Sprüche 5
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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D. Auf das einzelne eingehend, zeigt der Weise in vier weiteren Lehrgedichten, was besonders zu meiden ist. (5,1 – 7,27) Ins besondere ist die Unkeuschheit zu meiden [Spr 6,35], denn a. (Sechstes Lehrgedicht Kap. 5) die Buhlerinnen schmeicheln, um den Menschen in das Verderben zu locken. (V. 6) Ihre Gemeinschaft raubt die Ehre, Kräfte, Vermögen. (V. 14) So begnüge sich jeder mit seinem Weibe (V. 20), denn Gott kennt und straft die Sünden.
1 Mein Sohn! habe acht auf meine Weisheit und neige meiner Klugheit dein Ohr, Ähnlich beginnen die Warnungen [Spr 6,20; Spr 7,1]. - 2 dass du die Überlegung behaltest Sinkt die Keuschheit, so stürzen bald alle Tugenden nach. (Hier.) - und deine Lippen Zucht bewahren. Fehlt im Hebr., Zusatz der Sept. und Vulg. Wer auf eine Ehebrecherin hört, wird betört, so können auch seine Lippen nicht von Erkenntnis Zeugnis geben. - Merke nicht auf die Arglist des Weibes; 3 denn wie träufelnder Honigseim sind die Lippen Worte. - der Buhlerin und glätter als Öl ist ihr Gaumen, 4 aber zuletzt Das, was zuletzt kommt. - ist sie bitter wie Wermut Der Wermut (Pflanze) hatte bitteren, salzigen Geschmack und war deshalb Sinnbild der Bitterkeit. - und scharf wie ein zweischneidiges Hebr.: vielschneidiges. - Schwert. Sie fällt selbst dem Verderben anheim und bringt denen Verderben, die sich mit ihr einlassen. - 5 Ihre Füße gehen hinab zum Tode und zur Unterwelt Oder selbst: zur Hölle, der Stätte der unselig Abgeschiedenen. - dringen Hebr.: Halten fest an, halten zu auf, hin. - ihre Schritte. 6 Auf Hebr.: damit sie nicht wandeln auf… Die notwendige Folge wird wie Absicht bezeichnet. - dem Wege des Lebens Dem Wege, auf dem die Weisheit führt zum Leben der Gottesfurcht und Weisheit. - wandeln sie nicht, ihre Schritte sind unstet und spurlos. Hebr.: es schwanken ihre Steige, ohne dass sie es merkt (oder: ohne dass sie weiß, wohin). - 7 Nun Folgerungspartikel. Vergl. [Jos 24,14, 5Mos 10,12]. - denn, mein Sohn! Die Anrede ist in der Einzahl ist wirkungsvoller. Im Hebr. steht die Mehrzahl. - höre auf mich und weiche nicht ab von den Worten meines Mundes. Die in V. 8ff Worte. - 8 Halte deinen Weg fern von ihr und nahe nicht der Türe ihres Hauses. Lass dich nicht mit ihr ein, meide ihre Nähe wie das Verderben. - 9 Opfere den Fremden Den Buhlerinnen. - deine Ehre Deine Jugendblüte. Hebr. Pracht. - nicht hin und deine Jahre nicht einem Grausamen, Bei einem grausamen Gebieter, dem er, um den Lebensunterhalt zu gewinnen, etwa dienstbar werden muss. - 10 damit Fremde Die ihm sein Vermögen abgelockt haben. - nicht etwa sich von deinem Vermögen sättigen Wenn du schwere Sühne zahlen musst, im Falle der gekränkte Gatte dich nicht anklagt und die gesetzliche Todesstrafe vollziehen lässt. - und dein sauer Erworbenes in eines Fremden Haus komme 11 und du zuletzt, Am Ende der Sache. - wenn du dein Fleisch und deinen Leib aufgezehrt hast, Hebr.: wenn dein Leib und Fleisch dahinschwindet – infolge des Kummers über deine Verarmung. - seufzen Der hebräische Ausdruck ist vom Brüllen des Löwen hergenommen, also wenigstens stöhnen. - und sprechen müssest: 12 Warum Die unverantwortlicher Weise! Vergl. [Weish 5,6]. - habe ich die Zucht gehasst und hat mein Herz die Zurechtweisung nicht angenommen 13 und habe ich nicht auf die Stimme derer, die mich lehrten, gehört und habe denen, die mich unterwiesen, nicht mein Ohr geneigt? 14 Wie wenig fehlte, dass ich in alles Unglück gestürzt wäre inmitten der Gemeinde und der Versammlung! Die Ältesten hielten die Gerichtsversammlung ab, die Gemeinde vollzog die auf Ehebruch stehende Strafe durch Steinigung. Dem ist der Frevler entgangen. - 15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was aus deinem eigenen Brunnen hervorquillt! Hebr.: und Quellwasser aus deinem Brunnen. Die sinnliche Liebe wird mit brennendem Durste verglichen. Ähnliche Bilder [Jes 51,1, Jes 48,1, 4Mos 24,7, Ps 67,27] - 16 Lass deine Quellen sich nach außen ergießen und teile deine Wasser auf die Straßen hin! Möge von dir und deinem Weibe zahlreiche Nachkommenschaft herstammen. Im Hebr. ist der Satz wohl fragend. Die Septuag. hat bei Klem. Alex. und Orig. den Zusatz: nicht. In beiden Fällen ist der Sinn: die Quellen sind das Eheweib, das sich mit keinem andern einlassen soll. - 17 Dir allein mögen sie gehören und Fremde mögen nicht mit dir teilhaben. 18 Es sei dein Quell gesegnet Von Gott, besonders durch Kinder. - und du freue dich mit dem Weibe deiner Jugend! Das du dir in deiner Jugend erworben. - 19 Sie ist wie eine Hirschkuh voll Liebreiz, anmutig wie ein Reh, Hebr.: Anmutige Gemse. - ihre Brüste mögen dich zu jeder Zeit berauschen und an ihrer Liebe mögest du immerdar Freude finden. Hebr.: trunken werden. Die Liebkosungen werden mit berauschendem Weine verglichen. Dasselbe Wort wird in V. 20 für den ehebrecherischen Sinnenrausch, V. 23 vom Untergang des Frevlers, jedesmal mit etwas gewendetem Sinne gebraucht. - 20 Warum, Wozu sollte das führen? - mein Sohn! solltest du dich von einer Fremden verführen lassen und an dem Busen einer andern ruhen? 21 Der Herr sieht auf die Wege des Menschen und gibt acht auf alle seine Schritte. Hebr.: Denn vor des Herrn Augen sind die Wege des Menschen und alle seine Stege ebnet er. – Die Gottlosen wähnen, Gott könne bei der Menge seiner Geschöpfe unmöglich auf sie acht haben, die frommen preisen Gottes Vorsehung, die auf jeden einzelnen schaut. Gott hat den Menschen die Freiheit gegeben, missbraucht er diese zum Bösen, so trifft ihn Strafe, auch wenn Gott zeitweise nicht eingreift. - 22 Den Gottlosen fangen seine Missetaten und durch die Stricke seiner Sünden wird er festgehalten. 23 Er wird sterben, weil er keine Zucht annahm, und wegen der Größe seiner Torheit wird er sich täuschen. Hebr.: er wird hintaumeln (vom rechten Wege abirren und stürzen).