Sprüche 4
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
C. Empfehlung der Weisheit durch ähnliche Weisungen des Vaters des Dichters. (Fünftes Lehrgedicht – V. 1-27) Als geliebter Sohn seiner Eltern (V. 3) wird er von seinem Vater gemahnt, sich die Weisheit als kostbarstes Gut zu erwerben (V. 9). So mahnt auch er, den Weg der Frömmigkeit zu wandeln und die Gemeinschaft der Sünder zu meiden, da ihr Weg zum Verderben führt (V. 19) und nicht abzuweichen weder zur Rechten noch zur Linken.
1 Höret, Söhne! Die Mehrzahl ist wohl wegen V. 10 gewählt. Immerhin steht die gleiche Mehrzahl der Anrede [Spr 5,7] und [Spr 7,24] sowie [Spr 8,32]. Der Inhalt dieser Reden ist vorwiegend Warnung. Insbesondere warnt der Weise vor Verführung gegen das sechste Gebot. [Spr 5,3ff, Spr 6,24ff, Spr 7,5ff] - auf die Zucht des Vaters und merket auf, dass ihr Klugheit lernet. 2 Eine gute Gabe gebe ich euch, verlasset meine Unterweisung nicht! Zwei Gründe sollen zur Achtsamkeit bewegen: Er gibt etwas Gutes (2a), er hat diese Ermahnungen von seinem Vater übernommen (3, 4a) - 3 Denn auch ich war der Sohn meines Vaters, der zärtlich geliebte und einzige vor meiner Mutter. Einzig geliebte. - 4 Er lehrte mich und sprach: Was die Väter gesagt und erprobt haben, ist zuverlässige Wahrheit und Weisheit. [Job 8,8ff, Job 15,18ff] Nach einigen (Hier., Beda) schließt die Rede des Vaters mit V. 9, besser wird angenommen, dass sie bis an das Ende des Kapitels reicht. - Dein Herz nehme meine Worte auf, beobachte meine Gebote, so wirst du leben. 5 Erwirb Weisheit, erwirb Klugheit; Die zweimalige Wiederholung macht die Aufforderung dringender. - vergiss sie nicht und weiche nicht ab von den Worten meines Mundes! Die Septuag. lässt V. 5 und 7 aus. - 6 Lass sie nicht außer acht, so wird sie dich bewahren; liebe sie, so wird sie dich erhalten. Behalte sie lieb, so wird sie dich behüten vor törichtem Handeln und vor Unglück. Vergl. [Spr 2,11]. - 7 Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit Vielleicht: Im Vorsatze Weisheit zu gewinnen besteht der Anfang ihres Besitzes. - und um alle deine Habe erwirb dir Klugheit! 8 Ergreife sie, Hebr.: Halte sie hoch. Sept.: Befestige sie (wie mit einem Walle). - so wird sie dich erhöhen; und wenn du sie umfassest, wird sie dich zu Ehren bringen. 9 Sie wird deinem Haupte eine Fülle der Anmut geben und dich mit einer herrlichen Krone bedecken. Besonders in der ewigen Vergeltung. - 10 Höre, mein Sohn! Der Dichter ist wohl nicht mehr angeredet, sondern der Leser. - und nimm meine Worte an, dass deiner Lebensjahre Zeitliche, wie sie Israel verheißen sind, ewige, wie die Weisen unter den Gläubigen, insbesondere die Heiligen, sie erlangen. Drei Wege führen zum Guten (und drei zum Bösen): Gutes denken, reden, tun (Böses denken, reden, tun). - viele werden. 11 Den Weg der Weisheit Den die Weisheit wandelt. - will ich dir zeigen und dich auf den Weg der Gerechtigkeit führen. 12 Wenn du auf diesem wandelst, werden deine Schritte nicht beengt werden, und wenn du läufst, wirst du nicht straucheln. Der Grund ist, weil der Weg hell (V. 18) und eben ist. (V. 12b) - 13 Halte fest an der Zucht, lass nicht davon ab, bewahre sie, denn sie ist dein Leben. Zeitliches, wie übernatürliches Leben, jenem wird ihretwegen lange Dauer gewährt, dieses verschafft sie. - 14 Suche deine Lust nicht auf den Pfaden der Gottlosen und lass dir den Weg der Bösen nicht wohlgefallen. Hebr.: Begib dich nicht auf den Pfad der Gottlosen (den sie gehen) und gehe nicht einher auf dem Wege der Bösen. – Die letzteren sind dieselben wie die [Spr 1,10ff, Spr 2,12ff, Spr 3,31ff] genannten. - 15 Fliehe ihn und wandle nicht darauf, wende dich von ihm und verlass ihn! Hebr.: und gehe vorüber. - 16 Denn sie begeben sich nicht zum Schlafe, wenn sie nicht Böses verübt haben; und der Schlaf wird ihnen geraubt, wenn sie nicht Unheil gestiftet haben. Lass dich nicht ein mit den Bösen, denn hat der Mensch einmal das Unrecht geschmeckt, wird es ihm süß [Spr 20,17] und er kommt nicht mehr von demselben los, hat Tag und Nacht keine Ruhe, muss freveln. Die Bosheit ist ihm so in Fleisch und Blut übergegangen, dass er sich ohne Böses zu tun nicht wohl fühlt (nicht schlafen kann). - 17 Sie essen das Brot der Bosheit und trinken den Wein des Unrechts. Sinnbildlich: Frevel ist ihr täglich Brot. (Beda) Hebr.: denn sie essen. Das „denn“ ist parallel dem anderen V. 16. - 18 Der Pfad der Gerechten aber ist wie die Helle des Morgenlichtes, Äußeres Ergehen der Frommen und Gottlosen in seiner Verschiedenheit. Licht und Finsternis sind Bilder für die äußeren Lebensschicksale des Menschen. - welche immer glänzender wird und wächst bis zum vollen Tage. Nicht die Morgensonne ist es, welche den vollen Tag, den Mittagsglanz, gibt, deshalb folgt auch keine Abnahme. So muss also der Weg der Gerechten zuletzt in vollkommenes Heil enden, ein ewiges Leben sie erwarten. (Beda, Greg. d. Gr.) - 19 Der Weg der Gottlosen ist finster; sie wissen nicht, wo sie zu Falle kommen. Hebr.: woran sie straucheln werden. Die Finsternis besteht in dem praktischen Irrtum, der das Laster der Tugend vorzieht, der Hingabe an die blinde Leidenschaft und demnach der Verblendung gegen den Schaden. - 20 Mein Sohn! höre auf meine Worte und neige dein Ohr meinen Reden. 21 Lass sie nicht weichen aus deinen Augen, bewahre sie inmitten deines Herzens. 22 Denn sie sind Leben Besonders im ethischen Sinne. Vergl. [Mt 15,19]. - für die, welche sie finden, und ihrem ganzen Leibe Genesung. Vergl. [Spr 3,8]. - 23 Wahre dein Herz mit aller Wachsamkeit, Hebr.: mehr denn alles (vor allem anderen zu Hütenden). Sept.: mit aller Sorgfalt. - denn von ihm geht das Leben aus. Besonders im ethischen Sinne. Vergl. [Mt 15,19] - 24 Entferne von dir Verkehrtheit des Mundes und verleumderische Lippen Besser: Hinterlist der Lippen. - lass fern sein von dir. 25 Lass deine Augen gerade vor sich hinschauen und deine Augenlider deinen Schritten vorausgehen. Hebr.: Lass deine Augenlider gerade vor dich hinblicken: Befleißige dich der Rechtlichkeit. - 26 Lass den Pfad deiner Füße eben sein, so werden alle deine Wege sicher sein. Hebr.: und alle deine Wege seien fest (bestimmt abgemessen). – Suche für deinen Fuß einen geraden Weg, damit du nicht strauchelst. - 27 Weiche nicht ab zur Rechten noch zur Linken, Nicht rechts zu wandeln wird verboten, sondern vom Rechten abzuweichen. (Beda, Greg. Naz.) - halte deinen Fuß vom Bösen fern; denn die Wege zur Rechten Gute Handlungen billigt Gott, segnet er und lässt sie gelingen. (Aug.) - kennt der Herr, die Wege aber zur Linken sind verkehrt. Er selbst wird deine Laufbahn gerade machen und deinen Wegen in Frieden Fortgang verleihen. Vers 28, 29 finden sich nicht im Hebr., sondern in der Septuag. Sie enthalten eine Umschreibung von V. 26, 27.
Zitiert in 22
- V. 1 Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)
- V. 2 Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Summa (EN)(II-II 32.3)
- V. 3 Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Summa (EN)(II-II 177.2
III 37.2 III 70.3) - V. 4 Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Summa (EN)(II-II 177.2)
- V. 5 Fides Et Ratio(§20)
- V. 6 Spiritus Paraclitus(§31)
- V. 8 Spiritus Paraclitus(§31)
- V. 18 Summa (EN)(I-II 114.8
II-II 14.4) Aeterna Dei Sapientia(§3§4) - V. 19 Summa (EN)(II-II 53.3)
- V. 23 Dilexit Nos(§6)Gaudete Et Exsultate(§84)
- V. 24 Dilexit Nos(§6)
- V. 25 Summa (EN)(II-II 53.4
II-II 56.1)