Sprüche 6
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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b. (Siebentes Lehrgedicht – V. 19) Niemand übernehme leichtsinnig für einen anderen Bürgschaft (V. 5), oder überlasse sich der Trägheit (V. 11), oder schädige durch trug oder andere weise seinen Nächsten. (V. 19) c. (Achtes Lehrgedicht – V. 35) Höre auf die Vorschriften deiner Eltern (V. 23), damit du, sie befolgend, die Unsittlichkeit (V. 28) und den Ehebruch fliehest, die überaus schlimme Folgen haben.
1 Mein Sohn! hast du dich für deinen Freund Hebr.: Nächsten. - verbürgt, hast du einem Fremden Es ist derselbe, der im ersten Gliede Nächster heißt: für einen anderen. Durch seine Bürgschaft tritt der Bürge in die Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem Gläubiger. Es erging ihm, im Falle jener zahlungsunfähig war, wie sonst dem Schuldner. Vergl. [2Koe 4,1, Mt 18,25]. - deinen Handschlag gegeben, 2 so bist du durch die Worte deines eigenen Mundes gebunden und gehalten durch dein eigenes Versprechen. 3 Tue denn das, was ich dir sage, mein Sohn! und mache dich frei; denn du bist in die Gewalt deines Nächsten geraten. Lauf, eile, wecke deinen Freund auf! Hebr.: Gehe hin, wirf dich nieder und bestürme deinen Nächsten, er möge seiner Verpflichtung nachkommen. - 4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf noch lass deine Augenlider schlummern! Bildlich: Ohne Ruhe und Rast suche dich frei zu machen. - 5 Reiß dich los wie eine Gazelle aus der Gewalt und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers. Bilder eines mit Hast und Anstrengung sich befreien Wollenden. - 6 Gehe zur Ameise hin, Fauler! und siehe ihre Wege an und lerne Weisheit. Beherzige das Beispiel der Ameise. - 7 Obwohl sie keinen Führer noch Lehrmeister noch Gebieter hat, Vergl. [Spr 30,27]. - 8 schafft sie sich doch im Sommer ihre Speise und sammelt in der Ernte ihre Nahrung ein. Septuag. hat hier und V. 11 einige Zusätze. - 9 Wielange, Fauler! willst du schlafen? Wann wirst du aufstehen von deinem Schlafe? Willst du nie aufstehen? - 10 Schlafe noch ein wenig, schlummere noch ein wenig, lege noch ein wenig die Hände zusammen, um zu ruhen, Im Hebr. tritt ein Wechsel der Person ein. Die Antwort des Faulen wird nachgeahmt: Ein wenig schlafen usw.: die Hände (Arme, die sich zur Arbeit regen sollten) zusammenlegen, ist Zurüstung zum Schlafen. - 11 so wird die Armut über dich kommen wie ein rüstig Schreitender und der Mangel wie ein bewaffneter Mann. Wie ein umherstreichender Räuber. Vergl. [Spr 24,34]. - Bist du aber unverdrossen, so wird deine Ernte wie ein Quell sein, und der Mangel weit von dir fliehen. Dieser Preis des Arbeitsamen ist aus der Septuag. genommen. Er stört den Zusammenhang. - 12 Ein abtrünniger Mensch, Hebr.: ein nichtsnutziger Mensch, Kind Belials. - ein heilloser Mann ist, wer wandelt mit trügerischem Munde; 13 wer mit den Augen blinzelt, mit dem Fuße tritt, Scharrt (sich dadurch trügerisch verständigend). - mit dem Finger redet, Zeichen gibt. - 14 mit boshaftem Herzen auf Böses sinnt Hebr.: In dessen Herz Verkehrtheit ist, der zu jeder Zeit Böses sinnt und Händel stiftet. Hebr.: Darum wird plötzlich. - und alle Zeit Händel stiftet. 15 Plötzlich wird das Verderben über ihn hereinbrechen und unversehens wird er zerschmettert werden und es wird kein Heilmittel mehr für ihn geben. 16 Sechs Dinge sind es, welche der Herr hasst, und das siebente Der Parallelismus des Ausdruckes ist durch die aufeinander unmittelbar folgenden Zahlen ersetzt. - verabscheut seine Seele: 17 Stolze Augen, Die Organe stehen für die Eigenschaften, deren Sitz oder Diener sie sind. - lügenhafte Zungen, Hände, welche unschuldiges Blut vergießen, Alle drei Bezeichnungen gehören demselben Subjekte an. - 18 ein Herz, welches Gedanken des Unheils ersinnt, Füße, welche behende zum Bösen eilen, 19 einen falschen Zeugen, der Lügen vorbringt, und den, der zwischen Brüdern Zwietracht sät. Die Ordnung ist nicht ganz die in V. 12-14 innegehaltene. Beide Male aber schließt das Zankanstiften die Reihe. - 20 Bewahre, mein Sohn! Ähnliche Eingänge [Spr 5,1.2] und [Spr 7,1-5]. - die Gebote deines Vaters und weiche nicht ab von den Weisungen deiner Mutter. Vergl. zu diesem Verse [Spr 1,8]. - 21 Binde sie immer auf dein Herz und lege sie dir um den Hals! 22 Wenn du gehst, mögen sie mit dir gehen; wenn du schläfst, dich bewachen, und wenn du erwachst, rede mit ihnen. Hebr.: mögen sie dich leiten, und wenn du erwachst, dich anreden. In allen Lebenslagen sind sie dir hilfreich. Gehen: handeln, schlafen: ruhiger Genuss. - 23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Weisung ein Licht und die Rüge der Zucht der Weg zum Leben, 24 damit sie dich vor einem bösen Weibe Eigentlich: Weib des Bösen, der Schlechtigkeit. - bewahren und vor der schmeichlerischen Zunge einer Fremden. 25 Lass dich nicht nach ihrer Schönheit in deinem Herzen gelüsten noch dich durch ihre Winke Hebr.: mit ihren Wimpern (mit denen sie liebäugelt und Blicke zuwirft). Die Wimpern werden mit den Fäden eines Netzes verglichen, wie [Koh 12,3] mit den Gittern eines Fensters. - fangen, 26 denn eine Buhlerin ist kaum einen Laib Brotes wert, Nach dem Hebr. ist der Text der Vulg. zu erklären: sie begnügt sich schwerlich mit einem Laibe Brotes. Das Hebr. wird meist übersetzt: Denn durch ein Blutweib (kommt man) bis auf einen Laib Brot. Ein Laib Brot ist das Geringste. - ein Eheweib aber erjagt des Mannes kostbare Seele. Die Seele dessen, den sie verlockt. - 27 Kann wohl jemand Feuer in seinem Busen bergen, Hebr.: holen. Wohl Vergleich: Wie niemand Feuer in seinem Busen holen kann, so bleibt nicht usw. (V. 29) - ohne dass seine Kleider brennen? 28 Oder auf glühenden Kohlen gehen, ohne dass seine Fußsohlen verbrannt werden? 29 So bleibt der, welcher zu seines Nächsten Weib geht, nicht rein, wenn er sie berührt. Keiner, der sie berührt, bleibt ungestraft. - 30 Es ist die Schuld so groß nicht, wenn jemand stiehlt; Der hebr. Text ist kaum sicher. Der Sinn desselben ist wohl: Selbst wer aus Hunger stiehlt, muss es büßen, wie viel mehr der, welcher aus Übermut seinen Hunger und Durst an einem fremden Weibe stillt. - er stiehlt ja, sein Begehren zu stillen, da er hungert, 31 und doch muss er es siebenfach Der Höchste im Gesetze vorgeschriebene Ersatz war ein fünffacher. [2Mos 21,37], vergl. [Lk 19,8] Sieben ist wohl hier eine runde Zahl, da das zweite Versglied selbst den Verlust des ganzen Vermögens als möglich hinstellt. - ersetzen, wenn er ertappt wird, und die ganze Habe seines Hauses hergeben. Ein Diebstahl kann durch Ersatz gesühnt werden seitens des Ertappten, der beleidigte Ehemann aber besteht auf der gerichtlichen Bestrafung des Ehebrechers. - 32 Wer aber ein Ehebrecher ist, bringt sich selbst durch die Torheit seines Herzens ins Verderben. Hebr.: Jemand, der sich selbst ins verderben stürzen will, tut solches. - 33 Er sammelt sich Unehre Hebr.: Schläge (durch den Ehemann). - und Schande und seine Schmach ist unauslöschlich, 34 denn die Eifersucht und der Grimm des Mannes schont nicht am Tage der Rache, 35 noch lässt er sich von jemand erbitten und nimmt keine Gaben als Lösegeld, wenn sie auch noch so reichlich sind. Keinerlei Lösegeld kann ihn günstig stimmen, er gibt sich nicht zufrieden, ob du ihm auch viel geben wolltest. – Noch vor der Gerichtsverhandlung war eine Einigung möglich.
Zitiert in 39
- Dieses Kapitel C’est la confiance(§3
§19 §22 §35) - V. 1 Summa (EN)(II-II 185.5
II-II 189.7) - V. 3 Summa (EN)(II-II 185.5)
- V. 6 Summa (EN)(I-II 108.3
II-II 55.7) Fragen(Sloth and acedia) - V. 7 Summa (EN)(II-II 55.7)Fragen(Sloth and acedia)
- V. 8 Summa (EN)(I-II 108.3
II-II 55.7) Fragen(Sloth and acedia) - V. 9 Fragen(Sloth and acedia)
- V. 10 Fragen(Sloth and acedia)
- V. 11 Fragen(Sloth and acedia)
- V. 12 Summa (EN)(II-II 12.1)
- V. 13 Summa (EN)(II-II 12.1)
- V. 14 Summa (EN)(II-II 12.1)
- V. 16 Summa (EN)(II-II 37.1
II-II 74.2) - V. 19 Summa (EN)(II-II 37.1
II-II 74.2 II-II 112.2) - V. 20 CCC(¶2216)Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Amoris Laetitia(§17)
- V. 21 CCC(¶2216)Compendium of the Social Doctrine of the Church(210)Amoris Laetitia(§17)
- V. 22 CCC(¶2216)Amoris Laetitia(§17)
- V. 30 Summa (EN)(I-II 73.5
II-II 55.2 II-II 66.6 II-II 118.5) - V. 32 Summa (EN)(I-II 73.5)