit denen usw. - mit dem ihn seine Mutter belehrte. Die Mutter ist vielleicht auch die Agurs, dessen Bruder alsdann Lamuel ist. - Was? Ist das dreimalige abgebrochene Was? ursprünglich, so bedeutet es wohl: Was willst du tun, mein Sohn? Oder: Wie? mein Sohn, du wolltest dich verführen lassen? - mein Geliebter! was? Geliebter meines Leibes, was? Geliebter meiner Gelübde! Vergl. [1Sam 1,11]. - Gib dein Vermögen Hebr.: Kraft. Die Beziehung auf Vermögen ist zu eng, vielmehr alles, was die Kraft deiner Herrschaft ausmacht. - nicht an Frauen hin noch deinen Reichtum Hebr.: deine Wege – paralleler Begriff zu Kraft (Gesundheit, Tugend, Reichtum usw.) - denen, welche Könige zugrunde richten. Weiblich: den Verderberinnen von Königen. - Gib Königen, o Lamuel! gib Königen keinen Wein; denn wo Trunkenheit herrscht, gibt es kein Geheimnis. Hebr.: Nicht für die Könige, nicht für die Könige, o Lamuel, (ziemt es sich) Wein zu trinken, und nicht für Fürsten (zu fragen): Wo ist Rauschtrank? – Vergl. [2Chr 26,18]. Nach V. 5 ist der unmäßige Genuss gemeint. - Sie möchten sonst trinken und des Rechts vergessen und die Sache der Armen verkehren. Gebet starkes Getränk den Traurigen Hebr.: (In ihrem Vermögen) zugrunde gehenden. - und Wein solchen, deren Herz betrübt ist. Sie mögen trinken und ihrer Armut vergessen und ihres Schmerzes nicht ferner gedenken. Öffne deinen Mund für den Stummen Für den, der sein recht aus irgend einem Grunde nicht geltend machen kann. - und für die Sache aller Menschen, die dahingehen. Hebr.: dahinschwindende Kinder, wohl: hilflos gelassene Waisen. - Tue deinen Mund auf und entscheide, was gerecht ist, und schaffe dem Dürftigen und Armen Recht. Wer wird ein starkmütiges Weib finden? Der Schlussabschnitt ist im Hebr. nach dem Alphabet geordnet, d.i. so dass jeder Vers mit dem nächstfolgenden Buchstaben beginnt. Die Septuag. lässt diesen Abschnitt auf [Spr 29,27] folgen. – Ein solches Weib ist eine Gnadengabe Gottes. [JSir 26,1ff] - Ihr Wert ist wie der der Dinge, die weit von den äußersten Enden herkommen. Hebr.: Weit über Perlen geht der Wert. - Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes Durch sie ist er frei von aller Furcht vor Mangel. - und es wird ihm nicht an Gewinn fehlen. Sie erweist ihm Liebes und nicht Böses ihr ganzes Leben hindurch. Sie sorgt für Wolle und Flachs und arbeitet mit kunstfertigen Händen. Hebr.: Und wirkt mit ihrer Hände Lust – mit emsigen Händen. - Sie ist gleich einem Kaufmannsschiffe, von fernher holt sie ihre Nahrung. Der Vergleichungspunkt wird im zweiten Teile angegeben: Sie besitzt den Unternehmungsgeist des Kaufmanns und begnügt sich nicht, den naheliegenden Vorteil zu benutzen, sondern späht auch in die Ferne. Doch ist das Wort „von fernher“ auch zeitlich zu fassen: auf lange voraus. - Sie erhebt sich am frühen Morgen und gibt das Erworbene Hebr.: Zehrung. - ihren Hausleuten und Zehrung Hebr.: das Bestimmte. - ihren Mägden. Sie besichtigt einen Acker Hebr.: Sie sinnt auf einen Acker (auf den Erwerb eines Ackers). - und kauft ihn, von dem Gewinn ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg. Sie umgürtet ihre Lenden mit Kraft und regt rüstig ihre Arme. Sie fühlt und sieht, dass ihre Geschäftigkeit Hebr.: ihr Erwerb. - gut ist, und ihre Leuchte erlischt des Nachts In der natürlichen Nacht so wenig wie in der Nacht des Unglücks. - nicht. Sie legt ihre Hand an große Dinge Hebr.: An den Spinnrocken. Nach anderen: an den Wirbel (Metallring über Knopf unten an der Spindel, durch den gleichmäßiges Wirbeln der Spindel erzielt wird). - und ihre Finger erfassen die Spindel. Sie öffnet ihre Hand dem Armen und streckt ihre Hände dem Dürftigen entgegen. Eine ihrer Tugenden, zugleich eine Bürgschaft ihres Glückes. Vergl. [Spr 19,17, Spr 22,9]. - Sie fürchtet nicht für ihr Haus des Schnees Kälte, Schnee bezeichnet in jenen Gegenden die größte Kälte. - denn alle ihre Hausgenossen sind doppelt Oder: in Scharlachwolle. - gekleidet. Sie fertigt sich Decken, Gestreifte oder gestickte decken. - feine Leinwand und Purpur Zwei ausländische Stoffe, dies eine Leinwand, Byssus aus Ägypten, der rote Purpur aus Syrophönicien stammend. - ist ihr Gewand. Angesehen Nicht nur reich, selbst angesehen macht sie ihren Mann im öffentlichen Leben. - ist in der Torhalle ihr Mann, wenn er bei den Ältesten des Landes sitzt. Bei öffentlichen Verhandlungen. Die „Ältesten“ sind die angesehensten Männer. - Sie macht feines Linnen und verkauft es und liefert dem Chananiter Speziell für: den Händler. - Gürtel. Kostbar verzierte. - Kraft und Anmut ist ihr Gewand und sie lacht am letzten Tage. Hebr.: sie sieht unbesorgt der Zukunft entgegen. - Ihren Mund öffnet sie zur Weisheit und liebreiche Weisung ist auf ihrer Zunge. Kein geringes Schalten. - Sie hat acht auf den Wandel Die Ordnung. - ihres Hauses und isst ihr Brot nicht müßig. Ihre Augen sind überall, überwachend und ordnend. - Ihre Söhne treten auf und preisen sie glückselig, ihr Mann lobt sie: Viele Töchter haben sich Reichtümer gesammelt, Hebr.: Viel sind der Töchter, die sich tüchtig erwiesen. - doch du hast sie alle übertroffen! Trügerisch ist die Anmut und eitel die Schönheit; Und so keine bleibenden, inneren Güter. - eine Frau, die den Herrn fürchtet, soll gepriesen werden. Unvergänglich und darum einzig zu preisen ist die Furcht Gottes. - Gebet ihr von dem Ertrage ihrer Hände Lasset sie selbst das Gute genießen, das sie geschafft. - und in den Torhallen mögen ihre Werke ihr Lob verkünden! In der Versammlung der Gemeinde am Tore soll der Lobpreis ihres Lebens und Wirkens erschallen.

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